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Ein Korb voll Wolle: Eine Tastgeschichte

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In dieser Sinnesgeschichte für Senioren steht der Tastsinn im Mittelpunkt. Der Text dieser Geschichte dreht sich um Wolle. Bringen sie begleitend zu dieser Tastgeschichte einen Korb mit verschiedenen Wollknäulen mit, die sie den Senioren in die Hand geben können. Vielleicht geben Sie ihnen auch ein paar Minuten Zeit, um die unterschiedlichen Wollarten zu erspüren.
Dann lesen Sie den Text vor. Betonen Sie die markierten Stellen besonders und machen sie danach jeweils eine kleine Pause, damit die Senioren das beschriebene nachempfinden können.

Ein Korb voll Wolle: Eine Tastgeschichte

Heute hat Rita sich vorgenommen ein paar Bommel zu machen. Der Winter steht kurz bevor und ihre Kinder und Enkelkinder freuen sich immer über ein paar selbst gestrickte Schals und Mützen. Auf die Mützen, die Rita strickt, gehören immer auch Bommel und diese müssen gewickelt werden. Bommel zu machen empfindet Rita als sehr beruhigende Tätigkeit. Sie holt ihren großen Korb mit Wolle heraus und greift in die große Auswahl Knäuel herein. Die Wolle auf einigen der Knäule ist sehr weich, die auf anderen etwas härter. Rita entscheidet sich als erstes für ein Wollknäuel mit sehr dicker weicher Wolle. Sie gräbt die Finger in das Wollknäuel und sucht dann den Anfang des Wollfadens. Sie spürt den weichen, dicken Faden zwischen ihren Fingern. Nun fängt sie an den Faden um zwei Pappringe zu wickeln. Immer wieder führt sie den Faden durch das Loch. Dabei muss sie an das Lied „Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen…“ von Mike Krüger denken und singt ein bisschen vor sich hin. Der erste Bommel ist schnell fertig, Rita schneidet den Bommel an den Seiten auf und knotet die Fäden zusammen. Dann entfaltet sich der Bommel voll und die einzelnen Wollfäden kitzeln ein bisschen auf Ritas Haut. 

Rita ist sehr routiniert und hat in ihrem Leben schon viele Bommel gewickelt. Sie steckt die Hand wieder in den Korb um sich für den nächsten Bommel die richtige Wolle heraus zu suchen. Sie spürt die unterschiedlichen Wollarten an ihrem Handrücken und an ihren Fingern. Der zweite Bommel wird später mal die Mütze ihres jüngsten Enkels schmücken. Es soll ein kleiner Bommel werden und da findet sie einen kleineren, härteren Wollknäuel mit einem recht festen, harten Faden. Diese Wolle soll es sein. Sie ist blau: Das ist die Lieblingsfarbe ihres Enkels. Wieder spürt sie den Faden zwischen ihren Fingern und wählt für die Herstellung des Bommels zwei etwas kleinere Pappringe. Dann wird gewickelt. Immer wieder führt sie den harten, dünnen Faden durch das Loch in der Mitte der beiden Pappringe. Rita kann dabei nicht aufhören das Mike Krüger Lied zu singen „Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen…“. Geschafft. Auch der zweite Bommel ist fertig. Dank des dünnen, harten Wollfadens ist der Bommel trotz seiner geringen Größe sehr dicht und kompakt geworden. Rita schließt einmal die Faust um den Bommel und hat das Gefühl jeden einzelnen Faden auf ihrer Handinnenfläche zu spüren.

Sie wickelt noch drei weitere Bommel. Zwei Bommel wickelt sie aus einer etwas widerspenstigen Wolle. Diese benutzt sie nicht mehr zum Stricken, weil das Gestrickte hinterher kratzig wird. Die Bommel berühren ja hinterher nicht die Haut, deswegen kann sie die Wolle dafür verwenden. Der dritte Bommel wird aus einer sehr flauschigen, weichen Wolle gewickelt. Rita genießt es den anschmiegsamen Faden in den Händen zu halten.



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Dann ist Rita fertig und alle Bommel sind gewickelt. Sie stellt den großen Korb mit Wolle zurück in den Schrank und fährt noch ein letztes Mal mit der Hand über die vielen, verschiedenen Wollarten.

Schauen Sie sich als Ergänzung zu unseren Sinnesgeschichten auch unsere Wahrnehmungsspiele an.



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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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