Liedergeschichte: Bello ist weg. Du, du liegst mir im Herzen
Es war ein wunderschöner Samstagmorgen. Ella spielte im Garten und genoss die freie Zeit zum Spielen und das helle Sonnenlicht. Sie saß gerade auf der Schaukel und ließ sich eine frische Brise um die Nase wehen, als sie stutzig wurde. Irgendetwas stimmte nicht. Sie konnte aber nicht sofort sagen, was. Es war so ruhig um sie herum.
Auf einmal durchfuhr es sie wie ein Blitz – Bello war weg!
Bello war ihr schwarz-weißer Mischlingshund, den sie von ganzem Herzen liebte. Er war ihr treuer Begleiter und Tag und Nacht um sie herum. Jetzt war er nicht mehr da. „Bello? Bello?! Wo bist du?“ Aber es kam kein Bello angelaufen. Nicht mal ein Bellen oder Hecheln war zu hören. Kein Schwanzwedeln zu sehen. Ellas Herz schlug schneller. In ihr wuchs der Gedanke, dass etwas schlimmes passiert sein könnte. Sie bekam Angst.
Ella schnappte sich ihre Strickjacke und lief zum Gartentor. Sie erschrak. Das Tor war offen. Sie sah auf die Straße, konnte aber keinen Bello sehen. Ella wusste, dass Bello manchmal durch die Nachbarschaft ging und den Nachbarn einen Besuch abstattete. Er war ein neugieriger Hund. Normalerweise kam er aber zurück, wenn sie rief. Heute passierte nichts.
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Du, du liegst mir im Herzen
du, du liegst mir im Sinn.
Du, du machst mir viel Schmerzen,
weißt nicht wie gut ich dir bin.
Ja, ja, ja, ja, weißt nicht wie gut ich dir bin.
Ella lief die Straße hinunter und rief nach Bello. Nichts. Sie traf Frau Maier an deren Gartentor. Sie kümmerte sich gerade um ihren Vorgarten. „Haben Sie Bello gesehen?“ Ella erzählte ihr, was geschehen war. „Nein, mein Kind, das tut mir leid. Aber ich komme mit und helfe dir suchen. Er wird bestimmt nicht weit sein. Dein Bello läuft doch nicht einfach so weg.“
Sie liefen zu zweit weiter die Straße entlang. Frau Maier konnte pfeifen und pfiff zwischendurch nach Bello. Ella rief ihn immer wieder. Aber nichts rührte sich.
Herr Müller schloss sich den beiden mit seinem Dackel Waldi an. Bello mochte Waldi gut leiden. Waldi schien zu spüren, dass etwas nicht stimmte und bellte aufgeregt, während Frau Maier immer wieder pfiff und Ella nach Bello rief.
Zu ihnen gesellten sich außerdem noch Lars, ein Junge aus der Nachbarschaft und der Postbote, der Bello immer Leckerli zusteckte, weil er ihn so gern hatte. „Bello! Bello!“, hallte es durch die Nachbarschaft.
So viele Menschen halfen ihr. Ella hatte große Angst, dass Bello etwas zugestoßen war. Die viele Hilfe machte ihr aber Mut, dass sie nicht alleine mit ihrer Sorge war.
So, so wie ich dich liebe
so, so liebe auch mich.
Die, die zärtlichsten Triebe
fühle ich ewig für dich.
Ja, ja, ja, ja, fühle ich ewig für dich.
„Warum ist er denn nur weggelaufen?“, fragte Ella Frau Maier. Die versuchte Ella zu beruhigen. „Du kennst doch deinen Bello. Er ist ein so neugieriger und aufgeweckter Hund. Bello hat wahrscheinlich eine Fährte aufgenommen und die Zeit vergessen. Vielleicht spielt er auch in einem anderen Garten und hat uns noch nicht gehört.“ Sie strich Ella liebevoll über den Kopf. „Weißt du noch? Mein Oskar war im letzten Jahr auch verschwunden. Drei Tage haben wir nach ihm gesucht. Und auf einmal stand er wieder vor der Haustür. Wir finden deinen Bello. Ganz sicher!“
An der nächsten Straßenecke traf die Gruppe auf Herrn Klein, den Besitzer des Cafés um die Ecke. Er hatte wie immer sein Fahrrad dabei und transportierte seine Einkäufe auf dem Gepäckträger. Ella war schon ganz außer Atem. „Herr Klein, haben Sie Bello gesehen?“
Als Herr Klein plötzlich in Richtung Stadtpark zeigte, traute Ella ihren Augen nicht. „Ja, der ist mir im Park begegnet. Es ist noch gar nicht so lange her. Ich dachte, du wärst auf dem Spielplatz gewesen und er hätte sich die Beine ein wenig vertreten.“
Auf dem Weg in den Park erzählte Ella, was geschehen war. Immer wieder rief sie nach Bello, doch er reagierte nicht.
„Psst, da ist was!“, flüsterte Lars auf einmal. „Seid mal leise.“ Und tatsächlich. Ein leises Winseln war zu hören. „Da lang”, zeigte er in Richtung des kleinen Sees und lief los.
Doch, doch darf ich dir trauen
dir, dir mit leichtem Sinn?
Du, du kannst auf mich bauen
weißt ja wie gut ich dir bin!
Ja, ja, ja, ja, weißt ja wie gut ich dir bin!
Und tatsächlich. Neben dem großen Baum am Uferrand saß Bello. Er hatte sich die Pfote zwischen zwei halb im Wasser liegenden Ästen eingeklemmt und schaffte es nicht, sich zu befreien. Er winselte und wedelte mit der Schwanzspitze, als er Ella sah. „Oh Bello, mein Bello!“, rief sie überglücklich. „Warte, Bello, wir helfen dir, beweg dich nicht so viel!“
Sie kniete sich zu ihm und zusammen mit Lars befreiten sie Bello. Die Freude war riesengroß. Bello sprang an ihr hoch und leckte über ihr Gesicht. Ella drückte ihn an sich. „Du hast mir solche Angst gemacht“, flüsterte sie ihm ins Ohr. Sie schaute sich seine Pfote an, konnte aber glücklicherweise keine Verletzung erkennen.
Alle wollten Bello streicheln. Und alle waren überglücklich, dass Bello wieder da war. Und dankbar, dass ihm nichts geschehen war.
Ella drehte sich zu ihren Helfern um. „Danke, dass ihr mir geholfen habt. Ohne euch hätte ich Bello nicht gefunden und vor allem nicht den Mut gehabt, weiterzusuchen. „Es ist ein Geschenk, Menschen wie euch zu haben.“
Und, und wenn in der Ferne,
mir, mir dein Bild erscheint,
dann, dann wünscht ich so gerne
daß uns die Liebe vereint.
Ja, ja, ja, ja, daß uns die Liebe vereint.
Frau Maier umarmte Ella und strich sich eine Träne von der Wange. „Und zur Feier des Tages gibt es für alle Apfelschorle und Waffeln im Café!“, jubelte Herr Klein und machte eine einladende Handbewegung. „Und für die Hunde extra große Hundekekse!“
Alle lachten und machten sich gemeinsam auf den Weg ins Café. Und ließen den Nachmittag nach dem Schreck gemütlich und in froher Runde ausklingen.
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