Liedergeschichte: Ein ganz besonderer Weihnachtsbaum. O Tannenbaum
Liedergeschichten kommen bei vielen Seniorinnen und Senioren gut an, denn zwischendurch wird gemeinsam gesungen. In dieser Geschichte begleitet das bekannte Lied „O Tannenbaum“ die Erzählung. Die Senioren werden aktiv mit einbezogen und erleben das Lied auf eine neue, lebendige Weise. Eine schöne Idee für die Adventszeit.
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Ein ganz besonderer Weihnachtsbaum
Es war ein wunderschöner Dezembermorgen. In ein paar Tagen würde das Weihnachtsfest vor der Tür stehen. Die Luft war kalt und klar. Es war trocken und eine helle Wintersonne strahlte von einem hellblauen Himmel. Familie Lange saß am Frühstückstisch. Es duftete nach Kaffee und aufgebackenen Brötchen. Das kleinste der drei Kinder, Jonas, mümmelte genüsslich an seiner Brötchenhälfte mit Nougatcreme. Frau Lange schaute in den Garten. Er war noch wunderbar grün, dafür, dass es bald Winter werden würde. Herr Lange folgte ihrem Blick.
Er rieb sich die Hände. „Dieses Jahr ist es so weit! In diesem Jahr holen wir unseren Weihnachtsbaum direkt aus unserem eigenen Garten. Es bleibt doch dabei, oder? Ich finde, heute ist ein perfekter Tag, um den Baum zu sägen!“
Frau Lange nickte. „Ja, er hat eine wunderbare Größe und wir wissen ganz genau, wo er herkommt. Ich finde, es ist eine schöne Geste, ihn jetzt ins Haus einzuladen.“ Sie guckte die Kinder an. „Was sagt ihr?“
Laura nickte sofort. „Also ich bin dafür! Wir müssen nicht los und uns einigen, welcher Baum uns allen gefällt. Und einen kürzeren Weg zum Transport wird es wohl nicht geben.“
Frau Lange sah ihren ältesten Sohn an. Paul war in sein Buch versunken und signalisierte seine Zustimmung durch ein Nicken und einen nach oben gehaltenen Daumen.
O Tannenbaum, o Tannenbaum!
Wie grün sind deine Blätter.
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
nein, auch im Winter, wenn es schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie treu sind deine Blätter.
Lediglich der kleine Jonas nippte gedankenverloren an seiner heißen Schokolade. „Jonas, was meinst du?“
Jonas sah seine Mutter mit seinen großen haselnussbraunen Augen an. „Aber… der Baum lebt doch. Das tut ihm doch weh, wenn wir ihn fällen.“
„Aber Jonas, dafür haben wir ihn doch vor Jahren gepflanzt. Dafür ist er doch da. Und wir brauchen schließlich einen Weihnachtsbaum!“
Herr Lange stand vom Tisch auf und begann mit dem Abräumen. Er war voller Elan, gleich in den Garten zu gehen und einen Weihnachtsbaum zu sägen. Bei den anderen war die Stimmung ein wenig betrübt geworden. Man spürte, dass sie sich mit Jonas‘ Gedanken beschäftigten.
Die fünf zogen sich an und gingen warm eingepackt in den Garten. Herr Lange holte die Säge aus dem Schuppen. Frau Lange stand vor dem Baum. „Er ist wirklich schön. Er sieht aus, wie aus einem Bilderbuch.“ Vorsichtig streichelte sie seine Nadeln. Sie waren wunderbar weich. Jonas machte es ihr nach. „Der fühlt sich schön an!“ Er guckte seine Mutter an. Sie nickte und strich über seine raue Rinde. „Ja, er fühlt sich richtig lebendig an.“
Herr Lange stand mit der Säge hinter ihnen. „Es ist doch nur ein Baum. Dafür haben wir ihn doch vor sechs Jahren gepflanzt.“ Er stöhnte.
Laura schaltete sich ein. „Aber Papa… können wir ihn nicht hier draußen stehen lassen?“
Herr Lange runzelte die Stirn. Er schien zu spüren, dass etwas in Bewegung kam und war genervt. Das lag aber nicht an der Sache direkt. Sondern daran, dass er oft genervt war, wenn das, was er geplant hatte, nicht so funktionieren würde wie gedacht.
„Laura, wir brauchen nun mal einen Weihnachtsbaum!“
„Wir können ihn doch auch hier draußen schmücken!“, entgegnete sie schnell. Ihre Mutter und Jonas guckten sie überrascht an. Das war eine tolle Idee.
„Aber wie soll er denn hier draußen ein Weihnachtsbaum sein? Wir feiern doch drinnen. Das Christkind legt doch die Geschenke im Wohnzimmer unter den Baum.“ Herr Langes Stimme klang verzweifelt. Laura hatte bei dem Argument mit dem Christkind die Stirn gerunzelt.
Paul, der Älteste, beobachtete das Geschehen in der Familie. Es schien interessanter zu werden, er hatte sein Buch weggelegt.
Jonas schaute nun seinen Vater mit seinen haselnussbraunen Augen an. „Bitte Papa! Der Baum möchte bestimmt hier draußen bleiben. Er hat bestimmt viele Freunde unter den Eichhörnchen und Vögeln.“
Ein Moment der Stille trat ein. Herr Lange sah seine Familie an. Acht bittenden Augen konnte er einfach nicht widerstehen. Und eigentlich fand er den Gedanken auch ganz schön. Er atmete einmal tief durch. „Also gut“, sagte er überstimmt, „der Baum bleibt stehen. Wir schmücken ihn draußen.“
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit
ein Baum von dir mich hoch erfreut.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen.
Die Familie jubelte, fiel Herrn Lange dankbar um den Hals und holte die Kugeln und Anhänger zum Schmücken nach draußen. So viel Freude wie an diesem Tag hatte das Baumschmücken noch nie gemacht. Frau Lange gab ihrem Mann einen Kuss. „Das ist eine wunderbare Idee!“ Sie strahlte vor Freude. Und auch Herr Lange wurde von einem wunderschönen, warmen Gefühl erfüllt.
Jonas bestand darauf, ein kleines Vogelfutterhäuschen an den Baum zu hängen. „Damit die Vögel auch etwas haben, worüber sie sich freuen!” Und für die Eichhörnchen legte er Walnüsse unter den Baum.
Als es dunkel wurde, strahlte der Baum in einem wunderschönen Licht und erhellte den ganzen Garten. Familie Lange stand warm eingepackt um den Baum herum und betrachtete ihren ganz besonderen Weihnachtsbaum. Es gab Stollen, selbst gebackene Plätzchen, warmen Tee und für die Erwachsenen selbst gemachten Punsch.
„Er ist so schön!“, flüsterte Laura.
„Ja…“, Herr Lange nickte, „ihr habt ja recht. Manchmal muss man Traditionen überdenken und offen für etwas Neues sein. Es ist schön, dass ihr das so entschieden habt! Danke.“ Er gab Laura einen Kuss auf die Stirn.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren.
Und so hatte Familie Lange an diesem Weihnachten einen ganz besonderen Weihnachtsbaum. Und auch die Tiere hatten ihre Freude an diesem wunderbaren kleinen Wunder.
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