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‘Move and Memory’


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Im Gespräch mit Cornelia Drescher von der Klinik am Stein in Dortmund

 

 

Hallo Frau Drescher. Stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

 

Mein Name ist Cornelia Drescher. Ich arbeite in der Klinik am Stein in Dortmund als Diplom-Psychologin, schwerpunktmäßig im Bereich Neuropsychologie. Schon Anfang der 90iger Jahre galt mein Interesse insbesondere der Entwicklung des Menschen in der fortgeschrittenen Lebensphase und ich habe eine 14monatige Weiterbildung in Gerontologie und Gerontopsychiatrie wahrgenommen. Da die Bevölkerungsentwicklung in der BRD auch zum damaligen Zeitpunkt wissenschaftlich gut eingeschätzt werden konnte, kam dem Krankheitsbild Demenz in der Ausbildung eine besondere Bedeutung zu. Im Zusammenschluss mit meiner neuropsychologischen Weiterbildung liegt jetzt seit langem einer meiner Arbeitsschwerpunkte in der Diagnostik und Behandlung von Demenzerkrankten unter Einbeziehung ihrer Angehörigen.

 

 

Sie bieten im Rahmen Ihrer Demenz-Therapie ein Trainingsprogramm für Menschen mit Demenz und deren Angehörige an – „Move and Memory“. Wie ist „Move & Memory“ entstanden?

 

„Move & Memory“ ist im Demenz-Therapie-Zentrum Olsberg entstanden. In dieser Fachabteilung der Klinik am Stein finden an Demenz erkrankte Menschen und deren pflegende Angehörige seit 14 Jahren wertvolle stationäre Hilfe. „Move & Memory“ wurde als spezifisches ambulantes Angebot entwickelt, um der steigenden Nachfrage nach hochqualifizierten Therapiemöglichkeiten gerecht werden zu können, die im Bundesgebiet im Bereich Demenz sehr gering sind. „Move & Memory“ wird durch ein erfahrenes Fachteam aus Ärztin, Psychologin, Physiotherapeut, Ergotherapeutin, Sportwissenschaftler und Sozialpädagogin durchgeführt. Es verbindet bewährte Elemente aus dem
stationären Setting des Demenz-Therapie-Zentrums in einer Kombination aus umfassender Kompetenzschulung der Angehörigen mit einer spezifischen Bewegungstherapie, an der Erkrankte und Angehörige teilnehmen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch spezielles körperliches Training die motorischen Fähigkeiten des Demenzkranken verbessern lassen und es zudem zu einer günstigen Beeinflussung der geistigen Aktivität und der Stimmung kommt.

 

 

Was kann das Programm bei Menschen mit Demenz erreichen?

 

In mehreren Untersuchungen der letzten Jahre, u. a. von Prof. Hauer (Universität Heidelberg) hat sich herausgestellt, dass eine Bewegungstherapie bei Demenzerkrankten unter bestimmten Rahmenbedingungen (kleine Gruppengröße, einfache Anweisungen, häufige Wiederholungen der Übungen, individuelles Eingehen auf den einzelnen Erkrankten nach seinen Fähigkeiten) zu positiven Entwicklungen, wie z.B. mehr Gangsicherheit, weniger Stürze… führen kann. Durch spezielle Übungen werden Kraft und Ausdauer trainiert. Gleichgewicht, Koordination und die Fähigkeit zur Aufmerksamkeitsteilung werden geschult. Außer der Mobilität kann damit auch die geistige Leistungsfähigkeit sowie die affektive Stimmungslage (Erhalt der Lebensfreude, Steigerung des Selbstwertgefühls) beim Demenzerkrankten verbessert werden.

 

 

Wie kann „Move & Memory“ die Angehörigen der Erkrankten unterstützen?

 

Vom körperlichen Trainingsprogramm profitieren auch die Angehörigen, wenn sie jedes zweite Mal daran teilnehmen, um einige der erlernten Übungen zuhause gemeinsam fortführen zu können. In den verbleibenden Stunden erhalten die Angehörigen Schulungsangebote zur Förderung der eigenen Kompetenz. Diese bestehen aus Beratungen zu psychologischen, medizinischen, pflegerischen und sozialrechtlichen Themen.

 

 



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Wer kann an den Kursen teilnehmen und an wen können sich die Interessierten wenden?

 

Voraussetzung für eine Teilnahme sind:
• die gestellte Diagnose einer demenziellen Erkrankung
• ausreichende Mobilität (ohne Hilfsmittel)
• Unterstützung durch einen pflegenden Angehörigen
• Bereitschaft zur Teilnahme beim Demenzerkrankten

Für Versicherte der BKK vor Ort ist das Angebot kostenlos. Für Versicherte anderer Krankenkassen besteht das Angebot auf Selbstzahlerbasis (10 Termine à 90 Minuten zu insgesamt 120 € für beide Teilnehmer).

Ansprechpartner sind in der Klinik am Stein in Dortmund:
Herr Benjamin Bielmeier: Tel.: 0231-488 285 20 email: b.bielmeier@klinik-am-stein.de
oder

Frau Cornelia Drescher: Tel.: 0231-488 285 14 email: c.drescher@klinik-am-stein.de
Telefax: 0231-488 285 10

 

 

Können Sie eine kurze Geschichte erzählen, die verdeutlicht, was Sie mit „Move & Memory“ erreichen können?

 

Paare, die zu uns kommen, sind oft bereits völlig überfordert und frustriert. Die Angehörigen sind verunsichert, kaum noch in der Lage den überaus anstrengenden Alltag mit dem Erkrankten zu meistern. Die Demenzkranken wirken verschlossen, oft auch depressiv. Es besteht bei beiden Partnern oft keine Lebensfreude mehr, oft herrschen Aggressionen zwischen ihnen. Durch regelmäßige Teilnahme an „Move & Memory“ entspannt sich diese Situation oft. Angehörige werden durch psychologische, medizinische und sozialrechtliche Schulung gestärkt. Sie erhalten Sicherheit, auch durch Gespräche in der Gruppe. Die Bewegungstherapie in der Gruppe bereitet den

Demenzkranken Freude. Die Übungen, die von den Paaren auch zu Hause fortgeführt werden, verbessern außerdem die Aufmerksamkeit und die Konzentration des Erkrankten, auch dessen Kraft und Gleichgewicht. Depressionen und Aggressionen reduzieren sich. Diese positiven Ergebnisse motivieren die Paare und geben beiden Partnern wieder mehr Lebensfreude.



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*

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  1. Es gibt jetzt die Partei für Gesundheitsforschung – für mehr Forschung gegen Alterskrankheiten. Bitte machen Sie mit!

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