Ein sinnlicher Marktbesuch. Jahreszeitliche Kurzbegegnungen im Frühling

In unserer Reihe “Jahreszeitliche Kurzbegegnungen” haben wir für Ihre Begegnungen mit Senioren und Menschen mit Demenz im Frühling eine biografische Erzählung und dazu passende Gesprächsimpulse rund um einen Marktbesuch vorbereitet.
Beginnen Sie diese Kurzbegegnung mit dem Vorlesen der kurzen Geschichte und nutzen Sie die darunter stehenden biografischen Fragen gerne anschließend als Einstieg in biografische Gespräche.

So war das damals …

Auf dem Frühlingsmarkt erwachten Farben und Düfte immer wieder zu einem bunten Reigen. Stefan fand sich zwischen strahlenden Blüten, kräftigen Knospen, und knackigem Obst und Gemüse wieder. Seine Augen streiften über tiefrote Erdbeeren und lange Rhabarberstangen, während der Duft von frischem Brot die Luft um ihn herum erfüllte. Die Marktverkäufer riefen noch etwas leise, aber fröhlich ihre Angebote aus. Es war noch früh. Stefan war umhüllt von verlockenden Gewürzen und kunstvollen Glasarbeiten, die eine Glaserin ausstellte. Angelockt vom frischen Spargel machte er sich schon Gedanken darüber, was er zum Mittagessen kochen würde. Stefan genoss die Marktbesuche. Hier konnte er ganz im Einklang mit sich und seinen Sinnen sein.

Gesprächsimpulse

Auf einem Wochenmarkt tauchen wir ein in ein Feuerwerk aus Farben, Düften und Geschmäckern. Wir werden inspiriert, was wir kochen könnten, und unsere Kinder wachsen mit vielen regionalen und saisonalen Produkten auf. Sind Sie früher gerne auf den Wochenmarkt gegangen? Wann sind Sie gegangen und wohin? Was haben Sie eingekauft? Gab es Stände, die Sie bei jedem Gang auf den Markt besucht haben? Hatten Sie einen Lieblingsstand?

Wenn Sie sich zurückerinnern – wonach riecht Markt für Sie? Welche Düfte haben Sie dort wahrgenommen? Welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesen Düften? Welche Gefühle waren damit verbunden? Haben Sie sich dort wohl gefühlt? Hat sich die Verarbeitung der Lebensmittel vom Markt anders angefühlt als die der Waren aus einem Supermarkt?

Gab es auf den Märkten, die Sie besucht haben, auch Stände mit Handgemachtem oder Kurzwaren? Was konnte man abseits der Lebensmittel kaufen? Was haben Sie dort gekauft? Waren Sie zufrieden mit den Waren?

Gab es Rituale oder Gewohnheiten, die Sie an Ihre Marktbesuche angeknüpft haben? Zum Beispiel einen Kaffee trinken, eine Waffel essen, in die nahe gelegene Buchhandlung gehen und in Büchern schmökern oder eine Runde durch das Bekleidungsgeschäft an der Ecke gehen? Was waren das für Gewohnheiten und wie sind diese entstanden? Gab es Menschen, die Sie dort getroffen haben oder mit denen Sie dort hin gegangen sind? Welche Menschen waren das?

Auf welche Märkte sind Sie am liebsten gegangen? Haben Sie sich auf dem vertrauten Wochenmarkt am wohlsten gefühlt oder waren beispielsweise der Bauernmarkt im Herbst oder der Weihnachtsmarkt in der Adventszeit spannender, da sie etwas Außergewöhnliches waren? Vielleicht mochten Sie auch das vertraute und das seltene gleichermaßen? In welcher Jahreszeit sind Sie am liebsten auf einem Markt gewesen und sind an den Ständen vorbeigeschlendert?

Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

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