Lavendel in der Luft. Eine Entspannungsrunde für Senioren.

Materialien:
Lavendelblüten (trocken oder frisch)
Lavendelöl
Wattepad

Bereiten Sie die mitgebrachten Materialien vor und stellen Sie sie ansprechend auf einen Tisch. Eventuell haben Sie auch noch eine Duftlampe mit einem Teelicht, die Sie mit Wasser und dem Lavendelöl befüllen können. Ein lilafarbenes oder blaues Tuch hat eine wahrnehmungsanregende Wirkung und hilft bei der Gestaltung des Raumes.

Einstieg

Entspannungsmusik

Begrüßen Sie die Senioren und laden Sie sie ein, mit Ihnen gedanklich eine Reise an einen ruhigen Ort zu machen. Alles, was schwer ist, darf für einen Augenblick beiseite gelegt werden. Warten Sie einen Moment, bis alle in Ruhe und bequem sitzen und ein wenig Stille eingekehrt ist. Beginnen Sie mit der Entspannungsmusik. Laden Sie die Senioren ein, der Musik zuzuhören und sich die mitgebrachten Materialien auf dem Tisch anzusehen. Lassen Sie die Musik etwa zwei bis drei Minuten laufen.

Wahrnehmungsanregung

Bieten Sie den Senioren die Lavendelblüten zum Anschauen und Anfassen an. Wie fühlen die Blüten sich an? Wie duften Sie? Wird der Duft als angenehm empfunden? Was geschieht, wenn die Senioren an den Blüten reiben? Verändert sich der Duft?
Alternativ oder zusätzlich träufeln Sie einige Tropfen Lavendelöl auf ein Wattepad und lassen die Senioren daran riechen.
An was erinnert der Duft? Wird er als angenehm empfunden?

Bewegung

Rapsbad für die Hände

Materialien:
Rapssamen
eine große Schüssel oder Schale (Backofen- oder Mikrowellengeeignet)

Erwärmen Sie die Rapssamen in der Mikrowelle oder dem Backofen. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu heiß werden. Bieten Sie den Senioren ein entspannendes und wärmendes Rapsbad für die Hände an. Dafür dürfen die Hände in der Schüssel mit dem Raps vergraben und ganz langsam und in kleinen Bewegungen hin und her bewegt werden. Der warme Raps sorgt für eine bessere Beweglichkeit der Fingergelenke, wärmt die Hände und entspannt die Muskulatur. Das Rapsbad darf so lange genossen werden, wie es von den Senioren als angenehm empfunden wird. (Achten Sie bitte bei Erkrankungen, die die Finger betreffen, darauf, ob überhaupt Wärme als angenehm empfunden wird)

Entspannungsgeschichte

Erklären Sie den Senioren, dass Sie sie in der Entspannungsgeschichte mit “Du” anreden, um eine größtmögliche Entspannung erreichen zu können. Laden Sie sie ein, gedanklich mit Ihnen auf eine Reise in die Natur zu kommen. Bitten Sie die Teilnehmenden, sich so bequem wie möglich hinzusetzen. Die Beine stehen nebeneinander auf dem Boden, der Rücken lehnt an der Stuhllehne. Die Arme dürfen locker im Schoß oder auf den Armlehnen liegen. Warten Sie vor dem Vorlesen einen Moment, bis es ruhiger geworden ist und alle bequem sitzen.

Stell dir vor, du liegst auf einer Wiese. Das Gras unter deinem Körper fühlt sich wunderbar weich an. Die Luft um dich herum ist angenehm warm. Du kannst den Boden spüren – unter deinen Schultern – deinen Oberarmen – deinen Unterarmen.
Dein Rücken liegt ganz gerade und entspannt im weichen Gras. Du kannst all das, was sich zu schwer anfühlt, an den Boden unter dir abgeben. Du spürst, wie sich deine Muskeln nach und nach entspannen. Auch deine Beine werden leichter. Du fühlst die Erleichterung in den Oberschenkeln – in deinen Knien – in deinen Unterschenkeln.
Deine Fersen liegen auf der weichen Wiese. Sie dürfen sich ausruhen und all ihr Tun und alle Anstrengung für einen Moment lang an den Boden unter ihnen abgeben.
Nun richte deine Aufmerksamkeit auf deine Hände. Unter deinen Handflächen spürst du das Gras. Es ist ganz weich und schmiegt sich an deine Finger. Der Boden unter dir ist angenehm warm. Du fühlst dich wohl. In dir breitet sich eine angenehme Ruhe aus. Sie fühlt sich gut an. Du kannst frei und unbeschwert atmen.
Die Luft duftet nach Lavendel. Ganz in deiner Nähe liegt ein großes Lavendelfeld. Es blüht in den schönsten Violett- und Blautönen. Du magst den Duft. Er ist angenehm zurückhaltend und doch unverwechselbar. Du atmest in Ruhe ein – und aus. Ein – und aus. Ein – und aus. Mit jedem Einatmen strömt ein wenig Lavendelduft in deinen Körper. Er breitet sich ganz sacht aus und lässt dich immer mehr zur Ruhe kommen. Es geht dir gut. Eine angenehme Leichtigkeit durchströmt deinen Körper. Alles Schwere gibst du an den Boden unter dir ab. Du fühlst dich ausgeruht. Du bist zufrieden und entspannt.

Atemübung

Bitten Sie die Senioren, sich bequem hinzusetzen, die Beine stehen nebeneinander, die Unterarme liegen locker auf den Oberschenkeln oder den Armlehnen. Atmen Sie bewusst zusammen ein und aus. Beim Einatmen heben und öffnen Sie die Arme vor dem Körper. Atmen Sie durch die Nase tief ein und durch den Mund wieder aus. Wiederholen Sie die Übung mit den Senioren drei bis fünf Mal. Je nach Ressourcen der Teilnehmenden können sich die Arme bei jedem Einatmen ein wenig weiter öffnen.

Abschied

Verabschieden Sie sich von den Senioren. Bleiben Sie noch einen Moment mit ihnen in Kontakt und stehen Sie dafür bereit, schöne oder beschwerende Gefühle aufzufangen, die durch die Entspannung oder durch die Übungen aufkommende Erinnerungen wachgerufen werden.

 


Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert