Anzeige

So war das früher bei uns… Eine Weihnachtsgeschichte

Anzeige:





In dieser Geschichte aus unserer Rubrik Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen geht es um den Heiligen Abend. Schließen Sie eine Erzählrunde an die Geschichte an, in der die Senioren von ihren eigenen Erlebnissen, den Traditionen ihrer Familien und ihren ganz persönlichen Erinnerungen an den Heiligen Abend früher erzählen können…

So war das früher bei uns… Eine Weihnachtsgeschichte

Erinnerst Du dich noch, wie ihr früher den Heiligen Abend verbracht habt? Wer den Baum geschmückt hat? Was es zu essen gab? Wann ihr in die Kirche gegangen seid? Welche Weihnachtslieder und -gedichte ihr gesungen und vorgetragen habt? Ich weiß es noch ganz genau…

Am Heiligen Abend gab es bei uns immer Frühstück in der Küche. Die Stube war schon für den Abend vorbereitet, meine Mutter wollte dort keine Brotkrümel mehr herumliegen haben. Ich weiß noch, dass ich vor Aufregung kaum etwas essen konnte. Während wir mit Mutti später den Tisch abräumten, holte Vati den Tannenbaum aus dem Garten und stellte ihn auf. Es dauerte immer ein wenig bis der Baum wirklich gerade stand und seine schönste Seite nach vorne gerichtet war. Dann durften wir Kinder ihn schmücken. Es gab Strohsterne, Kugeln, kleine Holzfiguren, Lametta und natürlich die Spitze. Die Spitze setzte Vati auf den Baum, da kamen wir Kinder beim besten Willen nicht dran.

Dann mussten wir aus dem Weihnachtszimmer raus. Hinter uns schloss meine Mutter die Tür ab. Die nächsten zwei Stunden waren die langweiligsten des ganzen Tages. Ja, sogar die langweiligsten der ganzen Weihnachtszeit, sagte mein großer Bruder immer. Bis Opa kam…



Anzeige:



Mein Opa ging mit uns am Heiligen Abend immer in den Wald. Wir sammelten Stöcke, Steine und schauten uns die kahlen und geheimnisvollen Bäume und Sträucher in der Dämmerung an. Ungefähr bei der Hälfte der Strecke gab es heißen Tee aus der Thermoskanne. Den hatte unsere Großmutter immer für uns vorbereitet. Mein Opa entfachte ein kleines Lagerfeuer und wir wärmten uns daran. Dann erzählte er uns die Weihnachtsgeschichte.
Auf dem Rückweg sangen wir Weihnachtslieder, schwenkten unsere Laternen fröhlich durch die Nacht und konnten es alle gar nicht erwarten, nach Hause zu kommen. Denn immer, wenn wir aus dem Wald nach Hause kamen, war auf geheimnisvolle Weise das Christkind da gewesen. Wir zogen unsere dicken Jacken und Hosen aus und zogen schicke Kleider und festliche Hosen an. Dann war es endlich so weit. Wir durften ins Weihnachtszimmer. Die Spannung war zum Greifen. Und nachdem wir zwei oder drei Weihnachtslieder gesungen hatten, erklang das Glöckchen in der Stube…

Die Bescherung war für uns Kinder natürlich das Schönste des ganzen Tages. Doch je älter ich wurde, desto schöner fand ich auch die Zeit mit meinem Opa im Wald. Er war so ruhig, hatte nicht immer was anderes zu tun und war einfach für uns da.
Nach dem Essen, bei dem wir Kinder natürlich wieder zu sehr aufgeregt waren, um lange still zu sitzen, gingen wir alle in die Christmette. Zufrieden fielen wir in der Nacht mit unserem neuen Spielzeug im Arm in unsere Betten…



Werbung:



Anzeige:



Anzeige

Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.