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Sommergeschichten für Senioren. Wie war das noch mit den Bienen?

In dieser Sommergeschichte für Senioren geht es um das Thema Bienen. Im Anschluss bieten sich Gespräch über Kindheitserinnerungen und um Bienen an. Wer hatte Angst vor Bienen? Wer wurde als Kind gestochen? Wer mag Honig und welche Gerichte können damit verfeinert werden? Bringen Sie ggfs. verschiedene Honigsorten zum Kosten mit…

Sommergeschichten für Senioren. Wie war das noch mit den Bienen?

Mona und Phillip waren den Sommer über fast nur im Garten. Sie schaukelten, spielten im Sand, pflückten Gänseblümchen und Erdbeeren, halfen beim Gemüse ernten oder kickten den Ball über die Wiese. Phillip hatte Schulferien und deshalb musste Mona auch nicht in den Kindergarten gehen. Über sechs Wochen hatten die beiden nun Zeit, gemeinsam zu spielen. Oft kamen auch Freunde aus der Nachbarschaft zu Besuch, um mit den beiden zu spielen.
In diesem Jahr fingen die Ferien für Mona allerdings gar nicht gut an. Als sie gerade dabei war, für ihre Mama einen Strauß Gänseblümchen zu pflücken, passierte es – sie wurde von einer Biene gestochen. In den kleinen Zeh. Mona und ihre Mama saßen über zwei Stunden auf der Terasse und kühlten den kleinen Zeh mit einem kalten Lappen. Fortan war Mona mit den Bienen auf Kriegsfuß. Sie traute sich noch nicht einmal mehr mit Schuhen auf die Wiese. Ihre Mama machte sich große Sorgen, nicht nur, weil ihr langsam die Ideen ausgingen, wie sie ihre Tochter beschäftigen sollte, ohne den Rasen zu betreten. Ihr Vater sah das eher gelassen: „Das wird schon wieder, lass ihr ein bisschen Zeit, Carola. Du wirst sehen, die Zeit heilt alle Wunden.“, versuchte er seine Frau Carola zu beruhigen. Doch die suchte weiter nach Lösungen…
Auf einmal fiel ihr Ingo ein. Ingo wohnte zwei Straßen weiter und war Imker. Von ihm bekamen sie manchmal Honig geschenkt. Den Vorschlag, Ingo einmal zu besuchen, um zu sehen, dass Bienen eigentlich gar nicht böse sind, fand Mona natürlich ganz und gar nicht gut. Phillip hingegen, war natürlich Feuer und Flamme, wurde aber von seiner Mama wieder gebremst. Kurzum, Mama Carola lud Ingo zu einem Eis ein.
Irgendwann erzählte Carola von ihrem Bienenstich, und wie weh ihr Fuß getan hatte. Ingo erzählte, dass er auch ab und an als Kind von einer Biene gestochen wurde, und dass er wüsste wie weh so ein Bienenstich tut. „Die Biene hat dich aber bestimmt nicht gestochen, weil sie ein böses Tier ist. Du wirst wahrscheinlich aus Versehen auf sie drauf getreten sein. Das wird ihr sehr weh getan haben, du bist ja viel größer als so eine kleine Biene, Mona. Und damit sich die kleinen Tierchen wehren können, haben sie eben ihren Stachel.“ Dann erklärte er ihr noch, was es mit dem Gift im Stachel auf sich hat und dass Bienen eigentlich ganz nützliche und fleißige Tierchen sind. Und natürlich, der Honig gemacht wird. Phillip hatte schon ganz rote Ohren vor Spannung. Er wäre am Liebsten gleich mit zum Bienenstock gegangen und hätte sich das Ganze mal aus der Nähe angesehen. Auch Mona fing an, Ingo richtig zuzuhören und lies sich sogar einige Fotos zeigen, die Ingo mitgebracht hatte. Darauf konnte man Bienen sehen, die ganz nah fotografiert worden waren. Mona konnte die kleinen Härchen erkennen, die dünnen Flügel und die Beinchen. Sich eine echte Biene ansehen, wollte sie dennoch nicht.
Dafür wollte sie sich ansehen, wie Ingo den Honig schleudert. Phillip durfte natürlich mitkommen. Sie verabredeten sich für den nächsten Tag, nachdem Ingo mehrmals zugesichert hatte, dass sich dort gewiss auch keine Bienen aufhalten würden.
Als Mona am nächsten Tag mit einem Glas frischem Honig nach Hause kam und erzählte, was Bienen für nützliche und fleißige Tierchen seien, trauten die Eltern ihren Ohren nicht. Fortan besuchten Mona und Phillip Ingo mindestens einmal am Tag. Mona hielt allerdings noch eine Zeit Abstand von den Bienen, bis sie sich gegen Ende der Ferien endlich traute, den Bienenstock auch einmal aus der Nähe anzuschauen.
Und nach den langen Sommerferien bekamen Phillips Klassenkameraden und Monas Kindergartenfreunde spannende Geschichten über Bienen erzählt, und wie eigentlich der Honig gemacht wird…



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Max am Meer. Aus unserer Reihe „Sommergeschichten für Senioren“

Dies ist eine unserer Geschichten zum Vorlesen für den Sommer. Es geht um einen Urlaub am Meer. Nutzen Sie diese Sommergeschichte für eine unterhaltsame Vorleserunde und lassen Sie die Senioren doch von ihren Urlauben erzählen. Wer fuhr beispielsweise lieber ans Meer, und wer machte lieber ausgiebige Bergwanderungen?

Max am Meer. Aus unserer Reihe „Sommergeschichten für Senioren“

Max war der beste Sandburgen-Bauer der Welt. So oft er konnte saß er im Garten in seinem kleinen Sandkasten und schaufelte den Sand von links nach rechts, und von rechts nach links. Er grub tiefe Löcher, lange Gräben und schichtete hohe Türme auf. In die Gräben durfte er im Sommer ab und an Wasser einlaufen lassen – das war fast die größte Freude, die seine Eltern ihm machen konnten.
Bis… Ja, bis sie mit ihm eines Tages in den Urlaub an die Nordsee fuhren. Max war gerade vier Jahre alt geworden. Der kleine Mann staunte nicht schlecht, als sich hinter den Dünen, durch die er den hohen Berg hochgelaufen war, plötzlich der größte Sandkasten auftat, den er je gesehen hatte. Er zögerte kurz, machte sich aber dann mit seinen kleinen Gummistiefeln auf den Weg in den Sand.
Es kostete ihn ein bisschen Kraft, durch den Sand zu waten, weil er beim Gehen immer wieder eingesunken ist. Aber – wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Seine Eltern beobachteten voller Freude, wie ihr kleiner Sohn sich seinen Weg durch den Sand suchte.
Sie waren das erste Mal mit ihm ans Meer gefahren. Die letzten Jahre hatten sie ihre Urlaube in den Bergen verbracht und sich Kühe, Ziegen und das Leben auf der Alm angeschaut. Da Max sich aber zu einem so großen Sand-Liebhaber entwickelt hatte, haben sie schon im Vorjahr beschlossen, im kommenden Sommerurlaub ans Meer zu fahren.
Max hatte sich mittlerweile einen Platz am Strand ausgesucht und begonnen, mit seiner großen Schaufel zu schüppen. Fast den ganzen Urlaub verbrachte die kleine Familie am Strand. Um Max vom Sand wegzulocken, mussten die Eltern sich schon etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die kleinen Städte mit den schönen Häusern, die sich seine Mama gerne anschauen wollte, gehörten allerdings nicht dazu. Es musste dort schon ein Eis geben, oder ein neues Sandförmchen für seine Burgen…
Nach ein paar Tagen konnten sie sich darauf einigen, dass sie am Vormittag gemeinsam Ausflüge unternahmen und am Nachmittag an den Strand gingen. Max war glücklich! Es fand sogar Kinder, die mit ihm zusammen Burgen bauten. Und Gräben aushoben, Tunnel gruben und hohe Türme formten.
Die Zeit am Meer ging für alle viel zu schnell vorbei. Und eines stand für die drei fest: Im nächsten Jahr sollte es auch wieder in einen Urlaub ans Meer gehen. Und natürlich wieder mit Eimer, Schaufel und Gummistiefeln!



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Die Heckenrose in der Hose. Ein Sommergedicht zum Vorlesen und Mitsprechen

In diesem Sommergedicht geht es um ein kleines Malheur, das bei der Gartenarbeit geschieht. Dieses Gedicht eignet sich zum Vorlesen in den Sommermonaten, oder auch als kleine Übung innerhalb des Gedächtnistrainings mit Senioren. Die Reimwörter können dabei von den Senioren ganz leicht ergänzt werden.

Die Heckenrose in der Hose. Ein Sommergedicht zum Vorlesen und Mitsprechen

Ich war gestern früh im Garten
konnt‘ die Arbeit kaum er … warten.
Doch auch mit gutem Garten-Wissen
hat’s meine Hose mir zer … rissen.

Vorbei ging’s an der Heckenrose
schon war das Loch in meiner … Hose.
Ich war noch keine Stunde raus
da rief Marie: „O Schreck, o… Graus!“

Sie stopfte schnell, ganz ohne Fragen –
und nahm mir so mein Unbe … hagen,
das Loch in meiner Hose zu.
So hatt‘ ich dann auch wieder … Ruh‘.

Mit ganzer Hose und voll Wonne,
ging ich wieder in die … Sonne
Und goss als erstes meine Nelken,
damit sie nicht vor Durst ver … welken.



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Anna auf dem Weg zum Strand. Eine Entspannungsgeschichte für den Sommer

Entspannungsgeschichten werden in der Seniorenarbeit gerne genutzt, um Betreuungsangebote abwechslungsreich zu gestalten. Ob nach Spieleangeboten, Gedächtnisübungen oder der Sitzgymnastik, Angebote, bei denen mal durchgeatmet werden darf, werden gerne angenommen. Entspannungsgeschichten haben neben der entspannenden Wirkung auch wahrnehmungsfördernde Komponenten. Alles, was Sie zu dem Thema Wahrnehmung wissen sollten, auch im Rahmen der Basalen Stimulation®, finden Sie in unserem Übersichtsbeitrag Basale Stimulation®. Grundlagen, jede Menge Praxistipps und kostenlose Übungen

Anna auf dem Weg zum Strand. Eine Entspannungsgeschichte für den Sommer

Anna spürte die warme Sonne auf ihren Unterarmen. Es war richtig warm geworden. Sie hatte gerade die leichte Jacke ausgezogen und locker um ihre Hüften gebunden. Anna hielt ihre Nase in den Wind und atmete einmal tief ein und wieder aus.

Sie stand oben in den Dünen und schaute hinunter auf den hellen Sandstrand. Der Wind trug das Rauschen der Wellen bis zu ihr nach oben auf die Dünen. Anna war die lange Promenade zu Fuß hochgelaufen. Nun spürte sie, wie ihr Atem langsam wieder ruhiger wurde.

Ihr Körper fühlte sich nach der Bewegung gut an. Ihre Muskeln waren warm und gelockert. Sie fühlte sich wunderbar erfrischt.

Anna ging ein Stück zurück und setzte sich auf eine Bank. Sie zog ihre Schuhe aus und streifte sich die Socken von den Füßen. Der Asphalt unter ihren Füßen war angenehm warm. Sie setzte ihre Gang zu Fuß fort.

Eine paar Meter weiter ging ein Weg durch die Dünen hinunter zum Sandstrand. Sie folgte ihm. Mit ihren nackten Füßen lief sie über große Kieselsteine, die fest in den Boden eingelassen waren. Auch sie waren ganz warm. Ihre Oberfläche fühlte sich angenehm weich an.

Anna versuchte, immer den ganzen Fuß auf einen Stein zu setzen, um seine ganze Oberfläche unter den Fußsohlen zu spüren. Sie war in Gedanken so damit beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkte, wie der Weg zuende ging. Sie war im Sand angekommen.

Annas Füße waren von vielen feinen Sandkörnchen bedeckt. Der Sand war etwas kühler als die Steine und der Asphalt vorher. Sie empfand das als sehr angenehm und bewegte ihren rechten Fuß ganz seicht durch den feinen, lockeren Sand.

Sie spürte ihn zwischen den einzelnen Zehen und unter den Fußsohlen. Er kitzelte ein wenig. Langsam ging sie durch den Sand geradeaus in Richtung Meer.

Wieder legte sich die Wärme der Sonne auf ihre Haut. Sie bedeckte ihre Arme, die Wagen und ihre Schultern. Der Wind strich ihr seicht übers Haar.

Vor ihr lag die unendliche Weite des Meeres. Je näher sie ans Wasser kam, umso deutlicher hörte sie das Wellenrauschen. Irgendwann blieb sie stehen und schaute aufs Meer hinaus.

Eine angenehme Luft umgab sie. Unter ihren Füßen spürte sie den warmen, weichen Sand. Von irgendwo her hörte sie das Kreischen einer Möwe, das der Wind an sie herantrug.

Anna war ganz und gar zufrieden. Sie fühlte sich frisch, frei und entspannt…



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Sommergeschichten für Senioren. Eine Fahrt ins Blaue

In dieser Sommergeschichte zum Vorlesen für Senioren geht es um Erinnerungen an eine ganz besondere Fahrt ins Blaue. Planen Sie im Anschluss an die Geschichte ein wenig Zeit ein, um sich mit den Senioren darüber zu unterhalten. Die Sommergeschichte kann gut als Vorlesegeschichte im Rahmen der Erinnerungsarbeit eingesetzt werden.

Sommergeschichten für Senioren. Eine Fahrt ins Blaue

Anna und Gerd sitzen am Gartentisch und lesen. Gerd schmökert in seinem neuen Buch, das er in der vergangenen Woche zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Ein Krimi. Anna schmökert wie immer in ihrer Zeitschrift und hat gerade begonnen, ein Kreuzworträtsel zu lösen. Während sie nach dem richtigen Lösungswort sucht, schaut sie auf den Gartenteich. Das Wasser ist ganz ruhig und die Sonne spiegelt sich auf der glatten Oberfläche.
„Weißt du noch, wie wir es uns damals immer haben gut gehen lassen?“ fragt sie und schaut zu Gerd herüber. „Hm?“ entgegnet dieser und hebt gedankenverloren seine Nase aus dem Buch. „Na, früher, als wir noch jung waren. Als die Kinder noch nicht da waren. Was haben wir nicht für schöne Ausflüge unternommen. Und die vielen Reisen…“. Gerd brummelt ein „Ja, ja, wir waren viel unterwegs.“ und steckt seine Nase wieder zurück in seinen Krimi. Es scheint gerade sehr spannend zu sein.
Anna erinnert sich, wie die beiden früher immer im Sommer zum See gefahren sind. „Lass uns eine Fahrt ins Blaue machen!“, hat Gerd dann immer gesagt. Und Anna wusste sofort, was gemeint war. Sie weiß noch ganz genau, wie Gerd sie zum allerersten Mal zu einer „Fahrt ins Blaue“ eingeladen hat. Damals haben sie noch nicht zusammen gewohnt – da waren sie ja schließlich noch nicht verheiratet gewesen. Gerd fuhr mit dem Wagen seines Vaters vor: das Auto blank geputzt und Gerd adrett angezogen, wie immer. Ihr Vater stand mit einer hochgezogenen Augenbraue in der Tür und schaute Gerd von oben bis unten an. Er wollte gerade etwas sagen und hatte schon Luft geholt, als Anna sich mit einem Kuss auf die Wange von ihm verabschiedete. Daraufhin ließ er von seinem Plan ab und zwinkerte Anna nur noch einmal zu. Ja, sie wusste, wie sie ihren Vater um den Finger wickeln konnte.
Anna war ganz stolz neben einem so gut aussehenden jungen Mann im Auto zu sitzen. Und sie war so glücklich. Damals hätte sie nie im Leben auch nur ahnen können, dass sie so wie jetzt, nach mehr als 40 Jahren Ehe, immer noch gemeinsam auf der Terrasse hinter dem eigenen Haus sitzen würden.
Gerd hatte bei ihrer ersten gemeinsamen Fahrt ins Blaue alles vorbereitet! Er breitete eine Decke aus und stellte einen Picknickkorb darauf. Anna setzte sich zu ihm. Gemeinsam schauten sie eine ganze Zeit auf den See, der etwas unterhalb direkt vor ihnen lag. Anna hat sich sofort in diesen Ausblick verliebt. Und zwischen den beiden Turteltauben knisterte es auch gewaltig. Nach einer Weile packten sie gemeinsam den Picknickkorb aus. Gerd hatte selbst gebackenen Kuchen dabei, Saftschorle, Obst und kleine Käsewürfel. Den Kuchen hatte seine Mutter für die beiden gebacken.
Die Zeit verging wie im Fluge. Es dämmerte schon als Gerd auf seine Armbanduhr schaute. Wie ein Blitz stand er auf. „Verfixt, ich sollte dich doch um Neune nach Hause bringen. Es ist schon viertel vor!“ In Windeseile packten sie ihre Sachen ein und sprangen förmlich ins Auto. Als sie sich anschnallten, mussten sie auf einmal herzlich lachen.
„Was war das doch für ein schöner Tag!“, denkt Anna heute noch. Sie waren damals um knapp halb zehn am Haus von Annas Eltern gewesen. Anna hatte ein Donnerwetter erwartet. Doch das blieb wider erwartend aus. Warum, darüber hatten sie und ihr Vater nie gesprochen. Vielleicht hat ihr Vater damals schon gespürt, dass Gerd ein feiner Kerl und Anna mit ihm sehr glücklich werden würde.

Noch einmal schaut sie zu Gerd herüber, der immer noch gespannt in seinem Buch liest. Dann blickt sie noch einmal auf den ruhigen Gartenteich, der sie so sehr an ihre Ausflüge „ins Blaue“ erinnert. Und auf einmal fällt ihr auch das fehlende Wort für das Kreuzworträtsel ein: „GLUECK“!



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Alles, was das Herz begehrt. Eine Sinnesgeschichte für Senioren rund um den Wochenmarkt

In dieser Sinnesgeschichte für Senioren geht es um den Besuch auf dem Wochenmarkt. Im Text sind verschiedene Anregungen für die Sinnesaktivierung versteckt, die sich auf das Hören, Sehen, Schmecken und Tasten beziehen. Mit den Beschreibungen können beim Zuhören die persönlichen Erinnerungen der Senioren geweckt werden. Lesen Sie diese markierten Stellen deshalb etwas langsamer vor und machen sie kurze Pausen, damit die Sinneseindrücke gut aufgenommen werden können.

Alles, was das Herz begehrt. Eine Sinnesgeschichte für Senioren rund um den Wochenmarkt

Karl ging jeden Dienstag auf den Wochenmarkt. Er schnappte sich seinen Korb und eine Stofftasche und machte sich direkt nach dem Frühstück auf den Weg. Schon von weitem roch er den unnachahmlichen Duft, den es nur auf dem Marktplatz gibt – eine Mischung aus Obst, Gemüse, Fisch, Wurst und Backwaren. Und natürlich nach frischen Blumen.
Auch das, was er hörte, kam ihm nur auf dem Markt zu Ohren. Leute, die sich unterhielten, der Mann am Obststand, der gerade eine Kundin bediente und der Marktschreier am Käsewagen – der war natürlich der Lauteste.
Als Karl am Gemüsestand ankam, duftete es schon nach frischen Tomaten, Petersilie und Paprika. Karl kaufte drei von den roten Tomaten, zwei dunkelgrüne Zucchini und einen hellgrünen Kopfsalat. Von den Frühlingszwiebeln nahm er auch noch welche mit, die dufteten auch wirklich gut.
Karl machte sich weiter auf den Weg zum Obststand. Er war umgeben von einem freundlichen Gemurmel. Die Leute unterhielten sich und die Verkäufer an den Ständen priesen ihre Ware an. Der Marktschreier hatte Pause. Dafür rief ihn der Fischverkäufer zu sich herüber. Karl mochte den Geruch von frischem Fisch und er ging gerne zu ihm an den Stand. Der Fischverkäufer hatte frische Heringe bekommen und zeigte ihm seine Ware. Die sahen wirklich frisch aus! Karl nahm drei, legte sie in seinen Korb und verabschiedete sich.
Dann ging er aber zum Obststand. Schon aus der Ferne duftete es nach süßen Äpfeln, Birnen und Pflaumen. Karl bekam sofort Appetit auf Pflaumenkuchen. Mit ein wenig Zimt darüber war der Pflaumenkuchen seiner Anne wirklich ein Gedicht. Karl kam sofort ins Schwärmen und ließ sich eine Pflaume zum Probieren geben. Die Haut war ganz glatt. Und die Pflaume schmeckte köstlich. Ein wenig süß, ein wenig säuerlich, genau richtig! Karl kaufte drei Pfund. Er schlenderte noch ein wenig über den Marktplatz, sprach mit Hinz und Kunz und wollte sich dann auf den Heimweg machen.
Als er dem Markt fast schon den Rücken gekehrt hatte stieg ihm auf einmal der Duft von frisch gebackenem Brot in die Nase. „Ach ja, richtig, das hätte ich beinahe vollkommen vergessen. Das Brot!“ dachte er und ging noch einmal zurück zum Bäckerstand. Auch hier duftete es herrlich. Und von Brot, über Kuchen und belegten Brötchen gab es dort alles, was das Herz begehrt. Karl schmachtete die glasierte Zuckerschnecke an. Dann schaute er allerdings auf die dunkelbauen Pflaumen und dachte an den frischen Pflaumenkuchen. Nein, er musste widerstehen und auf den Pflaumenkuchen warten. Er nahm das noch warme Brot vom Stand und machte sich endgültig auf den Heimweg.
Er freute sich schon darauf, seiner Anne die frischen Waren vom Markt zu zeigen…

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Einfach ein Genuss! Eine Duftgeschichte rund um frische Erdbeeren

Diese Duftgeschichte bietet sich als gute Ergänzung zu Wahrnehmungsübungen im Bereich der Seniorenarbeit an. Insbesondere Menschen mit Demenz können durch die Sinnesaktivierungen beim Zuhören schnell Zugang zu ihren Erinnerungen bekommen.
In der Duftgeschichte „Einfach ein Genuss!“geht es um frische Erdbeeren. Im Mai und Juni kann man zur Anregung der Wahrnehmung ganz frische Erdbeeren mit in die Runde zu nehmen. Vielleicht haben Sie ein kleines Körbchen oder eine Schale, die Sie den Senioren vor dem Vorlesen der Duftgeschichte einmal in die Hand geben können. So geben Sie ihnen die Möglichkeit, den „echten“ Duft der frischen Erdbeeren noch einmal bewusst wahrzunehmen bevor es an das Lesen der Geschichte geht. In den Wintermonaten kann man an dieser Stelle gut auf Fotos oder Bilder zurückgreifen. Diese vermitteln zwar keine Düfte, können den Zuhörern aber schonmal einen „Vorgeschmack“ bieten, um was es in der Geschichte geht.

Im Text sind die Textpassagen, in denen der Duft frischer Erdbeeren beschrieben wird, hervorgehoben. Lesen Sie diese Passagen bewusst langsamer vor und machen Sie vor dem Weiterlesen eine Pause, so dass sich die Zuhörer das Beschriebene gut vorstellen können. Zum Abschluss bieten Sie die mitgebrachten Erdbeeren (gewaschen und evtl. klein geschnitten) zum Probieren an. So haben auch die Teilnehmer etwas davon, die den Erdbeerduft nicht mehr gut wahrnehmen können.

Einfach ein Genuss! Eine Duftgeschichte rund um frische Erdbeeren

Wir hatten früher so viele Erdbeeren in unserem Garten. Im Sommer duftete es dort, als stände man in einem riesigen Erdbeerfeld mit roten, reifen und süßlich duftenden Früchten. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie die Erdbeeren geduftet haben, als sie wirklich reif waren – das war eine wahrhafte Verlockung. Jeden Tag haben meine Mutter und ich die reifen Erdbeeren ganz behutsam gepflückt und vorsichtig in einen Korb gelegt. Sie durften keine Druckstellen bekommen.
Nach dem Pflücken stellten wir den Korb in die Küche um die Erdbeeren zu sortieren. Die besonders Schönen wurden für das Kuchen backen oder zum Verschenken an die Seite gelegt. Schon nach kurzer Zeit duftete das ganze Haus nach reifen Erdbeeren. Schon wenn man zu Tür herein kam lockte ihr süßlicher Duft jeden Besucher sofort in die Küche.
Die Erdbeeren, die nicht ganz so schön waren, oder die trotz der Vorsicht doch Druckstellen bekommen hatten, wurden für das Marmelade-Kochen zur Seite gelegt. Hatte meine Mutter genug Erdbeeren für Erdbeermarmelade zusammen, wurden die Früchte eingekocht. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich mich immer ganz nah an den Topf gestellt habe, um den Duft der warmen Erdbeeren in mir aufzusaugen. Sie rochen auch süß – aber ganz anders als die frischen Erdbeeren. Sie rochen vielleicht auch noch ein wenig süßer und aromatischer.
Die Marmelade verschenkte meine Mutter dann nach und nach an die ganze Nachbarschaft, wir hatten wirklich reichlich davon. Und egal ob als Geburtstagsgeschenk oder als kleines Mitbringsel anstelle von Blumen – die fruchtig duftende und herrlich schmeckende Marmelade war wirklich allseits beliebt.
Am meisten freute ich mich aber immer auf den frischen Erdbeerkuchen meiner Mutter. Sie backte einen Tortenboden, belegte ihn mit süßlich duftenden Erdbeeren und gab Tortenguss darüber. Dazu gab es frische Schlagsahne. Es war einfach ein Genuss, wenn der frische Erdbeerkuchen mit der Sahne mir auf der Zunge zerging.
Noch heute kann ich an keinem Marktstand vorbeigehen, wenn es dort nach frischen, süßen Erdbeeren duftet. Dann gehe ich immer mit einem Körbchen Erdbeeren nach Hause…



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Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Dies ist eine Liedergeschichte zu dem Frühlingslied „Der Mai ist gekommen“. Lesen Sie die Geschichte langsam vor. An den entsprechenden Stellen wird die angegebene Strophe des beliebten Volksliedes von allen gesungen.

Auf dem Schulweg. Eine Liedergeschichte zu „Der Mai ist gekommen“

Emil denkt immer wieder gerne an seine Schulzeit zurück. Schon bevor er in die Schule kam, freute er sich wahnsinnig darauf, endlich ein Schulkind zu werden. Und er war sehr neugierig, was ihn in der Schule wohl erwarten würde. Damals hatten seine Freunde ihm schon viel über die Schule erzählt, und er konnte es kaum erwarten, sich auch jeden Morgen auf den Weg dorthin zu machen…

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

Bevor es losging, wurde natürlich der Schulweg geübt. Emil erinnert sich noch ganz genau daran, wie er mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester immer wieder zur Schule hin und wieder nach Hause spaziert war. Emil kannte den Weg schnell wie seine Westentasche. Doch seine Mutter wollte wirklich sichergehen, dass er auch ja jede Straßenecke auf seinem Weg kannte, und beim Straße überqueren auf die Autos achtete.
Irgendwann war aber auch sie beruhigt und konnte ihren Jungen mit einem guten Gefühl zur Schule gehen lassen…

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt‘!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

Nach dem Sommer war Emils großer Tag dann endlich da: sein erster Schultag. Schon die Nacht davor konnte er vor Aufregung kaum schlafen. Mit großen Augen und offenem Mund betrat er das Schulgebäude und inspizierte neugierig seinen Klassenraum. Seine Klassenkameraden waren sehr nett, viele kannte er schon aus der Nachbarschaft. Und so konnten sie in den Pausen schon gleich zusammen spielen, klettern und um die Wette rennen. Emil fühlte sich dort vom ersten Tag an pudelwohl…

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

Natürlich waren manche Lehrer auch streng und Emil und seine Klassenkameraden mussten auch mal nachsitzen. Dafür war der Nachhauseweg dann meist umso lustiger. Aber eigentlich haben, was seine Erinnerungen betrifft, die schönen Momente überwogen. Emil war sogar Mitglied im Schulchor gewesen, mit dem er seine ersten Reisen in fremde Städte unternommen hatte, die weiter als zwei Autostunden von zuhause entfernt waren. Er ist sich bis heute sicher, dass diese kurzen Reisen seine Entdeckerlust auf neue Orte, Städte und Länder geweckt haben, die ihn bis heute immer wieder in die Ferne lockt…

Und abends im Städtchen, da kehr‘ ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing‘ ich dazu.

Als Emil schon älter war, sind er und eine Klassenkameraden regelmäßig am Wochenende wandern gegangen. Am Lagerfeuer wurde gegrillt, gemeinsam gesungen und auch das eine oder andere Mal unter freiem Himmel übernachtet. Fast immer, wenn Emil heute einen Waldspaziergang unternimmt oder durch die Felder streift, denkt er an diese unbekümmerten Tage seiner Jugend zurück.
Diese Unbekümmertheit fehlt ihm heute manchmal. Jetzt, wo er selbst für Lohn und Brot verantwortlich ist, hat er weniger Zeit für die Natur. Und auch die Klassenkameraden wohnen nicht mehr alle in der Nachbarschaft. Aber er ist sich sicher, dass ihn die Zeit mit seinen Freunde früher für seine verantwortungsvollen Aufgaben heute gestärkt haben…

Und find ich keine Herberg‘, so lieg‘ ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh‘ das Morgenrot mich wach.

Emil ist nun selbst Vater und darf seine kleine Tochter in der nächsten Woche das erste Mal in die Schule begleiten. Vieles hat sich seit seiner Schulzeit früher verändert. Aber auch er sorgt sich nun, wie früher seine Mutter, dass seine Tochter sicher in die Schule und wieder nach Hause kommt. Manches ändert sich eben, und manches bleibt…
Was bleibt, ist die Neugierde in den Augen seiner Tochter, die sich sehr auf ihre Einschulung freut. Und Emil, der nun lernen muss loszulassen, damit seine Tochter die gleichen Abenteuer erleben und Erfahrungen machen darf, wie er früher – in der weiten weiten Welt…

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!



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Internationaler Weltfrauentag. Im Konsum gibt’s Bananen

Am 8. März wird vielerorts der Internationale Weltfrauentag begangen. Er ist um die Zeit des ersten Weltkriegs entstanden, aus einer Initiative sozialistischer Organisationen, die die Rechte der Frauen stärken wollten und sich unter anderem für Gleichberechtigung, da Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen ausgesprochen haben.
Die Vereinten Nationen erkoren den 8. März im Jahr 1977 zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden aus.
In Ländern wie der Ukraine, Russland, Serbien, Vietnam, Usbekistan und Weißrussland ist der Weltfrauentag sogar ein gesetzlicher Feiertag.

Der Zeitgut Verlag hat uns passend zum Weltfrauentag eine kostenlose Vorlesegeschichte aus dem Buch Im Konsum gibts Bananen 1946–1989, Alltagsgeschichten aus der DDR* zur Verfügung gestellt, die Sie sich kostenlos hier kostenlos herunterladen und ausdrucken können:

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Im Anschluss bieten sich Gespräche im Rahmen der Biografiearbeit an. Vielleicht können die Teilnehmer eigene Erfahrungen und Geschichten von früher austauschen, an die sie sich erinnern und die sie geprägt haben.

Die Geschichte „Frauentag“ stammt aus dem Buch
Im Konsum gibts Bananen 1946–1989
Alltagsgeschichten aus der DDR
ISBN: 978-3-86614-264-0, EURO 13,90
Zeitgut Verlag, Berlin, www.zeitgut.de



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Unvergessene Weihnachten (Band 3). Unheimlich groß und dünn – mein Vati!

Kostenlose Weihnachtsgeschichten aus dem Zeitgut-Verlag

Die Geschichte „Unheimlich groß und dünn – mein Vati“ stammt aus dem dritten Band der Reihe „Unvergessene Weihnachten“ aus dem Zeitgut-Verlag. Die komplette Geschichte wurde uns von Zeitgut kostenlos für Sie zur Verfügung gestellt. Dafür ein herzliches Dankeschön an den Verlag!
Die Reihe „Unvergessene Weihnachten“ umfasst mittlerweile sieben Bände, und wir sind uns sicher, dass bestimmt noch der ein oder andere Band folgen wird. Diese Erzählungen von Zeitzeugen über ihre Erinnerungen an frühere Weihnachten eignen sich nicht nur für die Gestaltung von Weihnachtsfeiern, sondern auch ganz besonders für die Biografiearbeit mit älteren Menschen – im großen oder kleinen Kreis.
Natürlich sollte man sich alle Geschichten, die man sich vornimmt vorzulesen, in der Vorbereitung einmal durchlesen. In manchen Geschichten, besonders die, die in der Zeit des zweiten Weltkrieges spielen, wird teilweise auch von traurigen Schicksalen berichtet. Wem und wann man diese Geschichten vorlesen kann, muss gründlich überdacht und abgewogen geben. Es gibt aber auch viele Geschichten, die von schönen Ereignissen zu Weihnachten berichten…
Wie zum Beispiel die Geschichte, die wir heute für Sie ausgesucht haben. „Unheimlich groß und dünn – mein Vati“ ist eine Geschichte aus dem dritten Band von „Unvergessene Weihnachten“. Renate Dziemba erzählt von der Rückkehr ihres Vaters, der in Kriegsgefangenschaft war. Wir haben diese Geschichte ausgewählt weil sie gefühlt für all das steht, was Weihnachten ausmacht – Geborgenheit, Nähe, Sorglosigkeit und sich im Schoß der Familie sicher und angenommen zu fühlen.

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Wir wünschen Ihnen viel Freude mit der Geschichte und schöne Gespräche im Anschluss an das Vorlesen… Und eine schöne Weihnachtszeit!

Wenn Sie Interesse an weiteren Geschichten aus der Reihe „Unvergessene Weihnachten“ haben oder sich das Verlagsprogramm von Zeitgut anschauen möchten, haben wir die wichtigsten Daten hier noch einmal für Sie zusammengestellt:

Unvergessene Weihnachten. Band 3
36 besinnliche und heitere Zeitzeugen-Erinnerungen. 192 Seiten, viele Abbildungen, Ortsregister
Zeitgut Verlag, Berlin.
Bestellen unter: Tel. 030 70 20 93 14
info@zeitgut.de; www.zeitgut.de
Taschenbuch, ISBN: 978-3-86614-122-3, 6,90€



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