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Mein liebstes Honigbrötchen. Eine Bewegungsgeschichte für Senioren mit Tüchern

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Für diese Bewegungsgeschichte benötigen Sie für jeden Teilnehmer zwei Tücher. Die Farben sind dabei heute egal. Sie können bunt gemischte oder auch einfarbige Tücher verteilen. Passende Tücher für die Seniorengymnastik können Sie sich hier bei Amazon ansehen*.
In der Geschichte sind zwei Signalworte markiert: Honig und Honigbrötchen. Wir Honig vorgelesen, heben die Senioren eines der Tücher. Kommt das Wort Honigbrötchen in der Geschichte vor, werden beide Tücher in die Luft gehalten. Wer kann und möchte, darf die Tücher in der Luft gerne bewegen oder damit winken.

Mein liebstes Honigbrötchen. Eine Bewegungsgeschichte für Senioren mit Tüchern

Als ich noch ein Kind war, hat mir meine Oma immer ein leckeres Honigbrötchen geschmiert. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie schön sich der feste Honig auf meiner Zunge angefühlt hat. Und wie süß er war. Ganz langsam ist er auf meiner Zunge zergangen. Das Honigbrötchen habe ich immer ganz langsam gegessen. Wenn es ein Honigbrötchen gab, war ich stets die letzte am Frühstückstisch, die mit dem Essen fertig wurde. Das machte meinen Großeltern aber nichts. Sie warteten geduldig, bis ich mein Honigbrötchen zu ende gegessen hatte. Meine Oma freute sich immer ganz besonders, dass es mir schmeckte. Wenn ich bei Oma zu Besuch war, hätte es den lieben langen Tag Honigbrötchen für mich geben können.
Natürlich bestand meine Mutter darauf, dass ich bei Oma auch etwas “Gesundes” essen sollte. Oma hat immer gesagt, dass Honig auch sehr gesund sei. Weil er ja von den Bienen kam. Und der Nektar dafür vom Rapsfeld hinter Omas Haus. Und weil Opa den Honig direkt aus den Bienenwaben ins Glas füllte.
Um meine Mutter aber zu beruhigen, gab es mindestens einmal am Tag eine warme Mahlzeit mit Gemüse. Wenn ich die brav gegessen hatte, dann durfte ich zum Abendbrot auch nochmal ein Honigbrötchen essen – obwohl es ja sonst nichts Süßes am Abend gab. Deshalb war das Honigbrötchen am Abend wohl auch Omas und mein Geheimnis. Wir hüteten es wie unseren Augapfel!
Meist war ich in den Schulferien bei meinen Großeltern. Nach einer oder zwei Wochen ging es dann wieder nach Hause. Ich war gerne bei Oma und Opa – wir waren fast den ganzen Tag draußen, ich durfte Trecker fahren, bei der Honigernte zusehen und mich im Sommer im Rapsfeld verstecken. Ja, und natürlich Honigbrötchen essen.
Meine Oma packte mir nach unserem gemeinsamen Urlaub immer Honig für zuhause ein. Aber obwohl es der gleiche Honig war, den ich bei ihr auf dem Honigbrötchen gegessen hatte, schmeckte er zuhause ganz anders. Und bei weitem auch nicht mehr so lecker wie bei Oma und Opa. Mein liebstes Honigbrötchen gab es eben doch bei meinen Großeltern.
Lange habe ich später nach solch einem leckeren Honig gesucht. Irgendwann hatte mein Opa die Imkerei aufgeben müssen und ich vermisste meine Honigbrötchen. Doch wie es der Zufall will, habe ich nach einem Umzug einen Bauern gefunden, der fast genauso einen Hof neben einem Rapsfeld hatte wie meine Großeltern früher. Und einen Bienenstock. Von dort holen wir heute noch unseren Honig. Und Sie dürfen gerne raten, was das Lieblingsessen meiner Kinder ist? Ja, genau… das liebste Honigbrötchen.

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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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