St. Martin rettet die Gans. Eine Geschichte für die Heimzeitung

Diese Geschichte wurde für die Heimzeitung geschrieben, die Nutzungsbedingungen finden Sie unterhalb der Geschichte. Sie ist eine Novembergeschichte und auf das Thema St. Martin bezogen. Viel Spaß beim Lesen.

St. Martin rettet die Gans

“Vater! Was hast denn du da?”, begrüßte Martin aufgeregt seinen Vater. Franz, der wohlhabendste Landwirt der ganzen Gegend, hatte eine dicke fette Gans in seinem Arm, die sich an seinen wohlgeformten Leib schmiegte. “Das ist unser diesjährige Martini-Braten”, erwiderte der Vater. Er brachte sie in den Stall und ging ins Haus.

Der kleine Martin sah die Gans liebevoll in ihre schwarzen Knopfaugen und sagte entschlossen: “Ich rede mit Vater. Du wirst sicher kein Braten.” Die Gans watschelte zu den Jungen und schmiegte ihren Kopf an seine Brust. Dabei entkam ihr ein leises “Quak”. “Du brauchst keine Angst zu haben. Ich bin dein Freund und ich achte auf dich.” Liebevoll kraulte er ihr mit seinen kleinen Händen den Hals und gab ihr zärtlich ein Küsschen auf ihren weißen Kopf. Eine Woche war es noch bis zum Martinstag. Der Junge war fest entschlossen: er werde die Gans retten.

Es vergingen drei Tage. Auf den Wiesen des Landwirtes Franz hörte man fröhliches Kinderlachen und Geschnatter. Martin und die Gans tollten fröhlich über die Wiesen und Felder. Auch, wenn sie so gute Freunde wurden und ein Bild von Herzlichkeit abgaben, ließ sich der Vater einfach nicht erweichen. Er blieb dabei: Die Gans sollte der Festschmaus werden! Ein paar Tage hatte der Bub ja noch mit ihr.

In der Nacht bevor die Gans geschlachtet werden sollte, schlich eine unheimliche Gestalt um das Bauernhaus herum. Es war ein Dieb, der die wohlhabende Landwirtsfamilie etwas ärmer machen wollte. Oh ja, er hatte böse Absichten im Sinn. Doch er hatte nicht mit der Gans gerechnet. Die quakte laut los, watschelte im Eiltempo auf den Einbrecher zu und zwickte ihn in die Wade. Dabei quakte sie unaufhörlich, bis die Familie schlaftrunken aus dem Haus kam, um zu sehen, warum sich das Federvieh so aufführte. Der Vater erkannte sofort die Lage, holte seine Flinte aus dem Haus und schoss dreimal in die Luft. Der Dieb flüchtete. Aber eher vor der bissigen und quakenden Gans, die ihn ein schönes Stück noch verfolgte und ihm immer wieder in die Wade zwickte. Die Familie bewunderte erstaunt dieses Schauspiel. Martin feuerte die Gans noch aufgeregt an, diesen bösen Mann auch noch in den Hintern zu beißen. Der Vater räusperte sich einmal, kniete sich zu seinem Jungen, sah ihn dabei fest in die Augen und meinte: “Martin, du hattest recht. Diese Gans ist etwas ganz Besonderes. Sie beschützt nicht nur dich, sondern unsere ganze Familie und unser Hab und Gut. Niemals hatten wir so einen guten Wachhund. Die Gans bleibt am Leben. Die Gans bleibt bei uns.” Dem kleinen Martin fiel ein großer Stein vom Herzen und konnte sein Glück gar nicht fassen. Seine Mutter zwinkerte ihm lächelnd zu.

Am Martinstag gab es dann Grünkohl und Apfelkuchen. Aber es war das beste Mahl, das Martin je gegessen hatte. Martin und die Gans waren die besten Freunde.

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