Sterben begleiten ohne Vorbereitung? Wenn Betreuende ins kalte Wasser geworfen werden …
Begleitet ihr Sterbende? Wurdet ihr darauf vorbereitet? Und wie war eure erste Sterbebegleitung? Viele, die in der sozialen Betreuung arbeiten, erinnern sich noch ganz genau daran. Nicht, weil es leicht war. Sondern, weil sie das Gefühl hatten, plötzlich in etwas hineingeschoben zu werden, auf das sie niemand vorbereitet hat.
Plötzlich mittendrin
Sterbebegleitung gehört zum Alltag vieler Therapeuten, Pflegenden, Begleitenden und Betreuungskräfte. Doch oft gibt es keine Einführung, keine Schulung, keine Begleitung im Team. Stattdessen heißt es: „Mach das einfach mit.“ Für die meisten ist das eine Grenzerfahrung. Sie wollen etwas Gutes tun, Halt geben, helfen und stehen doch selbst da, mit Unsicherheit, Angst und vielen Fragen.
Viele berichten, dass sie erst im Nachhinein verstanden haben, was in diesen Momenten passiert. Dass sie zu früh wieder zur Routine übergehen mussten, obwohl sie innerlich noch bewegt waren. Dass sie niemand gefragt hat, wie es ihnen damit geht. Solche Erfahrungen bleiben hängen. Und sie zeigen, dass Begleitung am Lebensende nicht nur Fachwissen braucht, sondern auch Raum. Raum für Austausch, für Reflexion, für Unterstützung.
Wenn Austausch fehlt
In vielen Einrichtungen fehlt genau das. Supervisionen werden selten angeboten. Zeit für Gespräche unter Kolleginnen und Kollegen gibt es kaum. Dabei wäre sie so wichtig – nicht nur für die Qualität der Begleitung, sondern auch für die seelische Gesundheit der Betreuenden. Denn wer immer wieder mit Sterben, Trauer und Abschied konfrontiert ist, braucht Möglichkeiten, das Erlebte zu verarbeiten.
Betreuende sind Praktikerinnen und Praktiker. Sie wissen, wie man Beziehungen aufbaut, wie man Menschen Halt gibt, wie man da ist. Doch sie dürfen auch sagen: „Ich brauche Unterstützung.“ Es ist kein Zeichen von Schwäche, das einzufordern, sondern ein Zeichen von Professionalität.
Wissen schafft Sicherheit
Sterbebegleitung ist keine Aufgabe, die man einfach nebenbei erledigt. Sie verlangt Wissen, Empathie, Ruhe und Selbstfürsorge. Niemand sollte ins kalte Wasser geworfen werden, wenn es um Sterbebegleitung geht.
In unserer Online-Fortbildung „Sterbebegleitung – würdevolle Begleitung am Lebensende“ geht es genau darum. Um Praxis, Austausch und das, was in vielen Einrichtungen zu kurz kommt: Zeit, um sich vorzubereiten, um Fragen zu stellen, um Sicherheit zu gewinnen.
Vielleicht ist dieser Artikel auch eine Einladung, das Thema im eigenen Team anzusprechen. Sterben ist kein Randthema. Es ist Teil des Lebens und Teil unserer Arbeit. Wir sollten nicht so tun, als wäre das eine Nebensache.
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