Sommergeschichten von Manni und Finchen – 9. Kapitel: Ein Skatabend im Schrebergarten

Im neunten Kapitel unserer Sommergeschichte zum Vorlesen treffen sich Manni und seine Skatbrüder zu einem geselligen Abend im Schrebergarten.

Ein Skatabend im Schrebergarten

Nachdem Manfred am gestrigen Morgen mit dem Streichen des Zaunes nicht weit gekommen war, versuchte er sein Glück noch einmal in den kühlen Abendstunden. Diesmal wurde er nicht unterbrochen und kam gut mit der Arbeit voran. Er und Finchen schliefen während der Nacht in der Laube. So konnte Manni früh am nächsten Morgen den Zaun zu Ende streichen. Finchen fand die Übernachtung in der Laube sehr interessant: bei jedem unbekannten Geräusch gab sie Laut und ihr Herrchen musste sie wieder beruhigen.

In der Mittagszeit ruhte sich Manfred im Liegestuhl und unter dem Sonnenschirm aus, denn später sollte ja der Skatabend stattfinden. Und wie Manni seine Skatbrüder kannte, würde es bestimmt spät werden. Er hatte die Bierflaschen in die alte Zinkwanne gelegt, in die er viel kaltes Wasser mit dem Gartenschlauch laufen ließ. Auch der Grill war schon aufgestellt und mit Holzkohle befüllt.

Am frühen Abend kamen dann Reinhard, Uli und Heinz und brachten Bratwürste, Kartoffelsalat und Baguette mit Kräuterbutter mit. Die drei bewunderten die schönen Salatköpfe im Gemüsebeet und naschten Erdbeeren, während Manni den Grill anheizte. Während des Essens tauschten sie den neuesten Klatsch und Tratsch aus und klagten über die im Alter zunehmenden körperlichen Einschränkungen. Reinhard hatte es im Rücken, während Uli die Knie schmerzten und Heinz seinen Blutdruck nicht in den Griff bekam.
Manni hörte sich das Gejammer stillschweigend an und meinte dann: „Ja, ja, ich merke das Alter auch. Ich musste mir doch neulich eine neue Lesebrille kaufen!“ „Ja, wenn´s mehr nicht ist!“, lachten die anderen. „Bestimmt hält mich die Gartenarbeit, die regelmäßigen Spaziergänge mit Finchen und die Hausmeistertätigkeit in Schwung“, überlegte Manni. „Denn wenn man gebraucht wird, hat man gar keine Zeit für´s Kranksein. Aber nun lasst uns spielen.“

Sie räumten die Teller weg und legten die Karten auf den Tisch. Der Reihe nach spielten immer drei und der vierte schrieb. Es wurde gereizt und geramscht, Kontra, Re und Bock angekündigt, es wurde zu Null und Grand gespielt und natürlich auch Hand und Schneider mit Ansage. Es ging hoch her und die Spieler kühlten ihr Gemüt mit dem kalten Bier aus der Zinkwanne. Finchen hatte sich auf ihrer Decke zusammengerollt, schlief und ließ ab und zu einen Schnarcher verlauten.

Als es dunkel wurde und die letzte Bierflasche ausgetrunken war, verabschiedeten sich die Skatbrüder mit bester Laune voneinander. Manni räumte schnell die Terrasse auf, lief noch eine Gassirunde mit Finchen und fiel dann müde und zufrieden auf seine Pritsche in der Laube in einen seligen Schlaf.

 

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Diese Geschichten von Manni und Finchen sind bereits erschienen:

 

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 1. Kapitel: Ein sturer Hund

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 2. Kapitel: Johannistag

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 3. Kapitel: Im Schrebergarten

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 4. Kapitel: Ein Löwe zum Anfassen

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 5. Kapitel: Am Badeteich

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 6. Kapitel: Finchen vertreibt Herrn Grabowski

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 7. Kapitel: Auf der Suche nach der passenden Schraube

Sommergeschichten von Manni und Finchen – 8. Kapitel: Ein Pläuschchen über den Gartenzaun

 

Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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