Anzeige

Schwarz wie die Nacht. Eine Wahrnehmungsgeschichte für die Augen

Anzeige:





Dies ist eine Wahrnehmungsgeschichte für Senioren, bei der der Sehsinn aktiviert werden soll. Heute beschäftigen wir uns mit der Farbe schwarz. Bringen Sie begleitend zum Text schwarze Gegenstände oder Stoffe mit, die die Sinneseindrücke beim Zuhören unterstützen können.
Lesen Sie die markierten Stellen im Text besonders langsam und betont vor, damit unterstützen Sie die Senioren bei der Wahrnehmung der Farben.

Schwarz wie die Nacht. Eine Wahrnehmungsgeschichte für die Augen

Heidi schaut aus dem Fenster. Die Sonne ist nun endgültig untergegangen und am Himmel leuchten nur noch ein kleiner weißer Mond und ein paar helle, klare Sterne. Der Mond und die Sterne sind umrahmt von der schwarzen Nacht und Heidi freut sich schon. Heidi freut sich auf diese ganz besondere Nacht. Eine Nacht, die sie schon lange zusammen mit ihrem Mann geplant hat. Heute wollen die beiden tanzen gehen. Sie wollen erst nach Hause kommen, wenn die Sonne wieder aufgeht. So wie früher, als sie noch keine Kinder hatten. Die Kinder sind zwar schon seit einer Weile erwachsen, doch irgendwie haben die beiden es nie wieder geschafft sich aufzuraffen und die Nacht zum Tag zu machen. Das soll sich heute ändern. Heidi dreht sich einmal vor dem Spiegel im Flur. Sie trägt ein wunderschönes, ausgestelltes Kleid aus schwarzem Samt. Ihre Augen hat sie mit schwarzem Kajal umrandet und die Wimpern tiefschwarz und lang getuscht. Sie erkennt sich selbst kaum wieder. Was ein bisschen Schminke und ein Kleid bewirken können. Da kommt Ewald die Treppe herunter. Ewald hat einen schwarzen Anzug angezogen. Wie elegant er aussieht. Heidi ist für einen kurzen Augenblick sprachlos. Ewald braucht keine Worte um auszudrücken, wie er Heidis Aussehen findet. Er pfeift einmal anerkennend und gibt ihr einen langen Kuss. Die Nacht kann beginnen.  Ewald hat sich extra für den Anlass eine kleine, schwarze Limousine ausgeliehen. Gekonnt öffnet er Heidi die Autotür und lässt sie einsteigen. Alles ist perfekt. Die beiden in ihrer schwarzen Garderobe und das glänzend schwarze Auto. Heidi fühlt sich unvorstellbar elegant.

Wenig später schlendern die zwei Hand in Hand zur Stadthalle, die sich für die heutige Nacht in einen Ballsaal verwandelt hat. Alle Besucher des Balls haben sich in Schale geworfen. Die Paare stehen zusammen, schreiten durch den Saal und trinken Champagner. Die Musik kommt am heutigen Abend nicht aus Lautsprechern. Die Tanzmusik wird von einem kleinen Orchester gespielt, das extra für den Abend engagiert wurde. Um sie zum ersten Tanz aufzufordern, verneigt sich Ewald vor seiner Heidi. Diese muss kurz Schmunzeln und an ihre erste Tanzstunde denken, dann nimmt sie die Hand ihres Mannes und die beiden betreten die Tanzfläche. Heidi legt ihre Hand auf Ewalds Schulter und Ewald stützt Heidi den Rücken und Walzertöne erklingen. Die ersten Tanzschritte der beiden wirken ein bisschen eingerostet, doch schon bald, haben sie sich an den Rhythmus gewöhnt. Wie von selbst, bewegen sich ihre Füße und Beine. Der samtene, schwarze Rock dreht sich mit Heidi. 

Es ist ein wunderschöner, gelungener Abend. Auf dem Weg zum Auto, tanzen sie noch eine kleine Ehrenrunde unter dem schwarzen Himmel. Bei einer Sache sind sie sich einig: Wenn wieder ein Ball in der Stadthalle geplant wird, sind sie auf jeden Fall dabei.



Anzeige:



Weitere Vorlesegeschichten zum Vorlesen für Senioren und Menschen mit Demenz finden Sie unter unserer Übersicht Geschichten zum Vorlesen .



Werbung:



Anzeige:



Anzeige

Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.