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Alle guten Dinge sind? Vier! Eine Liedergeschichte zu „Du, du, liegst mir am Herzen“

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Singen Sie an den angegebenen Stellen die entsprechende Stelle des Liedes „Du, du liegst mir am Herzen“.

Alle guten Dinge sind? Vier!

„Nun wollen wir auf die vergangenen 50 Jahre anstoßen!“, Kunibert erhob sein Glas und prostete den Gästen zu. 50 Jahre war er nun mit Elli verheiratet. 50 wundervolle Jahre. Die goldene Hochzeit wurde natürlich standesgemäß in einem Lokal gefeiert und Kunibert hatte auch eine Rede vorbereitet:

„Einge von euch wissen vielleicht nicht, wie ich meine Elli kennen gelernt habe. Auf jeden Fall hat unser Kennenlernen ein altes Sprichwort widerlegt. Die Regel ‚aller guten Dinge sind drei‘, stimmt so einfach nicht. Welche Regel stimmt, und wie sich unser Zusammenfinden zugetragen hat, dass möchte ich euch nun erzählen.

Es war ein frischer Frühlingstag, als ich Elli das erste Mal sah. Ich war 16 Jahre und schaute aus dem Fenster unserer Wohnung. Dort sah ich einen Umzugswagen vorfahren. Offensichtlich zog eine neue Familie in die Wohnung über uns ein. Zu dieser Familie gehörte Elli. Mein Herz hatte ich schon an sie verloren als ich sie das erste Mal dort neben dem Lastwagen stehen sah. Sie wirkte etwas verloren in ihrem pastellfarbenem Kleid und blickte gedankenverloren auf die Straße. Als aufgeweckter junger Mann ging ich natürlich sofort hinunter zum Umzugswagen und bot meine Hilfe an. Von Elli erntete ich damals nur einen mitleidigen Blick und ich dachte schon, ich könnte mein Liebe für immer vergessen.

Du, du, liegst mir am Herzen,
du, du, liegst mir im Sinn.
Du, du, machst mir viel Schmerzen,
weißt nicht, wie gut ich dir bin.
Ja, ja, ja, ja weißt nicht wie gut ich dir bin!

Als junger Mann war ich nicht schüchtern und als ich Elli am nächsten Tag beim Einkaufen traf, bot ich ihr auf dem Nachhauseweg an ihre Taschen zu tragen. Doch auch dieses Mal lehnte das stolze Mädchen die Hilfe kurzer Hand ab und trug ihre Taschen selbst nach Hause. Untröstlich musste ich daheim angekommen ein paar Tränen ihren Lauf lassen. Meine Liebe wurde durch Ellis Ablehnung nur noch mehr entfacht.

So, so wie ich dich liebe,
so, so liebe auch mich!
Die, die zärtlichsten Triebe
fühl‘ ich allein nur für dich!

Mein Mutter tröstete mich an dem Abend mit den Worten „Andere Väter haben auch schöne Töchter!“. Konnte ja sein, aber ich wollte keine anderen Töchter, ich wollte Elli. Eine Woche später war im Dorf ein großes Fest. Ellli war auch da und da ich dachte ‚Alle guten Dinge sind drei!‘ forderte ich sie zum Tanz auf. Doch aller guten Dinge waren nicht drei und Elli lehnte wieder ab. Später sah ich sie mit irgendeinem Trottel auf der Tanzfläche. Was hatte ich verkehrt gemacht? Was hatte der, was ich nicht hatte? Mir war die Lust auf Tanzen gründlich vergangen. Wenn Elli nicht mit mir tanzen wollte, dann würde ich auch mit keiner anderen tanzen.

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Doch, doch darf ich dir trauen,
dir, dir mit leichtem Sinn?
Du, du kannst auf mich bauen,
weißt ja, wie gut ich dir bin.

Aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen wurden Monate und aus Monaten wurden ganze vier Jahre. Mittlerweile war ich aus der elterlichen Wohnung ausgezogen und hatte meine Lehre beendet. Die richtige fürs Leben hatte ich immer noch nicht gefunden. Jedes Mädchen, das ich traf, verglich ich mit Elli und keine Einzige konnte dem Vergleich stand halten. Dann, als ich einen Sonnabend zum Bratenessen bei meinen Eltern eingeladen war, traf ich im Treppenhaus? Elli! Ganz anders als bei unseren vorhergehenden Begegnungen strahlte mich Elli an: ‚Hallo Kunibert, was machst du so? Wie geht es dir? Schön dich zu sehen!‘, ich traute meinen Ohren nicht. Wir plauschten, wir redeten, wir lachten und wir schauten uns tief in die Augen. Heute weiß ich, dass sich Elli bei diesem Gespräch im Treppenhaus in mich verliebt hat. Damals wusste ich es nicht und war ziemlich nervös, als ich einen vierten Versuch der Kontaktaufnahme machte ‚Elli, magst du am Sonntag mit mir segeln gehen?‘ fragte ich, und mein Herz machte einen riesigen Sprung als Elli zustimmte. Das Grinsen klebte mir den ganzen Abend im Gesicht. Es war kein Wunder, dass meine Mutter damals sofort erriet, dass etwas Schönes passiert war.

Und, und wenn in der Ferne
mir, mir dein Herz erscheint,
dann, dann wünsch ich so gerne,
daß uns die Liebe vereint.

Vier lange Jahre hat es gedauert, vier Versuche der Kontaktaufnahme hat es gebraucht. Es sei damit bewiesen: Alle guten Dinge sind vier! Aber was sind schon vier gegen 50? Es würde mir wohl jeder zustimmen: Das Warten hat sich gelohnt.

Freunde, lasst uns feiern!“

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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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