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Wie setzt man Fühlkissen für Menschen mit Demenz ein?

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Fühlkissen sind kleine Säckchen, die aus Stoffen mit verschiedenen Oberflächen zusammengenäht sind. Sie werden mit unterschiedlichen Materialien gefüllt. Hierfür eignen sich beispielsweise Kirschkerne, Reis, Nudeln, Knisterfolie, Watte, Erbsen, Linsen, Perlen, Alufolie, Nüsse, Sand, Backpapier… und was Ihnen sonst alles einfällt. Fühlkissen kann man, je nach Fähigkeiten der Betroffenen und Stadium der Demenz, auf unterschiedliche Art und Weise für Menschen mit Demenz einsetzen.
Wir stellen Ihnen hier drei Möglichkeiten vor:

  1. Zur Wahrnehmungsanregung
    Gerade zum späteren Zeitpunkt der Erkrankung und für Bettlägerige werden oft Dinge gesucht, die die Wahrnehmung anregen und die die Betroffenen auf eine niedrig schwellige Art und Weise beschäftigen. Neben den bekannten Nesteldecken eignen sich die Fühlsäckchen gut für diese Form der Wahrnehmungsanregung. Sie können demenziell veränderten Menschen in die Hand gegeben oder in den Arm gelegt werden, so dass sie sich die Säckchen selbst nehmen können.
    Im Gegensatz zu den Nesteldecken werden die Fühlkissen nicht einfach umgedreht sondern nach einer gewissen Zeit ausgetauscht, so dass die Betroffenen die unterschiedlichen Fühlqualitäten und Materialien der verschiedenen Kissen kennen und spüren lernen können. Das Austauschen bietet auch immer nochmal die Möglichkeit zur persönlichen Kontaktaufnahme und Aktivierung der Senioren.
  2. Als Aktivierungsmaterial
    Die verschiedenen haptischen Reize, sei es durch die Oberfläche der Stoffe oder die unterschiedlichen Füllungen regen die Sinne an und wecken die Neugier. Können die Senioren ertasten, was sich in den Kissen befindet? Wie gefallen ihnen die Stoffe, aus denen die Kissen genäht wurden? Welche Erinnerungen wecken die Muster oder die Struktur der Stoffe? Ist das Kissen weich und kuschelig oder eher hart?
    Wenn die Füllungen nochmal gesondert neben den Kissen liegen hat das einen besonderen Aufforderungscharakter. Und Nüsse, Kirschkerne, Sand und Backpapier bieten genug Material für anregende (Biografie-)Gespräche.
  3. Für Zuordnungsspiele
    Zuordnungsspiele haben sich in der Beschäftigung und Aktivierung von Menschen mit Demenz schon lange bewährt. Für Zuordnungsspiele mit den Fühlkissen benötigen Sie von jedem Kissen je zwei mit der gleichen Füllung. Durch bloßes Ertasten sollen die zusammen passenden Kissen gefunden werden. Als Variante kann man einmal das gefüllte Kissen und einmal das Füllmaterial auf einen Tisch legen. Welches Material steckt in welchem Kissen?



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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