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Grüß Gott, du schöner Maien. Das Frühlingslied als Liedergeschichte

Dies ist eine Liedergeschichte zu dem Frühlingslied „Grüß Gott, du schöner Maien“. Lesen Sie den Text der Frühlingsgeschichte vor und singen Sie gemeinsam mit den Senioren an den angegebenen Stellen die entsprechende Strophe des Frühlingsliedes.
Ein bunter, duftender Frühlingsblumenstrauß kann das Geschehen in der Geschichte untermalen…

Grüß Gott, du schöner Maien. Das Frühlingslied als Liedergeschichte

Isolde schaut aus dem Fenster. Sie hat noch die Kaffeetasse vom Frühstück in der Hand. Die Sonne strahlt von einem blauen Himmel. Nur ein paar ganz kleine weiße Wolken ziehen fast unscheinbar an ihr vorbei. Sie lächelt und sagt leise zu sich: „Was kann man heute schöneres machen, als den Tag im Garten zu verbringen?“
Isolde trinkt die letzten beiden Schlücke Kaffee aus ihrer Tasse und stellt sie auf die Spüle. Dann zieht sie ihre Gartenschuhe an, die braune Weste und bindet sich noch ein Tuch um den Hals.
Im Garten duftet es herrlich nach Frühling…

Grüß Gott, du schöner Maien
Da bist du wiederum hier
Tust jung und alt erfreuen
Mit deiner Blumenzier
Die lieben Vögel alle
Sie singen also hell
Frau Nachtigall mit Schalle
Hat die fürnehmste Stell

Isolde geht erstmal eine Runde durch den Garten. Der Rasen unter ihren Schuhsohlen fühlt sich weich an. Die Beete sind fast von einem auf den anderen Tag in ein neues Meer aus bunten Blumen getaucht. Ein Traum aus violett, gelb, rosa und weiß umgibt sie… Isolde mag den Mai. Die Vögel zwitschern, die Bienen summen und alles duftet so wunderbar. Ab und an spürt sie einen lauen Windhauch auf ihrer Haut.
Isolde holt die Harke aus dem Schuppen und fängt an die Erde aufzulockern. Schon sieht es um die Maiglöckchen herum wieder ordentlich aus. Das bisschen Unkraut zupft sie heraus und legt es in den Eimer. Viel ist allerdings nicht nachgewachsen, das große Jäten nach dem Winter hat sie im März schon erledigt…

Die kalten Wind verstummen
Der Himmel ist gar blau
Die lieben Bienlein summen
Daher von grüner Au
O holde Lust im Maien
Da alles neu erblüht
Du kannst mich sehr erfreuen
Mein Herz und mein Gemüt

Während sie die Margeriten und Vergissmeinnicht bewundert und die Bienen beobachtet, die sich in den Pfingstrosen tummeln, summt sie immer wieder die Melodie von „Alles neu macht der Mai“. Heute ist wirklich ein schöner Tag und Isolde genießt ihn in vollen Zügen. Am späten Nachmittag hat sie alles erledigt und der Garten sieht aus wie in einem Bilderbuch. Zufrieden setzt sie sich auf die Terasse in ihren Gartenstuhl und legt die Beine hoch. Noch immer scheint die Sonne. Ihre Weste braucht sie schon nicht mehr, es ist richtig warm geworden.
Isolde klappt ihr Buch auf und genießt den Rest dieses wunderbaren Frühlingstages im Mai in ihrem bunten Garten. In der schönen frischen Frühlingsluft geht es ihr richtig gut!

Den Text von „Grüß Gott, du schöner Maien“ hier als Großdruck-Liedblatt ausdrucken

Die Melodie von „Grüß Gott, du schöner Maien“ können Sie sich kostenlos als MP3 herunterladen



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Der Mond ist aufgegangen. Eine Einschlafgeschichte zu dem bekannten Abendlied

Dies ist eine Einschlafgeschichte zu dem bekannten Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“. Die Geschichte kann abends zum Einschlafen vorgelesen werden oder auch als Entspannungsgeschichte eingesetzt werden.
Bitten Sie die Zuhörenden, sich so entpannt wie möglich hinzusetzen. Wer möchte, darf gerne die Augen schließen. Die Geschichte wird möglichst langsam vorgelesen. Zum Abschluss singen alle gemeinsam das Lied „Der Mond ist aufgegangen“. Die Melodie zum Lied erhalten Sie hier kostenlos als MP3-Download

Der Mond ist aufgegangen. Eine Einschlafgeschichte zu dem bekannten Abendlied

Felix liegt in seinem Bett und kann nicht einschlafen. Er hat es schon mit allen Mitteln versucht, aber heute möchte es einfach nicht klappen. Beim Schäfchenzählen hat er sich andauernd verzählt. Und auch, als er sich mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite gedreht hat, hat das nichts geholfen. Felix hat sogar eine Weile mit dem Kopf am Fußende geschlafen – aber auch dadurch wurde er einfach nicht müde.
Nun liegt er da, eingekuschelt in seine Bettdecke und schaut an die Zimmerdecke. Das Mobile über seinem Bett hängt ganz ruhig an dem kleinen goldenen Haken. Felix nimmt sich vor, es eine Weile zu beobachten. Er schaut sich die Sterne und den Mond an, den Astronauten, der gerade in seine Rakete steigen möchte, und den Saturn, der ganz unten an dem Mobile hängt.
Dann passiert etwas merkwürdiges. Während Felix so da liegt und an die Decke schaut, wird es plötzlich immer heller in seinem Zimmer. Oder bildet er sich das nur ein? Er wartet noch eine Weile und beobachtet die Anhänger an dem Mobile. Sie werden tatsächlich heller.
Felix setzt sich auf und beugt sich ein wenig vor, sodass er aus seinem Fenster schauen kann. Und da sieht er ihn. Der Mond steht als riesige, helle Scheibe am Himmel und erleuchtet die Nacht. Um ihn herum blitzen und funkeln die schönsten Sterne – und es ist nicht eine einzige Wolke zu sehen. Felix steht auf und geht leise zur Fensterbank. Er lauscht, es ist vollkommen still im Haus und auch draußen ist es geheimnisvoll ruhig. Für eine Weile sieht er in den Nachthimmel und schaut sich die hellen und dunklen Flecken auf dem Mond ganz genau an. „So nah hab ich ihn bestimmt noch nie gesehen.“ überlegt er ganz ehrfürchtig. Vollkommen zufrieden legt er die Unterarme auf die Fensterbank und stützt sein Kinn auf seinen Handrücken. So kann er gerade noch über den Fensterrahmen schauen.
In der Ferne sieht er die Schatten der Bäume, die sich, so wie der Rest der Welt dort draußen, ganz ruhig verhalten. Felix findet, dass es aussieht, als würde auch der Wald tief und fest schlafen.
Er bleibt noch eine Weile am Fenster stehen – schaut sich den Mond an, die Sterne, die Wiese im Garten und die Bäume ganz weit hinten im Wald, die im dunklen Hintergrund fast verschwinden.
Dann spürt er, dass er müde wird und es sich gar nicht mehr gemütlich anfühlt, an der kalten Fensterbank zu stehen. Felix huscht zurück in sein Bett, legt aber sein Kopfkissen wieder ans Fußende. Von dort aus kann er den Mond nämlich noch fast ganz sehen. Felix kuschelt sich unter seine Decke und spürt, wie langsam seine Arme wieder warm werden, sein Bauch, sein Rücken und seine Beine. Ganz behutsam krabbelt ein angenehmes Gefühl in seine Hände und Füße.
Vollkommen zufrieden und entspannt legt er den Kopf ins Kissen und blinzelt den Mond an. Bis er innerhalb von ein paar Minuten dann endlich einschlafen kann…

Der Mond ist aufgegangen – Das Abendlied

Der Mond ist aufgegangen
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar
Der Wald steht schwarz und schweiget
Und aus der Wiese steiget
Der weiße Nebel wunderbar

Wie ist die Welt so stille
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold
Als eine stille Kammer
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt

Seht ihr den Mond dort stehen
Er ist nur halb zu sehen
Und ist doch rund und schön
So sind wohl manche Sachen
Die wir getrost belachen
Weil unsre Augen sie nicht sehn

Wir stolzen Menschenkinder
Sind eitle arme Sünder
Und wissen gar nicht viel
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter vor dem Ziel

Gott lass dein Heil uns schauen
auf nichts Vergänglichs trauen
Nicht Eitelkeit uns freun
Lass uns einfältig werden
Und vor dir auf der Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod
Und wenn du uns genommen
Lass uns in‘ Himmel kommen
Du unser Herr und unser Gott

So legt euch denn ihr Brüder
In Gottes Namen nieder
Kalt ist der Abendhauch
Verschon uns Gott mit Strafen
Und lass uns ruhig schlafen
Und unsern kranken Nachbarn auch

Den Text von „Der Mond ist aufgegangen“ können Sie hier nochmal als Großdruck-Liedblatt ausdrucken.



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Erinnerungen. Eine Liedergeschichte zu dem Volkslied „Die Gedanken sind frei“

Hier finden Sie eine Liedergeschichte zu dem Volkslied „Die Gedanken sind frei“. Die Geschichte kann in Gruppenangeboten und auch in der Einzelbetreuung von Senioren und Menschen mit Demenz vorgelesen werden. Sie eignet sich auch gut für Senioren, die zuhause begleitet werden.
Lesen Sie die Geschichte vor und singen Sie gemeinsam an den angegebenen Stellen die entsprechende Strophe von „Die Gedanken sind frei“.

Erinnerungen. Eine Liedergeschichte zu dem Volkslied „Die Gedanken sind frei“

Renate sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa und blättert ganz vertieft in ihrem alten Tagebuch. In Gedanken ziehen die Jahre wie Sekunden an ihr vorbei. Ist es wirklich schon so lange her, dass sie auf dem Schulhof mit Murmeln gespielt hat? Oder dass sie sich auf dem Rummel so unglücklich am Fuß verletzt hat? Damals hatte sie nur Augen für das Riesenrad und die Zuckerwatte in ihrer Hand, sodass sie die Glasscherbe auf dem Boden gar nicht bemerkte. Über drei Wochen musste sie damals einen Verband am Fuß tragen. Das Pflaster, das ihr nach dem Fäden-Ziehen zum Schutz über die geheilte Wunde geklebt worden war, hatte sie in ihrem Tagebuch ganz heimlich aufbewahrt…

Die Gedanken sind frei wer kann sie erraten
Sie fliehen vorbei, wie nächtliche Schatten
Kein Mensch kann sie wissen kein Jäger erschießen
Es bleibet dabei. Die Gedanken sind frei

Renate blättert weiter. Mal wirkt sie beim Lesen ganz konzentriert, dann sieht man ein Lächeln über ihr Gesicht huschen. Ein anderes Mal wirkt es, als spüre sie ein wenig Wehmut. Als sie auf den Seiten ankommt, auf denen ganz viele rote, rosafarbene und violette Herzchen gemalt worden sind, strahlen ihre Augen vor Glück. Sie kann ich ein Seufzen nicht verkneifen. Ja natürlich, Hans – ihre erste und einzige große Liebe. Als sie sein Foto von damals in den Händen hält muss sie wieder lächeln. „Mensch, Hans, wo ist die Zeit nur geblieben?“, denkt sie und atmet einmal tief ein und aus. Die vierzig Jahre, die sie nun schon verheiratet sind laufen wie ein Film vor ihrem inneren Auge ab. Und sie muss an der ein oder anderen Stelle in ihrem Tagebuch lachen – wie verliebt sie doch gewesen war. Und wenn sie heute darüber nachdenkt, auf die eine oder andere Art und Weise auch ein wenig verrückt…

Ich denke was ich will und was mich beglücket
Doch alles in der Still und wie es sich schicket
Mein Wunsch mein Begehren kann niemand verwehren
Es bleibet dabei. Die Gedanken sind frei

Renate streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und runzelt ihre Stirn. Ja, es standen nicht nur amüsante Dinge in ihrem Tagebuch. Natürlich kann sie die Sätze heute wieder in einer versöhnlichen Haltung lesen. Aber als sie sich damals mit ihren Eltern über zu kurze Röcke, ihre Haarfrisur und ihre Lieblingsmusik gestritten hat, hätte sie die beiden im wahrsten Sinne des Wortes auf den Mond schießen können. Wie oft sie doch gerne vor Wut die Tür ihres – damals noch – Kinderzimmers zugeschlagen hätte, es sich nur auf Rücksicht auf ihre Oma, die mit im Haus gewohnt hat, nicht getraut hatte. Spätestens seitdem sie selbst Mutter geworden war, hatte sie die Gedanken und Einwände ihrer Eltern bis auf ein paar wenige jedoch nachvollziehen können. Zu der Zeit damals hat es ihr geholfen, ihren Zorn in ihr Tagebuch zu schreiben. Und wirklich – auch dieser Teil ihrer Jugend ging im Nachhinein einfach viel zu schnell vorbei…

Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker
Das alles sind rein vergebliche Werke
Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
Und Mauern entzwei. Die Gedanken sind frei

Renate blättert durch die letzten Seiten ihres Tagebuchs, die Sonne geht schon langsam unter und die Teekanne, die sie sich zum Lesen auf das kleine Tischchen neben dem Sofa gestellt hatte, ist schon fast leer. Sie merkt gar nicht, dass es zum Lesen eigentlich langsam zu dunkel wird. Vielmehr schmökert sie in den Seiten, die sie kurz nach der Geburt ihrer Kinder noch gefüllt hatte. Nun schwingt schon ein wenig Wehmut in ihrem Herzen – auch die Kinder sind jetzt schon so groß und der Kleine wohnt sogar zwei Autostunden in der Ferne. Dann wiederum muss sie wieder schmunzeln, weil die Häufigkeit, mit der sie in ihr Tagebuch geschrieben hat, rapide gesunken ist. Ja, ja, als junge Mutter hatte viele andere Dinge zu tun als in ihr Tagebuch zu schreiben.
Als sie das Buch zuklappt, fühlt sie sich dennoch gut und ist glücklich. Es stimmt, die Jahre sind wie im Fluge vergangen. Aber der Erinnerungen und glücklichen Momente hat sie Tag für Tag, Stunde um Stunde dazugewonnen. Und sie ist sehr dankbar, dass sie viele dieser Momente immer und immer wieder in die Hand nehmen und die Gefühle neu aufleben lassen darf. Und es fühlt sich gut an…

Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen
Und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen
Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen
Und denken dabei. Die Gedanken sind frei

Text von „Die Gedanken sind frei“ können Sie hier als Großdruck-Liedblatt ausdrucken

Die Gedanken sind frei kostenlos als MP3-download



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Geschichten zum Vorlesen und Mitsingen

Die SingLiesel „Mal-alt-werden.de-Edition“

Der zweite Band der SingLiesel Mal-alt-werden.de-Edition Geschichten zum Vorlesen und Mitsingen* beinhaltet 22 Liedergeschichten zu den bekanntesten und beliebtesten deutschen Volksliedern. Diese Lieder sind der älteren Generation wohlvertraut und wecken Erinnerungen an die eigene Kindheit, die Jugend, an Feste und Feiertage, Familie und Freunde.
Die Geschichten laden auf eine ganz besondere Weise zum Zuhören und Mitmachen ein.

Musik für die Erinnerung

Musik berührt und weckt Emotionen. Bei demenziellen Erkrankungen bleibt zudem die Fähigkeit, zu Singen, meist viel länger erhalten als das Sprechen oder die Fähigkeit, sich selbstständig anzuziehen. Musik und Gesang berühren uns tief in unseren Herzen. Musik weckt Erinnerungen an meist weit zurückliegende Ereignisse. Sie lässt Gefühle wieder aufleben, die wir in unserer Kindheit gespürt haben…
Das alles sind nur einige Gründe, warum wir in der Begleitung von Senioren und Menschen mit Demenz so gerne mit Musik und Gesang arbeiten. Und warum dieser Ansatz auch wirklich sinnvoll ist. In unseren Liedergeschichten kombinieren wir bekannte Volkslieder mit Geschichten, die sich in der Biografie der Senioren durchaus ähnlich abgespielt haben könnten. Das gemeinsame Singen aktiviert, trainiert das Langzeitgedächtnis und erhält die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden.

Zum Aufbau der Liedergeschichten

In diesem Band finden Sie insgesamt 22 Liedergeschichten, in die regelmäßig einzelne Strophen beliebter Volkslieder eingebunden sind. Die Geschichte wird langsam und deutlich vorgelesen. An der angebenen Stelle wird dann die entsprechende, abgedruckte Strophe von allen Senioren gemeinsam gesungen. Die Liedtexte sind im Buch vollständig abgedruckt!
Wenn Sie unser Buch vor sich liegen haben, stehen Ihnen zwei Varianten an Liedergeschichten zur Verfügung. In der ersten Variante dreht sich eine Geschichte um ein einzelnes Volkslied. Dabei wurden mehrere oder sogar alle Strophen des Liedes in die Geschichte eingebunden. Bei der zweiten Variante haben wir uns Lieder angeschaut, die sich um ein bestimmtes Thema drehen. Aus diesen Liedern haben wir dann jeweils eine Strophe in eine Liedergeschichte eingebunden, sodass die komplette Geschichte dann Strophen aus mehreren Liedern beinhaltet.
Die 22 Liedergeschichten sind in die Kapitel Frühlingslieder, Wanderlieder, Sommerlieder, Liebeslieder, Herbstlieder und Winter- und Weihnachtslieder unterteilt. Im Titel wird deutlich, um welches Lied bzw. welche Lieder es sich bei der entsprechenden Liedergeschichte handelt.

Die Liedauswahl

Bei der Liedauswahl haben wir uns auf unsere Erfahrungen und unser Bauchgefühl verlassen. Da wir auch hier mit dem biografieorientierten Ansatz arbeiten, drehen sich die Liedergeschichten rund um bekannte und beliebte Lieder, die den meisten Senioren wohlvertraut sind. Hier finden sich Klassiker wie „Die Vogelhochzeit“, „Im Märzen der Bauer“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“, „Geh‘ aus mein Herz und suche Freud“, „Wenn ich ein Vöglein wär“, „Bunt sind schon die Wälder“ oder auch „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ wieder. Ganz oft werden die Lieder nach dem Vorlesen der Liedergeschichte noch einmal im Ganzen gesungen. Viele Senioren stimmen die Lieder auch von sich aus noch einmal an. Singen ist eben wahres Erleben und macht einfach viel Freude!

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Anna und die Frühlingsgefühle. Eine Liedergeschichte zu „Veronika, der Lenz ist da“

„Veronika der Lenz ist da“ ist wohl mit der bekannteste Schlager der Comedian Harmonists, die vor allem zu Beginn der 1930er Jahre große Erfolge feierten. Zusammen mit dem Lied „Wochenend und Sonnenschein“ bildete „Veronika der Lenz ist da“ oft das Eröffnungsprogramm auf Konzerten des beliebten Männerquintetts.
Wir haben zu „Veronika der Lenz ist da“ eine Liedergeschichte geschrieben, mit der der beliebte Schlager und auch ein paar Frühlingsgefühle Einzug in Ihre Beschäftigungsangebote halten werden…
Den Liedtext zu „Veronika der Lenz ist da“ können wir Ihnen aus urheberrechtlichen Gründen an dieser Stelle leider nicht zur Verfügung stellen. Sie können sich ihn aber hier ansehen.

Singen Sie an den angegebenen Stellen im Text der Geschichte gemeinsam mit den Senioren den Refrain von „Veronika der Lenz ist da“

Anna und die Frühlingsgefühle. Eine Liedergeschichte zu „Veronika, der Lenz ist da“

Anna konnte es kaum glauben. Überall um sie herum kehrte der Frühling ein, und vor allem die Frühlingsgefühle nahmen ihren Lauf. Sie selbst hatte nichts mehr am Hut mit der rosaroten Brille. Sie wollte keine Schmetterlinge mehr im Bauch haben und auch kein Herzklopfen mehr im Angesicht ihres Liebsten. Anna und Frank hatten sich zwei Wochen zuvor gemeinsam dafür entschieden, getrennte Wege zu gehen. Und das war gut so, dachte sie bis dahin. Alleine die um sie herum schwärmenden Verliebten machten ihr schlechte Laune…

Veronika…

„Wer war eigentlich diese Veronika?“, fragte sie sich immer, wenn sie das Lied im Radio hörte. Und zu ihrem Missfallen spielten es die Rundfunkanstalten in den letzten Wochen auch viel zu oft – in Annas Augen jedenfalls. Annas Gesichtsausdruck wurde von Tag zu Tag grimmiger. Sie ärgerte sich über ihre Freunde, die nur noch als Pärchen anzutreffen waren und gleichzeitig über sich selbst: Schließlich war wieder einmal eine Beziehung in die Brüche gegangen. Wie sollte sie nur jemals wieder glücklich werden?

Veronika…

Anna ging viel spazieren, sie streifte durch die Wälder und konnte die Ruhe auf den einsamen Feldwegen sehr genießen. Nach einigen Tagen sah sie aber auch dort nur noch Frühlingsgefühle umherspringen und durch die Lüfte flattern. Die Schmetterlinge veranstalteten Paartänze und die Kaninchen hüpften zu zweit über die Wiese. Die Eichhörnchen spielten fangen und sogar die Bienen und Hummeln fanden in den bunten Blüten der Blumen am Wegesrand einen ebenwürdigen Partner…

Veronika…

Annas beste Freundin Vera fragte sie eines Tages, ob Anna nicht vielleicht doch ein wenig Liebeskummer hatte? Und sie sich eventuell doch noch einmal mit Frank aussprechen wollte. Anna verneinte das gewiss und bat Vera doch bitte kein Wort mehr über Frank zu verlieren…
Vera erfüllte ihr diesen Wunsch und die beiden machten einen langen Spaziergang. Am Ende lud Vera Anna in die Milchbar im Dorf ein. Kaum hatte Anna einen Schluck getrunken, ertönte auch schon wieder dieses Lied…

Veronika…

Als Anna gerade aufstehen wollte, um dem Lied zu entkommen, stand auf einmal Frank vor ihr. Es traf sie wie der Schlag. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. „Hallo Anna, ich…“, begann Frank seinen Satz. Doch Anna wollte nichts hören. Als sie ihm das gerade sagen wollte und ihm dafür in die Augen schaute – da wars um sie geschehen. Ihr Herz klopfte, Schmetterlinge tanzten in ihrem Bauch und alles, was sie sagen wollte, war auf einmal aus ihrem Kopf verschwunden…

Veronika…

Anna war kurz verunsichert. Waren das etwa Frühlingsgefühle? Oder gehörte sie doch mehr zu Frank als sie gedacht hatte? Sie wusste nicht warum, aber sie setzte sich mit ihm zusammen an einen Tisch. Dann redeten sie bis in den Abend hinein. Am Ende entschieden beide, ihrer Liebe noch einen Versuch zu schenken. Und wer weiß? Vielleicht haben ja die Frühlingsgefühle der großen Liebe hier ein wenig auf die Sprünge geholfen…

Veronika…



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Briefe an die Mutter oder Die große Liebe. Eine Liedergeschichte zu dem Volkslied „Kommt ein Vogel geflogen“

Dies ist eine Liedergeschichte zu dem bekannten Volkslied „Kommt ein Vogel geflogen“. Lesen Sie die Geschichte in Seniorengruppen vor und singen Sie an den angegebenen Stellen das Lied. Da „Kommt ein Vogel geflogen“ ein recht kurzes Lied ist, haben wir uns dafür entschieden, jedesmal beide Strophen singen zu lassen.

Briefe an die Mutter oder Die große Liebe. Eine Liedergeschichte zu dem Volkslied „Kommt ein Vogel geflogen“

Hans war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er lebte in einer großen Stadt, verdiente gutes Geld und war rundum zufrieden. Genau das hatte er sich erträumt als er damals in die Lehre gegangen war. Das einzige was ihm fehlte, war eine Frau. Und zwar nicht nur, weil die Wohnung in der er lebte, einfach zu groß für nur eine Person gewesen war.
Nein. Er dachte, dass es an der Zeit war, auch eine Familie zu gründen. Bis dahin war seine Mutter eine enge und liebe Begleiterin für ihn gewesen. Aufgrund der Entfernung zu seinem Heimatdorf konnten sie sich allerdings nicht oft sehen. Umso öfter schrieben sie einander Briefe…

Kommt ein Vogel geflogen,
setzt sich nieder auf mein‘ Fuß,
hat ein‘ Zettel im Schnabel,
von der Mutter ein‘ Gruß.

Lieber Vogel, flieg‘ weiter,
bring ein‘ Gruß mit und ein‘ Kuss,
denn ich kann dich nicht begleiten,
weil ich hier bleiben muss.

Hans lernte tatsächlich eine Frau kennen. Sie hieß Julia, hatte braunes Haar, rehbraune Augen und war eine Seele von Mensch. Hans war so glücklich wie noch nie zuvor…
Und weil er so glücklich war, vergaß er auf einmal, seiner Mutter Briefe zu schreiben. Auch als diese schon drei Briefe hintereinander geschrieben hatte um sich zu erkundigen, ob es ihrem Jungen gut ging. Eines Tages fand er aber doch die Zeit, um endlich auf ihre Briefe zu antworten…

Kommt ein Vogel geflogen…

Lange hatte er überlegt, ob er seiner Mutter schon von Julia schreiben sollte. Er wollte iihr nicht vor den Kopf stoßen. Schließlich sollte sie nicht denken, dass er keine Zeit mehr für sie haben würde. Womit sie aber wahrscheinlich recht hatte – er hatte ja wirklich weniger Zeit zum Schreiben.
Da er aber von nichts anderem zu Berichten wusste als von seiner großen Liebe, nahm er den Stift in die Hand und stellte Julia kurzerhand seiner Mutter vor…

Kommt ein Vogel geflogen…

Hans war gespannt auf die Antwort. Und auch ein wenig beunruhigt. Würde sich Mutter darüber freuen? Julia schlug ihm vor, doch einfach gemeinsam seine Mutter zu besuchen. „Es fühlt sich meist besser an, jemanden persönlich kennen zu lernen!“, sagte sie. Hans war verunsichert. Noch nie hatte er eine Frau seiner Mutter vorgestellt. Wie das wohl ausgehen würde?
Schon drei Tage später kam ein Brief von seiner Mutter zurück. Ein wenig nervös war er schon als er den Brief öffnete. Julia schaute gespannt zu als er die Zeilen las. Als er fertig war hob er den Kopf – und strahlte sie an: „Sie freut sich!“
„Na schau“, entgegnete Julia und lächelte „dann steht ja einem Besuch nichts mehr im Wege!“
Schnell schrieb Hans einen Brief zurück…

Kommt ein Vogel geflogen…

Und schon bald besuchte Hans nach langer Zeit wieder einmal sein Heimatdorf. Mit Julia an seiner Seite. Seine Mutter begrüßte beide mit einer stürmischen und festen Umarmung. Als sie Julia in den Armen hielt flüsterte sie ihr ins Ohr: „Endlich hat Hans seine große Liebe gefunden. Das wurde auch wirklich Zeit!“ Uns sie fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Vielleicht muss ich dann jetzt endlich nicht mehr so viele Briefe schreiben…“



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Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Dies ist eine Liedergeschichte zu dem Frühlingslied „Der Mai ist gekommen“. Lesen Sie die Geschichte langsam vor. An den entsprechenden Stellen wird die angegebene Strophe des beliebten Volksliedes von allen gesungen.

Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Emil denkt immer wieder gerne an seine Schulzeit zurück. Schon bevor er in die Schule kam, freute er sich wahnsinnig darauf, endlich ein Schulkind zu werden. Und er war sehr neugierig, was ihn in der Schule wohl erwarten würde. Damals hatten seine Freunde ihm schon viel über die Schule erzählt, und er konnte es kaum erwarten, sich auch jeden Morgen auf den Weg dorthin zu machen…

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

Bevor es losging, wurde natürlich der Schulweg geübt. Emil erinnert sich noch ganz genau daran, wie er mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester immer wieder zur Schule hin und wieder nach Hause spaziert war. Emil kannte den Weg schnell wie seine Westentasche. Doch seine Mutter wollte wirklich sichergehen, dass er auch ja jede Straßenecke auf seinem Weg kannte, und beim Straße überqueren auf die Autos achtete.
Irgendwann war aber auch sie beruhigt und konnte ihren Jungen mit einem guten Gefühl zur Schule gehen lassen…

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt‘!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

Nach dem Sommer war Emils großer Tag dann endlich da: sein erster Schultag. Schon die Nacht davor konnte er vor Aufregung kaum schlafen. Mit großen Augen und offenem Mund betrat er das Schulgebäude und inspizierte neugierig seinen Klassenraum. Seine Klassenkameraden waren sehr nett, viele kannte er schon aus der Nachbarschaft. Und so konnten sie in den Pausen schon gleich zusammen spielen, klettern und um die Wette rennen. Emil fühlte sich dort vom ersten Tag an pudelwohl…

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

Natürlich waren manche Lehrer auch streng und Emil und seine Klassenkameraden mussten auch mal nachsitzen. Dafür war der Nachhauseweg dann meist umso lustiger. Aber eigentlich haben, was seine Erinnerungen betrifft, die schönen Momente überwogen. Emil war sogar Mitglied im Schulchor gewesen, mit dem er seine ersten Reisen in fremde Städte unternommen hatte, die weiter als zwei Autostunden von zuhause entfernt waren. Er ist sich bis heute sicher, dass diese kurzen Reisen seine Entdeckerlust auf neue Orte, Städte und Länder geweckt haben, die ihn bis heute immer wieder in die Ferne lockt…

Und abends im Städtchen, da kehr‘ ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing‘ ich dazu.

Als Emil schon älter war, sind er und eine Klassenkameraden regelmäßig am Wochenende wandern gegangen. Am Lagerfeuer wurde gegrillt, gemeinsam gesungen und auch das eine oder andere Mal unter freiem Himmel übernachtet. Fast immer, wenn Emil heute einen Waldspaziergang unternimmt oder durch die Felder streift, denkt er an diese unbekümmerten Tage seiner Jugend zurück.
Diese Unbekümmertheit fehlt ihm heute manchmal. Jetzt, wo er selbst für Lohn und Brot verantwortlich ist, hat er weniger Zeit für die Natur. Und auch die Klassenkameraden wohnen nicht mehr alle in der Nachbarschaft. Aber er ist sich sicher, dass ihn die Zeit mit seinen Freunde früher für seine verantwortungsvollen Aufgaben heute gestärkt haben…

Und find ich keine Herberg‘, so lieg‘ ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh‘ das Morgenrot mich wach.

Emil ist nun selbst Vater und darf seine kleine Tochter in der nächsten Woche das erste Mal in die Schule begleiten. Vieles hat sich seit seiner Schulzeit früher verändert. Aber auch er sorgt sich nun, wie früher seine Mutter, dass seine Tochter sicher in die Schule und wieder nach Hause kommt. Manches ändert sich eben, und manches bleibt…
Was bleibt, ist die Neugierde in den Augen seiner Tochter, die sich sehr auf ihre Einschulung freut. Und Emil, der nun lernen muss loszulassen, damit seine Tochter die gleichen Abenteuer erleben und Erfahrungen machen darf, wie er früher – in der weiten weiten Welt…

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!



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Wie im zweiten Frühling. Eine Liedergeschichte zu „Es tönen die Lieder“

Für Ihre Beschäftigungsangebote mit Senioren und Menschen mit Demenz im Frühling haben wir zu dem bekannten Frühlingslied bzw. Kanon „Es tönen die Lieder“ eine kostenlose Liedergeschichte geschrieben. Lesen Sie die Geschichte in Ihren Aktivierungsangeboten vor und singen Sie mit den Senioren an den angegebenen Stellen das Lied „Es tönen die Lieder“.

Wie im zweiten Frühling. Eine Liedergeschichte zu „Es tönen die Lieder“

Harald konnte es kaum glauben. Auf seine alten Tage hatte er sich wirklich noch einmal richtig verliebt. Terese hieß seine Angebetete, sie hatten sich einfach in der Straßenbahn kennengelernt, obwohl sie gar nicht auf der Suche nach neuen Partnern waren. Harald fuhr oft mit der Straßenbahn. Und so kam es, dass er und Terese sich regelmäßig morgens auf dem Weg in die Stadt in der Straßenbahn getroffen hatte.
Für Harald war es sofort klar, dass Terese etwas ganz besonderes sein musste…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Irgedwann hatte er seinen ganzen Mut zusammengenommen und Terese angesprochen. Sie unterhielten sich über Gott und die Welt und auch Terese schien Harald gerne in der Straßenbahn zu treffen. Doch irgendwann, und zwar eigentlich genau an der Haltestelle „Bahnhofstraße“, musste Terese immer aussteigen. In der Nähe der Haltestelle wohnte ihre Tochter, die Terese jeden Morgen besuchte, um auf ihre Enkel aufzupassen. Immer wenn Harald Terese in der Bahn sah, ging ein Kribbeln durch seinen ganzen Körper. Von Kopf bis Fuß. Und stieg sie aus, verfinsterte sich seine Mine und er hatte den Rest des Tages schlechte Laune…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Eines Tages geschah etwas Merkwürdiges. Harald sah schon die Haltestelle „Bahnhofstraße“ kommen und war gerade dabei, das Gespräch langsam zu beenden und sich von Terese zu verabschieden – aber sie stieg gar nicht aus. Terese lächelte den verdutzten Harald an. „Ich hab den Vormittag frei, mein Enkel geht jetzt in den Kindergarten. Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“ Harald wusste gar nicht, wie ihm geschah. Natürlich wollte er! Er musste sich dreimal räuspern, ehe er ein leises „Ja, gerne“ stotterte.

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Aus dem einen Kaffee wurde ein ganzer Vormittag. Aus dem einen Vormittag wurden mehrere. Irgendwann traute Harald sich, Terese zu fragen, ob sie nicht mit ihm Tanzen gehen würde. Terese nahm die Einladung gerne an. An diesem Abend tanzten sie – bis ihnen die Füße wehtaten. Und für Harald war es der schönste Abend seit langem…

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Terese und Harald waren nach kurzer Zeit ein richtiges Paar geworden – mit allem drum und dran. Sie lachten zusammen, weinten zusamen, unternahmen Ausflüge, besserten ihre Tanzkünste in gemeinsamen Tanzstunden auf, machten Spaziergänge in der Natur, lasen zusammen, und machten einfach das, woran sie Freude hatten.
Aus ihrem ersten gemeinsamen Kaffee war ein richtiges Ritual geworden. Fortan gingen sie jeden Morgen zur Straßenbahnhaltestelle und fuhren zusammen in das besagte Café, um dort einen Kaffee zu trinken.

Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es spielet der Hirte
auf seiner Schalmei:
La la la la la la la,
la la la la la la la.

Und Harald war sich sicher: Das musste der zweite Frühling sein!



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Der Kuckuck und der Esel. Eine kleine Liedergeschichte

Eine kleine Geschichte zum Vorlesen und Mitsingen im Frühling. Singen Sie an den entsprechenden Stellen die angegebene Strophe des Liedes „Der Kuckuck und der Esel“.

Der schönste Vorgarten oder Der Kuckuck und der Esel

Helmut und sein Nachbar Walter befanden sich seit Jahren in einem kleinen Wettstreit: Wer gestaltete den schönsten Vorgarten? Jedes Jahr im Frühjahr ging es los. Helmut pflanzte in diesem Jahr ein Meer aus Tulpen in allen Farben des Regenbogens. Er hatte sich sehr viel Mühe gegeben um ausgefallene Sorten zu bekommen. Walter hatte sich in diesem Jahr auf Hyazinthen und Narzissen konzentriert. Auch er hatte viel Aufwand betrieben um eine schöne Blütenpracht hervorzubringen. In zarten Blau- und Gelbtönen leuchteten sie schon von Weitem.

Der Kuckuck und der Esel,
die hatten einen Streit:
wer wohl am besten sänge,
zur schönen Maienzeit.

Misstrauisch beäugte jeder den anderen. Für beide war es sehr wichtig, dass der eigene Vorgarten schöner und prächtiger erblühte als der des Konkurrenten. „Meine Tulpenzwiebeln kommen direkt aus Amsterdam!“, merkte Helmut beiläufig an, als er Walter vor der Haustür traf. „Meine Narzissen sind von einem ganz speziellen Züchter, diese Farbnuancen bekommt man nicht im Gartencenter um die Ecke!“, entgegnete Walter. Das wollte Helmut nicht auf sich sitzen lassen: „Siehst du die schwarze Tulpe mit dem roten Rand an den Blütenblättern? Das ist eine ganz neue Sorte!“, prahlte er weiter.

Der Kuckuck sprach: „Das kann ich“
und fing gleich an zu schrei’n.
„Ich aber kann es besser“,
fiel gleich der Esel ein.

Schön waren die Narzissen ja schon, die Walter gepflanzt hatte. Ein paar von den gelben Prachtexemplaren, könnte Helmut gut für den äußeren Rahmen seines Rundbeetes gebrauchen. Die würden einen schönen Rahmen für seine Tulpen bilden. Er sprang über seinen Schatten und fragte Walter nach seiner Bezugsquelle. Walter hatte sogar noch ein paar Zwiebeln übrig, die er Helmut schenkte. Im Gegenzug gab Helmut Walter ein paar Zwiebeln der schwarzen Tulpe mit dem roten Rand an den Blütenblättern. Walter gestand, dass seine Frau diese Tulpen ganz besonders schön fand.

So schön ihre Vorgärten vorher schon gewesen waren, so viel schöner waren sie nun. Eine durch und durch harmonische Farbenpracht überzeugte jeden, der an den Häusern vorbei zog. In den nächsten Jahren, gärtnerten Helmut und Walter häufig zusammen. Sie konnten viel voneinander lernen und ihre Gärten wurden immer schöner.

Das klang so schön und lieblich,
so schön von fern und nah.
Sie sangen alle beide:
Kuckuck, Kuckuck, I-a! I-a!



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Karl und Emil. Eine Liedergeschichte mit Kuckucksliedern

Singen Sie bei dieser Liedergeschichte an den angegebenen Stellen die erste Strophe des entsprechenden Kuckucksliedes. So fern die Gruppe es wünscht, kann auch das gesamte Lied gesungen werden. Stöbern Sie auch in unseren anderen Geschichten für Senioren .

Karl und Emil

Karl kam heute Mittag mit einem finsteren Gesichtsausdruck aus der Schule nach Hause. Als seine Mutter in fragte, was ihn so bedrückte, bekam sie keine Antwort. Karl ging in sein Zimmer und blieb dort einige Zeit. Seine Mutter kannte das schon. Und so wusste sie auch, dass Karl schon zu ihr kommen würde, wenn er ihr etwas erzählen wollte. Meist brauchte er nur ein wenig Zeit, um seine Gedanken zu ordnen.
Und so war es auch. Als seine Mutter gerade damit beschäftigt war, den Garten für die bevorstehenden ersten Frühlingstage vorzubereiten, kam Karl raus und setzte sich auf seinen Lieblingsplatz im alten Apfelbaum. Da dieser noch keine Blätter hatte, konnte er sich bequem auf den unteren Ast setzen. Er war der Dickste und Stärkste von allen. Wenn Karl nur so im Garten war, wenn er nachdenken musste oder er sich über etwas besonders freute, saß er immer dort und konnte in Ruhe seinen Gedanken nachgehen…

Auf einem Baum ein Kuckuck,
simsaladim bamba saladusaladim,
auf einem Baum ein Kuckuck saß.

Ohne dass seine Mutter ihn danach fragte, begann Karl zu erzählen. Sie hielt mit der Gartenarbeit inne und hörte ihm zu. Er hatte sich in der Schule furchtbar mit Emil gestritten. Emil war Karls bester Freund. Schon seit dem Kindergarten waren die beiden unzertrennlich, gingen durch dick und dünn. Nun war wohl wieder so ein Moment, in dem ihre feste Freundschaft auf die Probe gestellt wurde:
In der Schule gab es die Mathematik-Arbeiten zurück. Karl hatte eine bessere Zensur bekommen als Emil. Obwohl Emil den Unterrichtsstoff viel besser verstanden hatte als Karl. Karl sagte wohl so etwas wie, er habe Glück im Unglück gehabt, ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn usw… Er erzählte weiter, dass er wohl erst zu spät bemerkt habe, dass Emil über seine eigene Zensur sehr enttäuscht und ihm gar nicht nach Scherzen zumute war. Doch da war es leider schon zu spät. Mit einem Mal flogen die Fetzen, und es wurden von beiden Dinge gesagt, die Karl für seine Mutter lieber nicht wiederholen wollte. Im Streit sind sie dann auseinander gegangen. Seie Mutter sah, wie Karls Augen feucht wurden, und er tat ihr in diesem Moment schrecklich Leid…

Der Kuckuck und der Esel,
die hatten einen Streit:
Wer wohl am besten sänge,
wer wohl am besten sänge
zur schönen Maienzeit,
zur schönen Maienzeit.

Sie überlegte dann und hatte einen Vorschlag: „Warum gehst Du nicht noch einmal zu Emil, und erzählst ihm das, was Du mir gerade erzählt hast – dass es Dir sehr Leid tut und dass Du in der Freude über Deine gute Zensur zu spät bemerkt hast, wie schlecht es Emil geht“. Karl brummelte etwas wie: er habe es doch schon versucht und das habe ja sowieso keinen Zweck mehr…
Doch schließlich überredete ihn seine Mutter, es noch einmal zu versuchen. Schließlich habe Emil nun auch ein wenig Zeit zum Nachdenken gehabt. Sie bereitete einen Rucksack mit Apfelschorle, Plätzchen und einer Picknickdecke für die Beiden vor. Ihrer Idee, mit Emil in den Wald zu gehen und ein Picknick zu machen, kam er gerne nach. Ein bisschen mulmig war ihm aber dennoch zumute. Er hoffte so sehr, dass Emil ihm verzeihen würde…

Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald.
Lasset uns singen, tanzen und springen –
Frühling, Frühling wird es nun bald!

Am Abend kam Karl mit einem glücklichen Grinsen zurück nach Hause. Er umarmte seine Mutter fest und dankte ihr für das leckere Picknick. Dann erzählte er ihr, dass auch Emil sich bei ihm entschuldigt hatte und die Sache wohl schnell wieder gut gewesen und vergessen war. Im Wald hatten sie einen neuen Baum gefunden, auf dem sie wunderbar klettern konnten. Er sollte von nun an ihr Lieblingsbaum sein. Die Freude über die Freundschaft der Beiden überwiegte Gott sein Dank, sonst hätte sich Karls Mutter wahrscheinlich wieder Sorgen um die beiden gemacht. Tief im Inneren sagte sie sich aber: „Die beiden geben schon aufeinander acht! Und sie werden auch in diesem Jahr wieder gemeinsam einen wunderschönen, aufregenden Frühling erleben!“



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