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Adventskalender-Geschichten 2019 – 24. Dezember: Der kleine Esel… und der Heilige Abend

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Das Licht des hellen Sterns weckte den kleinen Esel. Er stand genau über seinem Stall. Der kleine Esel lag noch genauso dort wie am Abend zuvor. Vorsichtig blickte er sich um. Schon lange hatte er nicht mehr so gut geschlafen wie in der letzten Nacht. Seine beiden Besucher schliefen noch. Behutsam bewegte er sich unter der Hand der Frau hervor und stand auf. Er ging in Richtung der Stalltür, durch die der Stern sein Licht warf. Rund um den Stall war es taghell, der Wald aber lag noch in vollkommener Dunkelheit.
Er schaute sich um. In der Nacht hatte es erneut geschneit, die Schneedecke war unberührt. Eine friedliche Stille herrschte um ihn herum. Und irgendwie beschlich ihn das Gefühl, dass an diesem Tag noch etwas Besonderes geschehen würde. Vielleicht das, worauf alle gewartet hatten…?

Der kleine Esel hörte ein Murmeln aus dem Stall kommen. Er ging zurück. Die Frau sah ihn wieder mit ihren warme Augen an, trotzdem machte sie den Eindruck, unruhiger als am Vorabend zu sein. Auch der Mann wirkte etwas nervös.
Als die Sonne aufging, war auch der Rest des Hofs auf den Beinen. Auch dort wich die Ruhe der vegangenen Tage einer gewissen Aufregung. Dem Besuch wurde erneut heißer Tee und ein reihhaltiges Frühstück gebracht. Sie sprachen miteinander, beruhigend hatte es geklungen, Mut machend. Auch der kleine Esel bekam eine leckere Mahlzeit und frisches Wasser. Dann ging jeder auf dem Hof wieder seinen Aufgaben nach.

Langsam wurde auch der kleine Esel ein wenig nervös. Was hatte das alles nur zu bedeuten? Was würde an diesem Tag noch geschehen? Und sollte es in seinem Stall passieren?
Er beobachtete seinen Besuch. Unruhig lief die Frau auf und ab, ihr Mann wich nicht von ihrer Seite. Zwischendurch wärmte sie sich an dem Fell des kleinen Esels und blieb einen Augenblick bei ihm sitzen. Dann bewegte sie sich wieder unruhig hin und her. So ging es den ganzen Tag über. Der kleine Esel hatte das Gefühl, gebraucht zu werden. Nur, wofür?

Es war schon wieder dunkel geworden, als der kleine Esel sich aufmachte, um draußen ein wenig frische Luft zu schnappen. Im Wald war es ganz ruhig, die Kerzen im Haus waren angezündet. Auch dort war die Hektik wieder veflogen, Stille war eingekehrt. Genau über dem Stall stand der helle Stern. Sein Licht wirkte noch viel heller als am Abend zuvor.
Plötzlich hörte der kleine Esel eine Schrei, dann noch einen. ER dachte an die Frau im Stall. Einen Moment lang war es wieder still. Dann erklang der Schrei eines Babys…

Der kleine Esel traute seinen Ohren nicht und lief sofort zurück zum Stall. Vorsichtig öffnete er wieder die Tür. Im Stroh saßen die Frau und der Mann. Seite an Seite. Mit einem Kind in den Armen. Das Glück in ihren Augen steckte den kleinen Esel sofort an. Behutsam näherte er sich den Dreien und legte sich zu ihnen. Er wärmte sie.
Es fühlte sich unglaublich schön und richtig an. Und sofort hatte er das Gefühl, dass genau dies der Moment war, auf den er und vielleicht auch alle anderen in den letzten Tagen und Monate gewartet haben. Einen Augenblick lang war alles still.

Der kleine Esel schloss zufrieden die Augen. Als er sie wieder öffnete sah er die Kinder und Erwachsenen vom Hof neben ihm sitzen, die alle das neugeborene Kind bewunderten und auf den Arm nehmen wollten. Die Schafe waren mit ihren Hirten da. Auch das Reh und das Eichhörnchen waren gekommen – so still hatte der kleine Esel das Eichhörnchen noch nie erlebt. Er schmunzelte. Alles wirkte vollkommen.

Da fiel dem kleinen Esel der Stein ein, den er in dem Bach gefunden und für einen ganz besonderen Moment aufbewahrt hatte. Jetzt war dieser Moment gekommen. Er stand vorsichtig auf und holte ihn aus seinem Versteck. Leise schlich er zu dem Reh herüber und legte den Stein in das Licht des Sterns. Sofort funkelte und glitzerte er in allen Farben. Verlegen lächelte er seine Freundin an. Diese warf ihm einen dankbaren Blick zu. Sie lächelte zurück.
Dann ging der kleine Esel zufrieden und glücklich zurück zu dem Kind, legte sich daneben und wärmte es. Er genoss es, alle die da waren, in seiner Nähe zu haben. Für diesen Augenblick hatte sich das Warten wirklich gelohnt…



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Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachten!

Weihnachtsgeschichten für die Festtage haben wir Ihnen unter dem Stichwort schöne Weihnachtsgeschichten zusammengestellt.

Diese Adventskalender-Geschichten vom kleinen Esel sind 2019 schon erschienen:

1. Dezember: Der kleine Esel… und das Kerzenlicht
2. Dezember: Der kleine Esel… und die Zeit
3. Dezember: Der kleine Esel… und der Plätzchenduft
4. Dezember: Der kleine Esel… und die Stille
5. Dezember: Der kleine Esel… und die Musik
6. Dezember: Der kleine Esel… und der Nikolaus
7. Dezember: Der kleine Esel… auf dem Weihnachtsmarkt
8. Dezember: Der kleine Esel… und der Stern
9. Dezember: Der kleine Esel… und die Wärme
10. Dezember: Der kleine Esel… und der erste Schnee
11. Dezember: Der kleine Esel… und das Lebkuchenhaus
12. Dezember: Der kleine Esel… und die Glaskugel
13. Dezember: Der kleine Esel… und das Eichhörnchen
14. Dezember: Der kleine Esel… und die Krippe
15. Dezember: Der kleine Esel… und ganz besondere Vorbereitungen
16. Dezember: Der kleine Esel… und das Geheimnis der vier Kerzen
17. Dezember: Der kleine Esel… und der Schneemann
18. Dezember: Der kleine Esel… und der Adventskalender
19. Dezember: Der kleine Esel… und die Schafe
20. Dezember: Der kleine Esel… und die Weihnachtspyramide
21. Dezember: Der kleine Esel… und das Weihnachtsgeheimnis
22. Dezember: Der kleine Esel… und der geschmückte Tannenbaum
23. Dezember: Der kleine Esel… und der unerwartete Besuch



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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