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Früh übt sich … was ein Meister werden will! Eine Sprichwort-Geschichte zum Thema Werkzeug

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Franz ist Handwerker seitdem er denken kann. Sofort nach der Schule hat er seine Schreinerlehre bei Klaus, einem Freund seines Vaters im Nachbardorf, gemacht. Ein paar Jahre später hat er dann den Betrieb seines Vaters übernommen.
Früh übt sich … was ein Meister werden will!“, hat Klaus immer gesagt, und ihn auch unter der Prämisse ausgebildet. Franz war tüchtig und lernte schnell. Ihm war das Handwerk ja auch irgendwie in die Wiege … gelegt. Sein Großvater und sein Urgroßvater waren ebenfalls Schreiner.
Seine Mutter sah das früher immer ganz pragmatisch: „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann„, sagte sie immer mit einem Augenzwinkern, wenn sie über den Beruf ihrer „Männer“ sprach. So nahm sie auch gelassen in Kauf, wenn sie das Essen mal wieder aufwärmen musste, weil die beiden länger in der Werkstatt blieben, um noch ein Werkstück fertig zu bekommen.
Heute sitzt Franz auf dem Hocker in seiner Werkstatt. Es ist sein letzter Arbeitstag. Nun hängt er doch sprichwörtlich seine Schürze an … den Nagel. Die Werkstatt hat er für gutes Geld verkauft. So können seine Anneliese und er einen guten Lebensabend verbringen. Luise, seine Tochter, hat leider nur einen Banker geheiratet, so war schon früh klar, dass sie Werkstatt verkauft werden würde. Franz brauchte einige Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen. Luise musste sich nicht nur einmal Sätze wie „Da hast du ja den Nagel … auf den Kopf getroffen!“ oder „Ist das mit euch beiden jetzt wirklich in Stein …gemeißelt?!“ anhören. Doch richtig böse war er ihr nie, und Luise verstand auch die Sticheleien ihres Vaters.
Nun sitzt er hier, mit einem lachenden und einem weinenden … Auge. Ein wenig wehmütig ist ihm um den Verkauf des Familienunternehmens schon zu Mute. Aber es kommt in gute Hände, das ist so sicher wie das Amen … in der Kirche! Franz kennt den Käufer schon einige Jahre.
Und ganz ehrlich freut er sich auf die Zeit mit seiner Anneliese und dass das Päckchen Verantwortung von ihm abfällt. Es wird zwar ein paar Tage dauern bis er sich an die neuen Freiheiten gewöhnt aber er ist sich sicher, dass Anneliese schon etwas einfallen wird, um ihn zu beschäftigen. Sie war schon immer eine Frau, die Nägel mit … Köpfen macht. So hat sie für die nächsten drei Wochen eine Reise für die beiden gebucht – ihr erster gemeinsamer Urlaub seit sie sich kennen!
Gedankenverloren steht Franz auf und geht zur Tür. Als er gerade das Licht ausmachen will geht sie von selbst auf. Seine ganze Familie steht auf einmal vor ihm. Seine Tochter Luise hält einen großen Kuchen in der Hand. „Das Beste kommt … zum Schluss„, steht in großen Schokoladen-Buchstaben darauf geschrieben.
Franz ist glücklich. Lange hält er seine Anneliese fest im Arm…



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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