Das flauschige Langohr. Jahreszeitliche Kurzbegegnungen im Frühling

In unserer Reihe “Jahreszeitliche Kurzbegegnungen” haben wir für Ihre Begegnungen mit Senioren und Menschen mit Demenz im Frühling eine biografische Erzählung und dazu passende Gesprächsimpulse rund um eine Begegnung mit einem Hasen vorbereitet.
Beginnen Sie diese Kurzbegegnung mit dem Vorlesen der kurzen Geschichte und nutzen Sie die darunter stehenden biografischen Fragen gern im Anschluss als Einstieg in biografische Gespräche.

So war das damals …

Die Sonne tauchte die Wiese in goldenes Licht, als Johanna auf dem Hügel saß und den sanften Wind spürte. In der Ferne hoppelte ein kleiner Hase über das Gras. Fasziniert beobachtete sie das flauschige Wesen, das sich sorglos im Grün tummelte. Ihre Augen leuchteten vor Freude, als der Hase neugierig näherkam. Zwischen den beiden entstand eine stille Verbindung, eine unsichtbare Brücke aus Zuneigung. Johanna streckte ihm langsam ihre Hand entgegen. Vorsichtig kam der Hase näher und schnupperte. Es kitzelte ein wenig, doch Johanna hielt ihre Hand ganz ruhig. Die Zeit schien stillzustehen, während das Mädchen und der Hase gemeinsam den Augenblick genossen. Nach einer Weile hoppelte der Hase weiter seines Weges. Die Erinnerung an diese magische Begegnung blieb aber für immer in ihrem Herzen.

Gesprächsimpulse

Sind Sie schon einmal einem Hasen oder einem Kaninchen in freier Wildbahn begegnet? Wenn ja, wie war diese Begegnung? Ist der Hase in sicherer Entfernung geblieben oder konnten Sie aus der Nähe einen Blick wagen? Hatten Sie schon einmal die Möglichkeit, einem Tier, das seinem Naturell nach eigentlich sehr scheu oder schüchtern ist, nahe zu kommen?

Meister Lampe – so wird der Hase in Fabeln und Märchen genannt. Er wird sowohl ängstlich als auch übermütig, sowie vorsichtig und gleichzeitig auch vorlaut beschrieben. Sind Sie einem Menschen mit diesen Charaktereigenschaften auf Ihrem Lebensweg begegnet? Jemandem, der in manche Situationen sehr ängstlich hineingeht, in einem anderen Umfeld aber vielleicht sogar übermütig erscheinen konnte? Kennen Sie das von sich selbst? Haben Sie unter manchen Umständen sehr selbstsicher gewirkt, hatten unter anderen Bedingungen aber ein vorsichtiges Auftreten? Wissen Sie, warum sich das jeweils für Sie so anfühlte oder Sie so gewirkt haben?

Die Figur in der Geschichte wirkt sehr ruhig und geht sehr vorsichtig auf den Hasen zu. Der Hase scheint Vertrauen zu fassen und eine besondere Zuneigung zu empfinden. Wie wichtig war Vertrauen in Ihrem Leben? Gibt es jemanden, dem Sie vollkommen Vertrauen konnten? Jemanden, der behutsam mit Ihnen umgegangen ist und auf Sie geachtet hat? Hatten Sie Menschen um sich herum, bei denen Sie spüren konnten, dass sie Ihnen vertraut haben?

Gibt es Begegnungen oder Erlebnisse aus Ihrem Leben, die Sie für immer in Ihrem Herzen tragen? Auch wenn die Momente der Begegnung nur noch eine Erinnerung sein können und Wege sich verändert haben? Oder gerade deswegen? Welche Augenblicke haben Sie für immer in Ihr Herz geschlossen und mitgenommen?

In der Geschichte „Der Hase und der Igel“ ist der Hase der unweigerliche Verlierer des Wettrennens. Mit wem verbindet Sie eine Sympathie? Mit dem schlauen Igel oder mit dem am Ende hilflosen, aber vorher herausfordernden Hasen? Warum mögen Sie die Ihnen näher verbundene Figur lieber?

Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

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