Anzeige

Tante Marthas Blumenladen – Eine Duftgeschichte zum Thema Rosen

Anzeige:





In dieser Duftgeschichte geht es um Rosen. Sie kann gut als Übung zur Wahrnehmungsanregung für Menschen mit Demenz eingesetzt werden. Wenn möglich sitzen die Senioren in einem Stuhlkreis oder um einen Tisch herum. Stellen Sie eine Vase mit verschiedenfarbigen Rosen in die Mitte.
Je nach Schweregrad der Demenzerkrankung kann eine Rose (ohne Dornen) zu Beginn durch die Runde gegeben werden, so dass jeder einmal an den Blüten riechen kann.
Die Geschichte wird langsam vorgelesen. Machen Sie nach den markierten Stellen im Text eine kurze Pause.

Tante Marthas Blumenladen

Meine Tante Martha hatte früher einen Blumenladen. Jeden Dienstag Nachmittag besuchte ich sie dort nach der Schule. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie es immer geduftet hat, als ich durch die Ladentür ging. Diesen kräftigen Duft von frisch geschnittenen Blumen habe ich noch heute in der Nase, wenn ich an meine Tante denke.
Meine Lieblingsblumen sind Rosen. Ich glaube das liegt daran, dass ich schon früh in meinem Leben viel über diese Blumen wusste und meiner Tante im Laden helfen durfte. Dienstags morgens fuhr sie immer früh zum Großmarkt und kaufte neue Blumen. Auf dem Weg zu ihr war ich schon immer ganz gespannt, welche Blumen mich erwarten würden. Voller Vorfreude stürmte ich in den Laden und musste erst einmal an allen Blüten schnuppern.
Der liebste Duft aber waren mir die Rosenblüten. Ich weiß gar nicht genau, warum, und kann den Duft auch nur ganz schwer mit Worten beschreiben… Aber wenn ich an eine Rose denke und mir vorstelle, dass ich meine Nase nah an die Blüten halte und ganz tief einatme, habe ich ihren kräftigen Duft sofort in meiner Nase.
Rosen gibt es ja in so vielen Farben. Gelb, weiß, orange, rosa, rot, ja sogar schwarze Tulpen habe ich schon einmal gesehen. Im Blumenladen durfte ich sie immer nach Farben getrennt in die großen Eimer einsortieren. Wenn ich fertig war, schnupperte ich immer an den verschiedenen Farben und suchte mir einen Duft aus, der mir an diesem Tag am besten gefiel.
Meine Tante hatte aber auch einen eigenen Rosengarten. Sie hegte und pflegte die Blumen sehr gewissenhaft und das sah man auch. Natürlich durfte ich ihr dort auch helfen. Und ich erinnere mich gerne an so manchen sonnigen Nachmittag im Sommer zwischen all den herrlich duftenden Rosen. Der ganze Garten war von Rosenduft erfüllt und die Blüten leuchteten kräftig in der Sonne.
Heute besuche ich meine Tante immer noch gerne in ihrem Garten. Und es duftet dort noch genauso schön nach Rosen wie früher
In ihrem Blumenladen arbeitet sie jetzt nicht mehr. Dafür kommt sie MICH jetzt jeden Dienstag Nachmittag in meinem Blumenladen besuchen. Dann stehen wir dort zusammen zwischen den Rosen und atmen ihren Duft ganz tief ein. Und ohne zu sprechen erinnern wir uns gemeinsam an die gemeinsamen alten Zeiten…



Anzeige:





Werbung:



Anzeige:



Anzeige

Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.