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Sommergeschichten für Senioren. Eine Fahrt ins Blaue

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In dieser Sommergeschichte zum Vorlesen für Senioren geht es um Erinnerungen an eine ganz besondere Fahrt ins Blaue. Planen Sie im Anschluss an die Geschichte ein wenig Zeit ein, um sich mit den Senioren darüber zu unterhalten. Die Sommergeschichte kann gut als Vorlesegeschichte im Rahmen der Erinnerungsarbeit eingesetzt werden.

Sommergeschichten für Senioren. Eine Fahrt ins Blaue

Anna und Gerd sitzen am Gartentisch und lesen. Gerd schmökert in seinem neuen Buch, das er in der vergangenen Woche zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Ein Krimi. Anna schmökert wie immer in ihrer Zeitschrift und hat gerade begonnen, ein Kreuzworträtsel zu lösen. Während sie nach dem richtigen Lösungswort sucht, schaut sie auf den Gartenteich. Das Wasser ist ganz ruhig und die Sonne spiegelt sich auf der glatten Oberfläche.
„Weißt du noch, wie wir es uns damals immer haben gut gehen lassen?“ fragt sie und schaut zu Gerd herüber. „Hm?“ entgegnet dieser und hebt gedankenverloren seine Nase aus dem Buch. „Na, früher, als wir noch jung waren. Als die Kinder noch nicht da waren. Was haben wir nicht für schöne Ausflüge unternommen. Und die vielen Reisen…“. Gerd brummelt ein „Ja, ja, wir waren viel unterwegs.“ und steckt seine Nase wieder zurück in seinen Krimi. Es scheint gerade sehr spannend zu sein.
Anna erinnert sich, wie die beiden früher immer im Sommer zum See gefahren sind. „Lass uns eine Fahrt ins Blaue machen!“, hat Gerd dann immer gesagt. Und Anna wusste sofort, was gemeint war. Sie weiß noch ganz genau, wie Gerd sie zum allerersten Mal zu einer „Fahrt ins Blaue“ eingeladen hat. Damals haben sie noch nicht zusammen gewohnt – da waren sie ja schließlich noch nicht verheiratet gewesen. Gerd fuhr mit dem Wagen seines Vaters vor: das Auto blank geputzt und Gerd adrett angezogen, wie immer. Ihr Vater stand mit einer hochgezogenen Augenbraue in der Tür und schaute Gerd von oben bis unten an. Er wollte gerade etwas sagen und hatte schon Luft geholt, als Anna sich mit einem Kuss auf die Wange von ihm verabschiedete. Daraufhin ließ er von seinem Plan ab und zwinkerte Anna nur noch einmal zu. Ja, sie wusste, wie sie ihren Vater um den Finger wickeln konnte.
Anna war ganz stolz neben einem so gut aussehenden jungen Mann im Auto zu sitzen. Und sie war so glücklich. Damals hätte sie nie im Leben auch nur ahnen können, dass sie so wie jetzt, nach mehr als 40 Jahren Ehe, immer noch gemeinsam auf der Terrasse hinter dem eigenen Haus sitzen würden.
Gerd hatte bei ihrer ersten gemeinsamen Fahrt ins Blaue alles vorbereitet! Er breitete eine Decke aus und stellte einen Picknickkorb darauf. Anna setzte sich zu ihm. Gemeinsam schauten sie eine ganze Zeit auf den See, der etwas unterhalb direkt vor ihnen lag. Anna hat sich sofort in diesen Ausblick verliebt. Und zwischen den beiden Turteltauben knisterte es auch gewaltig. Nach einer Weile packten sie gemeinsam den Picknickkorb aus. Gerd hatte selbst gebackenen Kuchen dabei, Saftschorle, Obst und kleine Käsewürfel. Den Kuchen hatte seine Mutter für die beiden gebacken.
Die Zeit verging wie im Fluge. Es dämmerte schon als Gerd auf seine Armbanduhr schaute. Wie ein Blitz stand er auf. „Verfixt, ich sollte dich doch um Neune nach Hause bringen. Es ist schon viertel vor!“ In Windeseile packten sie ihre Sachen ein und sprangen förmlich ins Auto. Als sie sich anschnallten, mussten sie auf einmal herzlich lachen.
„Was war das doch für ein schöner Tag!“, denkt Anna heute noch. Sie waren damals um knapp halb zehn am Haus von Annas Eltern gewesen. Anna hatte ein Donnerwetter erwartet. Doch das blieb wider erwartend aus. Warum, darüber hatten sie und ihr Vater nie gesprochen. Vielleicht hat ihr Vater damals schon gespürt, dass Gerd ein feiner Kerl und Anna mit ihm sehr glücklich werden würde.

Noch einmal schaut sie zu Gerd herüber, der immer noch gespannt in seinem Buch liest. Dann blickt sie noch einmal auf den ruhigen Gartenteich, der sie so sehr an ihre Ausflüge „ins Blaue“ erinnert. Und auf einmal fällt ihr auch das fehlende Wort für das Kreuzworträtsel ein: „GLUECK“!

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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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