Anzeige

Hildegard kommt vorbei. Eine lustige Geschichte für Senioren


Anzeige

Eigentlich hatte Heribert keine Lust auf Besuch. So überhaupt nicht. Und doch hatte sich seine Tante Hildegard angemeldet. Zum Abendessen wollte sie kommen und dann auch noch über Nacht bleiben. Und Tante Hildegard quasselte so viel. Am liebsten über ihre Katze. Wie konnte man nur stundenlang über eine Katze quatschen? Na ja, es half ja alles nichts. Er schnappte sich ein Rezeptbuch und fing an darin zu blättern, schließlich musste er Hildegard auch etwas zu essen anbieten. Sein Blick blieb einem Rezept für Rotweingulasch hängen. Das hörte sich doch gut an. Zum Nachtisch würde er einfach Vanilleeis mit Rumtopf servieren, den Rumtopf hatte er einst von Tante Hildegard geschenkt bekommen, das traf sich also ganz gut.



Lustige Kurzgeschichte. Ein gottesfürchtiger Mann und eine Lehre fürs Leben.

Johann war schon als Kind fromm erzogen worden. Er betete jeden Tag mehrfach und hatte eine sehr enge Beziehung zu Gott. Er erzählte Gott von all seinen Sorgen und fand in seinem Glauben Zuversicht, Geborgenheit und Liebe. Manchmal hatte er auch einen kleinen Wunsch, den er Gott in seinem Gebet vortrug und jedes Mal, wenn er das tat, ging dieser Wunsch in Erfüllung.

Das Geburtstagsgeschenk. Ein lustige Kurzgeschichte für Senioren

Karl überlegte schon seit Wochen, was er Antje, seiner Angebeteten, wohl schenken sollte. Sie waren zwar erst seit zwei Monaten ein Paar, aber er war über beide Ohren in sie verliebt. Er überlegte und überlegte. Das Geschenk musste ihr gefallen, es durfte nicht verfänglich und nicht zu aufdringlich sein und doch sollte es etwas ganz Besonderes sein. Weil er mit seinen Gedanken nicht weiterkam, suchte er Rat bei seiner Schwester.

Kostenlose Geschichten. Eine riesige Auswahl!

Auf mal-alt-werden.de finden Sie ein umfangreiches Angebot an kostenlosen Geschichten für die Seniorenarbeit. Neben Bewegungsgeschichten in der Sitzgymnastik kommen in Gedächtnistrainingseinheiten Sprichwortgeschichten oder Rechengeschichten erfahrungsgemäß besonders gut an.
Momentan sind mehr als 625 Beiträge mit kostenlosen Geschichten auf mal-alt-werden.de erschienen. Und regelmäßig kommen neue Geschichten hinzu. Alle kostenlosen Geschichten finden Sie in unserer Kategorie Geschichten und Gedichte.

Die Köpfchen der Gänseblümchen – Eine Kurzgeschichte

Wenn ich mich an die Lieblingsblumen meiner Kindheit zurück erinnere, fallen mir als erstes die Gänseblümchen ein, die in unserem Garten standen. Ich mochte es sehr, im Sommer mit meinen nackten Füßen über die Wiese zu laufen und mich von den kleinen, weichen Blüten kitzeln zu lassen.
Oft setzte ich mich auch ins Gras und streichelte die Blumen sanft mit meinen Fußsohlen.
Und mich erfreute ihr Anblick. Wenn ich so dasaß und beobachtete, wie sich die Grashalme mit dem Wind hin und her bewegten, zählte ich oft die weißen Köpfe, die zwischendurch aufblitzten. Wirklich alle Gänseblümchen auf einmal zu zählen, habe ich aber nie geschafft. Dafür waren es einfach zu viele. Manchmal nahm ich mir mein kleines rosé-farbenes Notizbuch mit nach draußen und schrieb auf, wie viele Blumen ich hier und da gezählt hatte. Damit füllten sich im Sommer einige Seiten…
Wenn meine Freundin Anna zu Besuch war bastelten wir oft Ketten oder kleine Krönchen aus den Gänseblümchen. Manchmal wurden es auch lange Girlanden, die wir dann an die Zweige des großen Apfelbaumes in unserem Garten hingen. Für die Ketten pflückten wir zuerst viele Gänseblümchen von der Wiese. Dann musste man vorsichtig mit dem Fingernagel ein Loch in den Stiel pieksen und die nächste Blumen bis zu ihrem Kopf hindurch ziehen. Dann bekam die nächste Blumen ein Loch, in das man wieder die Nächste durchsteckte. So ging es weiter und weiter…
Anna und ich nahmen uns oft vor, an einem Tag alle Gänseblümchen zu Ketten und Krönchen zu verarbeiten. Ich muss aber leider sagen, das gelag uns nie! Es waren einfach viel zu viele Blumen auf der Wiese. Nach einiger Zeit und fleißig getaner Arbeit setzten wir uns dann einfach in das frische Gras, aßen frische Äpfel und streichelten die Köpfe der Gänseblümchen mit unseren Fußsohlen.
Was mich immer sehr verärgerte – und daran erinnere ich mich heute noch genau – war, wenn mein Vater den Rasenmäher holte, und die Wiese kurz schnitt. Ich war jedesmal so traurig und Anna und ich wussten an diesen Tagen oft nicht, was wir unternehmen sollten. Mein Vater tröstete mich immer, indem er über meinen Kopf streichelte und sagte, sie seien ja in zwei Tagen wieder da. Und er hatte wirklich immer recht. Zwei Tage nach dem Rasenmähen streckten uns die Gänseblümchen wieder ihre Köpfe entgegen.
Anna und ich konnten es morgens in der Schule gar nicht erwarten, nach Hause in unseren Garten zu kommen und die Gänseblümchen wieder zu begrüßen…

Karl ist ein komischer Kauz

49 Geschichten über menschliche Marotten zum Vorlesen bei Demenz

*

Autoren: Peter Krallmann, Annelie Beel-Krallmann
Verlag: reinhardt

Inhalt

Karl ist ein komischer Kauz* ist ein Buch mit kurzen Geschichten zum Vorlesen für Senioren und Menschen mit Demenz. Im Mittelpunkt dieser Geschichten stehen unterschiedliche menschliche Wesenszüge, alltägliche Begegnungen und individuelle Charaktereigenschaften.

Der einzige Maikäfer – Eine Kurzgeschichte im Frühling

Wenn es Mai wird, denke ich in jedem Jahr an den Moment zurück, in dem ich mit meinem Opa den einzigen Maikäfer in meinem Leben gesehen habe.
Ich war noch ein Kind und war immer gerne bei meinen Großeltern zu Besuch. Sie hatten einen großen Garten und in jeder Jahreszeit ging mein Opa mit mir raus und erzählte mir etwas über die Bäume und Pflanzen. Ich genoss die Zeit mit ihm sehr. Manchmal waren wir stundenlang draußen, bei Wind und Wetter, und vergaßen die Zeit. Erst als uns meine Oma zu Kaffee und heißem Kakao hineinrief fiel uns auf, wie spät es schon war. Es kam auch vor, dass wir völlig durchnässt waren weil uns der Regen bei unseren Beobachtungen überhaupt nicht störte.
So vertieft waren wir auch an einem Sonntag im Mai. Wir bewunderten die schönen Farben der Blumen und ihre kräftigen Blätter. Als wir gerade den Flug einer dicken Hummel verfolgten fiel uns etwas seltsames auf einem der Blätter auf: Ein großer, brauner Fleck. Als wir näher kamen erkannte ich, dass es gar kein Fleck war sondern ein großes Tier, das einem Käfer ähnelte. Verdutzt schaute ich meinen Opa an. Er grinste mich an und fragte: “Weißt du, was das ist?”
Ich schüttelte meinen Kopf. Mein Blick wanderte zwischen dem Käfer und meinem Opa hin und her. “Das ist ein Maikäfer. Davon gibt es hier nicht viele.” Verdutzt schaute ich den Maikäfer an und wiederholte das Wort in Gedanken: “Maikäfer”.
Auf eine gewisse Art und Weise faszinierte er mich und ich beobachtete ihn eine ganze Weile. Mein Opa stand ruhig neben mir und tat das Gleiche. Der Maikäfer wanderte eine ganze Zeit über die Blätter der Blumen, krabbelte über die Erde und blieb dann und wann einfach still sitzen. Mir kam es vor, als schaute er mich zwischendurch an.
Dann hörte ich meine Oma rufen und drehte mich zur Terrasse um. Als ich zurück zum Maikäfer blickte, sah ich ihn gerade von Boden abheben und durch die Luft fliegen. Lange schaute ich ihm nach.
Nach dem Kaffee schauten Opa und ich in sein Tierlexikon und er las mir alles vor, was dort über den Maikäfer geschrieben stand. Immer wieder summte er die Melodie von “Maikäfer flieg'”.
Es war ein schöner Tag mit meinem Opa. Ich denke sehr oft an ihn. Besonders im Mai.
Leider habe ich danach nie wieder einen Maikäfer gesehen. Aber in meinem Osterkörbchen bei Oma und Opa war seit dem immer ein Maikäfer aus Schokolade.

  • * Links, die mit einem Sternchen gekennzeichnet sind, sind Werbelinks / Affiliatelinks
Top