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Kaminabend. Eine Entspannungsgeschichte für Senioren

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Dies ist eine Entspannungsgeschichte für Senioren, die sich gut in der Vorweihnachtszeit oder an kalten und grauen Nachmittagen im Winter vorlesen lässt. Bitten Sie die Senioren, sich so bequem wie möglich hinzusetzen. Die Unterarme können entspannt auf dem Oberschenkel oder der Stuhllehne liegen. Wer möchte, darf die Augen schließen. Nehmen Sie die Zuhörer mit in einen gemütlichen Sessel. Vor Ihnen knackt ein warmes Feuer im Kamin…

Kaminabend. Eine Entspannungsgeschichte für Senioren

Marita kuschelt sich gemütlich in ihren Schaukelstuhl. In ihrem Rücken spürt sie das große weiche Kissen, an das sich angenehm anschmiegen kann. Sie legt ihre Unterarme auf die Armlehnen und spürt, wie sie auf einmal viel leichter werden. Marita schließt ihre Augen für einen Moment und atmet tief ein und aus.
Nach einer Weile öffnet sie die Augen wieder. Sie spürt, wie es um sie herum wärmer wird. Marita schaut zum Kamin. Die Flammen bewegen sich ganz ruhig und gleichmäßig auf und ab. An einigen Holzscheiten beobachtet sie ein bisschen Glut, aus der immer wieder einzelnen Funken emporsteigen. Es sieht fast so aus, als würden die Funken kleine Tänzchen miteinander aufführen. Fasziniert sieht sie sich das Schauspiel an. Marita spürt, wie sie ruhiger wird. All die Anstrengungen des Alltags scheinen für einen Moment vergessen zu sein. Die Kälte, die gerade noch ihre Arme und Beine durchzogen hat, ist vollkommen verflogen. Zufrieden legt sie die Hände in ihren Schoß und beobachtet das gleichmäßige Flackern der Flammen. Das Wohnzimmer ist in ein sanftes, warmes Licht gehüllt. Marita fühlt sich gerade sehr, sehr wohl.
Aus den Augenwinkeln kann sie sehen, dass sich draußen hinter dem Fenster etwas bewegt. Sie schaut zur Seite. Weiße dicke Schneeflocken rieseln ganz langsam auf die Erde. Es hat wieder zu schneien begonnen. Marita beobachtet, wie sich einige Schneeflocken auf die Fensterscheibe setzen und dann ganz langsam hinunterrutschen. „Wie kleine Sterne, die uns vom Himmel aus besuchen kommen…“, denkt Marita, und kann sich an den kleinen glitzernden Kristallen gar nicht sattsehen. Sie spürt, dass ihr die Ruhe guttut. Und wie das flackernde Feuer im Kamin und die wunderschönen Schneeflocken sie verzaubern. Bei jedem Atemzug entspannt sich ihr Bauch ein wenig mehr. Marita merkt, dass sie nun tiefer Luft holen kann. Ganz bewusst atmet sie nochmal einige Male tief ein und aus.
Maritas Blick geht zurück zum Kamin. Das Feuer strahlt eine wohlige Wärme aus, auch wenn die Flammen mittlerweile etwas kleiner geworden sind. Aus der Glut springen hin und wieder immer noch einzelne Funken empor, die bald darauf wieder sanft zu Boden fallen. Marita legt sich eine leichte Decke über die Beine. Sie mag dieses vertraute Gefühl sehr. Der weiche Stoff fühlt sich gut an, behutsam streicht sie mit ihren Händen darüber.
Mit der rechten Hand greift sie nach ihrer Tasse, die auf dem kleinen Tisch neben ihr steht, und führt sie langsam zum Mund. Vorsichtig prüft sie, ob sie ihren Tee schon trinken kann. Auf ihrer Zunge spürt sie, dass er zwar noch sehr warm, aber keinesfalls mehr heiß ist. Sie nimmt einen Schluck und lässt sich den Geschmack auf der Zunge zergehen. Sofort breitet sich ein warmes Gefühl in ihrem Bauch aus.
Noch einmal schaut Marita aus dem Fenster. Die Schneeflocken rieseln leise vor sich hin. Das Feuer im Kamin knistert und flackert ganz gleichmäßig. Dann schließt sie ihre Augen. Sie fühlt sich zufrieden, ausgeruht und entspannt…



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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