2. Dezember – Die rote Kugel
Heute lesen Sie die zweite Geschichte aus unserem Fotogeschichten-Adventskalender. Manchmal erzählt ein altes Foto mehr, als man im ersten Moment sieht. Es geht in dieser Geschichte um eine rote Kugel, die für Ediths Familie etwas ganz Besonderes wurde.
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2. Dezember – Die rote Kugel
Weihnachten 1947, 2 Jahre alt
Edith schaut das zweite Foto im Album an.
Darauf steht ein kleines Mädchen neben einem kleinen Tannenbaum.
Der Baum ist karg, aber liebevoll geschmückt.
Ein paar Kugeln hängen daran, mehr nicht.
Das Mädchen trägt ein gestricktes Kleid mit Kragen.
Die großen Augen schauen ernst in die Kamera.
„Das bin ich“, denkt Edith.
„Zwei Jahre alt. Weihnachten 1947.“
An diese Zeit erinnert sie sich nicht.
Aber ihre Mutter hat oft davon erzählt.
Sie hatte immer gelächelt, wenn sie von dieser Kugel sprach.
Damals war vieles knapp.
Doch Ediths Vater hatte auf dem Markt ein paar alte Christbaumkugeln ergattert – gebraucht, aber heil.
Eine davon war rot, ganz besonders.
Sie hing vorn am Baum, genau in Ediths Augenhöhe.
Eines Tages, kurz vor Weihnachten, wollte Edith sie berühren.
Nur einmal ganz leicht.
Ihre Mutter rief: „Vorsicht, die geht leicht kaputt!“
Aber die kleine Edith stand schon davor, die Finger ausgestreckt.
Die Kugel wackelte – und fiel.
Ein kurzer Schreck, dann Stille.
Die Mutter hielt den Atem an.
Doch die Kugel blieb heil.
Sie rollte nur über den Boden, glänzend und unversehrt.
„Wie ein Wunder“, sagte die Mutter später.
Und seitdem erzählte sie diese Geschichte jedes Jahr.
„Die Kugel, die fällt, aber nicht zerbricht.“
Edith streicht über das Foto.
Die Kugel hängt darauf ganz still neben dem kleinen Gesicht.
„Vielleicht war das mein erstes Weihnachtswunder“, denkt sie.








