Randy ist weg! Kapitel 20 der kostenlose Geschichte “Im Herbstwald”

Oh je! Hans und Grete hatten vor lauter Arbeit nicht bemerkt, dass das junge Reh weggelaufen war. Ob es sich wohl im Wald zurecht fand? Lesen Sie heute das nächste Kapitel der kostenlose Geschichte “Im Herbstwald”.

Randy ist weg!

Alle waren beschäftigt und wuselten im Garten herum, der wie ein einziges Tohuwabohu aussah. Das junge Reh wusste nicht wohin. Im Haus sollte es nicht bleiben, seine Hütte war kaputt, im Garten wurde gesägt und gehämmert und keiner hatte Zeit für das Kitz. Kurzum, die Gartenpforte stand offen und das Reh sprang in den Wald hinein.
Hier war es noch nie gewesen. Hohe Bäume säumten seinen Weg, doch auch hier lagen abgebrochene Äste und Zweige im Weg. Randy musste sogar über abgeknickte und entwurzelte Bäume steigen oder einen Bogen um sie machen. So beängstigend laut der Sturm geheult und die Bäume gerauscht und geächzt hatten, so war es jetzt mucksmäuschenstill im Wald. Ab und zu zwitscherte ein Vogel oder ein Ast knackte, ansonsten waren alle Geräusche gebannt. Auch war es dunkel im Wald. Die Nadelbäume standen stolz im grünen Kleid. Die Laubbäume hatten während des Sturmes viele Blätter verloren und das restliche Laub färbte sich bunt.
Das junge Reh kannte keine Gefahr. Es war beschützt bei Hans und Grete im Garten aufgewachsen. Natürlich war es von seiner Art her scheu, aber vor allen Dingen war es jung und neugierig.

Es beobachtete die Igelfamilie, die ihren Winterschlafplatz unter der Buche neu einrichten musste, nachdem der Sturm den gemütlichen und warmen Blätterhaufen einfach weggepustet hatte. Es wäre gerne mit den Eichhörnchen die Baumstämme rauf und runter gerannt und von Ast zu Ast geflogen. Wie konnte man nur so rasend schnell gegen die Rinde eines Baumes klopfen, wie der Specht es tat? Ein graues und ein braunes Mäuschen hatten die Backen voller Bucheckern „Wrrr smmln frr dn Wnntrr.“ Sammeln für den Winter? Das junge Reh schüttelte mit dem Kopf. Konnte der Winter nicht selbst für sich sammeln? Es wusste natürlich nicht, dass der Winter eine harte, kalte und unerbittliche Jahreszeit war. Vieles hätte es von seiner Rehmutter lernen können, aber auch die hätte Randy den Winter nicht erklären können.

Randy traf die Bache, die mit ihren Jungen auch auf Futtersuche durch den Wald lief. „Was machst du junges Ding denn so allein hier im Wald? Pass nur auf! Hier lauern überall Gefahren! Such deine Rehfamilie. Die ist meistens auf der Lichtung.“ Hier gab es auch Rehe? Meine Familie? Das freute und erstaunte Randy zugleich. Die würde er gerne kennenlernen! Das Reh tapste also weiter durch den Wald, knabberte ab und zu an Kräutern und Pflänzchen und kam so langsam zur Lichtung. Hier stand das Gras hoch und rundherum waren Sträucher und Gehölz. Ob hier seine Rehfamilie war? Da, war da nicht ein Stück Fell zu sehen, das sich am Rande der Lichtung bewegte? War das auch ein Reh?

 
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Diese Herbstwaldgeschichten sind bisher erschienen:

1. Kapitel: Herbstanfang
2. Kapitel: Die Mäuschen
3. Kapitel: Der Waldkauz ruft
4. Kapitel: Auf zur Kirmes
5. Kapitel: Ein Huhn hat Heimweh
6. Kapitel: Die Buche
7. Kapitel: Malen und suhlen
8. Kapitel: Winterfest
9. Kapitel: Bello ist verletzt
10.Kapitel: Bello beim Tierarzt
11.Kapitel: Der Wächter des Waldes
12.Kapitel: Erntedankfest
13.Kapitel: Grete sammelt Pilze
14.Kapitel: Zwei Fallensteller zeigen Reue
15.Kapitel: Herbststurm
16.Kapitel: Fuchs und Hase
17.Kapitel: Nach dem Sturm
18.Kapitel: Der Wolf
19.Kapitel: Aufräumarbeiten

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Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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