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Wie Bücher die Kommunikation fördern

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Ein Interview mit Bettina Zeiß

Hallo Frau Zeiß, Sie haben eine Buchreihe für Menschen mit Demenz entwickelt. Was verbindet Sie selbst mit dem Thema Demenz?
Ich komme ja aus dem Journalismus, nicht auf dem pflegerischen Bereich. Medizinische Themen haben mich schon immer interessiert. Durch verschiedene Impulse – ein enger Freund erkrankte an Demenz, meine Tochter ist Ärztin, das Thema ist auch in den traditionellen Medien immer häufiger zu finden – entstand die irgendwann die Buchidee.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen einen eigenen Verlag zu gründen?
Nachdem wir die Bücher fertig hatten, habe ich ein zwei, drei Verlage angeschrieben und sie ihnen vorgestellt. Aber das Thema Demenz scheint bei den „normalen“ Verlagen noch keine Rolle zu spielen. Es gibt Bücher über das Leben mit Demenzkranken oder auch Romane, aber die Verlage, die auch im Bereich Gesundheit tätig sind, haben da kaum bis gar kein Angebot.

Welche besonderen Bedürfnisse haben Menschen mit Demenz bei dem Einsatz von Bildern?
Bei der Entwicklung des Konzepts habe ich mich mehrfach mit einer Oberärztin ausgetauscht, die eine Abteilung für Demenzkranke an einem Stuttgarter Klinikum leitete. Sie gab mir zum Beispiel den Hinweis, dass die einzelnen Seiten nur sparsam bebildert sein dürfen und sehr klar in der Strukturierung und in der Farbwahl sein müssen.

Welche besonderen Bedürfnisse haben Menschen mit Demenz bei dem Einsatz von Texten?
Auch hier galt: weniger ist mehr. Wenig Texte und am besten solche, die Erinnerungen auslösen wie zum Beispiel die vielen Sprichwörter, die wir zu den gezeigten Gegenständen und den Obst- und Gemüsesorten gefunden haben.

Können Sie Menschen, die in der Betreuung von Menschen mit Demenz arbeiten, der Tipps geben, wie Sie mit Hilfe von Büchern die Kommunikation fördern können?
Miteinander sprechen! Und ein Gespräch dort vertiefen, wo eine Erinnerung ausgelöst wird – durch die Fotos oder die Texte.

Welche Themen sind für Menschen mit Demenz besonders interessant? Wie haben Sie die Themen für Ihre Buchreihe ausgewählt?
Wir setzen bei den Themen an, die jeder erlebt hat: den beruflichen oder den häuslichen Alltag, Essen und Trinken, Reisen, Gedichte, Liedtexte und Märchen.



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Wie wird Ihre Buchreihe in der Praxis angenommen? Planen Sie weitere Bücher?
Die Bücher werden sehr gut angekommen. Die Fotos sind sicher sehr besonders. Die grafische Gestaltung ist modern, freundlich und geht doch auf die Bedürfnisse dieser besonderen Berufsgruppe ein. Und Themen gibt es noch genügend.

Was wünschen Sie sich von der Zukunft?
Ich würde mir wünschen, dass die Bücher einen kleinen Beitrag dazu leisten können, das Miteinander zwischen Demenzkranken und Angehörigen oder Betreuenden zu verbessern.

Herzlichen Dank, Frau Zeiß!!!

Zur Internetseite: buecker-zeiss-verlag.de



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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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