Kommunikation mit Menschen mit Demenz: „Warum reagierst du nicht?“
Kommunikation mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, stellt Betreuende, Angehörige und Pflegekräfte immer wieder vor besondere Herausforderungen. Gerade wenn keine direkte Reaktion auf eine Ansprache erfolgt, kann Unsicherheit entstehen. Umso wichtiger ist es, das eigene Verhalten zu reflektieren und sich bewusst zu machen, dass Menschen mit Demenz Sprache und Signale oft anders wahrnehmen.
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Das Bild verstehen
Das Bild zeigt eine Alltagssituation: Eine betreuende Person denkt „Warum reagierst du nicht?“. Die Person mit Demenz dagegen hat den Gedanken „Manchmal weiß ich gar nicht, dass du mich meinst.“ Diese Gegenüberstellung verdeutlicht eine Kommunikationslücke. Sie macht klar, dass nicht jede fehlende Reaktion Ausdruck von Ablehnung oder Unwillen ist. Viel häufiger liegt die Ursache darin, dass die Ansprache unklar war oder gar nicht als persönliche Aufforderung verstanden wurde.
Klarheit schafft Verbindung
Menschen mit Demenz können Schwierigkeiten haben, mehrere Reize gleichzeitig zu verarbeiten. Wenn Sie also in einen Raum sprechen, ohne die Person direkt anzusehen, kann Ihre Botschaft verloren gehen. Auch Nebengeräusche oder andere Aktivitäten lenken ab. Einfache Schritte wie der direkte Blickkontakt, das Ansprechen mit dem Namen und eine klare, freundliche Stimme helfen dabei, dass Ihr Gegenüber merkt: „Ich bin gemeint.“
Warum keine Reaktion manchmal logisch ist
Stellen Sie sich vor, mehrere Stimmen reden durcheinander. Selbst ohne Demenz ist es in solchen Momenten schwer, den Überblick zu behalten. Menschen mit Demenz fehlt zusätzlich die Fähigkeit, gezielt zu filtern. Sie ziehen sich zurück oder reagieren gar nicht, weil sie nicht wissen, auf wen sie sich konzentrieren sollen. Dieses Schweigen ist daher keine Ablehnung, sondern ein Schutzmechanismus.
Praktische Tipps für den Alltag
Machen Sie sich bewusst, dass jede Ansprache eine Einladung ist. Halten Sie kurz inne, bevor Sie beginnen. Schauen Sie die Person an, nennen Sie ihren Namen, warten Sie auf den Blickkontakt – und formulieren Sie Ihre Botschaft dann kurz und deutlich. Unterstützend können Sie Gesten einsetzen, etwa eine offene Handbewegung oder ein freundliches Lächeln. Auch eine leichte Berührung am Arm kann helfen, wenn dies zur Person passt und angenehm empfunden wird.
Mehr Gelassenheit im Umgang
Es braucht Geduld, immer wieder neu auf die Situation einzugehen. Wer das als wiederholte Chance begreift, eröffnet neue Wege in der Beziehungsgestaltung. Sie werden feststellen, dass ein klarer Rahmen die Kommunikation erleichtert und Missverständnisse reduziert. Gleichzeitig kann sich so mehr Nähe entwickeln, die für beide Seiten wohltuend ist.
Fazit
Wenn Menschen mit Demenz nicht sofort reagieren, steckt oft kein Unwille dahinter, sondern die Schwierigkeit, die Ansprache als persönlich gemeint zu erkennen. Kleine Anpassungen im eigenen Verhalten können eine große Wirkung entfalten und Türen öffnen, die zuvor verschlossen schienen.
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