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Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

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Dies ist eine Liedergeschichte zu dem Frühlingslied „Der Mai ist gekommen“. Lesen Sie die Geschichte langsam vor. An den entsprechenden Stellen wird die angegebene Strophe des beliebten Volksliedes von allen gesungen.

Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Emil denkt immer wieder gerne an seine Schulzeit zurück. Schon bevor er in die Schule kam, freute er sich wahnsinnig darauf, endlich ein Schulkind zu werden. Und er war sehr neugierig, was ihn in der Schule wohl erwarten würde. Damals hatten seine Freunde ihm schon viel über die Schule erzählt, und er konnte es kaum erwarten, sich auch jeden Morgen auf den Weg dorthin zu machen…

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

Bevor es losging, wurde natürlich der Schulweg geübt. Emil erinnert sich noch ganz genau daran, wie er mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester immer wieder zur Schule hin und wieder nach Hause spaziert war. Emil kannte den Weg schnell wie seine Westentasche. Doch seine Mutter wollte wirklich sichergehen, dass er auch ja jede Straßenecke auf seinem Weg kannte, und beim Straße überqueren auf die Autos achtete.
Irgendwann war aber auch sie beruhigt und konnte ihren Jungen mit einem guten Gefühl zur Schule gehen lassen…

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt‘!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

Nach dem Sommer war Emils großer Tag dann endlich da: sein erster Schultag. Schon die Nacht davor konnte er vor Aufregung kaum schlafen. Mit großen Augen und offenem Mund betrat er das Schulgebäude und inspizierte neugierig seinen Klassenraum. Seine Klassenkameraden waren sehr nett, viele kannte er schon aus der Nachbarschaft. Und so konnten sie in den Pausen schon gleich zusammen spielen, klettern und um die Wette rennen. Emil fühlte sich dort vom ersten Tag an pudelwohl…

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

Natürlich waren manche Lehrer auch streng und Emil und seine Klassenkameraden mussten auch mal nachsitzen. Dafür war der Nachhauseweg dann meist umso lustiger. Aber eigentlich haben, was seine Erinnerungen betrifft, die schönen Momente überwogen. Emil war sogar Mitglied im Schulchor gewesen, mit dem er seine ersten Reisen in fremde Städte unternommen hatte, die weiter als zwei Autostunden von zuhause entfernt waren. Er ist sich bis heute sicher, dass diese kurzen Reisen seine Entdeckerlust auf neue Orte, Städte und Länder geweckt haben, die ihn bis heute immer wieder in die Ferne lockt…



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Und abends im Städtchen, da kehr‘ ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing‘ ich dazu.

Als Emil schon älter war, sind er und eine Klassenkameraden regelmäßig am Wochenende wandern gegangen. Am Lagerfeuer wurde gegrillt, gemeinsam gesungen und auch das eine oder andere Mal unter freiem Himmel übernachtet. Fast immer, wenn Emil heute einen Waldspaziergang unternimmt oder durch die Felder streift, denkt er an diese unbekümmerten Tage seiner Jugend zurück.
Diese Unbekümmertheit fehlt ihm heute manchmal. Jetzt, wo er selbst für Lohn und Brot verantwortlich ist, hat er weniger Zeit für die Natur. Und auch die Klassenkameraden wohnen nicht mehr alle in der Nachbarschaft. Aber er ist sich sicher, dass ihn die Zeit mit seinen Freunde früher für seine verantwortungsvollen Aufgaben heute gestärkt haben…

Und find ich keine Herberg‘, so lieg‘ ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh‘ das Morgenrot mich wach.

Emil ist nun selbst Vater und darf seine kleine Tochter in der nächsten Woche das erste Mal in die Schule begleiten. Vieles hat sich seit seiner Schulzeit früher verändert. Aber auch er sorgt sich nun, wie früher seine Mutter, dass seine Tochter sicher in die Schule und wieder nach Hause kommt. Manches ändert sich eben, und manches bleibt…
Was bleibt, ist die Neugierde in den Augen seiner Tochter, die sich sehr auf ihre Einschulung freut. Und Emil, der nun lernen muss loszulassen, damit seine Tochter die gleichen Abenteuer erleben und Erfahrungen machen darf, wie er früher – in der weiten weiten Welt…

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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