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Hänschen – Eine Liedergeschichte zum Muttertag

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Lesen Sie den Senioren die Liedergeschichte langsam vor. An den passenden Stellen wird die (angegebene) Strophe des Liedes „Hänschen klein“ gesungen.

Hänschen

Maria hatte zwei Kinder, Hans und Ursula. Hans war der ältere der Beiden, er war stets zielstrebig und fleißig. Und so kam der Tag, an dem er seinen Schulabschluss gemeistert hatte und ihm die weite Welt zu Füßen lag. Schon lange hatte er davon gesprochen, eine Bänkerlehre machen zu wollen, genau wie sein Vater. Eigentlich stand dem nichts im Wege, doch je näher der Tag des Abschieds rückte, merkte Maria, dass es ihr ganz und gar nicht leicht fiel, ihren Sohn ziehen zu lassen.
Hans wollte etwas von der Welt sehen und so machte er seine Lehre weit weg von Zuhause in der Großstadt. Maria wusste, dass er zurecht kommen würde – so hatten sie ihn schließlich erzogen – sie wünschte sich trotzdem, dass er so bald wie möglich nach Hause zurück kehren würde. Beim Abschiednehmen versuchte sie sich nicht anmerken zu lassen, dass sie die ganze Nacht geweint hatte. Sie umarmte „ihren Großen“, wünschte ihm alles Glück der Welt und ließ ihn ziehen…

Hänschen klein
ging allein
in die weite Welt hinein.
Stock und Hut
steht ihm gut,
ist gar wohlgemut.
Doch die Mutter weinet sehr,
hat ja nun kein Hänschen mehr,
„Wünsch dir Glück!“
sagt ihr Blick,
„Kehr’ nur bald zurück!“

Hans kam in der großen Stadt gut zurecht. Er machte seinen Abschluss mit Auszeichnung und lernte viele nette Menschen kennen. Natürlich gab es nicht nur rosige Zeiten, aber die trüben Zeiten gingen meist schnell vorbei. Schließlich hatten ihn seine Eltern auf viele Dinge vorbereitet und ihn immer wieder gelehrt, sich selbst zu vertrauen. Er dachte oft an seine Familie. Und als er endlich gut in Lohn und Brot stand, entschloss er sich nach Hause zu fahren um dort seinen wohlverdienten Urlaub zu verbringen.
Er freute sich sehr und war auch ein wenig aufgeregt. Ob sie ihn wohl gleich erkennen würden? Was würde seine Mutter wohl sagen? Schließlich waren seit seiner Abreise über sieben Jahre vergangen. Während dieser Zeit hatten sie viele Briefe geschrieben, sich aber nicht gesehen. Hans war durch die viele Sonne im Süden auch viel dunkler geworden und hatte insgesamt eine kräftigere Statur bekommen…

Sieben Jahr
trüb und klar
Hänschen in der Fremde war,
da besinnt
sich das Kind,
eilt nach Haus geschwind.
Doch nun ist’s kein Hänschen mehr.
nein, ein großer Hans ist er,
braun gebrannt
Stirn und Hand,
wird er wohl erkannt?



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Der Bahnhof in seinem Heimatdorf war ihm so vertraut! Und es war schön, zuhause anzukommen. Obwohl einiges auch fremd war, zum Beispiel, dass man ihn nicht grüßte und gleich mit seinem Namen ansprach. Hans nahm es mit Humor und schlenderte neugierig nach Hause.
Als seine Schwester die Tür öffnete, schien sie ihn nicht gleich zu erkennen. Als seine Mutter aber an ihr vorbei stürzte und Hans glücklich in die Arme schloss, wusste sie sofort Bescheid. Lange standen sie dort zu dritt, umarmt und vereint. Und als Marias Mann abends nach Hause kam erzählten sie sich bis spät in die Nacht, was sie in den letzten sieben Jahren erlebt hatten…

Eins, zwei, drei
geh’n vorbei,
wissen nicht, wer das wohl sei.
Schwester spricht:
„Welch Gesicht?“,
kennt den Bruder nicht.
Kommt daher sein Mütterlein,
schaut ihm kaum ins Aug‘ hinein,
ruft sie schon:
„Hans, mein Sohn!
Grüß dich Gott, mein Sohn!“

Und so kam es, dass Hans zwar weiter in der Großstadt lebte und in seinem Beruf erfolgreich war, er aber zweimal im Jahr in seinem Urlaub nach Hause zu seiner Familie reiste… Zum großen Glück seiner Mutter!



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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