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Geschichten zum Vorlesen und Mitsingen

Die SingLiesel „Mal-alt-werden.de-Edition“

Der zweite Band der SingLiesel Mal-alt-werden.de-Edition Geschichten zum Vorlesen und Mitsingen* beinhaltet 22 Liedergeschichten zu den bekanntesten und beliebtesten deutschen Volksliedern. Diese Lieder sind der älteren Generation wohlvertraut und wecken Erinnerungen an die eigene Kindheit, die Jugend, an Feste und Feiertage, Familie und Freunde.
Die Geschichten laden auf eine ganz besondere Weise zum Zuhören und Mitmachen ein.

Musik für die Erinnerung

Musik berührt und weckt Emotionen. Bei demenziellen Erkrankungen bleibt zudem die Fähigkeit, zu Singen, meist viel länger erhalten als das Sprechen oder die Fähigkeit, sich selbstständig anzuziehen. Musik und Gesang berühren uns tief in unseren Herzen. Musik weckt Erinnerungen an meist weit zurückliegende Ereignisse. Sie lässt Gefühle wieder aufleben, die wir in unserer Kindheit gespürt haben…
Das alles sind nur einige Gründe, warum wir in der Begleitung von Senioren und Menschen mit Demenz so gerne mit Musik und Gesang arbeiten. Und warum dieser Ansatz auch wirklich sinnvoll ist. In unseren Liedergeschichten kombinieren wir bekannte Volkslieder mit Geschichten, die sich in der Biografie der Senioren durchaus ähnlich abgespielt haben könnten. Das gemeinsame Singen aktiviert, trainiert das Langzeitgedächtnis und erhält die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden.

Zum Aufbau der Liedergeschichten

In diesem Band finden Sie insgesamt 22 Liedergeschichten, in die regelmäßig einzelne Strophen beliebter Volkslieder eingebunden sind. Die Geschichte wird langsam und deutlich vorgelesen. An der angebenen Stelle wird dann die entsprechende, abgedruckte Strophe von allen Senioren gemeinsam gesungen. Die Liedtexte sind im Buch vollständig abgedruckt!
Wenn Sie unser Buch vor sich liegen haben, stehen Ihnen zwei Varianten an Liedergeschichten zur Verfügung. In der ersten Variante dreht sich eine Geschichte um ein einzelnes Volkslied. Dabei wurden mehrere oder sogar alle Strophen des Liedes in die Geschichte eingebunden. Bei der zweiten Variante haben wir uns Lieder angeschaut, die sich um ein bestimmtes Thema drehen. Aus diesen Liedern haben wir dann jeweils eine Strophe in eine Liedergeschichte eingebunden, sodass die komplette Geschichte dann Strophen aus mehreren Liedern beinhaltet.
Die 22 Liedergeschichten sind in die Kapitel Frühlingslieder, Wanderlieder, Sommerlieder, Liebeslieder, Herbstlieder und Winter- und Weihnachtslieder unterteilt. Im Titel wird deutlich, um welches Lied bzw. welche Lieder es sich bei der entsprechenden Liedergeschichte handelt.

Die Liedauswahl

Bei der Liedauswahl haben wir uns auf unsere Erfahrungen und unser Bauchgefühl verlassen. Da wir auch hier mit dem biografieorientierten Ansatz arbeiten, drehen sich die Liedergeschichten rund um bekannte und beliebte Lieder, die den meisten Senioren wohlvertraut sind. Hier finden sich Klassiker wie „Die Vogelhochzeit“, „Im Märzen der Bauer“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“, „Geh‘ aus mein Herz und suche Freud“, „Wenn ich ein Vöglein wär“, „Bunt sind schon die Wälder“ oder auch „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ wieder. Ganz oft werden die Lieder nach dem Vorlesen der Liedergeschichte noch einmal im Ganzen gesungen. Viele Senioren stimmen die Lieder auch von sich aus noch einmal an. Singen ist eben wahres Erleben und macht einfach viel Freude!

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Anna und die Frühlingsgefühle. Eine Liedergeschichte zu „Veronika, der Lenz ist da“

„Veronika der Lenz ist da“ ist wohl mit der bekannteste Schlager der Comedian Harmonists, die vor allem zu Beginn der 1930er Jahre große Erfolge feierten. Zusammen mit dem Lied „Wochenend und Sonnenschein“ bildete „Veronika der Lenz ist da“ oft das Eröffnungsprogramm auf Konzerten des beliebten Männerquintetts.
Wir haben zu „Veronika der Lenz ist da“ eine Liedergeschichte geschrieben, mit der der beliebte Schlager und auch ein paar Frühlingsgefühle Einzug in Ihre Beschäftigungsangebote halten werden…
Den Liedtext zu „Veronika der Lenz ist da“ können wir Ihnen aus urheberrechtlichen Gründen an dieser Stelle leider nicht zur Verfügung stellen. Sie können sich ihn aber hier ansehen.

Singen Sie an den angegebenen Stellen im Text der Geschichte gemeinsam mit den Senioren den Refrain von „Veronika der Lenz ist da“

Anna und die Frühlingsgefühle. Eine Liedergeschichte zu „Veronika, der Lenz ist da“

Anna konnte es kaum glauben. Überall um sie herum kehrte der Frühling ein, und vor allem die Frühlingsgefühle nahmen ihren Lauf. Sie selbst hatte nichts mehr am Hut mit der rosaroten Brille. Sie wollte keine Schmetterlinge mehr im Bauch haben und auch kein Herzklopfen mehr im Angesicht ihres Liebsten. Anna und Frank hatten sich zwei Wochen zuvor gemeinsam dafür entschieden, getrennte Wege zu gehen. Und das war gut so, dachte sie bis dahin. Alleine die um sie herum schwärmenden Verliebten machten ihr schlechte Laune…

Veronika…

„Wer war eigentlich diese Veronika?“, fragte sie sich immer, wenn sie das Lied im Radio hörte. Und zu ihrem Missfallen spielten es die Rundfunkanstalten in den letzten Wochen auch viel zu oft – in Annas Augen jedenfalls. Annas Gesichtsausdruck wurde von Tag zu Tag grimmiger. Sie ärgerte sich über ihre Freunde, die nur noch als Pärchen anzutreffen waren und gleichzeitig über sich selbst: Schließlich war wieder einmal eine Beziehung in die Brüche gegangen. Wie sollte sie nur jemals wieder glücklich werden?

Veronika…

Anna ging viel spazieren, sie streifte durch die Wälder und konnte die Ruhe auf den einsamen Feldwegen sehr genießen. Nach einigen Tagen sah sie aber auch dort nur noch Frühlingsgefühle umherspringen und durch die Lüfte flattern. Die Schmetterlinge veranstalteten Paartänze und die Kaninchen hüpften zu zweit über die Wiese. Die Eichhörnchen spielten fangen und sogar die Bienen und Hummeln fanden in den bunten Blüten der Blumen am Wegesrand einen ebenwürdigen Partner…

Veronika…

Annas beste Freundin Vera fragte sie eines Tages, ob Anna nicht vielleicht doch ein wenig Liebeskummer hatte? Und sie sich eventuell doch noch einmal mit Frank aussprechen wollte. Anna verneinte das gewiss und bat Vera doch bitte kein Wort mehr über Frank zu verlieren…
Vera erfüllte ihr diesen Wunsch und die beiden machten einen langen Spaziergang. Am Ende lud Vera Anna in die Milchbar im Dorf ein. Kaum hatte Anna einen Schluck getrunken, ertönte auch schon wieder dieses Lied…

Veronika…

Als Anna gerade aufstehen wollte, um dem Lied zu entkommen, stand auf einmal Frank vor ihr. Es traf sie wie der Schlag. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. „Hallo Anna, ich…“, begann Frank seinen Satz. Doch Anna wollte nichts hören. Als sie ihm das gerade sagen wollte und ihm dafür in die Augen schaute – da wars um sie geschehen. Ihr Herz klopfte, Schmetterlinge tanzten in ihrem Bauch und alles, was sie sagen wollte, war auf einmal aus ihrem Kopf verschwunden…

Veronika…

Anna war kurz verunsichert. Waren das etwa Frühlingsgefühle? Oder gehörte sie doch mehr zu Frank als sie gedacht hatte? Sie wusste nicht warum, aber sie setzte sich mit ihm zusammen an einen Tisch. Dann redeten sie bis in den Abend hinein. Am Ende entschieden beide, ihrer Liebe noch einen Versuch zu schenken. Und wer weiß? Vielleicht haben ja die Frühlingsgefühle der großen Liebe hier ein wenig auf die Sprünge geholfen…

Veronika…



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Briefe an die Mutter oder Die große Liebe. Eine Liedergeschichte zu dem Volkslied „Kommt ein Vogel geflogen“

Dies ist eine Liedergeschichte zu dem bekannten Volkslied „Kommt ein Vogel geflogen“. Lesen Sie die Geschichte in Seniorengruppen vor und singen Sie an den angegebenen Stellen das Lied. Da „Kommt ein Vogel geflogen“ ein recht kurzes Lied ist, haben wir uns dafür entschieden, jedesmal beide Strophen singen zu lassen.

Briefe an die Mutter oder Die große Liebe. Eine Liedergeschichte zu dem Volkslied „Kommt ein Vogel geflogen“

Hans war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er lebte in einer großen Stadt, verdiente gutes Geld und war rundum zufrieden. Genau das hatte er sich erträumt als er damals in die Lehre gegangen war. Das einzige was ihm fehlte, war eine Frau. Und zwar nicht nur, weil die Wohnung in der er lebte, einfach zu groß für nur eine Person gewesen war.
Nein. Er dachte, dass es an der Zeit war, auch eine Familie zu gründen. Bis dahin war seine Mutter eine enge und liebe Begleiterin für ihn gewesen. Aufgrund der Entfernung zu seinem Heimatdorf konnten sie sich allerdings nicht oft sehen. Umso öfter schrieben sie einander Briefe…

Kommt ein Vogel geflogen,
setzt sich nieder auf mein‘ Fuß,
hat ein‘ Zettel im Schnabel,
von der Mutter ein‘ Gruß.

Lieber Vogel, flieg‘ weiter,
bring ein‘ Gruß mit und ein‘ Kuss,
denn ich kann dich nicht begleiten,
weil ich hier bleiben muss.

Hans lernte tatsächlich eine Frau kennen. Sie hieß Julia, hatte braunes Haar, rehbraune Augen und war eine Seele von Mensch. Hans war so glücklich wie noch nie zuvor…
Und weil er so glücklich war, vergaß er auf einmal, seiner Mutter Briefe zu schreiben. Auch als diese schon drei Briefe hintereinander geschrieben hatte um sich zu erkundigen, ob es ihrem Jungen gut ging. Eines Tages fand er aber doch die Zeit, um endlich auf ihre Briefe zu antworten…

Kommt ein Vogel geflogen…

Lange hatte er überlegt, ob er seiner Mutter schon von Julia schreiben sollte. Er wollte iihr nicht vor den Kopf stoßen. Schließlich sollte sie nicht denken, dass er keine Zeit mehr für sie haben würde. Womit sie aber wahrscheinlich recht hatte – er hatte ja wirklich weniger Zeit zum Schreiben.
Da er aber von nichts anderem zu Berichten wusste als von seiner großen Liebe, nahm er den Stift in die Hand und stellte Julia kurzerhand seiner Mutter vor…

Kommt ein Vogel geflogen…

Hans war gespannt auf die Antwort. Und auch ein wenig beunruhigt. Würde sich Mutter darüber freuen? Julia schlug ihm vor, doch einfach gemeinsam seine Mutter zu besuchen. „Es fühlt sich meist besser an, jemanden persönlich kennen zu lernen!“, sagte sie. Hans war verunsichert. Noch nie hatte er eine Frau seiner Mutter vorgestellt. Wie das wohl ausgehen würde?
Schon drei Tage später kam ein Brief von seiner Mutter zurück. Ein wenig nervös war er schon als er den Brief öffnete. Julia schaute gespannt zu als er die Zeilen las. Als er fertig war hob er den Kopf – und strahlte sie an: „Sie freut sich!“
„Na schau“, entgegnete Julia und lächelte „dann steht ja einem Besuch nichts mehr im Wege!“
Schnell schrieb Hans einen Brief zurück…

Kommt ein Vogel geflogen…

Und schon bald besuchte Hans nach langer Zeit wieder einmal sein Heimatdorf. Mit Julia an seiner Seite. Seine Mutter begrüßte beide mit einer stürmischen und festen Umarmung. Als sie Julia in den Armen hielt flüsterte sie ihr ins Ohr: „Endlich hat Hans seine große Liebe gefunden. Das wurde auch wirklich Zeit!“ Uns sie fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Vielleicht muss ich dann jetzt endlich nicht mehr so viele Briefe schreiben…“



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Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Dies ist eine Liedergeschichte zu dem Frühlingslied „Der Mai ist gekommen“. Lesen Sie die Geschichte langsam vor. An den entsprechenden Stellen wird die angegebene Strophe des beliebten Volksliedes von allen gesungen.

Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Emil denkt immer wieder gerne an seine Schulzeit zurück. Schon bevor er in die Schule kam, freute er sich wahnsinnig darauf, endlich ein Schulkind zu werden. Und er war sehr neugierig, was ihn in der Schule wohl erwarten würde. Damals hatten seine Freunde ihm schon viel über die Schule erzählt, und er konnte es kaum erwarten, sich auch jeden Morgen auf den Weg dorthin zu machen…

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

Bevor es losging, wurde natürlich der Schulweg geübt. Emil erinnert sich noch ganz genau daran, wie er mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester immer wieder zur Schule hin und wieder nach Hause spaziert war. Emil kannte den Weg schnell wie seine Westentasche. Doch seine Mutter wollte wirklich sichergehen, dass er auch ja jede Straßenecke auf seinem Weg kannte, und beim Straße überqueren auf die Autos achtete.
Irgendwann war aber auch sie beruhigt und konnte ihren Jungen mit einem guten Gefühl zur Schule gehen lassen…

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt‘!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

Nach dem Sommer war Emils großer Tag dann endlich da: sein erster Schultag. Schon die Nacht davor konnte er vor Aufregung kaum schlafen. Mit großen Augen und offenem Mund betrat er das Schulgebäude und inspizierte neugierig seinen Klassenraum. Seine Klassenkameraden waren sehr nett, viele kannte er schon aus der Nachbarschaft. Und so konnten sie in den Pausen schon gleich zusammen spielen, klettern und um die Wette rennen. Emil fühlte sich dort vom ersten Tag an pudelwohl…

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

Natürlich waren manche Lehrer auch streng und Emil und seine Klassenkameraden mussten auch mal nachsitzen. Dafür war der Nachhauseweg dann meist umso lustiger. Aber eigentlich haben, was seine Erinnerungen betrifft, die schönen Momente überwogen. Emil war sogar Mitglied im Schulchor gewesen, mit dem er seine ersten Reisen in fremde Städte unternommen hatte, die weiter als zwei Autostunden von zuhause entfernt waren. Er ist sich bis heute sicher, dass diese kurzen Reisen seine Entdeckerlust auf neue Orte, Städte und Länder geweckt haben, die ihn bis heute immer wieder in die Ferne lockt…

Und abends im Städtchen, da kehr‘ ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing‘ ich dazu.

Als Emil schon älter war, sind er und eine Klassenkameraden regelmäßig am Wochenende wandern gegangen. Am Lagerfeuer wurde gegrillt, gemeinsam gesungen und auch das eine oder andere Mal unter freiem Himmel übernachtet. Fast immer, wenn Emil heute einen Waldspaziergang unternimmt oder durch die Felder streift, denkt er an diese unbekümmerten Tage seiner Jugend zurück.
Diese Unbekümmertheit fehlt ihm heute manchmal. Jetzt, wo er selbst für Lohn und Brot verantwortlich ist, hat er weniger Zeit für die Natur. Und auch die Klassenkameraden wohnen nicht mehr alle in der Nachbarschaft. Aber er ist sich sicher, dass ihn die Zeit mit seinen Freunde früher für seine verantwortungsvollen Aufgaben heute gestärkt haben…

Und find ich keine Herberg‘, so lieg‘ ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh‘ das Morgenrot mich wach.

Emil ist nun selbst Vater und darf seine kleine Tochter in der nächsten Woche das erste Mal in die Schule begleiten. Vieles hat sich seit seiner Schulzeit früher verändert. Aber auch er sorgt sich nun, wie früher seine Mutter, dass seine Tochter sicher in die Schule und wieder nach Hause kommt. Manches ändert sich eben, und manches bleibt…
Was bleibt, ist die Neugierde in den Augen seiner Tochter, die sich sehr auf ihre Einschulung freut. Und Emil, der nun lernen muss loszulassen, damit seine Tochter die gleichen Abenteuer erleben und Erfahrungen machen darf, wie er früher – in der weiten weiten Welt…

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!



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Wie im zweiten Frühling. Eine Liedergeschichte zu „Es tönen die Lieder“

Für Ihre Beschäftigungsangebote mit Senioren und Menschen mit Demenz im Frühling haben wir zu dem bekannten Frühlingslied bzw. Kanon „Es tönen die Lieder“ eine kostenlose Liedergeschichte geschrieben. Lesen Sie die Geschichte in Ihren Aktivierungsangeboten vor und singen Sie mit den Senioren an den angegebenen Stellen das Lied „Es tönen die Lieder“.

Wie im zweiten Frühling. Eine Liedergeschichte zu „Es tönen die Lieder“

Harald konnte es kaum glauben. Auf seine alten Tage hatte er sich wirklich noch einmal richtig verliebt. Terese hieß seine Angebetete, sie hatten sich einfach in der Straßenbahn kennengelernt, obwohl sie gar nicht auf der Suche nach neuen Partnern waren. Harald fuhr oft mit der Straßenbahn. Und so kam es, dass er und Terese sich regelmäßig morgens auf dem Weg in die Stadt in der Straßenbahn getroffen hatte.
Für Harald war es sofort klar, dass Terese etwas ganz besonderes sein musste…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Irgedwann hatte er seinen ganzen Mut zusammengenommen und Terese angesprochen. Sie unterhielten sich über Gott und die Welt und auch Terese schien Harald gerne in der Straßenbahn zu treffen. Doch irgendwann, und zwar eigentlich genau an der Haltestelle „Bahnhofstraße“, musste Terese immer aussteigen. In der Nähe der Haltestelle wohnte ihre Tochter, die Terese jeden Morgen besuchte, um auf ihre Enkel aufzupassen. Immer wenn Harald Terese in der Bahn sah, ging ein Kribbeln durch seinen ganzen Körper. Von Kopf bis Fuß. Und stieg sie aus, verfinsterte sich seine Mine und er hatte den Rest des Tages schlechte Laune…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Eines Tages geschah etwas Merkwürdiges. Harald sah schon die Haltestelle „Bahnhofstraße“ kommen und war gerade dabei, das Gespräch langsam zu beenden und sich von Terese zu verabschieden – aber sie stieg gar nicht aus. Terese lächelte den verdutzten Harald an. „Ich hab den Vormittag frei, mein Enkel geht jetzt in den Kindergarten. Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“ Harald wusste gar nicht, wie ihm geschah. Natürlich wollte er! Er musste sich dreimal räuspern, ehe er ein leises „Ja, gerne“ stotterte.

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Aus dem einen Kaffee wurde ein ganzer Vormittag. Aus dem einen Vormittag wurden mehrere. Irgendwann traute Harald sich, Terese zu fragen, ob sie nicht mit ihm Tanzen gehen würde. Terese nahm die Einladung gerne an. An diesem Abend tanzten sie – bis ihnen die Füße wehtaten. Und für Harald war es der schönste Abend seit langem…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Terese und Harald waren nach kurzer Zeit ein richtiges Paar geworden – mit allem drum und dran. Sie lachten zusammen, weinten zusamen, unternahmen Ausflüge, besserten ihre Tanzkünste in gemeinsamen Tanzstunden auf, machten Spaziergänge in der Natur, lasen zusammen, und machten einfach das, woran sie Freude hatten.
Aus ihrem ersten gemeinsamen Kaffee war ein richtiges Ritual geworden. Fortan gingen sie jeden Morgen zur Straßenbahnhaltestelle und fuhren zusammen in das besagte Café, um dort einen Kaffee zu trinken.

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Und Harald war sich sicher: Das musste der zweite Frühling sein!



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Der Kuckuck und der Esel. Eine kleine Liedergeschichte

Eine kleine Geschichte zum Vorlesen und Mitsingen im Frühling. Singen Sie an den entsprechenden Stellen die angegebene Strophe des Liedes „Der Kuckuck und der Esel“.

Der schönste Vorgarten oder Der Kuckuck und der Esel

Helmut und sein Nachbar Walter befanden sich seit Jahren in einem kleinen Wettstreit: Wer gestaltete den schönsten Vorgarten? Jedes Jahr im Frühjahr ging es los. Helmut pflanzte in diesem Jahr ein Meer aus Tulpen in allen Farben des Regenbogens. Er hatte sich sehr viel Mühe gegeben um ausgefallene Sorten zu bekommen. Walter hatte sich in diesem Jahr auf Hyazinthen und Narzissen konzentriert. Auch er hatte viel Aufwand betrieben um eine schöne Blütenpracht hervorzubringen. In zarten Blau- und Gelbtönen leuchteten sie schon von Weitem.

Der Kuckuck und der Esel,
die hatten einen Streit:
wer wohl am besten sänge,
zur schönen Maienzeit.

Misstrauisch beäugte jeder den anderen. Für beide war es sehr wichtig, dass der eigene Vorgarten schöner und prächtiger erblühte als der des Konkurrenten. „Meine Tulpenzwiebeln kommen direkt aus Amsterdam!“, merkte Helmut beiläufig an, als er Walter vor der Haustür traf. „Meine Narzissen sind von einem ganz speziellen Züchter, diese Farbnuancen bekommt man nicht im Gartencenter um die Ecke!“, entgegnete Walter. Das wollte Helmut nicht auf sich sitzen lassen: „Siehst du die schwarze Tulpe mit dem roten Rand an den Blütenblättern? Das ist eine ganz neue Sorte!“, prahlte er weiter.

Der Kuckuck sprach: „Das kann ich“
und fing gleich an zu schrei’n.
„Ich aber kann es besser“,
fiel gleich der Esel ein.

Schön waren die Narzissen ja schon, die Walter gepflanzt hatte. Ein paar von den gelben Prachtexemplaren, könnte Helmut gut für den äußeren Rahmen seines Rundbeetes gebrauchen. Die würden einen schönen Rahmen für seine Tulpen bilden. Er sprang über seinen Schatten und fragte Walter nach seiner Bezugsquelle. Walter hatte sogar noch ein paar Zwiebeln übrig, die er Helmut schenkte. Im Gegenzug gab Helmut Walter ein paar Zwiebeln der schwarzen Tulpe mit dem roten Rand an den Blütenblättern. Walter gestand, dass seine Frau diese Tulpen ganz besonders schön fand.

So schön ihre Vorgärten vorher schon gewesen waren, so viel schöner waren sie nun. Eine durch und durch harmonische Farbenpracht überzeugte jeden, der an den Häusern vorbei zog. In den nächsten Jahren, gärtnerten Helmut und Walter häufig zusammen. Sie konnten viel voneinander lernen und ihre Gärten wurden immer schöner.

Das klang so schön und lieblich,
so schön von fern und nah.
Sie sangen alle beide:
Kuckuck, Kuckuck, I-a! I-a!



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Karl und Emil. Eine Liedergeschichte mit Kuckucksliedern

Singen Sie bei dieser Liedergeschichte an den angegebenen Stellen die erste Strophe des entsprechenden Kuckucksliedes. So fern die Gruppe es wünscht, kann auch das gesamte Lied gesungen werden. Stöbern Sie auch in unseren anderen Geschichten für Senioren .

Karl und Emil

Karl kam heute Mittag mit einem finsteren Gesichtsausdruck aus der Schule nach Hause. Als seine Mutter in fragte, was ihn so bedrückte, bekam sie keine Antwort. Karl ging in sein Zimmer und blieb dort einige Zeit. Seine Mutter kannte das schon. Und so wusste sie auch, dass Karl schon zu ihr kommen würde, wenn er ihr etwas erzählen wollte. Meist brauchte er nur ein wenig Zeit, um seine Gedanken zu ordnen.
Und so war es auch. Als seine Mutter gerade damit beschäftigt war, den Garten für die bevorstehenden ersten Frühlingstage vorzubereiten, kam Karl raus und setzte sich auf seinen Lieblingsplatz im alten Apfelbaum. Da dieser noch keine Blätter hatte, konnte er sich bequem auf den unteren Ast setzen. Er war der Dickste und Stärkste von allen. Wenn Karl nur so im Garten war, wenn er nachdenken musste oder er sich über etwas besonders freute, saß er immer dort und konnte in Ruhe seinen Gedanken nachgehen…

Auf einem Baum ein Kuckuck,
simsaladim bamba saladusaladim,
auf einem Baum ein Kuckuck saß.

Ohne dass seine Mutter ihn danach fragte, begann Karl zu erzählen. Sie hielt mit der Gartenarbeit inne und hörte ihm zu. Er hatte sich in der Schule furchtbar mit Emil gestritten. Emil war Karls bester Freund. Schon seit dem Kindergarten waren die beiden unzertrennlich, gingen durch dick und dünn. Nun war wohl wieder so ein Moment, in dem ihre feste Freundschaft auf die Probe gestellt wurde:
In der Schule gab es die Mathematik-Arbeiten zurück. Karl hatte eine bessere Zensur bekommen als Emil. Obwohl Emil den Unterrichtsstoff viel besser verstanden hatte als Karl. Karl sagte wohl so etwas wie, er habe Glück im Unglück gehabt, ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn usw… Er erzählte weiter, dass er wohl erst zu spät bemerkt habe, dass Emil über seine eigene Zensur sehr enttäuscht und ihm gar nicht nach Scherzen zumute war. Doch da war es leider schon zu spät. Mit einem Mal flogen die Fetzen, und es wurden von beiden Dinge gesagt, die Karl für seine Mutter lieber nicht wiederholen wollte. Im Streit sind sie dann auseinander gegangen. Seie Mutter sah, wie Karls Augen feucht wurden, und er tat ihr in diesem Moment schrecklich Leid…

Der Kuckuck und der Esel,
die hatten einen Streit:
Wer wohl am besten sänge,
wer wohl am besten sänge
zur schönen Maienzeit,
zur schönen Maienzeit.

Sie überlegte dann und hatte einen Vorschlag: „Warum gehst Du nicht noch einmal zu Emil, und erzählst ihm das, was Du mir gerade erzählt hast – dass es Dir sehr Leid tut und dass Du in der Freude über Deine gute Zensur zu spät bemerkt hast, wie schlecht es Emil geht“. Karl brummelte etwas wie: er habe es doch schon versucht und das habe ja sowieso keinen Zweck mehr…
Doch schließlich überredete ihn seine Mutter, es noch einmal zu versuchen. Schließlich habe Emil nun auch ein wenig Zeit zum Nachdenken gehabt. Sie bereitete einen Rucksack mit Apfelschorle, Plätzchen und einer Picknickdecke für die Beiden vor. Ihrer Idee, mit Emil in den Wald zu gehen und ein Picknick zu machen, kam er gerne nach. Ein bisschen mulmig war ihm aber dennoch zumute. Er hoffte so sehr, dass Emil ihm verzeihen würde…

Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald.
Lasset uns singen, tanzen und springen –
Frühling, Frühling wird es nun bald!

Am Abend kam Karl mit einem glücklichen Grinsen zurück nach Hause. Er umarmte seine Mutter fest und dankte ihr für das leckere Picknick. Dann erzählte er ihr, dass auch Emil sich bei ihm entschuldigt hatte und die Sache wohl schnell wieder gut gewesen und vergessen war. Im Wald hatten sie einen neuen Baum gefunden, auf dem sie wunderbar klettern konnten. Er sollte von nun an ihr Lieblingsbaum sein. Die Freude über die Freundschaft der Beiden überwiegte Gott sein Dank, sonst hätte sich Karls Mutter wahrscheinlich wieder Sorgen um die beiden gemacht. Tief im Inneren sagte sie sich aber: „Die beiden geben schon aufeinander acht! Und sie werden auch in diesem Jahr wieder gemeinsam einen wunderschönen, aufregenden Frühling erleben!“



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Frühlingsgefühle… Eine Liedergeschichte zu „Tulpen aus Amsterdam“

Diese Geschichte ist eine Liedergeschichte zu dem bekannten Schlager „Tulpen aus Amsterdam“. Lesen Sie die Liedergeschichte langsam vor. An den angegebenen Stellen im Text singen alle gemeinsam den Refrain von „Tulpen aus Amsterdam“. Den Text dürfen wir aus urheberrechtlichen Gründen leider nicht abdrucken.

Frühlingsgefühle… Eine Liedergeschichte zu „Tulpen aus Amsterdam“

Als Anette am Samstagmorgen in die Küche kam, fielen ihr sofort die frischen Tulpen auf dem Küchentisch auf. Rote und gelbe… Ein Lächeln zauberte sich über ihr Gesicht. War es denn nun wirklich schon wieder so weit? Sie drehte sich zur Seite und schaute aus dem Fenster in den Garten. Draußen schien die Sonne und es zwitscherten sogar schon einige Vögel in den noch etwas kahlen Bäumen und Sträuchern.
Ja, wahrhaftig, der Frühling kam…

Wenn der Frühling kommt…

Anette öffnete das Fenster und atmete tief durch. Sie konnte den Frühling wahrlich schon riechen. Und sofort fühlte sie sich wieder wie damals, als sie noch ein kleines Mädchen war, das sich darüber gefreut hat, endlich nicht mehr mit der dicken Jacke raus gehen zu müssen.
Schon damals hatte Anette die ersten Frühlingstage geliebt. Sie hatte ihre leichte Jacke angezogen, spazierte durch den Garten und strich mit ihren Händen vorsichtig über die ersten Knospen, die sich an Büschen und Sträuchern zeigten.
Das Schönste aber war es für sie im Frühling, zu beobachten, wie die ersten Tulpenblüten aufgingen. Rote und gelbe…

Wenn der Frühling kommt…

Diese Liebe zu den Tulpen zog sich durch ihr ganzes Leben. Und in wie vielen schönen Momenten hatten die Tulpen sie nicht auch begleitet? Anette erinnerte sich noch ganz genau daran, wie sie das erste Mal Tulpen geschenkt bekommen hatte. Damals hatte sie gerade mit der Lehre angefangen. Nach etwa einem halben Jahr stand eines abends Thomas vor ihrer Tür – mit einem Strauß Tulpen in der Hand…

Wenn der Frühling kommt…

Ja, Thomas war ihr im Betrieb auch schon aufgefallen, aber sie hätte nie auch nur im Traum daran gedacht, dass sie IHM aufgefallen war. Schnell wurde aus Thomas ihre große Liebe, die er bis heute geblieben war. Nur zwei Jahre später, etwa zur gleichen Zeit ihres Kennenlernens, kniete Thomas mit einem Ring und einem Strauß gelber und roter Tulpen vor ihr nieder und hielt um ihre Hand an. Wieder ein Jahr später feierten sie ihre Hochzeit. Im darauf folgenden Jahr kam, pünktlich zum Frühlingsanfang, ihre erste Tochter Luise zur Welt.
Als Anette mit ihrer Tochter aus dem Krankenhaus nach Hause kam war das Haus über und über mit Tulpen geschmückt…

Wenn der Frühling kommt…

Anette und Thomas gestalteten ihren Garten nach ihren Vorlieben. Von Jahr zu Jahr wurde er prächtiger und schöner. Und natürlich war er im Frühling immer mit einem Teppich von Tulpen übersät. Regelmäßig kamen die Nachbarn und bestaunten die wunderbare Blütenpracht. Und Anette hatte stets ein Glas frische Limonade für alle da. Es war eine schöne Zeit!
Seit ein paar Jahren, seitdem die Kinder aus dem Haus sind, machen Anette und Thomas jedes Jahr rund um ihren Hochzeitstag eine Reise zum Keukenhof nach Holland um sich die wundervollen Tulpenfelder anzusehen…

Wenn der Frühling kommt…

Anette schaute noch einige Zeit aus dem Fenster, und sie bemerkte gar nicht, wie Thomas in die Küche kam. Erst als er seinen Kopf auf ihre Schulter legte wurde sie aufmerksam. Und so standen sie noch einige Minuten gemeinsam da und schauten aus dem Fenster in den Garten, in dem sie so viele schöne Momente erlebt hatten und in den langsam der Frühling einkehrte…

Wenn der Frühling kommt…

 

Die Liedergeschichte kann auch gut in der Aktivierung von Menschen mit Demenz und in der Begleitung Bettlägeriger vorgelesen werden. Vielleicht summen Sie die Melodie von „Tulpen aus Amsterdam“ an den angegebenen Stellen vor und beobachten die Reaktionen der Senioren.



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Auf dem Weg zur Krippe. Eine Liedergeschichte rund um den Heiligen Abend

Diese Liedergeschichte ist Teil unserer Geschichten für Senioren - stöbern Sie auch in unseren anderen, kostenlosen Geschichten. Singen Sie in dieser Liedergeschichte mit bekannten Weihnachtsliedern an den entsprechenden Stellen jeweils die erste Strophe der Lieder „Zu Bethlehem geboren„, „Stille Nacht“ und „O du Fröhliche„.

Auf dem Weg zur Krippe

Jonas und seine Familie gingen wie an jedem Heiligen Abend am späten Nachmittag in die Kirche. Seine kleine Schwester Thea und er waren an diesem Nachmitag besonders aufgeregt. Nicht nur, dass sie in jedem Moment das Christkind zuhause erwarteten – sie durften in diesem Jahr auch beim Krippenspiel mitspielen. Thea hatte die dankbare und begehrte Rolle der Maria bekommen und Jonas fühlte sich in dem Hirtenkostüm pudelwohl. Eifrig und durchaus konzentriert hatten sie an den Proben teilgenommen.
Während sie sich für die Kirche schick anzogen gingen sie noch einmal die einzelnen Szenen und ihren, wenn auch nur kurzen, Text durch. Eigentlich konnte nichts schief gehen, ihre kleinen Herzchen klopften trotzdem ganz schnell und laut. Als Jonas und Thea dann aber in der Kirche waren und den festlich geschmückten Weihnachtsbaum sahen, war die Aufregung verflogen. Es sah so wunderschön aus – die vielen Lichter, die liebevolle Dekoration, der Stall mit Ochs und Esel (die beiden waren gewiss aus Pappe) und die kleine Krippe mit Stroh, in der später das Jesuskind liegen sollte.
Thea und Jonas schauten, wo ihre Eltern sich hinsetzten und gingen dann zu den anderen Kindern in die Sakristei, wo sie sich gemeinsam für das Krippenspiel umzogen. Die Orgel spielte das Eingangslied…

Zu Bethlehem geboren,
ist uns ein Kindelein,
das hab‘ ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.

… und das Krippenspiel begann. Der Priester las die Weihnachtsgeschichte vor und die Kinder spielten, wie Maria und Josef nach Bethlehem aufbrachen, um sich zählen zu lassen. Wie sie keine Herberge fanden und das neugeborene Jesuskind in Windeln wickelten und in eine Futterkrippe gelegt haben. Als Theas Freundin Johanna mit ihren langen blonden Haaren als Engel schwebend von der Decke herunter gelassen wurde, war das für viele ein ganz besonderer Moment. Da waren nicht nur Johannas Eltern entzückt.
Der Engel verkündete den Hirten die frohe Botschaft, woraufhin sie sofort aufbrachen, ihren neuen König zu begrüßen. Und damit hatte Jonas dann seinen großen Auftritt: er war nämlich der erste Hirte, der das Jesuskind auf den Arm nehmen durfte.
Die Kinder ernteten kräftigen Applaus, und Thea und Jonas stand deutlich ins Gesicht geschrieben, dass sie sehr sehr stolz waren, an diesem Heiligen Abend ein Teil der Weihnachtsgeschichte sein durften…

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
nur das traute hoch heilige Paar.
„Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh‘,
schlaf in himmlischer Ruh‘!“

Als das letzte Lied zuende war konnten die Beiden an nichts anderes mehr denken als an ihren Weihnachtsbaum zuhause. Ob das Christkind schon da gewesen war? Ob es ihnen Geschenke gebracht hatte? Ob es auch die richtigen Geschenke unter den Baum gelegt hatte?
Das Haus duftete nach frischer Tanne, alles war weihnachtlich geschmückt und kurz bevor sie das Weihnachtszimmer betraten lag immer etwas Geheimnisvolles in der Luft.
Dann ging endlich die Tür auf und Jonas und Thea standen vor einem wunderschönen Weihnachtsbaum, der vor kleinen Lichtern und glänzenden Kugeln von oben bis unten nur so glitzerte. Sie brauchte einen Moment, bis sich ihre Blicke vom Baum lösen konnten…

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ward geboren:
Freue, freue dich, O Christenheit!

Thea bekam endlich die Puppe, die sie sich schon so lange sehnlichst gewünscht hatte. Jonas hatte sich ein Steckenpferd gewünscht, mit dem er Ritter spielen konnte – und auch sein Wunsch wurde erfüllt. Die Eltern schauten mit stolzen und glücklichen Augen ihren Kindern beim Spielen zu. Thea und Jonas schliefen später ganz schnell ein. Es war in jeder Hinsicht ein aufregender Tag für sie gewesen – ein ganz besonderer Heiliger Abend.
Frohe Weihnachten!



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Der perfekte Weihnachtsbaum. Eine Liedergeschichte rund um den Tannenbaum

Singen Sie bei dieser Liedergeschichte die angegebene Strophe der entsprechenden Lieder rund um den Tannenbaum. Wenn es von den Gruppen gewünscht wird darf natürlich, wie auch bei all unseren anderen Geschichten für Senioren mit Liedern,  das ganze Lied gesungen werden.

Der perfekte Weihnachtsbaum

Paul, Max und Papa Klaus machten sich auf den Weg, einen Weihnachtsbaum für die Familie zu kaufen. Klein Frieda und Mama Christa blieben zuhause und backten Weihnachtsplätzchen. Klein Frieda war schon acht Jahre alt, war aber nunmal die Kleinste unter den drei Geschwistern. Paul war zwölf und Max elf Jahre alt. Wie auch immer, die beiden backten lieber Plätzchen als sich mit den Männern auf Baumsuche zu machen. „Das überlasse ich lieber euch, einen Weihnachtsbaum kaufen ist Männersache!“, sagte Mama Christa stets, wenn Klaus sie fragte, ob sie nicht doch mitkommen wollte.
Die drei fuhren mit dem Auto zu dem Bauernhof, zu dem sie immer gefahren waren um einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Überzeugt davon, dass auch in diesem Jahr der Richtige dabei sein würde, stürzte Papa Klaus sich ins Getümmel…

Der Christbaum ist der schönste Baum
den wir auf Erden kennen.
Im Garten klein, im engsten Raum
wie lieblich blüht der Wunderbaum,
wenn seine Lichter brennen,
wenn seine Lichter brennen, ja brennen.

Doch in diesem Jahr war einfach nicht der richtige Baum dabei. Der eine war zu groß, der nächste zu klein. Der Übernächste war einfach zu breit für die Wohnung, ein Anderer hatte wiederum zu wenig Zweige in der Mitte. Paul hatte bei 13 aufgehört mitzuzählen, wie viele Bäume sie sich angeschaut hatten. Max hatte schrecklichen Hunger und fing irgendwann an, ziemlich nervenaufreibend zu jammern. Der Bauer hatte für solche Fälle Gott sei Dank immer ein paar Scheiben Christstollen in petto. Er bot Max eine an, woraufhin dieser dankend zugriff.
Der Bauer hatte wiederum das Leid der Drei mit angehört und sagte: „Für solch anspruchsvolle Baumkäufer wie euch habe ich noch ein paar meiner besten Stücke aufgehoben. Wenn ihr den kleinen Hügel dort hinauf geht, findet ihr sie. Ihr müsstet den Baum allerdings selbst schlagen…“. Papa Klaus war sofort überzeugt, dass sie dort den richtigen finden würden. Er lieh sich eine Axt vom Bauern aus und führte seine Jungs den Hügel hinauf. Schon nach kurzer Zeit fand er einen Tannenbaum, der seinen Vorstellungen entsprach.
Das Baumschlagen erwies sich allerdings als weitaus komplizierter und schwieriger als er dachte. Kurzum – Klaus, Paul und Max waren erst nach weiteren zwei Stunden wieder zuhause. Klein Frieda schlief schon und die Jungs schworen, dass sie im nächsten Jahr zuhause bleiben würden. Den Rest der Geschichte können Sie sich vielleicht selbst ausmalen. Papa Klaus aber war stolz auf seinen ersten selbst geschlagenen Baum…

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Wie treu sind deine Blätter!
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
Nein auch im Winter wenn es schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Wie treu sind deine Blätter!

Am nächsten Morgen war der ganze Ärger schon fast wieder vergessen. Es war der Heilige Abend. Klein Frieda war ausgeschlafen und recht munter, ihre großen Brüder brauchten etwas länger um wach zu werden. Nach einem gemütlichen Frühstück machten sich alle an die Vorbereitungen für den lang ersehnten Abend. Alles war friedlich, die Geschwister zankten nicht, der Baum passte in den Christbaumständer und der Kartoffelsalat für den Abend war Mama Christa wirklich gelungen – fand sie. Am späten Nachmittag ging die ganze Familie in die Kirche.
Als die Tür zum Wohnzimmer zur Bescherung geöffnet wurde, hatten alle für ein paar Minuten nur noch Augen für den Weihnachtsbaum. So einen schönen Baum hatten sie wirklich noch nie gehabt. Sein Glanz erfüllte den ganzen Raum…

Am Weihnachtsbaum, die Lichter brennen,
wie glänzt er festlich, lieb und mild.
Als spräch er: „Wollt in mir erkennen
getreuer Hoffnung stilles Bild.“

Christa und Klaus waren sichtlich ergriffen von den leuchtenden Augen ihrer Kinder. Zum ersten Mal stürzten sich nicht alle auf die Geschenke, sondern hielten einen Augenblick inne. In Gedanken verbunden waren sie sich sicher – in diesem Moment war wahrhaftig Weihnachten!

Die Kinder steh’n mit hellen Blicken,
das Auge lacht, es lacht das Herz.
O fröhlich seliges Entzücken,
die Alten schauen himmelwärts.



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