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Die etwas andere Weihnachtskrippe. Eine Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen

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In dieser Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen geht es um eine Weihnachtskrippe, die kurz vor dem Heiligen Abend ein klein wenig umgebaut werden muss. Außerdem sehen wir, wie man Traditionen im Laufe der Jahre ein wenig verändern kann…

Die etwas andere Weihnachtskrippe. Eine Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen

Jutta steht wie angewurzelt vor einem grauen Pappkarton. Den Deckel hat sie noch in der Hand. Um sie herum liegen Krippenfiguren, ein Stall aus dunklem Holz, ein Weihnachtsstern und eine dunkelblaue Tischdecke, die mit goldenen Sternen bestickt ist. Ungläubig starrt sie in die Kiste, in der lediglich ein paar Strohreste vom letzten Jahr liegen. Jutta geht nochmal alle Krippenfiguren durch: Maria ist da, das Jesuskind, zwei Hirten, drei Könige, zwei Kamele, der Ochse, der Engel… „Wo zum Donnerwetter sind Josef, der Esel und die Futterkrippe..?“ murmelt sie gerade vor sich hin, als Hannes ins Wohnzimmer kommt. „Was sagst du?“, fragt ihr Mann nach und stellt sich neben sie. „Na Josef, das Jesuskind und die Futterkrippe sind nicht da!“, sagt sie ganz bestimmt. „Die waren doch im letzten Jahr noch da! Das kann doch nicht wahr sein! Hast du vielleicht…“. Aber noch bevor sie die Frage zu ende stellen kann, unterbricht Hannes sie: „Nein, nein, lass mich da raus! Bei aller Liebe! Aber ich hab mit der Weihnachtsdekoration nichts zu tun!“ Und als er in ihr verärgertes Gesicht schaut, fügt er noch schnell hinzu: „Das muss in deiner Hand bleiben, nur du kannst das Haus so wundervoll festlich schmücken…“ Jutta zieht ihre rechte Augenbraue hoch und holt gerade Luft, verkneift sich dann aber zu bemerken, dass die Weihnachtskrippe weiß Gott nichts mit der Dekoration zu tun hat, sondern zu Weihnachten gehört, wie das Amen in der Kirche.
Sie atmet einmal tief aus. „Gut, was machen wir jetzt? Wir brauchen neue Krippenfiguren, und zwar bis morgen“ Heute ist Sonntag, die Geschäfte sind zu. Und ich glaube nicht, dass ich morgen am Heiligen Abend noch irgendwo Krippenfiguren her bekomme…“ Hannes nimmt sie in den Arm und versucht sie zu beruhigen. „Dir fällt bestimmt schon was ein. Sonst frag doch Marie, die hat immer gute Ideen?“ Marie ist die zwölfjährige und älteste Tochter der beiden. „Marie, nein. Für die Kinder war die Krippe doch immer eine Überraschung zu Weihnachten. Sie haben sie erst am Heiligen Abend gesehen“. „Aber meinst du nicht, dass Marie alt genug ist, um in die Überraschung mit eingeweiht zu werden? Schließlich könnt ihr dann Paula und Jana noch überraschen?“ Jutta hält einen Moment inne. Sie schaut auf den Adventskranz, auf dem sie heute Morgen alle vier Kerzen entzündet hat. Auf einmal entspannt sich ihr Gesicht und Hannes meint, ein kleines Lächeln erkennen zu können. „Gut, ich frag sie.“ Und mit einem Seufzer verschwindet sie aus dem Wohnzimmer…

Am Heiligen Abend steht die Krippe wie gewohnt unter dem geschmückten Tannenbaum. Unter ihr liegt die bestickte dunkelblaue Decke, die Juttas Oma damals noch selbst gemacht hat. Alles ist so feierlich wie immer. Die drei Mädchen stehen mit leuchtenden Augen im Weihnachtszimmer, die Musik läuft im Hintergrund, und alle sind zufrieden…
Und niemandem fällt an diesem Abend auf, dass der Esel nicht wie sonst aus Holz, sondern aus grauer Wolle ist. Den hat Maries Oma mal für Sie gestrickt. Für Josef muss ein Nussknacker herhalten, der einen grünen Stoffumhang und eine grauen Filzhut trägt. Für die Krippe haben Marie und Jutta eine Klopapierrolle braun angemalt und in die Mitte eine Öffnung hineingeschnitten, die sie mit Stroh gefüllt haben. Alles ist also fast wie immer…



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In diesem Sinne: Frohe Weihnachten Ihnen allen!



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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