“Der fleißige Dezember”: Eine Charakter-Monatsgeschichte zum letzten Monat des Jahres

Wer freut sich nicht auf den Monat Dezember? Voller Vorfreude wird die Adventszeit verbracht, dann wird mit der Familie Weihnachten gefeiert und zum Schluss verabschiedet man das Jahr mit einer Silvesterfeier. Zum Vorlesen für die Senioren haben wir darum eine Monatsgeschichte Dezember für Sie eingestellt.

Der fleißige Dezember

„Puh!“, stöhnte der Dezember und wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte er sich den Schweiß von der Stirn gewischt. Im Vergleich zu den anderen Monaten hatte er ja soooo viel zu tun. Gut, dafür war er aber auch der Monat, auf den sich rund um den Globus die meisten Menschen freuten.

Vor langer Zeit, als Jesus noch nicht geboren war und es die Christen mit ihren Feiertagen noch nicht gab, da hatte es der Dezember viel ruhiger. Da gab es die Feiern zur Wintersonnenwende und ansonsten war es dunkel, kalt und ruhig. Damals hieß er auch noch nicht Dezember, sondern wurde Julmonat genannt – nach dem besagten Fest. Doch heutzutage war das ganz anders und der Dezember hetzte von einem Termin zum anderen.

Das ging doch schon los mit dem Adventskalender. Direkt vom 1. bis zum 24. Tag des Monats öffneten jeden Tag die Kinder ein Türchen des Kalenders. Der Adventskalender galt als Zeitmesser und Zählhilfe, um den Heiligabend, die Geburt Christi und die Bescherung nicht zu verpassen. Dann kamen noch die vier Adventssonntage dazu. Gut, manchmal fiel der 1. Adventssonntag in den Vormonat und sein Kollege November musste sich darum kümmern. Trotzdem hatte der Dezember nie wie die anderen Monate ein freies Wochenende, ständig hatte er zu tun. Auf den Adventskränzen wurden der Reihe nach die vier Kerzen angezündet und Adventslieder gesungen. Die Menschen schmückten ihre Wohnungen weihnachtlich und backten Plätzchen.

Aber so besinnlich ging es nicht immer zu. Denn die Geschäfte machten in diesem Monat die meisten Umsätze. Die geschmückten Läden präsentierten ihre Waren, die Kassen klingelten und die Menschen gingen mit vollgepackten Tüten nach Hause. Auf den Weihnachtsmärkten spielten die Blasorchester, Unmengen von gebrannten Mandeln wurden verkauft und der Duft von Reibeplätzchen und Glühwein legte sich über die Einkaufsstraßen. Das war echt stressig!

Da hatte der Dezember doch mehr Spaß am Nikolaustag, am Barbaratag oder am Luciafest. Er fand es sehr lustig, wenn die Kinder ihre blankgeputzten Stiefel vor die Türe stellten und der Nikolaus dann etwas Süßes hineinfüllte. Der Dezember mochte auch den Brauch, Zweige am Barbaratag abzuschneiden und in eine Vase zu stellen. Oft ließ er dann am Heiligabend die Zweige erblühen. Das sah sehr hübsch aus! Ganz feierlich wurde ihm zumute, wenn die Kinder am 13. das Luciafest feierten und mit weißen Gewändern und Kerzen weihnachtliche Lieder in den Kirchen sangen.

Und dann waren da ja auch noch die Weihnachtsfeiertage. Der Heiligabend, auf den sich alle freuten, mit Krippenspiel und Bescherung. Und die beiden Weihnachtsfeiertage mit Familienbesuchen, gutem Essen und geschmückten Tannenbäumen. Danach hatte der Dezember aber keineswegs Ruhe. Denn während der Raunächte schickte er die Wilde Jagd los. Wenn er gutgelaunt war, ließ er es schneien, damit die Kinder Schlitten fahren konnten.

Den krönenden Abschluss bildete dann der 31. – der letzte Tag des Monats. Jetzt ließ es der Dezember im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal richtig krachen und verabschiedete sich an Silvester mit Feuerwerk und guter Laune.

Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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