Entspannungsrunden für Senioren. Frisches Wiesengrün

Für Ihre Entspannungseinheiten für Senioren haben wir eine Entspannungsrunde rund um das Thema Wiese vorbereitet.
Eine Wiese kann ein Ort der Ruhe und Erholung sein. Eine Wiese im eigenen Garten bedeutet auch, eine Aufgabe zu haben. Gras hat verschiedene Wahrnehmungsqualitäten, mal ist es weich, mal spitz, mal feucht, mal trocken. Frisches Gras duftet anders als Heu. Welche Erinnerungen bringen die Senioren mit? Was verbinden Sie mit Wiesen, Rasen und Gras?

Materialien:
Entspannungsmusik

frisches, abgeschnittenes Gras
Heu in einer Schale
zwei große, flache Behälter (aus Kunststoff, Glas oder Porzellan)
kleine Schalen oder Suppenteller
Erde
Grassamen
eine Sprühflasche mit Wasser
kleine Schaufel
kleine Harke
eine große Schere
eine kleine Gießkanne mit Brauseaufsatz
Wasser

grüne (evtl. braune) Tücher

ACHTUNG: Überlegen Sie bei der Auswahl der Materialien und der Teilnehmer genau, ob Sie eventuell Mitmachende haben, die Teile davon in den Mund nehmen könnten. Stellen Sie in diesem Fall eine engmaschige Begleitung sicher.

Sähen sie in einem der großen Behälter ungefähr eine bis zwei Woche(n) vor der Entspannungsrunde Grassamen ein, so dass Sie eine Schale gewachsenes Gras mit in die Begegnung nehmen können.
Bieten Sie die Entspannungsrunden – soweit möglich – in einem Raum an, in dem wenig Geräusche stören könnten und der auch kein Durchgangszimmer ist. Stellen Sie einen großen Tisch und Stühle bereit. Jeder Teilnehmer sollte gut an den Tisch herankommen.
Bereiten Sie die mitgebrachten Materialien vor Eintreffen der Mitmachenden vor und stellen bzw. legen Sie sie auf einen Tisch. Legen Sie etwas von dem Heu, der Erde und den Grassamen jeweils in ein Schälchen. Die grünen und evtl. braunen Tücher können Sie ganz locker und beliebig zwischen die anderen Gegenstände legen. Eine liebevolle und einladende Gestaltung kann beim Schaffen einer ruhigen Atmosphäre helfen.

Einstieg

Entspannungsmusik

Begrüßen Sie die Senioren und laden Sie sie ein, mit Ihnen gedanklich eine Reise an einen ruhigen Ort zu machen. Alles, was schwer ist, darf für einen Augenblick beiseitegelegt werden. Warten Sie einen Moment, bis alle in Ruhe und bequem sitzen und ein wenig Stille eingekehrt ist. Beginnen Sie mit der Entspannungsmusik. Laden Sie die Senioren ein, der Musik zuzuhören und sich die mitgebrachten Materialien auf dem Tisch anzusehen. Lassen Sie die Musik etwa zwei bis drei Minuten laufen.

Lassen Sie sich im Anschluss erzählen, was die Senioren auf dem Tisch sehen. In Seniorengruppen, in denen dies nicht mehr möglich ist, beschreiben Sie als Gruppenleitung, was auf dem Tisch liegt.

Wahrnehmungsanregung

Im nächsten Schritt dürfen die Senioren die mitgebrachten Gegenstände und Materialien gerne in die Hand nehmen und berühren. Wie fühlen sich die Gegenstände an? Haben sie Ähnlichkeiten mit Dingen, die die Senioren selber besitzen oder besessen haben?
Welcher Gegenstand ist glatt? Welcher Gegenstand ist spitz? Welches Material ist hart, welches weich? Was hat sogar mehr als eine Eigenschaft? Wie duften die verschiedenen Gräser? Welcher Duft ist angenehm, welcher wird als nicht angenehm empfunden?
Welches Material oder welchen Gegenstand möchten die Mitmachenden am liebsten in die Hand nehmen? Was fühlt sich am angenehmsten an? Mit welchem Gegenstand oder Material verbinden sie schöne Erinnerungen? Laden Sie die Senioren ein, sich eins der Elemente auszusuchen und die Erinnerungen dazu zu teilen, indem sie beispielsweise über ein Erlebnis erzählen oder davon, wie sie dieses Element/ dieser Gegenstand in ihrem Leben begleitet hat.

Laden Sie die Teilnehmenden ein:

  • Mit den Händen die Erde zu berühren. Erst darüber zu streichen und dann – nach Belieben – die Erde mit den Händen zu bewegen
  • Nacheinander mit den Handflächen und dem Handrücken die Grashalme in der Schale zu berühren
  • Das Heu in der Schale hin und her zu bewegen und auseinanderzuzupfen
  • Die Grassamen zu berühren und in der Schale zu bewegen, einige Samen zwischen die Finger zu nehmen und langsam in die Schüssel rieseln zu lassen
  • Wasser aus der Gießkanne in ein Schälchen laufen zu lassen, ggfs. übernehmen Sie diesen Vorgang und lassen die Senioren zuhören
  • An was erinnert das Geräusch? Hier können Sie das Wasser auch einmal mit Brauseaufsatz und ohne Aufsatz aus der Gießkanne laufen lassen.

Motorik und Konzentration

In einem Garten gibt es rund um den Rasen, das Einsähen und die Pflege viel zu tun und eine große Bandbreite an Aufgaben zu erledigen. Begeben Sie sich mit den Senioren gedanklich in einen Garten. Erledigen Sie dabei gemeinsam die folgenden Aufgaben:

– Erde wird mit einer Schaufel in eine Schale gegeben.
– Die Erde wird glatt geharkt.
– Auf der glatt geharkten Erde werden Grassamen verteilt
– Die Grassamen werden mit ein wenig Erde überdeckt und angedrückt.
– Die frisch gesäten Samen werden mit Wasser aus der Sprühflasche benetzt. Wenn möglich, wird Wasser aus der Gießkanne in die Sprühflasche gefüllt und die Samen anschließend besprüht.
– Das vorab gesäte Gras in der Schale wird mit der Schere auf eine Höhe geschnitten.
– Das Heu wird aus der großen Schale in drei gleich großen Mengen auf drei Schälchen aufgeteilt.

Bringen Sie die einzelnen Schritte des Rasensäens gemeinsam mit den Senioren in die richtige Reihenfolge. Drucken Sie dafür die folgende Datei aus, schneiden Sie die Sätze auseinander und laminieren Sie sie, wenn möglich.

PDF Download

Die richtige Lösung lautet:

  1. Die Erde wird umgegraben und aufgelockert.
  2. Die aufgelockerte Erde wird von Unkraut, Steinen und Wurzelresten befreit.
  3. Die Erde wird vor dem Plattwalzen mit einem Holzrechen begradigt.
  4. Die Erde wird nach dem Begradigen angewalzt.
  5. Die Rasensamen werden gesät.
  6. Die Rasensamen werden in den Boden eingeharkt.
  7. Die eingeharkten Rasensamen werden in Quer- und Längsrichtung gewalzt.
  8. Die zukünftige Rasenfläche wird gewässert.
  9. Der Boden wird nach der Aussaat regelmäßig gewässert und gleichmäßig feucht gehalten.

Entspannungsgeschichte

Erklären Sie den Senioren, dass Sie sie in der Entspannungsgeschichte mit “Du” anreden, um eine größtmögliche Entspannung erreichen zu können. Laden Sie sie ein, gedanklich mit Ihnen auf eine Reise in die Natur zu kommen. Bitten Sie die Teilnehmenden, sich so bequem wie möglich hinzusetzen. Die Beine stehen nebeneinander auf dem Boden, der Rücken lehnt an der Stuhllehne. Die Arme dürfen locker im Schoß oder auf den Armlehnen liegen. Wer mag, darf die Augen schließen. Warten Sie vor dem Vorlesen einen Moment, bis es ruhiger geworden ist und alle bequem sitzen.

Stell dir vor, du liegst auf einer Wiese. Das Gras duftet frisch und um dich herum ist alles in ein sattes Grün gehüllt. Deine Augen sind geschlossen. Du spürst die Sonne auf deiner Haut. Sie wärmt dich. Es fühlt sich angenehm an. Ein leichter Wind ist zu spüren.

Das Gras unter dir fühlt sich angenehm weich an. Du kannst die Gedanken an den Alltag ruhen lassen und dich ganz auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Das Hier und Jetzt ist ruhig. Im Hier und Jetzt kannst du dich getragen fühlen. Im Hier und Jetzt kannst du dich wohlfühlen. Du atmest ein … und aus. Ein … und aus. Ein … und aus.

Deine Arme liegen locker auf den weichen Grashalmen. Die einzelnen Halme spürst du in deinen Handflächen. Vorsichtig streichelst du darüber. Du magst das Gefühl, auch wenn es zwischendurch ein wenig kitzelt. Du legst die Arme zwischendurch immer wieder ab und gibst die Schwere an die Wiese unter dir ab. Dein Atem fließt ruhig und gleichmäßig durch dich hindurch.

Auch deine Beine liegen sicher auf der Wiese. Du fühlst dich wohl. Du spürst die Wärme der Sonne auf deiner Haut. Du genießt den leichten Windhauch in deinem Gesicht und auf den Unterarmen. Du atmest ruhig und unbeschwert. Der frische Duft der Wiese erinnert dich an schöne Momente, die du im Einklang mit der Natur erlebt hast. Es sind Augenblicke, an die du dich gerne erinnerst. Momente, die dir Halt und Kraft geben. Du bleibst ein wenig in diesem Gefühl. Die Wiese ist ein sicherer Raum um dich herum. In ihm bist du gehalten und verstanden.

Du atmest noch einmal tief durch. Du spürst den weichen Untergrund und genießt noch einmal die angenehme Umgebung um dich herum. Langsam verabschiedest du dich von der Wiese. Du streichst noch einmal vorsichtig über die Grashalme und genießt die Sonne auf der Haut. Wenn du möchtest, öffnest du nach drei entspannten Atemzügen langsam deine Augen.

Es geht dir gut. Du fühlst dich ausgeruht, zufrieden und entspannt.

Atemübung

Bitten Sie die Senioren, sich bequem hinzusetzen, die Beine stehen nebeneinander, die Unterarme liegen locker auf den Oberschenkeln oder den Armlehnen. Atmen Sie bewusst zusammen ein und aus. Beim Einatmen heben und öffnen Sie die Arme vor dem Körper. Atmen Sie durch die Nase tief ein und durch den Mund wieder aus. Wiederholen Sie die Übung mit den Senioren drei bis fünf Mal. Je nach Ressourcen der Teilnehmenden können sich die Arme bei jedem Einatmen ein wenig weiter öffnen.

Abschied

Verabschieden Sie sich von den Senioren. Bleiben Sie noch einen Moment mit ihnen in Kontakt und stehen Sie dafür bereit, schöne oder beschwerende Gefühle aufzufangen, die durch die Entspannung oder durch die Übungen aufkommende Erinnerungen wachgerufen werden.

Entspannungsgeschichten für Ihre Entspannungsrunden finden Sie auch in unserem Buch “Geschichten zum Entspannen”, das im Rahmen der Reihe SingLiesel Kompakt erschienen ist. Die Buchvorstellung dazu können Sie sich hier noch einmal ansehen.
In unserer Rubrik Einschlafgeschichten für Erwachsene finden Sie außerdem Geschichten zum Vorlesen, die ein zur Ruhe kommen ermöglichen sollen.

Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

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