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Ich geh nach Hause!

111 Tipps zum Umgang mit Menschen mit Demenz

Autor: Uli Zeller
Verlag: Verlag an der Ruhr

Inhalt

ist ein Begleitbuch und Ratgeber für Betreuungskräfte, Pflegekräfte und Ehrenamtliche, die Menschen mit Demenz im ambulanten oder stationären Bereich, aber auch zuhause begleiten.
Das Buch ist durch die Kapitel 1. Meine Rolle, 2. Erinnerungen wecken, 3. Kommunikation, 4. (Herausforderndes) Verhalten, 5. Humor, 6. Verschiedene Sichtweisen: schwierige Angehörige und Kollegen, 7. Durch das Jahr und 8. Sterben gegliedert.

Höhen und Tiefen

In diesem Fall möchte ich einmal das Fazit vorwegnehmen ;-). Das Buch zu kaufen lohnt sich! Für Pflege- und Betreuungskräfte, und für alle, die Senioren und Menschen mit Demenz auf ihrem Weg begleiten.
Uli Zeller gelingt es wieder auf seine ganz besondere Art und Weise, einen Ratgeber so mit Fallbeispielen, eigenen Erfahrungen, guten Argumenten und Hintergrundwissen auszustatten, dass es Freude macht, ihn zu lesen. Und man – und das ist ja das eigentliche Hauptziel – sehr viel für den Berufsalltag und die Begleitung von Menschen mit Demenz mitnehmen kann. Mit den schon erwähnten Fallbeispielen und Geschichten bezieht der Autor auch immer wieder uns Leser in die Situationen ein und betrachtet den Alltag in der Seniorenarbeit mit ganz vielen unterschiedlichen Facetten. Von der Selbstfürsorge der Pflegenden und Betreuenden, über den wertschätzenden Umgang mit Menschen mit Demenz, wichtige Kommunikationsstrategien, herausforderndes Verhalten, Humor, den Umgang mit Konfliktsituationen, jahreszeitlichen Aktivierungstipps bis hin zur Sterbebegleitung spricht Uli Zeller jedes wichtige Element aus dem Alltag, der Pflege und Betreuung demenziell veränderter Menschen an. Zu vielen praktischen Tipps kommen zahlreiche Anregungen zur Selbstreflektion dazu.
Das Taschenbuch kostet 12,99 €, was absolut angemessen ist!
Wir empfehlen es Pflegekräften, Betreuungskräften und auch Menschen, die Menschen mit Demenz ehrenamtlich begleiten.

Fazit

„Ich geh nach Hause“ bekommt eine absolute Kaufempfehlung von uns. Das Buch ist ein umfassender und praxisorientierter Ratgeber, der sich durch den Erfahrungsschatz der Autors auszeichnet und durch die vielen Fallbeispiele gut zu lesen und zu verstehen ist. Die Geschichten und Situationen, die Uli Zeller beschreibt, hat bestimmt jeder, der in der Seniorenarbeit tätig ist, schon einmal so erlebt.
Die Tipps sind aus der Praxis für die Praxis bestimmt und schaffen für die eine oder andere Situation im Pflege- und Betreuungsalltag vielleicht nochmal eine andere Sichtweise.

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Hinlauftendenzen…

Fremder Ort, fremde Gesichter,
Lange Flure, gedämpfte Lichter.
Eine Frau, die mich beim Namen nennt.
Ich weiß einfach nicht, woher sie mich kennt.

 

Ich weiß nicht, wie bin ich hierher gekommen.
Irgendwer, hat mich einfach mitgenommen.
Die Frau sagt das hier wäre MEIN Zimmer.
Glaubt die ich bleib hier? Etwa für immer?

 

Liebe Frau, wo sind meine Sachen?
Wo soll ich hin? Was soll ich machen?
Die Frau sagt, mein Betreuer kümmert sich schon!
Ein Betreuer? Für mich? Was für ein Hohn!

 

Laute Schreie im Nachbarzimmer.
Da leidet Jemand! Es wird immer schlimmer…
Die Frau sagt: „Das ist nur Frau Schmidt.“
Sie hört nicht auf. Ich schreie gleich mit.

 

Die Frau sagt, es gibt jetzt etwas zu essen.
Ich ess hier nichts, das kann sie vergessen.
Die Frau bringt mir das Essen aufs Zimmer.
Es schmeckt wie Pappe- nur etwas schlimmer.

 

Und plötzlich, fällt es mir siedend heiß ein.
Mein Mann nicht zu Hause, die Kinder noch klein.
Ich muss auf dem schnellsten Wege nach Haus!
Wo ist die Tür? Wie komm ich hier raus?

 

Die Frau meint, ich dürfte das Haus nicht verlassen.
Hat die `ne Meise? Ich kann es kaum fassen!
Meine Kinder sind doch allein!
Die sind doch ganz hilflos, sie sind doch noch klein.

 

Irgendwie, werd ich die Türe schon finden.
Irgendwie das Gefängnis hier überwinden.
Die Hände zittern, Aufregung pur.
Ich brech gleich zusammen. Was mach ich nur?

 

Die Frau bingt mir plötzlich das Telefon:
„Nehm Sie den Hörer, es ist Ihr Sohn!“
Ich schaff es, mich an die Wand zu lehnen.
„Christian“, sag ich- mir kommen die Tränen.

 

„Mama, ich höre: Es geht dir nicht gut.“
Er tröstet mich, macht mir etwas Mut
Na, dann werd ich es heute nochmal versuchen
Morgen, kommt mich Christian besuchen.

 



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Warum man Senioren ein bisschen mehr wie Kinder behandeln sollte…

…und Kinder ein bisschen mehr wie Senioren?

Sind Senioren wie Kinder?Die Überschrift ist provokant gewählt und kann so ohne Erklärungen sicher nicht stehen bleiben. Eins vorweg: Mit der Überschrift ist nicht gemeint, dass man Senioren „erziehen“ sollte und auch, dass man die Lebensleistung anerkennen muss, möchte ich nicht in Frage stellen. Es geht mir um etwas anderes.

Vor drei Wochen war ich zu Besuch in einem Altenheim und als ich über den Flur ging, hörte ich eine Frau in einem Zimmer mit vor Angst erfüllter Stimme „Hilfe! Hilfe“ Hilfe!“ rufen.

Das hat mich nicht weiter irritiert. Leider kenne ich solche Bewohner auch aus meiner eigenen Arbeit. Ich weiß auch: Kein Altenheim ist personell so gut ausgestattet, dass immer jemand bei dieser Frau bleiben kann. In gutem Glauben gehe ich davon aus, dass sich regelmäßig Mitarbeiter um diese Dame kümmern und ihr so viele Momente der Ruhe schenken, wie möglich.

Was mich irritiert hat war etwas anderes: Die Pflegekraft, die mich durch die Gänge führte, sagte zu mir: „Die hat nichts, die schreit nur so!“ Ich kenne andere Situationen, in denen Pflege- oder Betreuungskräfte sogar davon ausgehen, dass Bewohner schreien um sie zu ärgern.

Die schreit nur so?

Ich denke nicht. Ich glaube nicht, dass Menschen „nur so“ schreien. Ich glaube eher, dass diese Frau aus einer Not heraus geschrien hat. Vielleicht kann man den Grund der Not nicht immer erkennen. Vielleicht kann man nicht sehen, warum die Frau „Hilfe“ braucht. Das heißt nicht, dass die Not nicht da ist. In Generationen vor meiner hatten viele Eltern eine ähnliche Einstellung gegenüber Babys, wie die Pflegekraft gegenüber der Bewohnerin. Zum Glück kenne ich heute keine Eltern mehr, die glauben ihr Baby schreit um sie zu „ärgern“ (was leider nicht heißt, dass es sie gar nicht mehr gibt). Auch wenn man manchmal nicht weiß, was die kleinen Menschlinge haben, auch wenn man manchmal mit seinem Latein am Ende ist: Menschen schreien nicht „nur so“. Davon bin ich überzeugt.

Auch Kinder sind Individuen

Wenn man ein Baby bekommt, wird man von Ärzten, Jugendamt, Hebammen und Krankenhäusern mit allerlei schlauen Ratgebern ausgestattet. Als mein Sohn damals zur Welt kam, habe ich mir diese Ratgeber noch zu Herzen genommen. Dort stand auch ganz genau, wann Babys den ersten Brei essen sollten. Mein Sohn hatte die Ratgeber nicht gelesen und mochte mit 6 Monaten weder Möhrchen noch Banane. Jeder der Kinder hat weiß: Erziehungsrezepte gibt es nicht. Bei meiner Tochter mache ich vieles anders. Aber das wichtigste: Ich lese nicht in irgendwelchen Ratgebern was sie wann machen oder können sollte. Ich schaue sie mir an und achte auf ihre individuellen Bedürfnisse. In Ratgebern für Senioren ist der Hinweis, dass alle Menschen individuell sind mittlerweile fast immer enthalten. Bei Ratgebern für Kinder fehlt er leider noch häufig.

Sollte man also Senioren wie Kinder und Kinder wie Senioren behandeln?

Vielleicht ist das nicht die passende Beschreibung für das was ich meine. Was ich eigentlich sagen will ist: Lasst und achtsam auf die Bedürfnisse von Senioren achten. Lasst und achtsam auf die Bedürfnisse von Kindern achten. Lasst uns achtsam auf die Bedürfnisse von Menschen achten. Hinschauen, abwägen, wahrnehmen und Patentrezepte über Board werfen. Senioren sind Menschen und Kinder sind Menschen.

Lasst uns Menschen doch ein bisschen mehr wie Menschen behandeln!

Menschen mit Demenz begleiten ohne sich zu übefordern

Ein Ratgeber für Angehörige

Autor: Uli Zeller
Verlag: Brunnen

Inhalt

ist ein Ratgeber für Angehörige von Menschen mit Demenz. Das Buch beinhaltet folgende Kapitel:
1. Häufige Fragen über Demenz
2. Umgang mit Menschen mit Demenz
3. Gemeinsame Zeit sinnvoll gestalten
4. Gute Nachricht für Menschen mit Demenz
5. Tipps von Angehörigen für Angehörige
Neben grundlegenden Informationen rund um die Erkrankung an sich und den Umgang mit Menschen mit Demenz im Alltag erhalten Angehörige und Freunde von Betroffenen hier viele praktische Tipps – auch von anderen Angehörigen.

Höhen und Tiefen

Uli Zeller ist vielen von Ihnen bestimmt als Autor der Vorlese-Bücher
Frau Franke sagt Danke
Frau Krause macht Pause
oder
Frau Janzen geht Tanzen
bekannt. In seinem Ratgeber „Menschen mit Demenz begleiten ohne sich zu übefordern“ richtet er sich speziell an Angehörige, die Menschen mit Demenz – zuhause oder in Pflegeeinrichtungen – begleiten. Der gelernte Krankenpfleger und Theologe ist seit vielen Jahren als Betreuer und Seelsorger in einem Pflegeheim tätig und bringt dadurch einen reichen Erfahrungschatz aus der Begleitung von Menschen mit Demenz mit in diesen Ratgeber.
Das Buch ist verständlich geschrieben und beinhaltet viele Beispiele aus der Praxis, die das Geschriebene sehr gut veranschaulichen. Die Texte eignen sich gut für betroffene Angehörige oder Freunde von Menschen mit Demenz, die vorher keine oder nur wenige Berührungspunkte mit dem Krankheitsbild hatten. Neben den zahlreichen praktischen Tipps des Autors und Erzählungen von Angehörigen, die ebenfalls in dem Buch zu Wort kommen, findet man dort Adressen von Beratungsstellen, hilfreiche Telefonnummern und weitere Buchtipps.
Was besonders hervorzuheben ist, sind die alltagstauglichen und anschaulichen Darstellungen sowohl im Praxis- als auch im Theorieteil. Uli Zeller vermittelt mit seiner wertschätzenden und verständnisvollen Sicht auf Menschen mit Demenz eine sehr gute und fürsorgliche Umgangsweise mit den Betroffenen. Dabei gelingt es ihm sehr gut, deutlich zu machen, wie wichtig die Selbstfürsorge für die pflegenden Angehörigen ist und gibt stets den Appell, sich in allen Situationen auf Hilfe und Unterstützung einzulassen.
Für das letzte Kapitel hat der Autor Tipps von Angehörigen für Angehörige gesammelt, aus denen man sich die jeweiligen für einen selbst wichtigen informationen oder Ratschläge mitnehmen kann.
Ein guter Ratgeber für Angehörige, die das Krankheitsbild Demenz besser verstehen möchten und Unterstützung für den Umgang mit den Betroffenen suchen. Den Preis von 13,- € empfinden wir als völlig in Ordnung. Das Buch ist im Taschenbuchformat erhältlich.

Fazit

„Menschen mit Demenz begleiten“ von Uli Zeller ist ein hilfreicher Ratgeber für Angehörige und Freunde, die Menschen mit einer Demenz begleiten und verständliche Informationen über das Krankheitsbild und praktische Tipps für den Alltag suchen. Das Buch ist gut geschrieben, beinhaltet viele nützliche Informationen und lebt von den Erfahrungsberichten des Autors. Auch Angehörige von Menschen mit Demenz kommen hier zu Wort und plaudern aus ihrem Erfahrungsschatz.

Vor einiger Zeit haben wir ein Interview mit Uli Zeller auf Mal-alt-werden.de veröffentlicht. Das Interview Uli und die Demenz können Sie sich hier noch einmal anschauen.

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Suchen Sie Aktivierungsangebote oder Ideen für die Beschäftigung von Menschen mit Demenz? Dann schauen Sie doch bei uns unter dem Stichwort Aktivierung Demenz nach!

Demenz – Mit dem Vergessen leben

Ein Ratgeber für Betroffene

Autorinnen: Elisabeth Stechl, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Catarina Knüvener
Verlag: Mabuse

Inhalt

ist ein Ratgeber für Menschen, die sich im Frühstadium einer Demenzerkrankung befinden oder die sich überhaupt die Frage stellen, ob sie von der Krankheit betroffen sind. Angehörige von demenziell erkrankten Menschen finden hier Tipps für den Umgang mit den Betroffenen und alles Wissenwerte rund um unterstützende Angebote und zustehende Leistungen verschiedener Träger. Das Buch ist in die 5 übergeordneten Kapitel 1. Über die Krankheit, 2. Der Alltag mit Demenz aus Sicht der Betroffenen, 3. Der Alltag mit Demenz aus Sicht der Angehörigen, 4. Welche Angebote gibt es? und 5. Das Wichtigte in Kürze gegliedert.

Höhen und Tiefen

Dieser Ratgeber richtet sich direkt an Menschen, die Sorge haben, an einer Demenzerkrankung zu leiden oder am Anfang der Erkrankung stehen. Die Autorinnen erklären das Krankheitsbild, zeigen Abgrenzungen zu anderen ähnlichen Erkrankungen auf und geben einen Überblick, wie Behandungen aussehen können. In zwei voneinander unabhängigen Kapiteln wird die Demenzerkrankung einmal aus Sicht der Betroffenen beschrieben – Symptome, Tipps für den Umgang mit der Erkrankung und Problemlösestrategien – und einmal speziell für die Angehörigen. Viele Tipps, Informationen über Rechte, zuständige Behörden und praktische Ratschläge runden das Buch ab.
Dieser Ratgeber richtet sich wirklich an Betroffene und Angehörige. Er beinhaltet alles Wissenswerte rund um die Demenzerkrankung und schließt auch die Auswirkungen auf den Alltag, das soziale Umfeld, das Zusammenleben und Erleben innerhalb der Familie bzw. der pflegenden Angehörigen mit ein. Fallbeispiele, Erläuterungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und ERfahrunsberichte wechseln sich dabei ab und machen die Inhalte besonders gut verständlich.

Fazit

Demenz – mit dem Vergessen leben ist ein gut geschriebener, praxisorientierter Ratgeber für selbst Betroffene im Frühstadium und Angehörige von demenziell veränderten Menschen. Es umfasst alles Wissenswerte rund um das Krankheitsbild, Rechte auf Unterstützung und gibt viele hilfreiche Tipps für den Pflegealltag und den Umgang mit der Erkrankung – für beide Seiten. Laien auf dem Gebiet gibt es einen guten Einblick in das Krankheitsbild und die Auswirkungen, mit denen ein Leben verändert wird aber nicht sofort zuende sein muss.

Hier können Sie sich das Buch bei Mabuse direkt anschauen

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Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz. Die schönsten Spiel- und Beschäftigungsideen

ist eine Sammlung der schönsten Spiel- und Beschäftigungsideen für Menschen mit Demenz. In dem Buch finden Sie zahlreiche Spiele, die Sie alle selbst kostengünstig herstellen können und die sich speziell für Aktivierungsangebote mit demenziell veränderten Menschen eignen. Eine Vielzahl an Kopiervorlagen für Spielkarten, Bastelarbeiten, Geschichten, Bewegungsübungen, Gedichte, Gedächtnisübungen und Arbeitsblätter runden diesen praktischen Begleiter ab. Auch zahlreiche Fotos und Bilder stehen begleitend für die Erinnerungsarbeit zur freien Verfügung.

Spiele für Menschen mit Demenz – Die Kapitelübersicht

Das Buch beinhaltet Spielideen zu neun verschiedenen Spiele-Kategorien. Zu jedem der Spiele finden Sie außerdem verschiedene Varianten und Ergänzungen, mit denen sich die Spiele individuell abwandeln und an unterschiedliche Resourcen, sowie an die Stärken und Einschränkungen der mitspielenden Senioren, anpassen lassen.

Eine Übersicht über die verschiedenen Spiele-Kategorien finden Sie hier in der Übersicht:

  1. Kennenlernspiele
  2. Würfelspiele
  3. Zuordnungsspiele
  4. Bewegungsspiele
  5. Bewegungsgeschichten
  6. Puzzles
  7. Mit allen Sinnen (Wahrnehmungsspiele)
  8. Spielerisch das Gedächtnis trainieren
  9. Die Klassiker

Der Spieleaufbau

Alle Spiele in dem Buch haben den gleichen Aufbau. Bei einigen kommen Texte und/oder Kopiervorlagen hinzu, die Sie entweder bei den Spielen selbst oder im Anhang finden.

Und so sieht der Aufbau der einzelnen Spiele aus:

  • Material
    Eine kurze Übersicht über die benötigten Materialien für das entsprechende Spiel
  • Gestaltung und Aufbau
    Hier finden Sie einen Überblick dazu, was zu dem Aufbau und den Vorbereitungen gehört
  • Spielablauf
    Der Spielablauf im Detail
  • Varianten und Adaptionen
    Unter diesem Punkt finden Sie nun Varianten der Spiele und auch Vorschläge, wie Sie Übungen an verschiedene Zielgruppen anpassen können. Außerdem stehen hier auch viele Tipps, die Ihnen die Umsetzung der Spiele erleichtern bzw. Sie in Ihrer Rolle als Spielleitung unterstützen können.
  • Aktivierungen und Gesprächsimpulse
    Passend zu jedem Spiel finden Sie ergänzende Aktivierungen, die sich thematisch an den Spielideen angliedern und oft auch einen Ausgleich zur vorherigen Übung schaffen. Zum Beispiel folgt auf ein Konzentrationsspiel eine Bewegungsübung, auf ein Bewegungsspiel eine Entspannungsgeschichte oder auf ein Wahrnehmungsspiel eine Bastelarbeit.

Damit haben Sie die Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit überblicken zu können, welche Materialien Sie benötigen, wie Sie ggfs. Spiele abwandeln können oder welche Art von zusätzlichen Aktivierungen es zu den verschiedenen Themen gibt. Grundsätzlich lassen sich auch viele Ergänzungen oder auch die Aktivierungsideen untereinander austauschen. Passende Themenvorschläge für Varianten finden Sie bei den einzelnen Spielen. Sehen Sie dieses Buch auch immer wieder als Impulsgeber für neue kreative Ideen, die sich schnell und einfach umsetzen lassen.
Im Anschluss an jedes Spiel stehen Ihnen Vorschläge für weitere Aktivierungen zur Verfügung, die sich meist am gleichen Thema orientieren. Auch dazu finden Sie passende Materialvorschläge und Kopiervorlagen bereits im Buch. So steht einer umfangreichen Aktivierungsstunde nichts mehr im Wege.
Aktivierungsideen sind zum Beispiel Mitsprechgedichte, Bewegungsübungen, passende Lieder, Vorschläge für Gesprächsimpulse, Ideen für Wahrnehmungsübungen, Bastelanleitungen, biografische Fragen, kurze Geschichten und, und, und…

Spiele für Menschen mit Demenz. Was man beachten sollte

Alle Spiele wurden in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen konzipiert, sodass sie sowohl für Menschen mit Demenz als auch für fittere Senioren geeignet sind. Ein Hauptaugenmerk liegt bei diesem Praxisbuch jedoch auf der Begleitung demenziell veränderter Menschen. Was man besonders bei der Umsetzung von Gruppenangeboten mit Menschen mit Demenz beachten sollte, welche Möglichkeiten bei einer bedürfnisgerechten Begleitung für die Betroffenen entstehen, wie die Spiele gestaltet sein sollten und was für Sie als Gruppenleitung wichtig ist – das Alles finden Sie noch einmal übersichtlich in einem umfangreichen Einführungsteil und auch immer wieder bei den einzelnen Spielideen.

Das Buch können Sie sich hier bei Amazon ansehen!*

Wie wir Menschen mit Demenz begleiten. Lebensnah, wertschätzend und auf Augenhöhe

Als wir heute in unserer Redaktion mal wieder dabei waren, die Beiträge für die nächste Zeit zu planen, kamen wir darauf zu sprechen, was neben der bedürfnisorientierten und vielfältigen Angebotsplanung, bei der Begleitung von Menschen mit Demenz eigentlich besonders wichtig ist. Vielleicht sind das sogar die wichtigsten Dinge, die man sich im Umgang mit demenziell veränderten Menschen zu Herzen nehmen sollte…
Wir haben eine kleine Übersicht darüber erstellt, wie wir Menschen mit Demenz wertschätzend, biografieorientiert und auf Augenhöhe begleiten.

Die Nähe zur Biografie der Senioren

Alle Beschäftigungsangebote sollten so gestaltet ein, dass die Senioren, besonders was die Themen angeht, sich dort wiederfinden. Während sich höchst wahrscheinlich kein demenziell veränderter Mensch mit einem Handy auskennt, werden die meisten beherzt an der Wählscheibe drehen, wenn sie ein altes Telefon auf den Tisch stellen. Unterstreichen Sie Ihre Angebote möglichst auch immer mit Elementen, die die Wahrnehmung anregen. Das fördert die Erinnerungen und intensiviert das Erleben in diesen Momenten. Das können Dinge zum Anschauen und Anfassen sein, und – sofern die Sinneswahrnehmungen noch ausreichend vorhanden sind – auch Dinge zum Riechen, Schmecken und Hören. Mehr dazu finden Sie unter dem Stichwort Basale Stimulation®. Themen wie die Jahreszeiten und bestimmte Feiertage, Rituale und Feste, helfen den Senioren, sich im Jahreskreis zu orientieren.

Kommunikation

Für eine gelungene und wertschätzende Kommunikation, die beide Seiten zufrieden stellt, gibt es ein paar Dinge, die man beachten kann:

  1. Auf Augenhöhe
    Gehen Sie zu allererst unbedingt auf Augenhöhe mit den Senioren und warten Sie auf ein Signal, dass Ihnen deutlich macht, dass Ihr Gesprächspartner Sie wahrgenommen hat. Das Gesichtsfeld und die Wahrnehmung sind im Alter meistens eingeschränkt. Eine Ansprache von hinten, oder womöglich auch noch von oben, kommt bei den Betroffenen nicht an.
  2. Augenkontakt
    Nehmen Sie Augenkontakt mit den Senioren auf. Man sagt nicht umsonst, die Augen seien der Spiegel der Seele. In den Augen von demenziell veränderten Menschen kann man sehr gut sehen, in welcher Stimmung sie sich gerade befinden, ob sie traurig sind, ängstlich, unsicher, verärgert, zufrieden oder ob sie etwas bewegt. Vor allem aber nehmen Menschen mit Demenz uns durch unsere Augen, unsere Mimik und Gestik sehr genau wahr. Und sie spüren auch sehr genau, ob ich gerade ganz bei Ihnen bin oder mit den Gedanken eigentlich ganz weit weg. Schenken Sie den Betroffenen einen Moment Aufmerksamkeit.
  3. Sprache
    Die Verarbeitung des Gehörten und Gesehenen verläuft bei Menschen mit Demenz viel langsamer als bei Menschen ohne kognitive Einschränkungen. Es hat sich bewährt, langsam, deutlich und in kurzen Sätzen zu sprechen. Machen Sie nach jedem Satz eine Pause und vergewissern Sie sich, dass Sie noch die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers haben. Stellen Sie möglichst Fragen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können, keine Oder-Fragen.
    Mehr zum Thema Kommunikation bei Demenzerkrankungen finden Sie in unserem großen Übersichtsartikel Kommunikation bei Demenz.

Wertschätzung

Das, was Menschen, die unter einer Form der Demenz leiden am meisten brauchen, sind Menschen, die für Sie da sind, die Ihnen Wertschätzung entgegenbringen und respektvoll mit Ihnen umgehen. Das sind in erster Linie die Familie und Freunde, im Rahmen einer ambulanten oder stationären Begleitung, aber auch die Pflege- und Betreuungskräfte, Therapeuten und ehrenamtliche Mitarbeiter. Eine Methode, die eine wertschätzende und bedürfnisorientierte Begleitung von Menschen mit Demenz ermöglicht, ist die Integrative Validation nach Nicole Richard®.



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Ergotherapie bei Demenz

Neben den stationären oder ambulanten Aktivierungs- und Beschäftigungsangeboten für Menschen mit Demenz, wird von Hausärzten und Neurologen auch Ergotherapie bei Demenz verordnet.
Die Ergotherapie umfasst ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten bei Demenz. Leider kann die Erkrankung auch im Rahmen der Ergotherapie nicht geheilt werden, das Fortschreiten der Erkrankung kann aber in vielen Fällen verlangsamt und vorhandene Fähigkeiten länger erhalten werden.

Ergotherapie zuhause und stationär

Generell ist das übergeordnete Ziel in vielen ergotherapeutischen Behandlungen bei Demenz, die größtmögliche Selbstständigkeit der Betroffenen zu erhalten. Das gilt einerseits im häuslichen Bereich bei der Verrichtung alltäglicher Dinge, andererseits aber auch in der stationären Altenpflege, wo beispielsweise das selbstständige Anziehen (oft auch mit Unterstützung), Waschen oder Essen trainiert wird. Neben dem Erhalt der Selbstständigkeit und einem positiven Selbstwertgefühl für die Patienten, sind auch viele Pflegekräfte dankbar, dass ihnen dadurch ein Teil ihrer Arbeit abgenommen wird und die Patienten länger selbstständig bei der alltäglichen Pflege mithelfen können.
Im Rahmen der Selbstständigkeit, vor allem im Verlauf der Erkrankung stehen auch die Bewegungsfähigkeit, das Gedächtnistraining, die Körperwahrnehmung und Entspannungsmöglichkeiten im Mittelpunkt der individuellen Ergotherapie. Auf die Ziele gehen wir später in diesem Beitrag noch einmal detaillierter ein.

Unser Beitrag zur Ergotherapie

Auf mal-alt-werden.de sind viele Beiträge mit Aktivierungen und Beschäftigungsangeboten für Menschen mit Demenz erschienen. Viele davon können auch im Rahmen der Ergotherapie für Demenz eingesetzt werden. Ob Arbeitsblätter im Gedächtnistraining, Ideen für kreative Bewegungsübungen oder Geschichten und Gedichte zum Vorlesen in Entspannungseinheiten, die Möglichkeiten sind vielfältig und unser Angebot wächst täglich. Besonders beliebt sind in dem Zusammenhang natürlich unsere Beiträge zum Thema Hauswirtschaft, da in diesem Bereich viele ergotherapeutische Ziele in einer meist angenehmen Atmosphäre verfolgt werden können.

Zum Thema Ergotherapie bei Demenz können wir Ihnen auch ein Buch an Herz legen, das sich mit der häuslichen Ergotherapie bei Demenz befasst. Alle unsere Buchvorstellungen rund um das Thema Demenz finden Sie hier.

Ergotherapie bei Demenz

Grundätzlich werden die Ziele der ergotherapeutischen Behandlung gemeinsam mit dem Patienten festgelegt und auf die individuellen Einschränkungen und Ressourcen abgestimmt. Im Rahmen einer Demenzerkrankung gibt es aber einige Ziele, die es schon alleine aufgrund des Krankheitsbildes und der Symptome früher oder später im Mittelpunkt stehen. Selbstverständlich werden diese dann nochmal individuell konkretisiert.
In folgender Tabelle haben wir zehn Ziele einer ergotherapeutischen Behandlung mit Beispielen für entsprechende Behandlungsmaßnahmen bei Demenz in einer Übersicht für Sie zusammengestellt:

  1. Bewegung
    Die Bewegungsfähigkeit erhalten und Bewegungen anzuregen sind zwei wesentliche Ziele bei der Behandlung von Menschen mit Demenz. Menschen mit Demenz sind ständig in Bewegung, laufen, nesteln und kramen in Taschen etc… Durch die Bewegung regen sie ihre Körperwahrnehmung an, so können sie sich besser spüren. Ziel der Ergotherapie ist es, die Körperwahrnehmung durch äußere Reize und Bewegungen anzuregen, so dass beispielsweise schnelles, ständiges auf- und ab gehen vermindert wird. Im Anfansgstadium können das Bewegungsspiele, gymnastische Übungen, Bewegungen zur Musik oder Bewegungsgeschichten sein. Im fortgeschrittenen Stadium gibt es die Möglichkeit, die Bewegungen der Patienten zu führen, z.B. durch Unterstützung der Hand/des Armes beim Essen oder bei Übungen mit dem Ball. Weiter kann die Körperwahrnehmung mit Hilfsmitteln, wie z.B. einem Schwamm, Kirschkernsäckchen oder dem Igelball angeregt werden (s. Körperwahrnehmung).
  2. Gedächtnistraining
    Im Anfangsstadium können mit Gedächtnisübungen, handwerklichen und/oder gestalterischen Aufgaben und Arbeitsblättern die Aufmerksamkeit, Konzentration und die Fähigkeiten des Kurzzeitgedächtnisses erhalten werden. Im fortgeschrittenen Stadium einer Demenzerkrankung nehmen diese Fähigkeiten allerdings zusehends ab. Hier kann das Langzeitgedächtnis mit Hilfe der Biografiearbeit, bekannten Redensarten, Liedern von früher oder Gedichten trainiert werden. Generell gilt es aber auch hier, den Patienten nicht zu überfordern.
  3. Körperwahrnehmung
    Die Fähigkeiten, den eigenen Körper in seinen Bewegungen und Grenzen zu spüren, nehmen im Verlauf einer Demenzerkrankung ab. Wie oben schon angesprochen helfen aktive und passive Bewegungen innerhalb der Ergotherapie, die Körperwahrnehmung zu unterstützen. Unterstützen kann man die Betroffenen, besonders im fortgeschrittenen und im Endstadium, zusätzlich mit Sinnensanregungen durch Berührungen und Massagen mit dem Igelball, Kirschkernsäckchen, Schwämmen, Bürsten oder verschiedenen Stoffen. Düfte, Musik, Geräusche und Farben regen den Geruchs-, den Hör- und den Sehsinn an. Rapsbäder (für die Hand) regen das Temperaturempfinden an, sorgen zusätzlich für Entspannnung und regulieren den Muskeltonus.
  4. Raumgestaltung
    Bei der Raumgestaltung wird zwischen der Wohnraumgestaltung (oder auch -anpassung) im häuslichen Bereich und der Raumgestaltung im stationären Bereich unterschieden. Leben die Patienten noch zuhause, ist es wichtig Stolperfallen zu beseitigen, wichtige Dinge des Alltags übersichtlich, am richtigen Ort und in greifbarer Nähe zu positionieren. Das Kaffeepulver und das Filterpapier können beispielsweise unmittelbar neben der Kaffeemaschine stehen, das Waschpulver auf der Waschmaschine, Dinge fürs Frühstück in einem Schrank oder direkt auf dem Küchentisch. Mit Feuerzeugen, Gasherden sollte so umgegangen werden, dass sie keine Gefährdung darstellen. Schlüssel können beispielsweise an ein Schlüsselbrett auf Augenhöhe neben die Tür gehängt werden, so dass sie beim Hinausgehen auf sich aufmerksam machen. Generell sollten die Dinge des täglichen Gebrauchs sichtbar irgendwo stehen, damit sie von den Erkrankten wahrgenommen werden können. Bei einer Demenzerkrankung gilt häufig „Aus den Augen – aus dem Sinn“. Oft hilft es auch, Schränke einfach ihrem Inhalt nach zu beschriften.
    Generell sollen die Betroffenen sich wohl fühlen und in einer für sie angenehmen Atmosphäre leben.
    Das gilt ganz besonders auch im stationären Bereich. Hier sind die Menschen erst einmal fremd. Eine fremde Umgebung mit einer großen Portion Unsicherheit alleine aufgrund der Abbauprozesse durch die Erkrankung können Angst und Unruhe auslösen. Die Patienten- oder Bewohnerzimmer sollten wenn möglich mit einigen vertrauten Möbeln und Elementen von zuhause (z.B. Bildern, Tischdecken, Dekorationsartikeln, Lampen…) ausgestattet sein. Der Fußboden in den Einrichtungen sollte einfarbig, eben und nicht zu dunkel sein, andererseits das Licht aber auch nicht spiegeln. Durch diese Kleinigkeiten können Gangunsicherheiten und Stürze vermieden werden. Selbstständiges, angstfreies Gehen fördert widerum die Selbstständigkeit, die Beweglichkeit, die Freude an Bewegung und somit auch das Wohlbefinden. Bilder mit anregenden, biografieorientierten Motiven sollten als Blickfang die Wände schmücken, es sollten aber auch nicht zu viele sein sonst kommt es schnell zu Reizüberflutung und Unruhe.
  5. Erhalt der Aktivitäten des täglichen Lebens
    Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) sollten von den an Demenz erkrankten Menschen so lange wie möglich selbst ausgeführt werden können. Das geht vom selbstständigen Einkaufen, über das Waschen und Anziehen, Kochen, bis hin zum Zähne putzen oder Apfel schälen. In der Ergotherapie ist es möglich, die Patienten bei den Aktivitäten direkt zu unterstützen, wie beim Wasch-und Anziehtraining, beim Esstraining oder beim gemeinsamen Einkaufen.
    Gerade im häuslichen Bereich eignen sich aber auch Zettel mit Beschreibungen von üblichen Abläufen, die in der Nähe der „Wirkungsstätte“ aufgehangen werden. Ein Zettel am Küchenschrank über der Kaffeemaschine mit dem kleinschrittigen Ablauf des Kaffee kochens kann kleine Wunder bewirken und die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessern (wer von uns kennt das Gefühl morgens nicht, wenn man auf seinen Kaffee verzichten musste ;-)).
    Zettel am Spiegel im Badezimmer oder an der Innenseite der Wohnungstür werden üblicherweise auch gut gesehen. Im späteren Stadium sollte man die an Demenz erkrankten Menschen immer wieder anregen und unterstützen, kleine Dinge, die sie noch können, selbst zu machen – z.B. einen Apfel schälen, sich die Hände waschen, Essen aufpieksen und zum Mund führen, Zähne putzen, aus einer Tasse trinken, Teig kneten, und, und, und. Natürlich nur soweit, dass die Tätigkeiten nicht zu anstrengend und frustrierend sind.
    Telefone gibt es heutzutage mit Kurzwahltasten, die im besten Fall noch mit Fotos derjenigen, deren Nummer auf der entsprechende Taste abgelegt ist, bestückt werden können.
  6. Orientierung
    Hier geht es hauptsächlich um die örtliche, räumliche und zeitliche Orientierung. Das Orientierungstraining wird meist im Anfangsstadium durchgeführt. In späteren Stadien verunsichert es die Patienten eher. Dennoch kann man einige Dinge unternehmen, die es den Patienten erleichtern, sich räumlich und zeitlich zu orientieren.
    Der Inhalt von Schränken kann übersichtlich auf einen Zettel geschrieben und dieser an die ensprechende Schranktür gehängt werden. Uhren gibt es für Menschen mit Demenz mit großen Zahlen und Zeigern, teilweise auch mit akustischen Signalen zur vollen Stunde oder auf Knopfdruck – hier muss man aber gut abwägen, ob diese Funktionen sinnvoll sind oder eher verunsichern. Digitale Kalender mit Datum, Tag und Uhrzeit in Großschrift werden auch oft im häuslichen Bereich verwendet. Zusätzlich können Termine von vertrauten Angehörigen sprachlich aufgenommen werden.
    Im stationären Bereich können unterschiedliche Flure auf verschiedenen Ebenen farblich gekennzeichnet werden. Persönliche Gegenstände an Zimmertüren oder der gut lesbare Name ist auch immer eine schöne Idee. Allerdings funktionieren diese Dinge auch nur bis zu einem bestimmten Erkrankungsgrad
  7. Entspannung
    Unruhe, Angst und Unsicherheit erhöhen den Muskeltonus. Dies widerum wirkt sich negativ auf die Arbeit der Gehirnzellen aus. Enstpannungsangebote wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder einfach nur ruhige Momente in angenehmer Umgebung mit vertrauter Musik senken den Muskeltonus und sorgen für mehr Wohlbefinden. Bekannte Lieder oder Gedichte eignen sich auch hervorragend für Entspannungsmomente.
  8. Sturzprophylaxe
    Eine der wichtigsten Maßnahmen bei der Behandlung von Menschen mit Demenz. Immobilität mit verbundener Reizarmut, und da reicht auch oft schon ein kurzer Zeitraum, führen oft zu einem Fortschreiten der Erkrankung und zum Abbau der kognitiven Leistungen. Wichtig für die Sturzprophylaxe sind regelmäßige Bewegung, Kräftigungsübungen, Koordinations- und Gleichgewichtsübungen. Besonders wichtig ist hierbei die Regelmäßigkeit und Selbstverständlichkeit der Bewegung (-sübungen), damit Faktoren wie Angst, die die Gangsicherheit negativ beeinflussen, gar nicht erst aufkommen. Alle Übungen werden natürlich nur im Rahmen der Sicherheit der Betroffenen und der Fähigkeiten durchgeführt, wenn nötig mit Hilfestellungen.
  9. Kommunikation
    Angefangen mit Wortfindungsstörungen, über Sprach- und Sprechstörungen, bis hin zur Unfähigkeit, über das Sprechen mit anderen Menschen zu Kommunizieren, eine Demenzerkrankung bringt unweigerlich auch Einschränkungen in der Kommunikation mit sich. Im Rahmen der Ergotherapie werden alternative Kommunikationsmöglichkeiten, sofern möglich, eingeübt und im Verlauf der Erkrankung viel auf der nonverbalen Ebene kommuniziert. So erfahren die Patienten Wertschätzung und können sich trotz Sprachstörungen ausdrücken. Das Gefühl, Verständnis entgegengebracht zu bekommen beruhigt viele Betroffene, die Frustrationstoleranz ist erheblich höher.
    Durch gemeinsames Singen, Gedichte aufsagen oder Redewendungen vervollständigen kann man Menschen mit Demenz gut zum Sprechen animieren. Die Lieder und Gedichte von früher sind fest im Langzeitgedächtnis verankert, und können deshalb noch lange gut abgerufen werden. Diese Erfolgserlebnisse sind in vielen Einheiten der Ergotherapie bei Demenz ein Lichtblick für alle Betroffenen.
  10. Angehörigenarbeit
    Die Angehörigenarbeit in der Ergotherapie ist hier als letzter Punkt aufgeführt, ist aber dennoch, besonders in der häuslichen Ergotherapie bei Demenz ein sehr wichtiger Bereich. Pflegende Angehörige wissen zu Beginn einer Demenzerkrankung nicht, was auf sie zukommt, oder woher die Veränderungen ihrer Partner, Eltern oder Geschwister kommen und wie sie damit umgehen sollen. Es herrscht viel Unsicherheit. Innerhalb der Therapie für die Betroffenen werden von den Ergotherapeuten auch die Angehörigen begleitet (sofern sie es wünschen). Zudem beraten sie über eine Wohnraumanpassung, die Hilfsmittelversorgung und klären über Rechte und Unterstützungen auf, die ihnen als pflegende Angehörige zustehen.
    Im fortgeschrittenen Stadium wird die Ergotherapie für die Angehörigen häufig als Entlastung gesehen, da sie die Möglichkeit haben, während der Therapieeinheit das Haus zu verlassen, in Ruhe Wäsche zu waschen, zu kochen oder einfach für einen Augenblick abzuschalten…

Therapien bei Demenz und neue Materialien

Wenn Sie über Therapiemöglichkeiten und Neuigkeiten bei der Behandlung von demenziellen Erkrankungen informiert werden möchten, oder auf der Suche nach neuen Therapie- und Beschäftigungsmaterialien sind, können Sie unseren kostenlosen Newsletter bestellen oder uns auf Facebook folgen.



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Fortbildungsangebot 2017 in Hessen

Wir freuen uns, Ihnen auch in diesem Jahr eine kleine Auswahl unserer Angebote nach Hessen bringen zu können. Von Sitztanz über Therapiepuppen und Gedächtnistraining bis hin zur Dokumentation in der sozialen Betreuung und gerontopsychiatrische Krankheitsbilder sowie dem Seminar „Dem Hahn im Korb gerecht werden. – Angebote speziell für Männer (mit Demenz) entwickeln können“ haben wir Ihnen eine bunte Palette zusammen gestellt.

18.09. – Sitzend durchs Leben tanzen. Sitztanz für Senioren.

19.09. – Mit Leichtigkeit und 1000 Ideen. Gedächtnistraining für Senioren.

20.09. – Dem Hahn im Korb gerecht werden. Beschäftigungsangebote für Männer (mit Demenz) gestalten.

21.09. – Psychiatrische Krankheitsbilder. Herausforderungen in der Betreuung.

22.09. – Meine Leistung schwarz auf weiß. Dokumentation in der sozialen Betreuung. STATIONÄR.

23.09. – Mit Therapiepuppen verzaubern. Einen magischen Zugangsweg zu Menschen mit Demenz entdecken.

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen erhalten Sie im anliegenden Flyer.

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Zielgruppe: Menschen die in der sozialen Betreuung von Senioren und Menschen mit Demenz tätig sind, zusätzliche Betreuungskräfte, Ehrenamtliche, Interessierte.

Außerdem:

All unsere Seminare, Workshops und Fortbildungen umfassen auch die Reflexion der beruflichen Praxis und die Aktualisierung von vermitteltem Wissen nach §53c SGB XI zur Qualifikation und zu den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in stationären Pflegeeinrichtungen. (Stand 01.01.2017)