Eine Kondolenzecke gestalten. Würdevoll Abschied nehmen in Pflegeheimen und Tagespflegen
Wenn ein Mensch in einer Senioreneinrichtung verstirbt, bleibt oft eine Lücke zurück. Für andere Seniorinnen und Senioren ebenso wie für Mitarbeitende und Angehörige. Eine Kondolenzecke kann helfen, diesen Abschied sichtbar zu machen und einen Ort zu schaffen, an dem Erinnerungen Platz haben.
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Warum eine Kondolenzecke in Senioreneinrichtungen hilfreich sein kann
Eine Kondolenzecke ist ein sichtbarer Ort des Erinnerns. Sie macht deutlich, dass ein Mensch aus der Gemeinschaft verstorben ist und dass dieser Abschied wahrgenommen wird.
Für viele Seniorinnen und Senioren ist es wichtig, einen Moment innehalten zu können. Manche bleiben kurz stehen, andere schauen sich das Foto an oder erinnern sich an gemeinsame Erlebnisse. Auch Angehörige empfinden eine solche Geste oft als wertschätzend.
Gerade wenn Zimmer nach einem Todesfall relativ schnell geräumt werden müssen, kann eine Kondolenzecke zeigen, dass der verstorbene Mensch in der Einrichtung nicht einfach vergessen wird.
Der richtige Ort für eine Kondolenzecke
Wo eine Kondolenzecke eingerichtet wird, hängt stark von der jeweiligen Einrichtung ab. Es gibt dafür keine allgemeingültige Lösung.
In manchen Einrichtungen bietet sich der Eingangsbereich an. Dort kommen viele Menschen vorbei, beispielsweise weil sich dort ein Café befindet oder Gruppenangebote stattfinden. In solchen Fällen kann die Kondolenzecke auch für Angehörige und Besucherinnen gut sichtbar sein.
In anderen Einrichtungen spielt sich das Leben jedoch hauptsächlich auf den Wohnbereichen ab. Seniorinnen und Senioren würden den Eingangsbereich vielleicht kaum aufsuchen. In solchen Situationen ist es oft sinnvoller, die Kondolenzecke direkt im Wohnbereich einzurichten.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wo halten sich die Seniorinnen und Senioren im Alltag tatsächlich auf?
Einrichtungen können hier gut eigene konzeptionelle Entscheidungen treffen und überlegen, welcher Ort für ihre Gemeinschaft am besten geeignet ist.
Wie lange eine Kondolenzecke bestehen bleiben kann
Auch die Dauer kann jede Einrichtung individuell festlegen.
Manche Kondolenzecken bleiben nur einige Tage bestehen. Andere werden bis zur Beerdigung aufgebaut oder etwa eine Woche lang.
Wichtig ist vor allem, dass der Abschied bewusst wahrgenommen werden kann und dass die Seniorinnen und Senioren Zeit haben, die Nachricht zu verarbeiten.
Welche Elemente zu einer Kondolenzecke gehören können
Eine Kondolenzecke muss nicht aufwendig gestaltet sein. Oft reichen einige wenige Elemente, um einen würdevollen Ort des Erinnerns zu schaffen.
Häufig wird ein Foto der verstorbenen Person aufgestellt. Eine Kerze kann ein Zeichen des Gedenkens sein. Auch eine Blume oder ein kleines Gesteck kann den Platz gestalten.
Manche Einrichtungen legen zusätzlich ein Kondolenzbuch aus, in das Gedanken oder Erinnerungen geschrieben werden können.
Dabei gilt: Die Gestaltung darf einfach sein. Wichtig ist vor allem, dass der Ort ruhig wirkt und zum Innehalten einlädt.
Angehörige einbeziehen
Viele Einrichtungen machen gute Erfahrungen damit, Angehörige einzuladen, sich an der Gestaltung der Kondolenzecke zu beteiligen.
Vielleicht möchten sie ein Foto zur Verfügung stellen oder einen Gegenstand auswählen, der zu der verstorbenen Person passt. Manche Angehörige schreiben auch einen kurzen Text.
Solche Möglichkeiten können für Angehörige sehr wertvoll sein. Sie erleben, dass ihr Familienmitglied auch über den Tod hinaus Teil der Gemeinschaft bleibt und dass der Abschied in der Einrichtung wahrgenommen wird.
Eine Kondolenzecke in Wohnbereichen mit Menschen mit Demenz
In Wohnbereichen, in denen viele Menschen mit Demenz leben, braucht es manchmal etwas andere Lösungen. Jede Einrichtung kennt ihre Bewohnerinnen und Bewohner am besten und kann einschätzen, was gut funktioniert.
In manchen Bereichen ist es möglich, ein Foto und eine Kerze aufzustellen. In anderen Situationen kann es passieren, dass Gegenstände mitgenommen werden oder verloren gehen.
Dann kann es sinnvoll sein, andere Formen zu wählen. Zum Beispiel ein großes Erinnerungsbild an der Wand oder eine gestaltete Erinnerungstafel mit dem Foto der verstorbenen Person.
Auch ein Kondolenzbuch kann angepasst werden. Manche Einrichtungen bewahren es im Büro auf und holen es nur in begleiteten Momenten hervor. In anderen Wohnbereichen kann es sein, dass ein solches Buch eher überfordert und deshalb nicht eingesetzt wird.
Wichtig ist vor allem, dass die Lösung zu den Menschen passt, die dort leben.
Abschied bewusst gestalten
Eine Kondolenzecke ist eine einfache Möglichkeit, Abschied sichtbar zu machen. Sie zeigt Seniorinnen und Senioren, dass ein Mensch aus ihrer Gemeinschaft gestorben ist und dass dieser Abschied Raum bekommen darf.
Für Mitarbeitende in Pflegeheimen und Tagespflegen kann es hilfreich sein, sich mit solchen Themen bewusst auseinanderzusetzen. In unserer Online-Fortbildung zur Sterbebegleitung erhalten Sie viele praktische Ideen und Anregungen für den Umgang mit Abschied, Trauer und Sterben im Alltag von Senioreneinrichtungen. Mehr Informationen finden Sie hier!
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