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Wahrnehmungsgeschichten für die Seniorenarbeit. Ein biografieorientiertes Erlebnis für alle Sinne

Achten Sie einmal darauf, was in Ihrer Umgebung gerade passiert… Was sehen Sie? Was fühlen Sie? Wie duftet es? Was hören Sie? Welchen Geschmack hatten Sie zuletzt im Mund?
Auch wenn wir viele viele Sinneseindrücke im Alltag nur am Rande oder ganz unbewusst wahrnehmen, sind sie doch sehr wichtige Reize und Einflüsse, die uns helfen, uns zu orientieren, uns zu erinnern und einen großen Anteil daran haben, ob wir uns wohl oder unwohl fühlen.
Meist nehmen wir die Bedeutung unserer Wahrnehmung erst dann richtig wahr, wenn wir auf irgendeine Weise mit Einschränkungen zu kämpfen haben. Ein gutes Beispiel ist hier eine Erkältung – wie unwohl fühlt man sich (neben den sonstigen Erkältungssymptomen) wenn man nicht mehr richtig schmecken und/oder riechen kann? Oder wie unsicher werden wir, wenn es dämmert oder ganz dunkel ist? Haben Sie schon einmal versucht, die Knöpfe Ihrer Jacke mit Handschuhen zu öffnen oder zu schließen?
Menschen im höheren Alter haben oft mit Sinneseinschränkungen zu leben, was zu einer deutlichen Verschlechterung ihrer Lebensqualität führt. Arbeiten wir in Wahrnehmungsübungen mit bestimmten, zielgerichteten Reizen, so können wir den Fokus auf die Restfunktionen der Rezeptoren lenken und die Betroffenen deren Antwort bewusst spüren lassen. Und noch etwas wird bei dieser Art Übungen gefördert – unsere Erinnerungen.
Denken Sie einmal an den Duft von Plätzchen in der Adventszeit. Oder den Duft einer bestimmten Seife, einer Creme oder einem Sonntagsbraten. An eine weiche Decke über den Schultern oder frisch gewaschene Bettwäsche. Die Geräusche in einem Strandbad. Ein altes Telefon mit Schnur… So könnten wir stundenlang weitermachen. Alle diese Dinge verbinden wir mit Erinnerungen – an Personen, Gefühle, Räume, etc..
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten auf, mit denen Sie Senioren und Menschen mit Demenz helfen können, ihre Sinne bewusster wahrzunehmen und ganz bestimmte Eindrücke mit Erinnerungen zu verknüpfen und wieder ins Bewusstsein zu rufen. Einen Überblick über Übungen, die Sie wunderbar in den Alltag integrieren können finden Sie in unserem Beitrag 66 Achtsamkeitsübungen für Senioren.
Ideen für das wahrnehmungsorientierte Gedächtnistraining finden Sie unter dem Link 10 Übungen zu dem Trainingsziel Wahrnehmung für das Gedächtnistraining mit Senioren.
Wie eben schon erwähnt, spielt die Erinnerung in unserem Sinneserleben eine wichtige Rolle. Wahrnehmungsbezogene Aktivierungen haben also auch immer etwas mit unserer erlebten und gelebten Biografie zu tun. Mit Hilfe einer kurzen Geschichte und einem Gegenstand, einem Material, einem Duft, oder einem Geschmack lassen sich viele dieser Erinnerungen wieder neu beleben. Ideen hierfür haben wir in unseren Impulsgestützte Kurzaktivierungen für Senioren gesammelt und zusammengestellt.

Wahrnehmungsgeschichten für Senioren und Menschen mit Demenz

Wahrnehmungsgeschichten drehen sich nicht nur um bestimmte Erinnerungen oder Sinneseindrücke, sie beschreiben diese zusätzlich in ihren unterschiedlichen Qualitäten und Wirkungen. Dabei gibt es zum einen die Möglichkeit, den Senioren die Gegenstände, Lebensmittel, Materialien etc. in die Hand zu geben und sie die verschiedenen Sinneseindrücke während des Vorlesens in Ruhe spüren zu lassen. Zum anderen kann man die Senioren aktiv in die Wahrnehmungsgeschichten mit einbeziehen. Am besten geht das zum Beispiel in unseren Klanggeschichten, in denen die Teilnehmenden die in den Geschichten vorkommenden Geräusche auf die dort beschriebene Art und Weise nachahmen sollen. Das belebt nicht nur das Klangerlebnis sondern fördert zusätzlich die Beweglichkeit, die Konzentration und das Bewusstwerden der verschiedenen Klangqualitäten.
In der folgenden Übersicht haben wir Ihnen die schönsten Wahrnehmungsgeschichten zum Hören, Riechen, Sehen, Schmecken und Fühlen von Mal-alt-werden.de zusammengestellt. In den Beiträgen zu jeder der Geschichten finden Sie ausführliche Anregungen für die Gestaltung der Aktivierungseinheiten und Tipps für die Durchführung, sowie Materialvorschläge.

Hören

Was raschelt denn da? Der Nikolaus? Eine Klanggeschichte

Es knistert und knallt das Feuerwerk. Eine Klanggeschichte zu Silvester

Die raschelnde Kleiderkiste: Eine Klanggeschichte

Schneeflöckchen oder Klingglöckchen? Eine Klanggeschichte für den Winter

Hans am Herd – Eine Klanggeschichte zum Thema Berufe

Eine Klanggeschichte zum Thema Karneval

Eine Klanggeschichte zum Thema Frühling

Eine Klanggeschichte zum Thema Kochen

Was raschelt denn da? Eine Klanggeschichte zum Thema Ostern

Hupende Autos – Eine Klanggeschichte zu dem Thema Urlaub

Das Rauschen des Meeres. Eine Klanggeschichte

Kling Glöckchen? Eine Klanggeschichte zu Weihnachten

Das raschelnde Geschenkpapier. Eine Klanggeschichte zu Weihnachten

 

Sehen

Schwarz wie die Nacht. Eine Wahrnehmungsgeschichte für die Augen

Trari Trara, die Post ist da… Eine Wahrnehmungsgeschichte für die Augen zu der Farbe Gelb

Ein Kleid in weiß. Eine Wahrnehmungsgeschichte für die Augen

Grüner Frosch. Eine Wahrnehmungsgeschichte für die Augen

Himmelblau und Enzian. Eine Wahrnehmungsgeschichte für die Augen

 

Riechen

Kaffeeduft liegt in der Luft. Eine Duftgeschichte für die Seniorenarbeit

Oma Hedis Tulpen – Eine Duftgeschichte zum Thema Frühling

Einfach ein Genuss! Eine Duftgeschichte rund um frische Erdbeeren

Tante Marthas Blumenladen – Eine Duftgeschichte zum Thema Rosen

 

Schmecken

Apfelsaft. Eine Schmeck-Geschichte für Senioren

Schokoladentraum: Eine Schmeck-Geschichte für Senioren

Weihnachtsplätzchen backen. Eine Schmeck-Geschichte für Senioren in der Weihnachtszeit

 

Tasten

Ein Korb voll Wolle: Eine Tastgeschichte

Auf der grünen Wiese – Eine Tastgeschichte für den Frühling

Endlich wieder im Garten… Eine Tastgeschichte für Senioren mit Erde

Kleidersammlung: Eine Tastgeschichte mit Stoffen

 

Verschiedenes

Ein Tag für die Seeräuber. Eine Wahrnehmungsgeschichte für den Sommer

Was hat mir der Nikolaus gebracht? Eine Wahrnehmungsgeschichte zum Vorlesen in der Adventszeit

Alles, was das Herz begehrt. Eine Sinnesgeschichte für Senioren rund um den Wochenmarkt

Erdbeeren mit Schlagsahne. Eine Sinnesgeschichte für den Sommer

Wahrnehmungsspiele – Sehen. Hören. Riechen. Schmecken. Fühlen.

Sind Wahrnehmungsgeschichten eventuell zu lang für Ihre Senioren oder Seniorengruppen, können Sie Ihre Sinnesaktivierung auch mit verschiedenen Wahrnehmungsspielen gestalten. Eventuell eignen sich diese Spiele auch zur Einführung in wahrnehmungsbezogene Gruppenstunden, der Sie im Anschluss noch eine Wahrnehmungsgeschichte anschließen können.
In der folgenden Liste haben wir Ihnen zahlreiche Spiele mit dem Schwerpunkt Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Fühlen zusammengestellt. Die Wahrnehmungsspiele lassen sich gut vorbereiten und decken viele biografiebezogene Themen der heute lebenden Senioren ab. Diese Übungen eignen sich zudem sehr gut für die Aktivierung von Menschen mit Demenz.

  1. Sinnesspiele für Senioren: Plätzchen ausstechen
  2. Sinnesspiele für Senioren. Riech-Kim mit echten Lebensmitteln
  3. Sinnesspiele für Senioren – Hören. Wer kennt das Lied?
  4. Sinnesspiele für Senioren. Riech-Kim mit flüssigen Stoffen und ätherischen Ölen
  5. Sinnesspiele für Senioren – Tasten. Welcher Knopf passt?
  6. Sinnesspiele für Senioren – Hören. Was raschelt denn da?
  7. Sinnesspiele für Senioren – Riechen. Es gibt Nachtisch!
  8. Sinnesspiele für Senioren – Tasten. Warm oder Kalt?
  9. Sinnesspiele für Senioren. Blumenduft liegt in der Luft
  10. Sinnesspiele für Senioren – Hören. Wer gibt den Takt an?
  11. Sinnesspiele für Senioren. Orangen und Zitronen
  12. Sinnesspiele für Senioren – Hören. Ein Hör-Memospiel
  13. Sinnesspiele für Senioren. Düfte schreiben Geschichte
  14. Sinnesspiele für Senioren – Hören. Wo sind die Linsen?
  15. Sinnesspiele für Senioren. Ein Riech-Memospiel
  16. Sinnesspiele für Senioren – Hören. Wo spielt die Musik?
  17. Die Farbe zählt. Ein Sinnesspiel für Senioren
  18. Sinnesspiele für Senioren – Tellerstapel. Ein Spiel für den Gehörsinn
  19. Was ist anders? Ein Sinnesspiel für die Arbeit mit Senioren
  20. Zeig dich! Ein Sinnesspiel für die visuelle Wahrnehmung
  21. Puzzeln mit Senioren: Sinnesspiele für die Wahrnehmung
  22. Was hab ich jetzt an? Ein Sinnesspiel für Senioren
  23. Markoaufnahmen: Ein Sinnesspiel für Senioren
  24. Geschmackskim. Ein Wahrnehmungsspiel für die Seniorenarbeit
  25. Abwarten und Tee trinken. Ein Wahrnehmungsspiel für den Geschmackssinn
  26. Zeig dich! Ein Sinnesspiel für die visuelle Wahrnehmung
  27. Puzzeln mit Senioren: Sinnesspiele für die Wahrnehmung
  28. Tastkisten. Als Seniorenspiel für die Wahrnehmung
  29. Biersorten. Ein Wahrnehmungsspiel für Senioren
  30. Eis-Schlemmerei. Ein Wahrnehmungsspiel für den Sommer
  31. Sand unter den Füßen. Eine Wahrnehmungsgeschichte für Senioren
  32. Säfte erschmecken – Ein Wahrnehmungsspiel
  33. Instrumente erkennen – Ein Wahrnehmungsspiel für Senioren
  34. Kinderlieder erkennen – Ein Wahrnehmungsspiel für Senioren
  35. Watte pusten als Wahrnehmungsspiel
  36. Tastsäckchen zum Thema Erntedank – Ein Wahrnehmungsspiel
  37. So schmeckt Europa: Ein Wahrnehmungsspiel
  38. Was schlecken wir heute? Ein eisgekühltes Wahrnehmungsspiel für den Sommer
  39. Muscheln suchen – Eine Wahrnehmungsübung
  40. Wahrnehmungsübungen zu dem Thema Süßigkeiten. Sehen, Schmecken, Tasten
  41. Das Bonbon im Sandhaufen finden…. Ein Wahrnehmungsspiel für Senioren
  42. 3 Wahrnehmungsübungen für den Frühling
  43. Wie viele Nüsse? Ein Wahrnehmungs- und Konzentrationsspiel in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen…
  44. Wahrnehmungsanregung bei Demenz. 3 Sinnesübungen mit Erdbeeren für die Seniorenarbeit
  45. Was raschelt denn da? Ein Wahrnehmungsspiel
  46. Den Alltag erriechen – Ein Wahrnehmungsspiel
  47. Riechmemory – Ein Wahrnehmungsspiel
  48. Barfuß gehen – Ein Wahrnehmungsspiel
  49. Ball weitergeben – Ein Wahrnehmungsspiel
  50. Tastsäckchen – Ein Wahrnehmungsspiel
  51. Schmeckspiel – Ein Wahrnehmungsspiel
  52. Geschmack: Brotsorten – Ein Wahrnehmungsspiel
  53. Tasten: Körner – Ein Wahrnehmungsspiel
  54. Ein Eimer mit Schnee – Ein Wahrnehmungsspiel für Demenzkranke
  55. Tellerstapel – Ein Wahrnehmungsspiel
  56. Gewürze erschnuppern – Ein Wahrnehmungsspiel
  57. Putzmittel erraten – Ein Wahrnehmungsspiel
  58. Herbstfrüchte tasten – Ein Wahrnehmungsspiel
  59. Welches Auto ist das? – Ein Wahrnehmungsspiel
  60. Tastsäckchen mit „Babyutensilien“- Ein Wahrnehmungsspiel
  61. Der versalzene Kuchen… Ein Wahrnehmungsspiel
  62. Produkte vom Bauernhof – Ein Wahrnehmungsspiel für Senioren
  63. Tastsäckchen zum Thema Berufe – Ein Wahrnehmungsspiel
  64. Ich sehe was, was du nicht siehst – Ein bekanntes Wahrnehmungsspiel

 

Makrobilder

Besondere und teilweise spannende Aktivierungen können Sie außerdem mit Makrobildern gestalten. Rätseln Ihre Senioren gerne? Dann sind diese Übungen genau das Richtige.
Der Vorteil dieser Aktivierungen ist auch, dass Sie sie enmal vorbereiten müssen und dann immer und immer wieder verwenden können. Ein paar Ideen und Kopiervorlagen finden Sie in unseren Beitägen Makrobilder von Lebensmitteln, Makroaufnahmen zur Schulung der Wahrnehmung und Makrobilder zur Wahrnehmungsschulung rund um das Thema Kaffee. Diese Vorlagen müssen Sie nur noch ausdrucken und – wichtig – laminieren.
Sind Sie an weiteren Themengebieten interessiert, können Sie die Makrobilder auch ganz einfach selbst machen. In unseren Aktivierungskisten sind schon zahlreiche Bildammlungen mit Nahaufnahmen von Gegenständen, Materialien und Lebensmitteln entstanden, die vielen Senioren eine Menge Freude machen. Planen Sie bei diesen Übungen unbedingt Zeit zum Erzählen ein. Wir durften schon an einigen Lebensgeschichten teilhaben…

Bücher

Zu guter Letzt noch ein paar Buchtipps mit Wahrnehmungsübungen, Sinnesspielen und Wahrnehmungsgeschichten. Im SingLiesel-Verlag sind im Rahmen der Mal-alt-werden.de-Edition die Bücher
Wahrnehmungsgeschichten. Unsere schönsten in der SingLiesel Mal-alt-werden.de – Edition
Wahrnehmungsspiele für alle Sinne. Aus der SingLiesel Mal-alt-werden-Edition
und
Alltagsgeschichten für alle Sinne. Impulsgestützte Kurzaktivierungen aus der SingLiesel „Mal-alt-werden-Edition“
erschienen. Die jeweilige Buchvorstellung dazu können Sie sich unter dem entsprechenden Link noch einmal anschauen.
Desweiteren ist im Buchhandel der Titel Sinneswahrnehmung – 52 Ideen erhältlich. Eine Übersicht über die Aktivierungs- und Wahrnehmungsmaterialien vom Verlag an der Ruhr haben wir auch für Sie zusammengestellt.

Neuigkeiten auf Mal-alt-werden.de

Unsere neuesten Aktivierungsideen, Buchtipps und Fachbeiträge finden Sie jeden Tag auf unserer Startseite. Möchten Sie regelmäßig und zeitnah über unsere aktuellen Beiträge informiert werden, dann melden Sie sich gerne für unseren kostenlosen Newsletter an oder folgen Sie uns auf Facebook .
Wir würden uns freuen, Sie bald wieder auf Mal-alt-werden.de begrüßen zu dürfen!



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Wahrnehmungsspiele für alle Sinne. Aus der SingLiesel Mal-alt-werden-Edition

Wir nehmen jeden Tag so viel über unsere Sinne wahr, dass wir die ganzen Sinneseindrücke, die uns über die Zeit begegnen, bei bestem Willen überhaupt gar nicht zählen könnten… Wir riechen, schmecken, hören, sehen und fühlen. Was unsere Rezeptoren, Nervenbahnen und unser Gehirn bei einem einzigen auslösenden Reiz und innerhalb kürzester Zeit leisten, ist sehr beeindruckend und nur schwer vorzustellen.
Unsere Sinne helfen uns aber nicht nur bei der Reizverarbeitung und -weiterleitung, sie unterstützen sich auch gegenseitig, zum Beispiel wenn einer unserer Sinne die Informationen nicht mehr uneingeschränkt aufnehmen kann. Bei jemandem, der nicht mehr gut sehen kann, sind der Geruchs- und Gehörsinn meist besser ausgebildet. Und alle Informationen und die damit verbundenen Erinnerungen werden zeitlebens verglichen und immer wieder neu abgerufen. An was denken Sie zum Beispiel, bei dem Duft von Sommerregen, von Tannengrün oder heißer Schokolade?

Die Spiele

Mit dem Alter nehmen die Fähigkeiten unserer Sinne leider stetig ab – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Auch durch Erkrankungen können Einschränkungen bei der Reizaufnahme, -weiterleitung und bei der Reizverarbeitung entstehen.
Wir möchten die Menschen, die unter Sinneseinschränkungen leiden, oder sich auch einfach wieder der Fähigkeiten ihrer Sinne bewusst werden wollen, dabei unterstützen, die vorhandenen Fähigkeiten zu stärken und vielleicht sogar neue zu entdecken. In unserem neuen Band Wahrnehmungsspiele für alle Sinne* aus der „SingLiesel Mal-alt-werden-Edition“ finden Sie eine Vielzahl an Ideen, Tipps und Anleitungen für Sinnesspiele, die Sie alle gut im Alltag umsetzen können.

Wir haben dabei jedem unserer fünf Sinne ein Kapitel gewidmet:

– Dem Geruchssinn (Nase)
– Dem Hörsinn (Ohren)
– Dem Tastsinn (Haut)
– Dem Geschmackssinn (Zunge)
– Und dem Sehsinn (Augen)

Zu allen Sinnesspielen finden Sie Materialvorschläge, Tipps für die Vorbereitung der Spiele, Spielanleitungen, Ideen für die Umsetzung, sowie Vorschläge für Variationen. Denn auch diese Spiele sollten gut an die Fähigkeiten der Senioren bzw. der jeweiligen Zielgruppe angepasst sein, damit alle Mitspielenden viel Freude daran haben.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Umsetzung und schöne Spiele-Augenblicke!

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Beschäftigungsmaterialien selber machen. Ein Bohnensäckchen nähen

Kleine, mit getrockneten Hülsenfrüchten, Dinkel oder Kirschkernen gefüllte Säckchen, sind sowohl für Wahrnehmungsübungen als auch für die Sitzgymnastik mit Senioren und Menschen mit Demenz wirklich hilfreiche Materialien, die wir uns aus unseren Materialschränken nicht mehr hinausdenken möchten.
Mit den kleinen Säckchen lassen sich ganz leicht individuelle Aktivierungseiheiten gestalten, die von den Senioren gerne angenommen werden und oftmals für eindrucksvolle Momente sorgen.
Wir haben Ihnen hier eine Anleitung zusammengestellt, mit der Sie diese Bohnensäckchen ganz leicht selber nähen können. Die Größe der Säckchen können Sie ganz individuell bestimmen, vergrößern oder verkleinern Sie einfach die Menge des Stoffs. Auch das Füllmaterial kann leicht variiert werden – mehr Füllung sorgt dafür, dass die Säckchen praller und fester werden. Mit weniger Füllung lassen sich die Bohnensäckchen gut bewegen, zusammendrücken oder formen.

Beschäftigungsmaterialien selber machen. Ein Bohnensäckchen nähen

Material

Stoff: entweder 2 Stücke à 20 cm x 30 cm oder ein Stück à 40 cm x 30 cm

eine Schere

Nähgarn und Nadel

falls vorhanden eine Nähmaschine

einen Trichter

getrocknete Hülsenfrüchte (Bohnen, Reis, kleine Nudeln, Erbsen, Linsen oder, oder, oder…)

Herstellung

Man legt entweder die beiden Stücke Stoff mit der Seite, die später die Außenseite des Säckchens wird, nach innen aufeinander oder man klappt das größere Stück Stoff so zusammen, dass die spätere Außenseite innen liegt. Dann näht man den Stoff an drei (bzw. bei dem großen Stück Stoff an zwei Seiten) mit der Hand oder der Nähmaschine zusammen.
Die noch verbleibende offene Seite näht man bis auf eine Wendeöffnung (die letzten ca. 5 cm) zusammen. Durch diese verbliebene Öffnung dreht man das Säcken um, sodass die Nähte nun auf der Innenseite liegen. Jetzt kann man mit Hilfe des Trichters die gewünschten Hülsenfrüchte einfüllen und im Anschluss die verbliebene Öffnung zunähen (am besten mit einer verdeckten Naht, zum Beispiel einem Matratzenstich).

Passende Ideen für Wahrnehmungsspiele und viele Ideen für die Stuhlgymnastik finden Sie in der entsprechenden Übersicht.



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Beschäftigungsmaterialien selber machen. Ein Tastsäckchen nähen

Material

ein ca. 24 cm breites und 50 cm langes Stück Stoff

einen Rest Wolle

eine Schere

eine Sicherheitsnadel

Nähgarn und Nadel

oder falls vorhanden eine Nähmaschine

Herstellung (1. Möglichkeit)

Zuerst, falls erforderlich, die Schnittkanten einfassen. Dann legt man den Stoff mit der Seite, die später das Innere des Säckchens wird, nach außen, so zusammen, dass der Stoff jetzt doppelt liegt und eine Größe von 20 x 25 cm hat. Im Anschluss daran werden die aufeinanderliegenden Teile von der Knickstelle zur späteren Öffnung des Säckchens bis ca.5 cm vor dem Ende des Stoffes (Wir brauchen noch einen Tunnel für die Kordel) zusammengenäht. Jetzt sollte der Stoff die Form eines großen Waschhandschuhs haben. Nun wird jede Seite getrennt bearbeitet. Zuerst wird der Stoff an der Öffnung so nach außen umgeschlagen, dass man einen Tunnel von ca. 2 cm erhält. Dann näht man den Umschlag genauso fest. Das gleiche macht man mit der anderen Seite. Jetzt kann man das Säckchen umdrehen, sodass die Nähte alle nach Innen verschwinden. Danach muss man nur noch 2 dünne Kordeln drehen und sie mit Hilfe der Sicherheitsnadel durch die Tunnel ziehen.

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Herstellung (2. Möglichkeit)

Zuerst falls erforderlich die Schnittkanten einfassen. Dann legt man den Stoff mit der linken Seite (der späteren Innenseite des Säckchens) nach oben und legt den Stoff an der längeren Seite ca. 2,5 cm um und näht an der unteren Kante den Umschlag fest, sodass man einen ca. 2cm breiten Tunnel erhält. Danach legt man den Stoff so aufeinander, dass die Nähte außen sind. Jetzt werden die beiden Seiten an denen sich kein Tunnel befindet zusammengenäht, wobei natürlich die Tunneleingänge freibleiben müssen. Jetzt dreht man das Säckchen um, damit alle Nähte nach innen verschwinden. Nun muß nur noch eine Kordel gedreht werden, die dann mit Hilfe der Sicherheitsnadel durch den Tunnel gezogen wird.

Ideen und Anleitungen für Übungen und Spiele mit den Tastsäckchen finden Sie in unserer Rubrik Wahrnehmungsspiele. Dort haben wir auch Wahrnehmungsübungen für die Bereiche Sehen, Hören und Schmecke



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Sehen. Hören. Riechen. Schmecken. Fühlen. 66 Achtsamkeitsübungen für Senioren

Innehalten. Sich seiner Gefühle, seines Körpers und seiner Sinne bewusst werden. Für solche Momente fehlt im Alltag oft die Zeit. Auch im Betreuungsalltag. Obwohl gerade solche Augenblicke für Menschen, die alt sind, die krank sind, so wichtig sind.
Besonders Menschen, deren Fähigkeiten, ihre Umwelt durch die Sinne wahrzunehmen, langsam schwinden, und Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, profitieren von Augenblicken und Möglichkeiten, die kleinen Dinge wahrzunehmen. Etwas Bestimmtes zu riechen, zu schmecken, zu sehen, zu spüren, zu hören oder zu fühlen.

Wir haben Ihnen für solche Achtsamkeitsmomente Übungen zusammengestellt, die eben das möglich machen:
– Achtsam sein und sich auf eine Sache konzentrieren
– Sich seiner Sinne bewusst zu werden
– Ruhe zu erfahren
– den eigenen Körper zu spüren

Stellen Sie sich für diese Achtsamkeitsübungen kleine Gruppen zusammen oder nutzen Sie die Übungen für Einzelbegleitungen. Wenn es möglich ist, gehen Sie in einen Raum, in dem Sie nicht gestört werden. Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre.
Schauen Sie genau hin, wie es den Senioren geht. Wenn möglich, gestalten Sie im Anschluss an die Achtsamkeitsübung eine Abschlussrunde, in der Sie noch einmal über die Übungen sprechen. Eventuell können Sie auch ein passendes Thema aufgreifen und ein biografiebezogenes Gespräch anbieten, in dem die Senioren von Erinnerungen aus ihrem Leben erzählen können.

Sehen. Hören. Riechen. Schmecken. Fühlen. 66 Achtsamkeitsübungen für Senioren

  1. Zitrone oder Orange?
    Stücke von Zitronen und Orangen werden mit geschlossenen Augen nacheinander gekostet. Welches der beiden Stücke ist die Zitrone?
  2. Lieblingseis
    Bereiten Sie Schälchen mit drei verschiedenen Eissorten vor, die aber ähnlich aussehen (z.B. Erdbeere, Himbeere und Kirsche oder Vanille, Pfirsich und Mango). Die Senioren probieren das Eis und versuchen zu erschmecken, bei welcher Kugel es sich um welche Sorte handelt.
  3. Sand-Malerei
    Ein Tablett wird mit Sand befüllt. Und zwar so, dass der Boden eben bedeckt ist. Die Senioren dürfen nun mit den Fingern Figuren und Formen in den Sand malen.
  4. Gegenstände erfühlen
    Für diese Übung legen Sie kleine Gegenstände in blickdichte Säckchen oder Söckchen und verschließen die Öffnung mit einem klassischen Gummi oder einem Haargummi. Die Senioren bekommen jeweils ein Säckchen/Söckchen in die Hand und dürfen in aller Ruhe erfühlen, um welchen Gegenstand es sich in ihrer Hand handelt.
  5. Obst erschmecken
    Verschiedene Sorten Obst werden in kleine, mundgerechte Stücke geschnitten. In der Achtsamkeitsübung werden die einzelnen Obststücke mit geschlossenen Augen probiert. Wer erkennt die Obstsorten alleine an ihrem Geschmack?
  6. Lieblingsschokolade
    Eine tolle und genussvolle Übung für alle Schokoladenliebhaber. Bereiten Sie für diese Übung einen Teller mit verschiedenen Sorten, in Stücke gebrochene Schokolade vor. Nun darf in aller Ruhe probiert werden. Schmecken die Senioren, welche Schokoladen-Sorte sie gerade im Mund haben?
  7. Kölsch oder Alt?
    Bieten Sie diese Achtsamkeitsübung bitte unbedingt nur an, wenn keine gesundheitlichen Aspekte dagegen sprechen, keine Suchterkrankung (vorangegangen oder aktuell) vorliegt oder die Senioren aufgrund ihrer Medikamenteneinnahme keinen Alkohol zu sich nehmen dürfen.
    Die Übung könnte besonders bei Männern großen Anklang finden ;-). Befüllen Sie kleine Pinnchen mit je einem Schluck Bier. Können die Senioren erkennen, um welche Biersorten es sich handelt?
  8. Vogelstimmen
    Spielen Sie den Teilnehmenden nacheinander Vogelstimmen vor. Wer erkennt die Vögel anhand ihrer Stimmen?
  9. Melodien der Kindheit
    In dieser Achtsamkeitsübung geht es auch um das Erkennen – das Erkennen vertrauter Töne. Spielen Sie kurze Passagen bekannter Kinderlieder vor und bitten Sie die Senioren, sich die Töne genau anzuhören. Welches Kinderlied wurde gerade gespielt?
  10. Volkslieder erkennen
    Spielen Sie jeweils den Anfang zweier bekannter Volkslieder (etwa die ersten drei Sekunden) ab. Dann fragen Sie die Zuhörenden, welches Lied das bekannte Volkslied „XYZ“ war, das Erste oder das Zweite?
  11. Schlager gesucht!
    In dieser Übung muss man ebenfalls genau hinhören. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal bekannte Schlager. Spielen Sie auch hier wieder zwei bis drei Sekunden des Liedes ab. Wenn Sie den Refrain anspielen, wird das Erkennen des Titels leichter. Hören die Senioren die ersten drei Sekunden des Anfangs ist es erfahrungsgemäß etwas schwieriger, den Schlager anhand der Töne zu erkennen.
  12. Warm oder kalt?
    Befüllen Sie Schüsseln mit Wasser. Die Schüsseln sollten etwa so groß sein, dass man bequem beide Hände dort hineinlegen kann. Die Temperatur des Wassers soll unterschiedlich sein. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist!
    Die Senioren dürfen in aller Ruhe fühlen, wie sich das Wasser anfühlt. Wo ist das Wasser besonders warm? In welcher Schüssel ist das kälteste Wasser?
  13. Pudding erschmecken
    Verschiedene Sorten Pudding werden zubereitet. Die Senioren kosten mit verbundenen Augen (evtl. reichen Sie ihnen den Puddinglöffel), um welche Sorte es sich handelt. Werden alle Sorten, ohne dass man die Farbe des Puddings sieht, richtig erkannt?
  14. Gegenstände im Sand ertasten
    In einer Wanne oder großen Schale mit Sand werden kleine Gegenstände versteckt. Die Senioren sollen versuchen, alleine durch fühlen zu erkennen, um welchen Gegenstand es sich jeweils handelt. Dafür können sie sich einen beliebigen aussuchen.
    Geeignete Gegenstände für diese Aufmerksamkeitsübung sind zum Beispiel: Knopf, Kronkorken, Radiergummi, Münze, Bleistift, Büroklammer, Ring, Holzdübel, Wäscheklammer, kleiner Löffel, Kastanie, Nuss, usw. …
  15. Rapsbad
    Bieten Sie den Senioren eine kleine Entspannungsübung in einem warmen oder kalten Rapsbad an. Dafür befüllen Sie kleine Wanne oder eine Schüssel mit Rapssamen. Für die warme Variante erwärmen Sie die Samen im Backofen oder in der Mikrowelle. Achten Sie aber bitte darauf, dass der Raps nicht zu heiß wird!
    Probieren Sie aus, welche Temperatur für die Senioren am angenehmesten ist (warm oder kalt). Vielleicht wünschen sich die Betroffenen auch im Vorfeld ein warmes oder kaltes Rapsbad. Besprechen Sie mit Rheuma-, Arthrits- und Arthrosepatienten unbedingt vorher, ob ihnen zu dem bestimmten Zeitpunkt Wärme oder Kälte gut tut.
    Lassen Sie die Senioren ihre Finger bzw. Hände in das Rapsbad tauchen und darin bewegen. Was spüren sie? Wie fühlen sich die Bewegungen an? Wie fühlen sich die Hände nach der Übung an?
    Nehmen Sie sich für das Rapsbad gerne Zeit!
  16. Fußbad
    Bereiten Sie ein warmes oder kaltes Fußbad vor und bieten Sie den Senioren an, ihre Füße ins Wasser zu stellen (sitzend; jeder Teilnehmer bekommt sein eigenes Fußbad). Sprechen Sie im Vorfeld mit dem Arzt und/oder dem Pflegepersonal, ob es medizinische Gründe gibt, die dagegen sprechen. Geben Sie den Senioren ausreichend Zeit für diese Achtsamkeitsübung. Wie fühlt sich das Wasser an? Wie geht es den Teilnehmenden bei der Übung bzw. nach der Übung?
  17. Fußparcours
    Für diesen Parcours benötigen Sie Untergründe mit unterschiedlichen Oberflächen. Die Senioren sitzen bei der Übung. Mindestens die Schuhe werden dabei ausgezogen. Wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, dürfen diejenigen, die möchten, auch die Strümpfe ausziehen (denken Sie an die Desinfektion der Materialien nach der Übung).
    Es gibt im Handel vorgefertigte Tastbretter für derartige Übungen. Sollten Sie diese nicht in Ihrem Repertoire haben, können Sie die Übung mit diesen Materialien anbieten: nutzen Sie zum Beispiel Fußmatten (weich und kratzig), Styroporplatten, Schaumstoffmatten, Tabletts oder große Schuhkartons mit kleinen Kieselsteinen, Sand, frischer Erde, Heu, Stroh, evtl. Eiswürfeln, etc.
    Die Senioren erkunden die verschiedenen Untergründe mit ihren Fußsohlen. Sprechen Sie im Anschluss darüber, welche Oberfläche als angenehm empfunden wurde, welche war gewöhnungsbedürftig, was war unangenehm?
  18. Geräusche erkennen (Alltag)
    Hinter einer Stellwand, in einer Kiste oder in einem Stoffbeutel werden Geräusche mit Alltagsmaterialien gemacht. Die Senioren hören genau hin. Welche Geräusche können sie erkennen?
    Geräusche die Sie in dieser Achtsamkeitsübung machen können, sind zum Beispiel:
    – Papier knittern
    – einen Locher betätigen
    – mit einem Schlüsselbund rasseln
    – mit einer Schere schneiden
    – Kronkorken bewegen
    – mit Besteck klimpern
    – Münzen in enem Portemonnaie bewegen
    – …
  19. Ich rieche…
    Gläser, Butterbrottüten oder kleine Dosen werden mit Dingen befüllt, die einen ganz typischen Eigengeruch haben und gut zu erkennen sind. Geben Sie den Senioren die Gläser o.Ä. in die Hand und laden Sie sie dazu ein, daran zu riechen. Erkennen die Teilnehmenden den Duft? Tipp: Bekleben Sie die Gläser mit Papier oder Alufolie oder bemalen Sie sie mit Farbe – so kann man die Substanzen nicht am Aussehen erkennen.
    Lebensmittel oder andere feste Stoffe, die sich für die Achtsamkeitsübung eignen, sind zum Beispiel:
    – Kaffeepulver oder -bohnen
    – Waschpulver
    – frisches Brot
    – loser Tee
    – verschiedene Käsesorten
    – geräucherte Wurst
    – Marmeladen
    – Banane
    – geschnittene Paprika
    – Fruchtjoghurt
    – Kräuter
    – frische Hefe
    – …
  20. Was hörst du?
    Es gibt mittlerweile einige CDs im Handel, auf denen Alltagsgeräusche aufgenommen worden sind. Spielen Sie die Geräusche in der Gruppe oder auch in Einzelaktivierungen vor. Wer erkennt das Geräusch bei genauem Hinhören?
  21. Die liegende Acht
    Diese ist eine Übung für Achtsamkeit und Konzentration. Verteilen Sie je ein Blatt an jeden Teilnehmenden und legen Sie Buntstifte in die Tischmitte. Malen Sie eine große Acht auf das Blatt. Das Blatt liegt waagerecht vor den Senioren und die Acht darauf liegt auf dem „Rücken“. Nun fahren die Senioren diese Acht ohne Abzusetzen mehrere Male mit einer Farbe nach. Nach zehn bis fünfzehn Runden kann die Farbe gewechselt werden (muss aber nicht).
  22. Woher kommt?
    Für diese Achtsamkeitsübung benötigen Sie ein Instrument oder etwas, womit sie Geräusche machen können, zum Beispiel einen Kochopf und einen Holzlöffel. Die Gruppe sitzt im Kreis. Bitten Sie die Senioren, die Augen zu schließen. Sie gehen im Raum herum und machen an verschiedenen Stellen im Raum Geräusche. Nach jedem Geräusch zeigen die Senioren (immernoch mit geschlossenen Augen), woher es kam.
  23. Duft-Memo
    Befüllen Sie kleine Gläser (mit Papier oder Alufolie blickdicht machen und in den Deckel etwa fünf Löcher bohren) mit Lebensmitteln oder Stoffen, die einen gut zu erkennenden Eigenduft haben. Ein Duft soll jeweils in zwei Gläsern vorhanden sein.
    Die Döschen oder Gläser werden bunt gemischt verteilt. Nun sollen die Pärchen alleine durch riechen, wie bei der klassischen Memo-Variante, erkannt werden.
  24. Öle und Flüssigkeiten erkennen
    Hierbei werden auch wieder Gläser befüllt, am besten nehmen Sie Gläser mit einem Schraubverschluss. In dieser Übung sollen Flüssigkeiten und duftende Öle erkannt werden.
    Bereiten Sie im Vorfeld die Deckel vor – Dafür bohren Sie mit einem Handbohrer in jeden Deckel etwa fünf Löcher.
    Geben Sie ein wenig Flüssigkeit in das Glas. Bei den Ölen legen Sie einen Wattebausch oder ein Wattepad mit dazu. Darauf können Sie ca. drei Tropfen von dem Öl träufeln.
    Beispiele für geeignete Flüssigkeiten:
    – Waschmittel
    – Seife
    – Duschgel
    – Flüssigwürze
    – Säfte
    – Bittermandelöl
    – Wenn möglich auch gerne Bier, Rum oder Wein
    – Essig (Vorsicht! Nicht zu nah mit der Nase herangehen)
    – Spülmittel
    – Speiseöl
    – Duftwasser (z.B. den Duft mit der alten, vierstelligen Kölner Postleitzahl)
    – Bodenreiniger
    – …
    Beispiele für unbedenkliche, ätherische Öle:
    – Zitrone
    – Melisse
    – Pfefferminz
    – Vanille
    – Orange
    – Moschus
    – …
  25. Wer gibt den Takt an?
    Beginnen Sie mit einem beliebigen, eingängigen Takt und klopfen Sie ihn laut auf ihre Oberschenkel. Laden Sie die Senioren ein, den Takt nachzuklopfen. Sind alle eingestiegen, machen sie eine Weile weiter und anschließend eine Pause.
    Beginnen Sie einen neuen Takt. Wer von den Senioren möchte, darf selbstverständlich auch einen Takt vorgeben!
  26. Teller stapeln
    Bei dieser Achtsamkeitsübung kommt es auf besondere Vorsicht an. Es sollen Teller gestapelt werden. Und zwar so, dass die anderen Teilnehmer der Übung nichts davon hören. Sie benötigen ungefähr 20 Teller. Diese werden von einem Stapel heruntergenommen und daneben wieder aufeinandergestapelt. Die Senioren, die zuhören, schließen die Augen.
    Hört jemand beim Stapeln ein Geräusch, ist der oder die Nächste mit stapeln dran.
  27. Hör Memo
    Kleine Gegenstände werden in Filmdöschen o.Ä. gegeben. Hierfür eignen sich zum Beispiel
    – Nägel
    – Büroklammern
    – Münzen
    – Reis
    – Nudeln
    – Erbsen
    – Linsen
    – Reißzwecken
    – Perlen
    – …
    Befüllen Sie jeweils zwei Döschen mit der gleichen Menge Gegenstände und verschließen Sie sie mit dem Deckel. Nun spielen Sie ein Memo-Spiel. Die Senioren sollen die Pärchen nur anhand der Schüttelgeräusche der Döschen erkennen. Die Regeln können von dem klassischen Kartenspiel übernommen werden.
  28. Wo ist der Reis?
    Bei dieser Achtsamkeitsübung soll alleine durch Hören erkannt werden, in welcher Dose sich Reis befindet. Füllen Sie dafür Reis, Linsen, Erbsen, Heftzwecken, Büroklammern und Holzkugeln in je eine Dose mit Deckel (am besten aus Kunststoff).
    Leichter wird die Übung, wenn Sie zu Beginn einmal die Dose mit dem Reis schütteln, damit alle das Geräusche schon einmal gehört haben. Anschließend mischen Sie die Dosen wieder. Nun darf nach Belieben geschüttelt werden. Wer erkennt den Reis?
  29. Das Geräusch auf dem Bild
    Auch hier steht das Hören im Mittelpunkt. Für die Übung benötigen Sie eine CD mit Alltagsgeräuschen und Bilder, die das Gehörte bildlich darstellen. Dafür können Sie Fotos nehmen oder aber auch alte Kalenderblätter oder Bilder aus Zeitschriften. Ihrer Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.
  30. Teig kneten
    Diese Achtsamkeitsübung ist eine schöne Übung zur Wahrnehmungsanregung, die bei vielen Seniorinnen einen engen Biografiebezug hat. Bereiten Sie gemeinsam mit den Senioren einen Teig zu, den man gut kneten kann (Knetteig, Hefeteig). Backen Sie anschließend daraus einen Kuchen, ein Brot oder belegen Sie gemeinsam eine Pizza.
  31. Plätzchen ausstechen
    Nicht nur für die Adventszeit eine wahrnehmungsanregende Übung zur Achtsamkeit. Hierfür wird ein klassischer Mürbeteig oder ein anderer Knetteig vorbereitet, geknetet und ausgerollt. Anschließend können Plätzchen ausgestochen, gebacken und verziert werden.
  32. Salzteig herstellen
    Wer keine süßen Plätzchen oder Kuchen herstellen möchte, der kann gut eine Übung mit Salzteig anbieten. Ein Rezept für das Salzteig backen haben wir Ihnen schon vorgestellt. Mit dem selbst gekneteten Salzteig können anschließend Figuren geformt oder Formen ausgestochen werden. Die gebackenen Salzteig-Elemente können nach Belieben mit Farben gestaltet werden. Wenn Sie die Werke noch lackieren, hält die Farbe länger.
  33. Der Knopf passt!
    Für diese Achtsamkeitsübung benötigen Sie Knöpfe in unterschiedlichen Formen und Größen. Ein Knopf soll doppelt vorkommen. Vermischen Sie einen Knopf des Pärchens mit den anderen und geben Sie den Zweiten einem der Teilnehmenden in die Hand.
    Nun soll mit geschlossenen Augen, nur durch Fühlen der zweite Knopf gefunden werden, der zu dem in der Hand passt.
  34. Fühl-Memo-Spiel Kirschkernbad
    In einer mit Kirschkernen gefüllten Schüssel werden kleine Gegenstände versteckt (je zwei gleiche). Die Senioren versuchen nur mit Hilfe ihrer Hände zu ertasten, wo sich die beiden passenden Gegenstände befinden. Wurde ein Pärchen gefunden, ist der Nächste an der Reihe.
  35. Kneten
    Mit Knete kann man viele verschiedene Achtsamkeitsübungen gestalten. Im Vordergrund steht hierbei die Schulung der haptischen Wahrnehmung.
    Aus Knete kann man zum Beispiel:
    – kleine Kügelchen formen
    – Kügelchen aufeinandersetzen
    – eine Schlange rollen
    – mehrere Schlangen rollen, die alle die gleiche Länge haben
    – kleine Kügelchen zwischen den Handflächen rollen und anschließend mit dem Daumen platt drücken
    – Knete ausrollen und Formen ausstechen
    – Knete ausrollen und einen Handabdruck in die Knete drücken
    – einen Ball aus der Knete formen und in den Handflächen hin und her rollen lassen
  36. Sand harken
    Ein Tablett oder eine flache Schale wird mit etwas Sand befüllt, so dass der Boden ganz bedeckt ist. Mit einer Harke dürfen die Senioren nun nach belieben Furchen ziehen und Formen in den Sand malen.
  37. Sand formen
    Bringen Sie eine Wanne mit Sand mit in die Achtsamkeitsübung. Dazu eine Schale mit Wasser. Der Sand kann nun nach belieben geformt werden. Auf die richtige Menge Wasser muss geachtet werden.
  38. Sand und Wasser
    Für diese Achtsamkeitsübung benötigen Sie wieder ein Tablett mit Sand. Außerdem eine Sprühflasche und eine Gießkanne. Ggfs. legen Sie auch eine kleine Harke oder eine Schaufel dazu.
    Laden Sie die Senioren dazu ein, Wasser zu dem Sand zu geben und zu beobachten, was geschieht.
  39. Handabdrücke im Sand
    Auch hier können Sie wieder ein Tablett mit Sand nutzen. Bei dieser Übung wird der Sand ganz glatt gestrichen. Dann werden Handabdrücke in den Sand gedrückt. Gefällt der Abdruck nicht auf Anhieb, kann er einfach nochmal gemacht werden.
    Machen Sie mit den Senioren ebenfalls Übungen bei denen einmal der Handballen und einmal die Fingerspitzen besonders fest in den Sand gedrückt werden.
  40. Fußabdrücke im Sand
    Stellen Sie ein flache Wanne oder ein Tablett auf den Fußboden. Geben Sie etwa einen bis zwei Zentimeter hoch Sand hinein. Dann dürfen Fußabdrücke in dem Sand gemacht werden. Außerdem sollen einmal die Zehen in den Sand gegraben und einmal die Ferse fest hineingedrückt werden.
  41. Tastkisten
    Geben Sie kleine Gegenstände in einen mittelgroßen Karton und verschließen ihn. Schneiden Sie seitlich zwei Löcher in die Kartonwand, sodass man gut die Hände hindurchstecken und die Arme in dem Karton auch noch bewegen kann. Die Gegenstände sollten durch das Loch hinaus gezogen werden können.
    Geben Sie den Senioren nun die Aufgabe, einen bestimmten Alltagsgegenstand, eine Form, etc. zu ertasten und aus der Kiste zu holen.
  42. Makrobilder
    Machen Sie Aufnahmen von bekannten Gegenständen aus dem Haushalt, dem Alltag, der Werkstatt, usw. (abhängig von der Biografie der Teilnehmenden und der Zusammensetzung der Gruppe). Die Aufnahmen sollten so gemacht werden, dass nur ein Teil des Gegenstands darauf zu sehen ist. Drucken Sie die Fotos aus (wer die Möglichkeit hat, sollte die Fotos laminieren). Wer errät, zu welchem Gegenstand der Bildausschnitt gehört?
  43. Kleidungsstücke tauschen
    In dieser Achtsamkeitsübung stehen Sie als Gruppenleitung im Mittelpunkt. Sammeln Sie im Vorfeld so viele Accessoires wie möglich und kleiden Sie sich bunt und auffällig.
    Bereiten Sie einen Stuhlkreis vor. Bitten Sie die Senioren, dass sie sich ganz genau einprägen, wie sie aussehen und was sie tragen. Dann gehen sie vor die Tür und tauschen ein Kleidungsstück oder ein Accessoire (zum Beispiel eine Kette gegen eine Fliege; Ohrringe gegen eine Haarspange; Sandalen gegen Schneeschuhe…). Anschließend kommen Sie wieder zurück in den Stuhlkreis. Fällt den Senioren auf, welches Kleidungsstück fehlt bzw. welches Accessoire neu dazu gekommen ist. Diese Achtsamkeitsübung kann an die Fähigkeiten der Teilnehmenden angepasst beliebig oft wiederholt werden.
  44. Ich sehe was, was du …
    Eine Achtsamkeitsübung, bei der das Sehen im Mittelpunkt steht. Bringen Sie Alltagsgegenstände mit und legen diese entweder in die Tischmitte oder in die Mitte eines Stuhlkreises. Sie beginnen, suchen sich einen Gegenstand aus und beschreiben ihn mit einem Wort. Zum Beispiel:
    Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist … gelb
    Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist … rund
    Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist … lang
    Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist … spitz
    Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist … eckig
    Die Senioren versuchen nun der Reihe nach zu erraten, um welchen der in der Mitte stehenden Gegenstände es sich bei Ihrer Beschreibung handelt.
  45. Puzzles selbst gemacht
    Puzzles für Aufmerksamkeitsübungen können Sie mit wenig Aufwand ganz leicht selber herstellen. Zerschneiden Sie dafür abgelaufene Kalenderblätter, Postkarten oder Werbeanzeigen und verstärken diese mit Pappe, so lassen sie sich besser greifen. Die Anzahl der Teile bestimmen Sie bzw. machen sie abhängig von den Ressourcen der teilnehmenden Senioren.
    Nun darf eifrig gepuzzelt werden.
  46. Bilder abkleben
    Dies ist auch eine Übung, für die Sie das Material ganz leicht selbst herstellen können. Sie benötigen ein großes Foto, eine Kalenderseite (Bild), eine Seite aus einer Zeitschrift o.Ä., auf der ein gut erkennbares Bild (Gegenstand, Prominenter, Zeichnung…) abgebildet ist. Kleben Sie das Bild mit Zetteln für Haftnotizen zu. Nun wird von jedem Teilnehmer der Achtsamkeitsübung ein Zettel entfernt.
    Wie früh erkennen die Senioren, was sich hinter den Klebezetteln verbirgt?
  47. Gegenstände austauschen
    Gegenstände aus dem Alltag werden in der Tischmitte oder in der Mitte eines Stuhlkreises aufgestellt. Sie sollten außerdem weitere Gegenstände und Materialien bei sich haben, gegen die Sie die dort stehenden austauschen können (in einen Beutel oder einen Karton gepackt).
    Geben Sie den Senioren zu Beginn Zeit, sich alles anzusehen. Dann bitten Sie sie, die Augen zu schließen. Taschen sie nun einen der Gegenstände gegen einen neuen aus.
    Nun kommt die Aufgabe für die Senioren: Welcher Gegenstand ist neu in der Mitte?
    Welcher Gegenstand wurde ausgetauscht?
  48. Säfte erkennen
    Den Senioren werden zwei Säfte zum Probieren angeboten, ohne dass ihnen die Sorte verraten wird. Wählen Sie dafür Säfte aus, die ähnlich aussehen, zum Beispiel
    – klarer Apfelsaft und heller Traubensaft
    – Orangensaft und Maracujasaft
    – dunkler Traubensaft und Kirschsaft
    – …
    Das Probieren kann ganz frei ablaufen. Fragen Sie die Senioren, welche Sorte sie hinter dem jeweiligen Saft vermuten. Etwas leichter wird die Übung, wenn Sie die Sorten vorher verraten und die Senioren nur tippen sollen, in welchem Glas sich welcher Saft befindet.
  49. Apfelsorten probieren
    Schneiden Sie Äpfel verschiedener Apfelsorten in kleine Stücke. Die Senioren probieren mindestens ein Stück von jeder Sorte. Lassen Sie die Geschmäcker und die Konsistenz beschreiben: ist der Apfel
    – süß
    – säuerlich
    – sauer
    – fest
    – mürbe?
    Vielleicht erkennen die Senioren sogar die Sorte.
    Bereiten Sie im Anschluss gemeinsam einen Apfelkuchen oder Apfelkompott mit den verbliebenen Äpfeln zu. Sie finden bestimmt jemanden, der Ihnen beim Schälen und klein schneiden hilft.
  50. Teesorten erkennen
    Verschiedene Teesorten werden probiert. Können die Senioren erschmecken, um welche Sorte es sich jeweils handelt?
  51. Gemüseernte
    Bringen Sie verschiedenes frisches Gemüse mit, das man gut als Rohkost essen kann. Schneiden Sie das Gemüse in mundgerechte Stücke und bitten Sie die Senioren die Augen zu schließen. Es darf probiert werden! Erkennen die Senioren, welches Gemüse sie im Mund haben?
    Bereiten Sie gemeinsam einen frischen Kräuterquark vor, der im Anschluss an die Übung als Dip zu dem Gemüse gegessen werden kann. Alternativ kann aus den Resten ein Salat zubereitet werden.
  52. Instrumente erkennen
    Gelingt es den Senioren, anhand von ein paar Tönen ein Musikinstrument zu erkennen? Diese Achtsamkeitsübung können Sie auf zwei verschiedene Arten gestalten:
    – Reale Instrumente: Wenn Sie die Möglichkeit haben, bringen Sie einen Fundus an Instrumenten mit in die Aktivierung. Bitten Sie die Senioren, die Augen zu schließen. Spielen Sie ein paar Töne auf einem Instrument. Welches hat gerade gespielt?
    – Instrumente-CD: Alternativ besorgen Sie eine CD, auf der verschiedene Instrumente vorgestellt werden. Im Handel gibt es zahlreiche Tonträger mit Aufnahmen von Instrumenten, zum Beispiel mit Orchesterinstrumenten.
  53. Gegenstand wandert hinter dem Rücken
    Hier geht es wieder um die haptischen Reize. Für die Aufmerksamkeitsübung benötigen Sie eine Münze oder einen Tischtennisball. Die Senioren sitzen eng beieinander in einem Stuhlkreis. Ein beliebiger Mitspieler beginnt und versteckt die Münze oder den Ball mit beiden Händen hinter seinem Rücken. Nun soll der Ball so unauffällig wie möglich hinter dem Rücken der Senioren um den Kreis wandern. Die Richtung bestimmt derjenige, der anfängt. Die Senioren sollen sich wenn möglich, alleine durch nonverbale Signale verständigen.
    Steigerung: Einer der Teilnehmenden setzt sich in die Mitte und schließt die Augen. Nun bekommt ein beliebiger Mitspieler den Ball. Der in der Mitte sitzende öffnet die Augen wieder. Der Ball wird so unauffällig wie möglich herumgereicht. Kann er erkenne, wo sich der Ball befindet?
  54. Sandversteck
    Bringen Sie eine Wanne oder eine große Schüssel mit Sand mit. Diese Achtsamkeitsübung kann am besten zu zweit gemacht werden. Einer der beiden legt seine Hände in den Sand. Der Zweite hat die Aufgabe, die Hände so mit Sand zu bedecken, dass sie nicht mehr zu sehen sind. Ist dies geschehen, wechseln die beiden ihre Rollen.
  55. Sand in Kisten schaufeln
    Für diese Achtsamkeitsübung benötigen Sie ebenfalls eine Wanne mit Sand. Außerdem eine leere Wanne und eine Schaufel. Der Sand soll von der einen in die andere Wanne geschaufelt werden.
  56. Brotkorb
    Bringen Sie verschiedene Brotsorten mit und bieten Sie den Senioren das Brot zum Probieren an. Die Augen sollten dabei geschlossen sein. Erkennen die Senioren die Brotsorten am Geschmack?
    Mögliche Brotsorten zu Probieren sind zum Beispiel:
    – Schwarzbrot
    – Weißbrot
    – Hefezopf
    – Knäckebrot
    – Graubrot
    – Körnerbrot
    – Baguette/Brötchen
  57. Welches Obst schmeckst du?
    Auch hier nochmal eine Geschmacksübung. Dieses Mal schneiden Sie verschiedenes Obst in kleine Stücke. Erkennen die Senioren nur durch probieren (mit geschlossenen Augen), welches Obst sie im Mund haben? Bereiten Sie im Anschluss mit denen, die möchten, einen Obstsalat zu.
  58. Willkommen an der Bar
    Die Senioren probieren ganz unterschiedliche Getränke. Können sie nur durch schmecken erkennen, was sie zuvor getrunken haben? Am besten nutzen Sie blickdichte Becher und bitten die Senioren, nicht hineinzuschauen. Geeignet sind alle nicht-alkoholischen Getränke.
  59. Entspannungsgeschichte
    Bereiten Sie einen Raum vor, in dem Sie möglichst nicht gestört werden. Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre und schönes Licht. Geben Sie den Senioren Zeit, sich bequem hinzusetzen. Wer möchte, darf die Augen schließen. Die Arme liegen entspannt auf dem Schoß oder auf der Armlehne.
    Lesen Sie eine Entspannungsgeschichte vor. Im Anschluss dürfen alle noch einen Moment bleiben und die Übung ausklingen lassen. Wenn möglich, unterhalten Sie sich darüber, wie die Senioren die Entspannungsgeschichte empfunden haben. Wie haben sie sich gefühlt? Wo in ihrem Körper haben sie Entspannung gespürt?
    Kostenlose Entspannungsgeschichten finden Sie in unserem Überblick Fantasiereisen.
  60. Progressive Muskelentspannung
    Bei der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson werden einzelne Muskelgruppen nacheinander bewusst angespannt und wieder entspannt. Die Progressive Muskelentspannung eignet sich in vielen Fällen sehr gut als Achtsamkeitsübung, auch für Senioren. Wenn Sie noch Texte benötigen, finden Sie zahlreiche kostenlose im Internet.
  61. Frisch gepresst
    Pressen Sie gemeinsam mit den Senioren Obst aus und bereiten Sie Säfte zu. Probieren Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden die Säfte. Wie schmecken sie? Süß, sauer, bitter?
    Geeignet sind alle Zitrusfrüchte, wie zum Beispiel Orangen, Zitronen und Grapefruits.



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Sich fein machen! Kostenlose Aktivierungsideen zu dem Thema Ausgehen

In diesem Aktivierungsangebot für Senioren beschäftigen wir uns mit den Themen Ausgehen und Sich fein machen. Für die meisten der heute lebenden Seniorinnen waren Geburtstagsfeiern, ein Theaterbesuch, Restaurantbesuche oder Feiertage, Anlässe, an denen Sie sich schick angezogen, geschminkt und auch besonders hübsche Frisuren gemacht haben.
Wir stellen Ihnen drei Aktvierungsideen für die Bereiche
Gedächtnistraining
Bewegung

und Wahrnehmung vor.
Die Aktivierungen können einzeln als Kurzaktivierung oder alle drei im Rahmen einer ganzen Aktivierungsstunde angeboten werden.

Sich fein machen! Kostenlose Aktivierungsideen zu dem Thema Ausgehen

Gedächtnistraining

Vokale gesucht!
Bei den folgenden Wörtern sind auf eine geheimnisvolle Art und Weise die Vokale verschwunden. Können die Senioren die fehlenden Vokale ergänzen? Schreiben Sie die Wörter dafür auf ein Flipchart oder drucken Sie sie aus. Wer kann, darf die Vokale selbst handschriftlich ergänzen, ansonsten übernimmt das die Gruppenleitung.
Das Arbeitsblatt zu der Übung können Sie hier kostenlos ausdrucken:
vokale-gesucht-sich-fein-machen-arbeitsblatt

  1. L _ P P_N S T_ FT
  2. W _ N G _ N R _ _ G _
  3. N _ G _ L L _ C K
  4. _ T _ _ K L _ _ D
  5. _ _ G _ N B R _ _ _ N S T _ F T
  6. L _ _ C K _ N W _ C K L _ R
  7. P _ M P S
  8. H _ _ R S P R _ Y
  9. S _ _ D _ N S T R _ M P F H _ S _
  10. L_ D _ R R _ C K

Die Lösungen
Lippenstift, Wangenrouge, Nagellack, Etuikleid, Augenbrauenstift, Lockenwickler, Pumps, Haarspray, Seidenstrumpfhose, Lederrock

Bewegung

Pantomime
Denken Sie sich mit den Senioren Bewegungen aus, die Frauen machen, wenn sie sich zum Ausgehen zurecht machen. Zum Beispiel für einen Besuch im Theater oder einen Abend in einem feinen Restaurant. Schreiben Sie die Bewegungen auf Karteikarten und legen Sie sie verdeckt in eine kleine Handtasche (alternativ ein Körbchen). Die Senioren sitzen in einem Stuhlkreis. Die Handtasche wird im Uhrzeigersinn in der Gruppe weitergegeben. Jeder zieht ein Kärtchen und liest die Bewegung vor. Geht das eigenständige Lesen nicht mehr, liest die Gruppenleitung die Karte vor. Die entsprechende Bewegung wird von allen gemeinsam nachgemacht.

Beispiele für passende Bewegungen
– Eine Strumpfhose anziehen
– Die Haare kämmen
– Lidschatten auf die Augenlider auftragen
– Die Nase pudern
– Mit einem Pinsel Rouge auf die Wangen auftragen
– Lippenstift auftragen
– Ohrringe anlegen
– Eine Kette anlegen
– Einen Taschenspiegel aufklappen und sich darin anschauen
– Eine Bluse zuknöpfen
– Parfum auftragen
– …

Wahrnehmungsspiel

Eine Idee für ein Fühl-Memospiel
Kleben Sie verschiedene Stoffe in flache Deckel mit einem Durchmesser von ca. 10 cm. Hierfür eignen sich beispielsweise Deckel von Gurkengläsern, Brühe- oder Rotkohlgläsern. Immer zwei Deckel werden auf der Innenseite mit dem gleichen Stoff beklebt. Legen Sie die Pärchen vor Spielbeginn mit der Stoffseite nach unten auf einen Tisch.
Wenn alle sitzen, bitten Sie die Senioren während der Übung die Augen zu schließen und nur durch bloßes Ertasten die richtigen Stoff-Paare zu finden. Dann legen Sie jedem Teilnehmer zwei oder drei Pärchen an seinen Platz und drehen die Stoffseite nach oben. Im Anschluss schauen Sie sich die verschiedenen Stoffe noch einmal gemeinsam an.

Geeignete Stoffe sind unter anderem
Cord
Vlies
Baumwollstoff
Tüll
Jeansstoff
Plüsch
Seide
Jersey
Kunstleder
Chiffon



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Begegnungsrunde Handwerk

Die große Materialsammlung für die themenorientierte Gruppenarbeit mit Senioren

Autorin: Sandra Köhnlein
Verlag: Büchner

Inhalt

Begegnungsrunde Handwerk* ist der dritte Band der Reihe „Aktiv mit Senioren“ von Sandra Köhnlein. Die Bücher „Themenorientierte Begegnungsrunden planen und umsetzen“ (Band 1) und „Basteln und Gestalten mit Senioren“ (Band 2) haben wir auf Mal-alt-werden.de schon vorgestellt. Die Buchbesprechungen der ersten beiden Bände können Sie sich unter dem entsprechenden Link durchlesen.
In „Begegnungsrunde Handwerk“ hat Sandra Köhnlein eine Vielzahl von Aktivierungen speziell zu den Themen Handwerk und Berufe ausgearbeitet. Das Praxisbuch wird durch zahlreiche Kopiervorlagen ergänzt, die auf der Website des Büchner-Verlages kostenlos heruntergeladen und ausgedruckt werden können. Den Link finden Sie im Buch.

Höhen und Tiefen

„Begegnungsrunde Handwerk“ baut auf dem ersten Band der Reihe „Themenorientierte Begegnungsrunden planen und umsetzen“ auf. Ein Grundlagenwissen für die Gestaltung von Seniorengruppen und die Planung und Umsetzung von themenbezogenen Aktivierungen wird also vorausgesetzt. Beide Bücher können aber durchaus einzeln und unabhängig voneinander gelesen und die darin enthaltenen Ideen und Übungen umgesetzt werden.
Ich habe es als sehr angenehm empfunden, dass die Autorin quasi sofort mit der Einführung in die Gruppenstunde „loslegt“. In dem Buch findet man vom Anfang bis zum Ende tolle und vielseitige Ideen für Gedächtnis- und Wahrnehmungsübungen, Rästel, Bewegungselemente, Spiele, Lieder und vieles mehr. Alle Aktivierungen können von Ihnen ganz individuell und unabhängig voneinander zusammengestellt werden. Sie sind nach Art der Übung und den entsprechenden Zielsetzungen gegliedert:

  1. Hinführung
  2. Gesprächsimpulse
  3. Kognitive Impulse
  4. Impulse für Körper und Seele
  5. Ausklang
  6. Zusätzliche Aktionen

Als Ergänzung erhalten Sie mit dem Buch einen Link, unter dem Sie 130 Seiten an zusätzlichen Materialien herunterladen und ausdrucken können. Neben Arbeitsblättern und Liedtexten finden Sie dort Spielkarten, Bilderrätsel, Puzzle, Bewegungsgeschichten, Textaufgaben, ein Wörterbingo und vieles mehr.
Dieses Buch anzuschaffen lohnt sich unserer Meinung nach wirklich! Leitungen von Seniorengruppen, in denen vor allem Männer! beschäftigt werden wollen, können wir dieses umfangreiche und kreative Praxisbuch ohne Einschränkungen empfehlen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angesichts des Umfangs, der Qualität und der Fülle der Kopiervorlagen mehr als in Ordnung. Das Buch kostet zur Zeit 18,- €.

Fazit

Ein tolles Praxisbuch mit zahlreichen Aktivierungsideen, Kopiervorlagen und Übungen rund um die Themen Handwerk und Berufe. Nicht nur für Männer, aber auch für Männer, die gefühlt in anderen themenbezogenen Aktivierungsstunden oft ein wenig zu kurz kommen. Das Buch von Sandra Köhnlein hat und in der Fülle der Materialien und Ideen und in der Qualität absolut überzeugt!

Das Buch jetzt bei Amazon bestellen.*

Kennen Sie das Buch? Wie gefällt es Ihnen? Hinterlassen Sie doch einfach einen Kommentar.

Sinnesspiele für Senioren. Ein Riech-Memospiel

Dies ist eines unserer Wahrnehmungsspiele für Senioren und Menschen mit Demenz. Neben der Sinnesaktivierung trainiert dieses Spiel zusätzlich das Konzentrationsvermögen der Teilnehmenden. Im Mittelpunkt steht heute das Riechen. Es geht also immer der Nase nach…

Riech-Memospiel

Materialien
Kleine Gläser (wer noch welche besitzt, nutzt Filmdosen)
Watte
Unbedenkliche Duftöle
Papier, Klebeband und Stift

Vorbereitungen und Spielaufbau

Kleine Wattebausche werden in die Gläser oder Filmdosen gelegt. Beträufeln Sie nun jeweils zwei Wattebausche mit demselben Duftöl. Schreiben Sie den Duft auf kleine Zettel und kleben Sie ihn unter das entsprechende Glas bzw. die Dose, damit man die Paare hinterher leichter auseinanderhalten kann.

Bereiten Sie einen Tisch mit Sitzgelegenheiten vor und stellen Sie die Gläser in die Mitte.

So wird gespielt

Erklären Sie den Senioren zu Beginn dieses Sinnesspiels, dass sich in zwei Gläsern jeweils derselbe Duft befindet. Bitten Sie sie, nur durch Riechen, die richtigen Paare ausfindig zu machen. Es geht reihum. Derjenige, der an der Reihe ist, sucht sich zwei Gläser oder Filmdosen aus und riecht an den Wattebauschen. Ist es nicht der gleiche Duft, werden die Gläser an ihre Plätze zurückgestellt und der Nächste in der Runde ist an der Reihe. Wichtig ist, dass die entsprechenden Düfte erkannt und laut ausgesprochen werden, damit alle Mitspielenden nach und nach wissen, wo sich welcher Duft befindet. Sind sich die Senioren unsicher, schauen sie einfach unter das Glas. Die Aufgabe kann ggfs. auch die Spielleitung übernehmen. Wurde ein richtiges Pärchen erkannt, wird es aus dem Spiel genommen.

Varianten

Diese Wahrnehmungsübung wir leichter, wenn man die Gläser mit zwei Farben kennzeichnet. Dafür kleben Sie jeweils auf einen „Partner“ eine roten, und auf den anderen einen blauen Punkt (natürlich sind auch andere Farben möglich). Die Gläser werden in zwei Gruppen auf den Tisch gestellt. Erklären Sie den Senioren, dass nun ein blaues einem roten Glas zugeordnet werden soll, d.h. es soll jeweils an einem roten und einem blauen Glas geschnuppert werden.

Alternativ kann man den Duft sichtbar auf eins der Gläser schreiben. So muss beim Schnuppern der jeweilige Duft erkannt und dem geschriebenen Wort zugeordnet werden.

Auch bei diesem Sinnesspiel gilt selbstverständlich : je weniger Paare auf dem Tisch stehen, desto leichter ist die Wahrnehmungsübung.



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Sinnesspiele für Senioren. Düfte schreiben Geschichte

… das ist in der Tat so! In diesem Sinnesspiel möchten wir Geschichten aus dem Leben der Senioren hören, die sie mit ganz bestimmten Düften verbinden. Ein wirklich schönes Spiel, das gut im Rahmen der Biografiearbeit eingesetzt werden kann!

Sinnesspiele für Senioren. Düfte schreiben Geschichte

Materialien
Dinge, die Erinnerungen an besondere Düfte aus dem Leben der Mitspielenden wecken sollen. Das können beispielsweise sein
Fotos (z.B. von einer Tankstelle, einem Marktplatz, einer Metzgerei, einem Auto…)
Tücher und Schals
Schuhcreme
Kernseife
Backwaren
Blumen
Mottenkugeln (vllt. in einem Behälter, den man verschließen kann)
Kaffeebohnen

Vorbereitungen und Spielaufbau
Überlegen Sie sich ein paar Gegenstände oder Lebensmittel, an die die Senioren besondere Dufterinnerungen haben könnten. Diese Dinge dienen nur als Beispiele, sie müssen nicht aus den Vollen schöpfen. Von Gebäuden oder anderen große Gegenständen genügen auch Fotos. Bereiten Sie einen Stuhlkreis vor und legen Sie die mitgebrachten Materialien ansprechend in die Mitte.

So wird gespielt
Geben Sie den Senioren zu Beginn ein wenig Zeit, sich die Gegenstände in Ruhe anzusehen. Dann fragen Sie sie nach ihren ganz persönlichen Dufterinnerungen, die sie in ihrem Leben besonders geprägt haben. Machen Sie deutlich, dass die mitgebrachten Materialien nur als Beispiele dienen sollen und dass die Geschichten so verschieden sein werden, wie die unterschiedlichen Lebensgeschichten der Senioren. Stellen Sie gegebenenfalls gezielte Fragen, die das Erzählen bei den einzelnen Teilnehmenden anregen können. Oft hilft es den Senioren, wenn man nach Erinnerungen an bestimmte Personen in der Familie fragt. Dann kommen Geschichten über die Mottenkugeln im Schrank der Oma, den Geruch im Keller der Tante, den Duft in der Küche, wenn die Mutter sonntags gekocht hat, den Geruch der Sitzpolster im Auto des Vaters, Besuche bei der Tankstelle mit dem Opa, Markteinkäufe, Metzgerei- oder Bäckereibesuche, und, und, und…

Varianten
Wählen Sie einen der von Ihnen mitgebrachten Gegenstände aus und halten ihn hoch. Eventuell geben Sie ihn einmal im Kreis herum. Fragen Sie, wer eine Dufterinnerung an diesen Gegenstand hat und eine Geschichte dazu erzählen möchte. Schwelgen Sie gemeinsam in Erinnerungen…



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Fortuna Düsseldorf und der Erinnerungskoffer

Im Gespräch mit Klaus Lindemann vom Caritasverband Düsseldorf über ein ganz besonderes „Fan-Projekt“

Hallo Herr Lindemann, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Klaus Lindemann, ich bin 52 Jahre alt. Seit 1992 arbeite ich in verschiedenen Zusammenhängen mit Menschen mit Demenz. Damals habe ich einen Studentenjob in einer gerontopsychiatrischen Einrichtung angetreten. Die Arbeit mit Menschen mit Demenz hat mich so begeistert, dass der „Studentenjob“ nach kurzer Zeit zu meinem Hauptberuf wurde und ich mich schließlich zu einer Ausbildung zum Krankenpfleger entschloss. Nach beruflichen Stationen in Deutschland und Griechenland habe ich mich dann nochmal zu einem Studium der Psychologie entschieden. Seit 2012 bin ich Standortverantwortlicher Demenz beim Caritasverband Düsseldorf. Meine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Männer und Demenz, ich leite die Männergruppen „Anpfiff“ und „Halbzeit“, sowie Migration und Demenz, ich bin für den Caritasverband Mitglied im Interkulturellen Demenz-Netzwerk Düsseldorf. Außerdem bin ich Projektmanager eines Projekts auf Ebene des Demenznetzes Düsseldorf: „Prävention im Quartier – Aufmerksam Sorgen Stärken (PiQ-ASS)“, ein Projekt zur Konflikt- und Gewaltprävention in der Häuslichkeit von Menschen mit Demenz und betreuenden Angehörigen.

Vor ein paar Tagen bin ich auf ein tolles Projekt für Menschen mit Demenz gestoßen: Einen sogenannten Erinnerungskoffer vom Fußballverein Fortuna Düsseldorf. Sie begleiten dieses Projekt. Was beinhaltet der Koffer und wie ist es zu der Idee für dieses Projekt gekommen?

Bei der Beschreibung, wie es zu der Idee gekommen ist, muss ich etwas ausholen. Stefan Felix, der Behindertenbeauftragte von Fortuna Düsseldorf, ist in England auf Projekte gestoßen, bei denen sich Fußballvereine um Fans mit Demenz kümmern. Er hat dann überlegt, wie man das auf Deutschland übertragen und wie Fortuna Düsseldorf als Verein sich auf diesem Feld engagieren kann. Mit der Idee des Erinnerungskoffers ist er dann über das Demenz-Servicezentrum der Stadt Düsseldorf an das Demenznetz Düsseldorf herangetreten. So ist auch der Kontakt u. a. zum Caritasverband Düsseldorf entstanden. Wobei er mit dem Projekt natürlich gerade bei den Männergruppen offene Türen eingerannt hat. In der Folge entwickelte sich in der Zusammenarbeit zwischen Fortuna und den Akteuren des Demenznetz Düsseldorf schnell ein Konzept, bei dem es erstmal darum ging, was genau in diesen speziellen Erinnerungskoffer gehört. Außer Fußballbildern und Fotos von bekannten Spielern, Eintrittskarten und Plakaten vergangener Jahre enthält der Koffer auch Fanutensilien, wie Schals, Fahnen und Wimpel. Außerdem befinden sich darin Gegenstände, die direkt mit dem Spiel zu tun haben, z. B. Trikots, Fußballschuhe oder Bälle. Natürlich sind das alles keine originalen Gegenstände der 30er bis 80er Jahre, die musealen Wert haben, sondern Reproduktionen oder neuere Gegenstände, wie die original Fußballschuhe eines Aufstiegshelden von 2012. Einiges, wie Fahnen oder Schals, ist von Fans der Fortuna extra für den Erinnerungskoffer selbst hergestellt worden und mutet an wie vor 40 oder 50 Jahren, als es noch nicht alles zu kaufen gab. Wichtig ist bei der Auswahl der Gegenstände, dass sie geeignet sind Erinnerungen zu aktivieren.

Welcher Grundgedanke für die Begleitung von demenziell veränderten Menschen steckt dahinter?

Stefan Felix ging es zunächst darum, demenziell veränderte Fans von Fortuna Düsseldorf zu unterstützen. Das Projekt Erinnerungskoffer dient in diesem Sinne erst einmal dem Zweck, dass Fans mit Demenz nicht ausgegrenzt werden und aktiv am Vereinsleben teilhaben können. Aufgrund der biographischen Bedeutung, die Fußball haben kann – das Interesse für Fußball und die Anhängerschaft zu einem Verein beginnen meist im Kindesalter und halten dann oft ein Leben lang an – können wir Fußball und gerade lokale Fußballvereine natürlich als Ressource für Menschen mit Demenz nutzen. Das gilt vor allem, wenn man bedenkt, dass ein Verein wie Fortuna Düsseldorf in Düsseldorf einen ganz besonderen Stellenwert hat und viele Ältere sich beispielsweise noch an den Tabakladen von Erich Juskowiak (ehem. Spieler der Fortuna und Nationalspieler der 50er Jahre) erinnern.

Was können die Andenken aus dem Erinnerungskoffer bei den Betroffenen bewirken?

Aufgrund der nicht nur biographischen Bedeutung von Fußball und Fortuna können wir damit bei den Betroffen zunächst Interesse wecken und einen Kontakt zu ihnen herstellen. Darüber hinaus können wir mit den Andenken persönliche Erinnerungen erhalten, teilweise sogar länger verschüttete, z. B. an frühere Stadionbesuche, wieder freigelegen. Durch die Fokussierung auf das Thema Fortuna Düsseldorf können Gespräche und Stimmungen entstehen, in denen die besuchten Menschen mit Demenz sich als gleichwertige Gesprächspartner empfinden, evtl. sogar zu gefragten Experten in Sachen Fußball werden. Dadurch steigen Wohlbefinden und Selbstbewusstsein der Betroffenen, teilweise wird sogar der Erhalt der Persönlichkeit unterstützt.

Die Besuche mit dem Erinnerungskoffer werden von geschulten Ehrenamtlichen in Senioreneinrichtungen durchgeführt. Wie können wir uns diese Besuche vorstellen?

Konkret sieht das so aus, dass wir im Rahmen unserer Demenzcafes, also im Schutz des gewohnten Umfeldes, Besuch von der Fortuna, in Person von ein oder zwei Ehrenamtlern, bekommen. Dieser Besuch von „der Fortuna“ ist gerade in den Männergruppen für viele fast ein offizieller Anlass, auf den sich unsere Gäste sehr freuen. Nach einer kurzen „Schnupperphase“, meistens bei Kaffee und Kuchen, wird dann der Koffer geöffnet und die Erinnerungsgegenstände werden herumgereicht. Dabei können Ehrenamtler und Gäste in einen aktiven Austausch gehen, und wenn es die Kommunikationsfähigkeit zulässt, entsteht in lockerer Atmosphäre ein Gespräch auf Augenhöhe. Manchmal erinnert ein Besuch mit dem Erinnerungskoffer an die lebhaften Diskussionen, die früher montags in der Frühstückspause geführt wurden, wenn die Fußballergebnisse des Wochenendes durchgegangen worden sind. In solchen Momenten können wir die integrative Kraft, die der Fußball haben kann, spüren.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie, bzw. Ihre Mitarbeiter, aus der Praxis?

Aus den Männergruppen kann ich berichten, dass durch den Stellenwert, den Fortuna Düsseldorf als lokale Marke und Verein in Düsseldorf hat, die Besuche sehr positiv aufgenommen werden. Für viele Gäste ist ein Besuch mit dem „Fortunakoffer“ ein absolutes Highlight.

Ist Fortuna Düsseldorf der einzige Fußballverein, der ein solches Projekt umgesetzt hat?

Es gibt noch Projekte in Gelsenkirchen und vor allem in Bielefeld, die das Thema Vereinsfußball als Ressource für Menschen mit Demenz nutzen. Die Kooperation von Fortuna Düsseldorf als Fußballverein und Demenznetz Düsseldorf ist allerdings ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Wobei Stefan Felix berichtet, dass das Projekt auf der letzten Fachtagung der Behindertenvertreter der Bundesligavereine mit viel Interesse aufgenommen wurde und auch andere Vereine darüber nachdenken, im Feld Demenz tätig zu werden.

An wen können sich interessierte Einrichtungen wenden? Muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um an dem Projekt teilnehmen zu können?

Interessierte können sich direkt an Fortuna Düsseldorf wenden (erinnerungskoffer@f95.de), dort werden die Einsätze mit dem Erinnerungskoffer koordiniert. Weitere Informationen gibt es bei: https://www.f95.de/aktuell/news/jugend/detail/22696-der-erinnerungskoffer-von-fortuna-duesseldorf/5e2aaec1ac6c4726b46c880ee946ba5b/

Besuchen Sie auch demenziell veränderte Menschen, die noch zuhause leben?

Mittelfristig ist es beabsichtigt, dass geschulte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Fortuna Menschen mit Demenz in ihrem eigenen zu Hause besuchen. Aktuell ist schon die erste Schulungsreihe des Demenznetzes Düsseldorf angelaufen, an der auch Ehrenamtliche von Fortuna Düsseldorf teilnehmen.

Können Sie vielleicht eine kleine Anekdote oder Geschichte erzählen, die verdeutlicht, was Sie mit dem Erinnerungskoffer erreichen können?

Eine interessante Anekdote aus der Männergruppe „Halbzeit“ war, als ein Gast von seinen Stadionbesuchen im alten Stadion am Flinger Broich erzählte. Das war zu einer Zeit, als das Rheinstadion bereits existierte. Was keiner der Anwesenden wusste: Beide Stadien sind in den 70ern einige Zeit parallel benutzt worden. Der Herr konnte sich in der Situation als Experte präsentieren, dessen Fachwissen sogar dem der „offiziellen“ Fortuna-Fans überlegen war. Ein anderes Ereignis aus der Gruppe „Anpfiff“ zeigt besonders gut, wie das Projekt wirken kann. Dort erinnerte sich bei dem Besuch mit dem Erinnerungskoffer einer noch an seine eigenen Spiele als Mittelstürmer in der damaligen vierten Liga. Bei einem Spiel ist er gegen den späteren Trainer von Fortuna Düsseldorf, einen gewissen Otto Rehhagel, angetreten. Er berichtete, dass „der Rehhagel bei TuS Helene eigentlich noch A-Jugend spielen durfte. Aber der war damals schon so gut, dass er in die Seniorenmannschaft hochzogen wurde.“ Jedenfalls war „der Rehhagel“ so gut, dass er keine Chance gegen ihn hatte, und erst eine taktische Umstellung, die er selbst angeregt hatte, sorgte noch für ein Unentschieden.

Was wünschen Sie sich von der Zukunft?

Ich wünsche mir, dass das Beispiel von Fortuna Düsseldorf Schule macht und von anderen Vereinen, auch anderer Sportarten, aufgegriffen wird. So könnten weitere Projekte entstehen, bei denen „lokale Marken“ ihren gesellschaftlichen Stellenwert einbringen, damit einerseits Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen direkte Unterstützung erhalten und andererseits das Thema Demenz stärker in die öffentliche Wahrnehmung gebracht wird. Und zwar so, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sich ernstgenommen fühlen, ihnen Perspektiven aufzeigt werden und Verbindungen zu Unterstützungssystemen entstehen können.

Herzlichen Dank, Herr Lindemann!!!

Zur Internetseite: https://caritas.erzbistum-koeln.de/duesseldorf-cv/betreuung_pflege_senioren/demenz/



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