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Der Giraffenschal! Eine Minutengeschichte für Senioren

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Geschichten für Senioren gibt es zu vielen Themen. Unsere heutige Geschichte passt sowohl in den Winter, als auch zu unserem Monatsthema Handarbeiten. Wir wünschen viel Spaß damit!

Der Giraffenschal

Wie man strickt, das hatte Helga gleich nach der Schule wieder verdrängt. Handarbeiten war ihr immer ein Graus gewesen. Doch dieser Winter gab ihr einen Anlass, es noch einmal mit dem Stricken zu versuchen. Sie hatte einen 4-jährigen Enkel „Tom“, der am letzten Wochenende bei ihr gewesen war. Gemeinsam hatten sie ein Bilderbuch mit einer Giraffe angeschaut. In dem Bilderbuch trug die Giraffe einen Schal, weil sie aus Afrika kam und es ihr in Deutschland, im Zoo, immer so kalt war. Tom war nach dem Betrachten des Buches ganz aufgeregt. Er war oft mit seinen Eltern im örtlichen Zoo und dort gab es auch Giraffen. Die Giraffen hatten aber keinen Schal und Tom machte sich nun große Sorgen, dass die Giraffen frieren könnten.

Er fragte seine Oma, ob sie nicht mit ihm einen Schal für die Giraffen kaufen könnte. Helga hätte das natürlich sofort gemacht, doch sie bezweifelte, dass sie im Kaufhaus um die Ecke einen Schal für eine Giraffe bekommen würde. Sie versuchte ihrem Enkel zu erklären, dass Giraffen ja in der Wirklichkeit keine Schals tragen, doch Tom glaubte ihr nicht recht und ging traurig nach Hause.

Einen traurigen Enkel, das konnte Helga, so wie die meisten Omas, nur sehr schwer ertragen. Also suchte sie im Keller nach ihren alten Stricknadeln und ging gleich am nächsten Tag los, um sich einen ausreichenden Vorrat Wolle zu zulegen. Am Abend setzte sie sich hin und fing an zu stricken. Doch es war ein Elend. Sie verlor ständig Maschen und der Schal wurde mit jeder gestrickten Reihe schmaler und schmaler. Helga gab sich sehr viel Mühe, doch sie verzweifelte fast. Jetzt wusste sie wieder, warum sie Handarbeiten in der Schule so sehr gehasst hatte. Verzweifelt rief sie ihre Tochter an.



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Helga erzählte ihr von dem traurigen Tom und fragte sie ob sie nicht mal das Internet nach einem extra-langen Schal durchforsten konnte. Doch ihre Tochter lachte: „Und dann?“, fragte sie „Glaubst du die Tierpfleger hängen den Schal wirklich an den Hals der Giraffe? Und wenn nicht? Wie erklärst du das dann Tom? Fahr doch lieber mit Tom in den Zoo und frag die Tierpfleger wie es den Giraffen im Winter geht!“

Die Idee fand Helga ganz ausgezeichnet. Gleich am nächsten Wochenende ging es los. Es war ein wunderbarer Ausflug und sie hatten tatsächlich das Glück bei den Giraffen einen Tierpfleger zu treffen, den sie befragen konnten. „Die Giraffen bewegen sich, wenn es kalt ist, sehr viel. So wird ihnen warm und deswegen dürfen sie, so lange es trocken und nicht glatt ist, auch bei Null Grad ohne Schal nach draußen.“ , lachte dieser. Außerdem erzählte er ihnen, dass die Giraffen sich immer im schönen, warmen Giraffenhaus aufwärmen konnten. Tom war zufrieden. Helga auch, ein Zooausflug war aber auch wirklich viel schöner als stricken und Handarbeiten.

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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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