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3 Aktivierungsideen zu dem beliebten Volkslied und Kinderlied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“

Passend zu dem beliebten Volkslied und Kinderlied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ stellen wir Ihnen heute drei kreative Aktivierungsideen vor, die Sie kostenlos und mit wenig Aufwand umsetzen können. Die Kombination von Musik und Gesang mit Bewegungselementen und kleinen Gedächtnisübungen macht erfahrungsgemäß sehr viel Freude und spricht unsere Sinne an. Seien Sie gespannt auf die Reaktionen in den Seniorengruppen!

3 Aktivierungsideen zu dem beliebten Volks- und Kinderlied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“

Bewegung

Während des Singens kann bei „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ gut Bewegung ins Spiel gebracht werden. Verteilen Sie an alle Gruppenteilnehmer Tücher oder Servietten in den Farben, die in den Strophen besungen werden (jeder bekommt ein Tuch oder eine Serviette). Nun singen alle gemeinsam das Lied. Für die musikalische Untermalung finden Sie unten im Beitrag die Melodie, die Sie gerne und kostenlos in Ihren Gruppenangeboten abspielen können.
Alle diejenigen, die zu der besungenen Strophe das passende Tuch in der richtigen Farbe (zum Beispiel grün) in den Händen halten, schwingen es durch die Luft. Bei der nächsten Strophe sind dann die Senioren an der Reihe, die eine andere Farbe in den Händen halten (zum Beispiel schwarz).

Wortsammlungen

Was hat üblicherweise eine grüne Farbe? Mit welchen Dingen verbinden Sie die Farbe rot? Welche drei Gegenstände fallen Ihnen zuerst ein, wenn Sie an etwas schwarzes denken?
Sammeln Sie in dieser kleinen Gedächtnisübung Dinge, die Sie mit verschiedenen Farben verbinden. Als Einstieg für jede Farbe kann man die entsprechende Strophe des beliebten Volksliedes zusammen singen. Die gefundenen Wörter können an ein Flipchart oder auf einen Bogen Tonkarton in der jeweiligen Farbe geschrieben werden.

Kim-Spiele

Bringen Sie etwa zehn kleine Gegenstände in jeder Farbe mit in die Aktivierungseinheit. Legen Sie nach jeder Strophe die Gegenstände in der passenden Farbe in die Tischmitte oder in die Mitte des Stuhlkreises. Schauen Sie sich die Gegenstände zusammen mit den Senioren an und benennen sie nach und nach. Dann legen Sie ein Tuch über die zehn Dinge und nehmen einen Gegenstand weg. Nehmen Sie das Tuch wieder weg. Können die Senioren sich erinnern, welcher Gegenstand vorher noch da gewesen ist?
Bei der Strophe mit den bunten Kleidern legen Sie von jeder Farbe einen oder zwei Gegenstände in die Mitte. Hier könnte man beim Abdecken gut eine Sache gegen eine andere, neue austauschen. Was ist neu dazugekommen?

Der Text zum Lied

Grün
Grün, grün, grün sind alle meine Kleider
Grün, grün, grün ist alles was ich hab
Darum lieb ich alles was so grün ist
Weil mein Schatz ein Jägermeister ist
Darum lieb ich alles was so grün ist
Weil mein Schatz ein Jägermeister ist

Schwarz
Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Kleider

Weil mein Schatz ein Schornsteinfeger ist.

Weiß
Weiß, weiß, weiß sind alle meine Kleider

Weil mein Schatz ein Bäckermeister ist (Müller, Müller)

Blau
Blau, blau, blau sind alle meine Kleider

Weil mein Schatz ein Färber, Färber ist (Matrose)

Rot
Rot, rot, rot sind alle meine Kleider

Weil mein Schatz ein Reiter, Reiter ist

Bunt
Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider

Weil mein Schatz ein Maler, Maler ist

Den Text von „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ können Sie hier als Großdruck-Liedblatt ausdrucken



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Der Winter ist vergangen. Ein Bewegungslied im Frühling

Auch wenn es noch nicht ganz soweit ist, möchten wir mit diesem Bewegungslied schon einmal ein paar Frühlingsgefühle bei Ihnen einkehren lassen. Wir haben die ersten vier Strophen des Frühlingsliedes „Der Winter ist vergangen“ mit passenden Bewegungen untermalt, die von älteren Menschen gut nachgemacht werden können.
Unter dem Beitrag finden Sie zusätzlich die Melodie des Liedes, mit der Sie den Gesang begleiten können. Diese können Sie kostenlos abspielen und anhören. Das Bewegungslied kann sowohl für Gruppen mit Teilnehmern im Sitzen eine schöne Bewegungsanregung sein, als auch für Senioren, die noch gut stehen können.

Der Winter ist vergangen. Ein Bewegungslied im Frühling

1. Der Winter ist vergangen
– die Hände vor dem Körper öffnen, die Handflächen zeigen dabei nach oben –

Ich seh des Maiens Schein
– mit dem Kopf nicken –

Ich seh die Blümlein prangen
– beide Hände wie eine Schale formen, in der eine Blüte liegt, die fiktive Blüte anschauen –

Des ist mein Herz erfreut
– beide Hände auf die Brust legen –

So fern in jenem Tale
– mit dem Zeigefinger in die Ferne zeigen –

Da ist gar lustig sein
– im Takt klatschen –

Da singt die Nachtigalle
– eine Hand hinter ein Ohr legen –

Und manch Waldvögelein
– mit beiden Armen seitlich Flügelschlagen imitieren –

2. Ich geh den Maien hauen
– pantomimisch einen Baum mit einer Axt schlagen –

Wohl durch das grüne Gras
– Beine und Füße auf der Stelle so bewegen, als würde über eine Wiese gehen –

Schenk meinem Buhl die Treue
– die Hände so öffnen, als würde man jemandem ein Geschenk überreichen –

Die mir die Liebste was
– beide Hände übereinander auf die Brust legen –

Und ruf, dass sie mag kommen
– die Hände zu einem Trichter um den Mund formen, dabei nach oben blicken –

wohl an dem Fenster stahn
– einen Fensterrahmen in die Luft malen –

Empfangen den Mai mit Blumen
– jemandem einen fiktiven Blumenstrauß überreichen –

Er ist gar wohlgetan
– freundlich nicken –

3. Und als die Allerliebste
– ein Herz in die Luft malen –

sein Reden hatt gehört
– mit dem rechten Zeigefinger an das rechte Ohrläppchen tippen –

da stand sie Traurigliche
– durch ein fiktives Fenster schauen, die Arme af einem „Fensterbrett“ abstützen –

und sprach zu ihm ein Wort
– den rechten Zeigefinger heben –

„Ich hab den Mai empfangen
– ein fiktives Geschenk annehmen –

mit großer Würdigkeit!“
– die rechte Hand aufs Herz legen –

Er küßt sie an die Wangen
– sich selbst einen Kuss auf den linken Handrücken geben –

war das nicht Ehrbarkeit?
– freundlich mit dem Kopf nicken –

4. Er nahm sie sonder Trauern
– die rechte Hand ausstrecken, als würde man jemanden zum Tanzen auffordern –

in seine Arme blank,
– beide Arme um den eigenen Körper legen –

der Wächter auf den Mauern
– wie ein Soldat gerade stehen –

hob an sein Lied und sang:
– mit beiden Händen einen Trichter um den Mund formen –

Ist jemand noch darinnen,
– ein Fragezeichen in die Luft malen –

der mag jetzt heimwärts gehen.
– auf der Stelle gehen –

ich seh den Tag aufdringen
– eine Hand an die Stirn schützend über die Augen legen und in die Ferne schauen –

wohl durch die Wolken schön.
– mit beiden Zeigefingern eine Wolke in die Luft malen –

Die Melodie der ersten vier Strophen von „Der Winter ist vergangen“ als MP3-Download

*Bewegung*

Sinnesspiele für Senioren – Hören. Wer kennt das Lied?

In diesem Sinnesspiel steht das Hören im Mittelpunkt. Gesucht werden bekannte Schlager oder Volkslieder, die anhand von kurzen musikalischen Ausschnitten erkannt werden sollen.
Ein Hinweis: Stellen Sie vor Beginn der Übung fest, dass das Hörvermögen der Mitspielenden ausreicht, um die Einspieler zu erkennen. Wenn die Senioren die Musik gar nicht oder zu schlecht hören, wäre das einfach sehr frustrierend…

Sinnesspiele für Senioren – Hören. Wer kennt das Lied?

Materialien
Bekannte Schlager und Volkslieder (auf CD, Mp3, USB-Stick…)
Ein Gerät zum Abspielen der Lieder

Vorbereitungen und Spielaufbau
Bereiten Sie einen Raum vor, in dessen Umgebung sich die Senioren möglichst gut konzentrieren können. Die Teilnehmer können entweder um einen großen Tisch herum, oder in einem Stuhlkreis sitzen. Platzieren Sie das Abspielgerät so, dass man die Musik an jedem Platz gut hören kann. Bei diesem Sinnesspiel sollte man die Sitzordnung etwas im Auge behalten: Mitspieler, die ein Hörgerät tragen, sollten etwas weiter von den Lautsprechern entfernt sitzen. Senioren, die ein eingeschränktes Hörvermögen haben, jedoch kein Hörgerät tragen, können gerne nah an der Musikquelle sitzen. Machen Sie, bevor Sie mit dem Spiel beginnen, mit einem beliebigen Lied (das nicht Teil der Übung ist) einen Test, ob alle die Musik gut hören können.

So wird gespielt
Spielen Sie jeweils die ersten Takte eines bekannten Volksliedes oder Schlagers an. Je kürzer die Sequenz, desto schwieriger wird das Raten. Fragen Sie die Senioren, ob sie das Lied erkannt haben. Wurde der Titel erraten, spielen Sie die erste Strophe und den Refrain einmal komplett ab. Meist schließen wir noch ein gemeinsames Singen an und singen das Lied in der Gruppe. Das ist mit oder ohne musikalische oder instrumentale Begleitung möglich.

Varianten
Die Länger der musikalischen Sequenzen passen Sie einfach an die Fähigkeiten der teilnehmenden Senioren an. Manchmal ist es auch von Liedtitel zu Liedtitel abhängig, wie schnell das Volkslied oder der Schlager erkannt werden. Das kann zum Beispiel am Bekanntheitsgrad des Titels liegen oder aber auch an der Art des Intros.
Versuchen Sie doch mal, eine beliebige Textzeile aus der Mitte anzuspielen. Oder Sie machen für die etwas fitteren Senioren eine spannende Raterunde aus dem Musikrätsel. Teilen Sie dafür Blätter und Stifte aus uns spielen Sie kurze Ausschnitte von drei bis fünf Titeln hintereinander an. Die Senioren sollen die erkannten Titel aufschreiben. Konnten alle Titel erkannt und notiert werden?

Informieren Sie sich im Rahmen von Wahrnehmungsübungen und Sinnesspielen gerne bei uns auch über Basale Stimulation bei Demenz .



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Die beliebtesten deutschen Volkslieder

80 Lieder auf 2 CDs, incl. Liederbuch

Herausgeber: Musikverlag Monika Hildner

Inhalt

Die beliebtesten deutschen Volkslieder* –  das sind 80 bekannte und beliebte deutsche Volkslieder in einem Liederbuch zusammengefasst und mit Gesang und passender Instrumentalbegleitung auf 2 Cds aufgenommen. Das Liederbuch beinhaltet neben dem Text auch die Noten für Klavier/Keyboard, Gitarre, Flöte oder das Akkordeon.
Das Gesamtpaket umfasst das Liederbuch (Spiralbindung), entweder im Format A5 oder A4, und je zwei Musik-CDs.

Höhen und Tiefen

Ehrlich gesagt war ich beim Reinhören in die Cds, was das Arrangement und die Aufnahmequalität der Lieder angeht, positiv überrascht. Die Lieder sind professionell eingesungen, werden teilweise sogar durch mehrstimmigen Chorgesang begleitet und durchweg instrumental begleitet. Um Ihnen einen Eindruck des Musik-Arrangements zu vermitteln ist glaube ich der Begriff „Heimatlieder“ der richtige Ausdruck.
Die Liedauswahl reicht von den klassischen Wanderliedern über Tanz-, Abend- und Schlaflieder bis hin zu den bekannten Volksliedern über Freundschaft und Liebe. Besonders hervorzuheben sind Lieder wie „Freude schöner Götterfunken“, „Schneewalzer“, „Auf de schwäbsche Eisenbahne“, „Das Steigerlied“ aus dem Ruhrgebiet und die Klassiker aus dem Norden „Dat du min Leevsten büst“, „Rolling home“ oder „Hamburg ist ein schönes Städtchen“, mit denen man bestimmt bei dem einen oder anderen Heimatgefühle wecken kann.
Die Lieder auf den Cds eignen sich sowohl zum Zuhören, Mitschunkeln, als auch zum gemeinsamen Singen. Mit den beiliegenden Noten können die Lieder auch leicht selbst instrumental begleitet werden. Noten und Text sind ausreichend groß abgedruckt und können auch im Format A5 gut lesen werden. Für die Senioren selbst würde ich allerdings sicherheitshalber die Noten im Format A4 empfehlen.
Einen Punkt Abzug gibt es dafür, dass die Lieder zwar vollständig abgedruckt, auf den Cds allerdings nicht komplett eingesungen sind (und dies auch nicht ersichtlich ist). Das heißt, dass zwar fünf Strophen im Text stehen, jedoch nur Strophe 1 und 3 gesungen wird. Das würde mit Sicherheit in Gesangsrunden mit Senioren und Menschen mit Demenz zu Verwirrung führen. Hören Sie sich die Lieder deshalb einmal an bevor Sie sie einspielen.
Das Preis- Leistungsverhältnis ist mit 9,95€ (A5) und 14,95€ (A4) absolut in Ordnung. Ein kurzes Vorwort, bei dem es nicht nur um die Kopierrechte geht, käme dem Gesamtpaket bestimmt zu Gute.

Fazit

Wer auf der Suche nach Noten und Begleitmusik für Aktivierungen, Singkreise und kleine Feste mit bekannten und beliebten deutschen Volksliedern ist, wird in „Die beliebten deutschen Volkslieder“ fündig. Das Materialpaket ist besonders für die Seniorenarbeit und die Begleitung von demenziell veränderten Menschen geeignet.

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Schauen Sie sich hier unsere Übersichten über beliebte Frühlingslieder und Herbstlieder für die Seniorenarbeit an.

SingLiesel: Singen-Erleben-Erinnern

Die schönsten Volkslieder

Verlag: SingLiesel GmbH

Inhalt

SingLiesel. Die schönsten Volkslieder*. Die „SingLiesel Singen-Erleben-Erinnern. Die schönsten Volkslieder“ enthält die drei Volkslieder „Kein schöner Land in dieser Zeit“, „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ und „Horch, was kommt von draußen rein“. Jedes Lied ist auf einer Doppelseite bildlich dargestellt und wird durch haptische Elemente unterstützt. Wenn man auf der jeweiligen Seite auf einen großen roten Knopf drückt, ertönt das Lied in klarem A-Capella-Gesang.

Höhen und Tiefen

Die Singliesel ist ein relativ dickes Buch und die Seiten bestehen aus hartem Karton, der sich sehr gut greifen lässt. Die Illustrationen enthalten immer auch viele große Elemente, so dass sie in großen Teilen auch für Menschen mit Einschränkungen der Sehfähigkeit interessant sind. Die haptischen Elemente laden zum Fühlen ein und regen die Neugier der Menschen an.
Es ist natürlich schade, dass das Buch „nur“ drei Lieder enthält, ich nehme allerdings an, dass sich sonst keine so gute Klangqualität hätte verwirklichen lassen. Dafür, dass es nur drei Lieder sind, ist die Auswahl sehr gut getroffen. Die ausgewählten Volkslieder sollten wirklich (fast) jedem bekannt sein. Das „Musik“ ein wunderbares Medium für die Betreuung von Menschen mit Demenz ist, dürfte mittlerweile wirklich überall angekommen sein. Insgesamt ist der hochkarätig besetzte „Experten-Beirat“ bei Idee und Umsetzung der „SingLiesel“ zu spüren.

Fazit

Dreißig Euro für ein Buch, dass gerade mal 3 Lieder enthält, erscheint im ersten Moment sehr happig. Ich habe allerdings zuvor auch noch kein Buch mit einer so guten Akustik in den Händen halten dürfen. Die Auswahl der Lieder überzeugt ebenso wie die haptischen Elemente. Das Buch ist ein richtiger Schatz und stellt in der Aktivierung und Betreuung von Menschen mit Demenz eine wertvolle Bereicherung dar. Es eignet sich sowohl für die „Selbstbeschäftigung“ (das kommt natürlich auf die individuellen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz an) als auch für für Einzel- und Gruppenangebote.

Das Buch jetzt bei Amazon ansehen!*

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Vermischte Liedtitel zum Thema Erntedank. Ein Rätsel auf einem Arbeitsblatt für Senioren

Auf dem vorliegenden Arbeitsblatt haben sich jeweils zwei bekannte Liedtitel miteinander vermischt. Die Lieder passen gut zum Erntedankfest.

erntedank-verhedderte-liedtitel-arbeitsblatt

Musikalische Angebote sind bei Menschen mit Demenz sehr beliebt. Ob in Bewegungsrunden, Gedächtnistrainingseinheiten oder im Rahmen der gezielten Biografiearbeit – Angebote mit Musik haben eine viel größere Wirkung und sprechen die Betroffenen meist viel besser an. Deshalb singen Sie ruhig mit den Teilnehmenden im Anschluss an die Bearbeitung des Arbeitsblattes, und schwelgen Sie ein wenig in Erinnerungen an vergangene Spätsommertage…

Das sind die Lösungen des Arbeitsblattes

Spann den Wagen an, wir pflügen!
Hejo, spann den Wagen an
Wir pflügen und wir streuen

Es klappert in meinem Apfel.
In meinem kleinen Apfel
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach

Mehr zu speziellen Aktivierungsangeboten für Menschen mit Demenz finden Sie unter dem Stichwort Aktivierung Demenz .



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SingLiesel. Die schönsten Lieder für heitere Stunden

Singen – Erleben – Erinnern

Inhalt

SingLiesel Singen-Erleben-Erinnern. Die schönsten Lieder für heitere Stunden* enthält die drei Volkslieder „Schneewalzer“, „Die Tiroler sind lustig“ und „Trink, Brüderlein, trink“. Jedes Lied ist auf einer Doppelseite bildlich dargestellt und wird durch haptische Elemente unterstützt. Wenn man auf der jeweiligen Seite auf einen großen roten, mit Stoff überzogenen, Knopf drückt, ertönt das Lied in klarem A-Capella-Gesang.

Höhen und Tiefen

Die SingLiesel ist ein relativ dickes Buch. Die Seiten bestehen aus festem Karton, der sich sehr gut greifen lässt und somit auch für Menschen mit motorischen Einschränkungen gut geeignet ist. Die Bilder enthalten viele große Elemente, so dass sie in großen Teilen auch für Menschen mit Einschränkungen der Sehfähigkeit interessant sind. Sie verbreiten eine positive Grundstimmung und regen durch ihren engen Bezug zur Biografie vieler Menschen mit Demenz zum erzählen an. Die haptischen Elemente laden zum Fühlen und Entdecken ein und regen die Neugier der Menschen an (sehen Sie sich hierzu auch unseren Fachartikel zum Thema Basale Stimulation bei Demenz an).
Das Buch zeugt in Bezug auf die ausgewählten Materialien, den Klang und die Auswahl der Lieder von hoher Qualität, trotzdem, oder gerade weil es nur drei Lieder enthält.

Fazit

Fast dreißig Euro für ein Buch, dass gerade mal 3 Lieder enthält, erscheint im ersten Moment sehr happig. Ich habe allerdings zuvor auch noch kein Buch mit einer so guten Akustik in den Händen halten dürfen. Die Auswahl der Lieder überzeugt ebenso wie die haptischen Elemente. Das Buch ist ein richtiger Schatz und stellt in der Aktivierung und Betreuung von Menschen mit Demenz eine wertvolle Bereicherung dar. Es eignet sich sowohl für die „Selbstbeschäftigung“ (das kommt natürlich auf die individuellen Fähigkeiten und Interessen der Betroffenen und das Stadium der Erkrankung an) als auch für für Einzel- und Gruppenangebote.

Diese SingLiesel jetzt bei Amazon bestellen!*

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Singen mit Senioren. Aktivierung leicht gemacht. Das Interview

Im Gespräch mit Anke Kolodziej über Aktivierungsangebote für Senioren mit Musik und Gesang

Hallo Frau Kolodziej, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Anke Kolodziej, ich bin 54 Jahre alt und seit über 30 Jahren in der Altenarbeit tätig, wenngleich in unterschiedlichen Bereichen. Nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester habe ich als Gemeindeschwester gearbeitet, bevor ich dann das Studium zur Diplom-Sozialpädagogin begonnen habe. Seitdem arbeite ich im Sozialen Dienst in stationären Einrichtungen mit alten Menschen. Um dem Geheimnis der Musik noch reflektierter und intensiver auf die Spur zu kommen, habe ich dann 2011 eine Weiterbildung zur Musikgeragogin an der Fachhochschule in Münster absolviert. Jeder Tag mit Musik ist spannend, ob beruflich oder privat…

Aktivierungen, in denen Gesungen wird, sind für die Senioren und auch die Betreuenden häufig ganz besondere Angebote, aus denen die meisten positive Gefühle mit hinausnehmen. Was geschieht beim gemeinsamen Singen, oder auch nur beim Zuhören?

Es ist nicht immer ganz leicht, eine Gruppe von unterschiedlichen Menschen zu etwas Gemeinsamen einzuladen. Beim Singen (vorausgesetzt, Sie wählen ein Lied mit einem hohen Bekanntheits – und Beliebtheitsgrad) kann jeder mitmachen, unabhängig von sozialen Prägungen, dem Alter, dem Bildungsniveau oder körperlichen Einschränkungen. Der Sänger fühlt sich als Teil eines Ganzen; das aktive Tun stärkt das Selbstwertgefühl und löst meistens Emotionen des Wohlbefindens aus. Auch das passive Zuhören stellt eine Form der Teilhabe am sozialen Geschehen dar und man kann sich zugehörig fühlen. Insbesondere für Senioren, die früher häufig und selbstverständlich bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten mit der Familie und Freunden gesungen haben, gilt ein Angebot zum Singen als auffordernde Geste von Menschen, die es „gut“ mit ihnen meinen

Warum ziehen uns bekannte Lieder oder Melodien so leicht in ihren Bann? Warum verknüpfen wir so viele Erinnerungen mit Musik?

Das Entscheidende zur Erklärung dieses Phänomens ist die spezifische Verarbeitung von Liedern im Gehirn. Dabei sind beide Gehirnhälften und große neuronale Netzwerke beteiligt. So werden nicht nur Tonfolgen, Rhythmen, Klangfarben und Wörter gespeichert, sondern auch stets die damit verbundenen Gefühle. Wir alle nutzen diesen Zauber, z. B. wenn wir traurig sind und uns mit einem Gute-Laune-Lied wieder aufmuntern wollen. Die Kehrseite der Medaille besteht darin, dass wir mit den Klängen eines für uns mit negativen Gefühlen besetzten Liedes, z.B. der Musik beim ersten Liebeskummer, auch erneut die schmerzvollen Erinnerungen daran auslösen.

Musik hat auf demenziell veränderte Menschen eine ganz besondere Wirkung. Viele Betroffene, die nicht mehr (für uns verständlich) sprechen können, singen ein ganzes Lied mit fünf oder mehr Strophen mit. Was bewirkt die Musik in diesen Momenten?

Bei der Alzheimer Krankheit, welche die häufigste Ursache für eine degenerative Demenz darstellt, beginnt der Abbauprozess zunächst im limbischen System und breitet sich anschließend über das gesamte Gehirn aus. Die Hörrinde bleibt jedoch weitgehend frei von den neuronalen Veränderungen. Somit werden auditive Reize noch erkannt, während visuelle Stimulationen und die isolierte Sprache schon nicht mehr abgerufen werden können. Sehr wohl aber können die Texte in Kombination mit einer Melodie noch reaktiviert werden. Da auch außermusikalische Ereignisse mit dem bekannten Lied verknüpft sind, z.B. dass die Großmutter beim Singen des Abendliedes immer auf dem Bett saß, dienen diese Lieder als wesentliche Erinnerungsaktivierung. In diesen Momenten spüren demenziell veränderte Menschen ein Stück ihrer Identität und sind stolz, dass sie etwas „leisten“ können, weil sie Wiederholungen erkennen oder den Verlauf der Melodie antizipieren können. Das gibt ihnen Orientierung und Sicherheit.

Aktivierungen mit Musik kann man auf ganz viele verschiedene Arten und Weisen gestalten. In Ihrem Buch Singen mit Senioren. Aktivierung leicht gemacht* stellen Sie ganze Aktivierungsstunden zu unterschiedlichen Themen vor. Wie ist die Idee zu diesem Buch entstanden?

Die Praxis zeigt, dass die mir anvertrauten Menschen bezüglich ihrer kognitiven Fähigkeiten immer heterogener werden. So habe ich nach einem Angebot gesucht, das sowohl orientierte als auch demente Menschen auf natürliche Art und Weise verbinden kann. Mit den in meinem Buch beschriebenen Singrunden gelingt es, alle Teilnehmer zu erreichen, da sie eine Mischung aus Gedächtnistraining und Musik beinhalten. Durch den Kontakt mit dem Verlag an der Ruhr (er testet seine Produkte u.a. in unserer Einrichtung) wurde ich dann motiviert, meine gesammelten Praxiserfahrungen auch für andere Kollegen zur Verfügung zu stellen.

Wonach suchen Sie die Themen und Lieder für die Aktivierungen aus?

Ich orientiere mich u.a. an den Jahreszeiten. Die Themen „Sterne“ oder „Himmel“, die oft in Weihnachtsliedern vorkommen, werden vorrangig im Dezember verwendet, während sich zur Karnevalszeit eher das Thema „Treue“ anbietet. Das übergreifende Liedgut der jetzigen älteren Generation ist mir durch die langjährige Praxis vertraut, und dennoch glauben Sie gar nicht, wie viele „neue“ alte Lieder die Senioren selber beigesteuert haben. Wichtig finde ich, dass Lieder aus verschiedenen Gattungen (Volkslieder, Schlager, Operettenlieder, Kirchenlieder etc.) vertreten sind, da jeder Teilnehmer über bestimmte Vorlieben verfügt.

Wie sollten Aktivierungsangebote mit Musik und/oder Gesang in der Seniorenarbeit aufgebaut sein? Gibt es etwas, das man in der Praxis beachten sollte?

Gerade beim Singen gibt es da einige hilfreiche Tipps:
Wählen Sie ein Liedgut, das Ihren Sängern vertraut ist!
Wählen Sie eine angemessene Tonhöhe, d.h. stimmen Sie das Lied 2-3 Töne tiefer als die Originaltonart an! Im Alter verändert sich die Stimme und zu hohe Töne frustrieren eher.
Wählen Sie ein angemessenes Tempo! In der Regel singen ältere Menschen lieber langsamer. Gerade bei Liedern mit schneller Wortfolge bleibt mehr Luft zum Atmen.
Lassen Sie das Lied ausklingen und verweilen Sie, damit aufkommende Stimmungen und Bilder nicht so einfach abgeschnitten werden!
Beobachten Sie Mimik und Körperhaltung der Sänger!
Singen Sie den Einzelnen Teilnehmern den Text mit Blickkontakt ins Gesicht! Dieses Ansingen motiviert auf wundersame Weise am besten.
Haben Sie selber Freude an Ihrem Tun; der Funke springt dann automatisch über!

Wie gestaltet man besondere musikalische Angebote für Menschen mit Demenz?

Demente Menschen erinnern die Lieder aus ihrer Kindheit und Jugendzeit am besten. Scheuen Sie sich also nicht, auch Kinderlieder zu verwenden! Knüpfen Sie immer an Vertrautes an – die bekannten Melodien sind wie ein Rettungsanker und dürfen auch mehrfach wiederholt werden! Natürlich ist es zusätzlich hilfreich, die Biografie der Sänger zu kennen, um eine individuelle Brücke zu ihnen zu schlagen. Bei Dementen kann man ganz auf Textvorlagen verzichten, da sie oftmals blättern, an dem Papier „nesteln“ und darüber das Singen ganz vergessen. Als Anleiter müssen Sie keine Effizienz Ihres Tuns unter Beweis stellen. Die Kraft der Musik wirkt – auch unter Umgehung aller denkerischen Prozesse.

Der Sommer nähert sich gerade in großen Schritten. Würden Sie uns zwei-drei Ideen für die Gestaltung von sommerlichen Aktivierungen verraten?

Ganz besonders wichtig bei sommerlichen Temperaturen ist das Trinken! Sie können einzeln nach warmen bzw. kalten Lieblingsgetränken fragen und dann Lieder mit dem Thema Trinken singen. Diese können Sie z. B. durch Fragen erraten lassen:
Frage: In welchem Lied zieht das Brüderchen die Stirn so kraus?
Antwort: Trink, trink Brüderchen trink…
Frage: In welchem Lied wird Wasser wie Moselwein getrunken?
Antwort: Lustig ist das Zigeunerleben…
Frage: Wie heißt das Lied, in dem ich meinen Schatz nicht rufen darf?
Antwort: Wenn alle Brünnlein fließen…
Wenn Sie die Lieder singen, können Sie die Inhalte pantomimisch darstellen.
Sie können natürlich auch nach speziellen Getränken in Liedern fragen. Z.B. Lieder über Wein, Bier etc. Die Internetrecherche erfolgt im Volkslieder- oder Schlagerarchiv mit dem eingegebenen Suchbegriff.

Was wünschen Sie sich von der Zukunft?

Ich träume von einem Umgang mit alten Menschen, bei dem der Begriff „Leistungsfähigkeit“ in keiner Relation zur Wertschätzung des Einzelnen steht. Der Einsatz von Musik sollte ein fester Bestandteil zur ganzheitlichen Aktivierung werden. Ein wichtiger Mosaikstein könnte die zunehmende Sensibilisierung der Pflegekräfte für die Wirksamkeiten der Musik sein. Wir dürfen diesen unvergleichbaren, unendlich großen Schatz nicht ungenutzt lassen und sollten neben den offensichtlichen, naheliegenden Reaktionen auch empfänglich für Überraschungen sein, denn Musik ist zum Teil ein Mysterium.

Herzlichen Dank, Frau Kolodziej!!!

Zur Buchvorstellung von „Singen mit Senioren. Aktivierung leicht gemacht“

Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Dies ist eine Liedergeschichte zu dem Frühlingslied „Der Mai ist gekommen“. Lesen Sie die Geschichte langsam vor. An den entsprechenden Stellen wird die angegebene Strophe des beliebten Volksliedes von allen gesungen.

Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Emil denkt immer wieder gerne an seine Schulzeit zurück. Schon bevor er in die Schule kam, freute er sich wahnsinnig darauf, endlich ein Schulkind zu werden. Und er war sehr neugierig, was ihn in der Schule wohl erwarten würde. Damals hatten seine Freunde ihm schon viel über die Schule erzählt, und er konnte es kaum erwarten, sich auch jeden Morgen auf den Weg dorthin zu machen…

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

Bevor es losging, wurde natürlich der Schulweg geübt. Emil erinnert sich noch ganz genau daran, wie er mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester immer wieder zur Schule hin und wieder nach Hause spaziert war. Emil kannte den Weg schnell wie seine Westentasche. Doch seine Mutter wollte wirklich sichergehen, dass er auch ja jede Straßenecke auf seinem Weg kannte, und beim Straße überqueren auf die Autos achtete.
Irgendwann war aber auch sie beruhigt und konnte ihren Jungen mit einem guten Gefühl zur Schule gehen lassen…

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt‘!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

Nach dem Sommer war Emils großer Tag dann endlich da: sein erster Schultag. Schon die Nacht davor konnte er vor Aufregung kaum schlafen. Mit großen Augen und offenem Mund betrat er das Schulgebäude und inspizierte neugierig seinen Klassenraum. Seine Klassenkameraden waren sehr nett, viele kannte er schon aus der Nachbarschaft. Und so konnten sie in den Pausen schon gleich zusammen spielen, klettern und um die Wette rennen. Emil fühlte sich dort vom ersten Tag an pudelwohl…

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

Natürlich waren manche Lehrer auch streng und Emil und seine Klassenkameraden mussten auch mal nachsitzen. Dafür war der Nachhauseweg dann meist umso lustiger. Aber eigentlich haben, was seine Erinnerungen betrifft, die schönen Momente überwogen. Emil war sogar Mitglied im Schulchor gewesen, mit dem er seine ersten Reisen in fremde Städte unternommen hatte, die weiter als zwei Autostunden von zuhause entfernt waren. Er ist sich bis heute sicher, dass diese kurzen Reisen seine Entdeckerlust auf neue Orte, Städte und Länder geweckt haben, die ihn bis heute immer wieder in die Ferne lockt…

Und abends im Städtchen, da kehr‘ ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing‘ ich dazu.

Als Emil schon älter war, sind er und eine Klassenkameraden regelmäßig am Wochenende wandern gegangen. Am Lagerfeuer wurde gegrillt, gemeinsam gesungen und auch das eine oder andere Mal unter freiem Himmel übernachtet. Fast immer, wenn Emil heute einen Waldspaziergang unternimmt oder durch die Felder streift, denkt er an diese unbekümmerten Tage seiner Jugend zurück.
Diese Unbekümmertheit fehlt ihm heute manchmal. Jetzt, wo er selbst für Lohn und Brot verantwortlich ist, hat er weniger Zeit für die Natur. Und auch die Klassenkameraden wohnen nicht mehr alle in der Nachbarschaft. Aber er ist sich sicher, dass ihn die Zeit mit seinen Freunde früher für seine verantwortungsvollen Aufgaben heute gestärkt haben…

Und find ich keine Herberg‘, so lieg‘ ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh‘ das Morgenrot mich wach.

Emil ist nun selbst Vater und darf seine kleine Tochter in der nächsten Woche das erste Mal in die Schule begleiten. Vieles hat sich seit seiner Schulzeit früher verändert. Aber auch er sorgt sich nun, wie früher seine Mutter, dass seine Tochter sicher in die Schule und wieder nach Hause kommt. Manches ändert sich eben, und manches bleibt…
Was bleibt, ist die Neugierde in den Augen seiner Tochter, die sich sehr auf ihre Einschulung freut. Und Emil, der nun lernen muss loszulassen, damit seine Tochter die gleichen Abenteuer erleben und Erfahrungen machen darf, wie er früher – in der weiten weiten Welt…

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!



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Wie im zweiten Frühling. Eine Liedergeschichte zu „Es tönen die Lieder“

Für Ihre Beschäftigungsangebote mit Senioren und Menschen mit Demenz im Frühling haben wir zu dem bekannten Frühlingslied bzw. Kanon „Es tönen die Lieder“ eine kostenlose Liedergeschichte geschrieben. Lesen Sie die Geschichte in Ihren Aktivierungsangeboten vor und singen Sie mit den Senioren an den angegebenen Stellen das Lied „Es tönen die Lieder“.

Wie im zweiten Frühling. Eine Liedergeschichte zu „Es tönen die Lieder“

Harald konnte es kaum glauben. Auf seine alten Tage hatte er sich wirklich noch einmal richtig verliebt. Terese hieß seine Angebetete, sie hatten sich einfach in der Straßenbahn kennengelernt, obwohl sie gar nicht auf der Suche nach neuen Partnern waren. Harald fuhr oft mit der Straßenbahn. Und so kam es, dass er und Terese sich regelmäßig morgens auf dem Weg in die Stadt in der Straßenbahn getroffen hatte.
Für Harald war es sofort klar, dass Terese etwas ganz besonderes sein musste…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Irgedwann hatte er seinen ganzen Mut zusammengenommen und Terese angesprochen. Sie unterhielten sich über Gott und die Welt und auch Terese schien Harald gerne in der Straßenbahn zu treffen. Doch irgendwann, und zwar eigentlich genau an der Haltestelle „Bahnhofstraße“, musste Terese immer aussteigen. In der Nähe der Haltestelle wohnte ihre Tochter, die Terese jeden Morgen besuchte, um auf ihre Enkel aufzupassen. Immer wenn Harald Terese in der Bahn sah, ging ein Kribbeln durch seinen ganzen Körper. Von Kopf bis Fuß. Und stieg sie aus, verfinsterte sich seine Mine und er hatte den Rest des Tages schlechte Laune…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Eines Tages geschah etwas Merkwürdiges. Harald sah schon die Haltestelle „Bahnhofstraße“ kommen und war gerade dabei, das Gespräch langsam zu beenden und sich von Terese zu verabschieden – aber sie stieg gar nicht aus. Terese lächelte den verdutzten Harald an. „Ich hab den Vormittag frei, mein Enkel geht jetzt in den Kindergarten. Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“ Harald wusste gar nicht, wie ihm geschah. Natürlich wollte er! Er musste sich dreimal räuspern, ehe er ein leises „Ja, gerne“ stotterte.

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Aus dem einen Kaffee wurde ein ganzer Vormittag. Aus dem einen Vormittag wurden mehrere. Irgendwann traute Harald sich, Terese zu fragen, ob sie nicht mit ihm Tanzen gehen würde. Terese nahm die Einladung gerne an. An diesem Abend tanzten sie – bis ihnen die Füße wehtaten. Und für Harald war es der schönste Abend seit langem…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Terese und Harald waren nach kurzer Zeit ein richtiges Paar geworden – mit allem drum und dran. Sie lachten zusammen, weinten zusamen, unternahmen Ausflüge, besserten ihre Tanzkünste in gemeinsamen Tanzstunden auf, machten Spaziergänge in der Natur, lasen zusammen, und machten einfach das, woran sie Freude hatten.
Aus ihrem ersten gemeinsamen Kaffee war ein richtiges Ritual geworden. Fortan gingen sie jeden Morgen zur Straßenbahnhaltestelle und fuhren zusammen in das besagte Café, um dort einen Kaffee zu trinken.

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Und Harald war sich sicher: Das musste der zweite Frühling sein!



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