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Apfelsaft. Eine Schmeck-Geschichte für Senioren

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In dieser Sinnesgeschichte konzentrieren wir uns auf unseren Geschmackssinn. Im Mittelpunkt der Wahrnehmungsübung steht selbst hergestellter Apfelsaft.
Im Text sind einige Stellen fett markiert. Lesen Sie diese Passagen ein wenig langsamer vor und machen sie danach eine kurze Pause. So können die Senioren die beschriebenen Sinneseindrücke besser aufnehmen und nachspüren.

Apfelsaft. Eine Schmeck-Geschichte für Senioren

Anton stellt den letzten großen Tragekorb mit einem Schwung auf das Podest. „Geschafft!“, denkt er und schaut sich die Körbe mit den vielen Äpfeln an. Schon bei dem Gedanken an den frischen, süß-säuerlichen Apfelsaft läuft ihm das Wasser im Munde zusammen. Wie viele Männer aus dem Dorf hat sich auch Anton heute auf den Weg zur Mosterei gemacht, um aus seinen eigenen Äpfeln erfrischenden Apfelsaft machen zu lassen. Denn er und seine Hilde können beim besten Willen nicht all die Äpfel der sieben Apfelbäume in ihrem Garten alleine aufessen. Das jährlich wiederkehrende Angebot der hiesigen Mosterei, auch die Äpfel für Privatleute zu versaften, kommt ihnen also gerade recht.

Während Anton wartet, dass er an der Reihe ist, erinnert er sich an den Apfelsaft aus dem letzten Jahr. Er war genau richtig: eine fruchtige Süße vermischt mit einer feinen Säure. Anton war fast ein bisschen Stolz auf seine eigene Apfelernte gewesen. Da noch einige Körbe mit der Apfelernte seiner Nachbarn vor ihm sind, stellt sich Anton erstmal zu den anderen Wartenden und hört sich geduldig an, wie zufrieden oder auch unzufrieden sie mit ihren Apfelerträgen in diesem Jahr sind. Plötzlich steigt ihm ein wunderbarer Apfelduft in die Nase, sodass er gleich den Geschmack von warmem Apfelkuchen auf der Zunge verspürt. Mit Streuseln, so wie ihn seine Hilde immer macht. Diese vertraute Mischung aus den weichen, saftigen, aromatischen Äpfeln und den knusprigen Streuseln ist einfach ein Gedicht!

Erst als Anton von jemandem leicht am Arm berührt wird, kommt er zurück von seiner geschmacklichen Apfelkuchen-Reise. Ein Mitarbeiter der Mosterei bietet ihm ein Glas mit frischem Apfelsaft zum Probieren an. Der Saft sieht anders aus als der, den er aus seinen eigenen Äpfeln kennt. Er ist Rosé, fast Rot. Anton nippt vorsichtig an dem Glas. Er spürt, wie sich ein intensiver, fruchtiger Apfel-Geschmack auf seiner Zunge ausbreitet. Nach einer Weile schmeckt er eine angenehme Säure. Anton ist überrascht. Das ist wirklich der leckerste Apfelsaft, den er je getrunken hat. Und diese Farbe erst – ungewöhnlich aber elegant. Anton nimmt gleich noch einen Schluck und lässt den fruchtig-säuerlichen Apfelsaft durch seinen Mund gleiten. Der Mosterei-Mitarbeiter zeigt ihm den rotfleischigen Apfel, aus dem der Saft gepresst wurde. Er sieht wunderschön aus. Anton bekommt den Apfel geschenkt. Dankbar steckt er ihn ein, den muss er unbedingt nachher seiner Hilde zeigen. Und vielleicht finden sie in ihrem Garten ja noch ein Plätzchen für einen Baum mit diesen eindrucksvollen rotfleischigen Äpfeln…



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Mit dem Glas in der Hand geht Anton durch die Halle. Immer wieder nippt er daran und genießt den intensiven Apfelgeschmack auf seiner Zunge. Der Duft von Äpfeln in der Halle wird immer stärker. Ein Blick zu seinen Körben sagt ihm, dass er bald an der Reihe ist. Er nimmt einen letzten Schluck von dem roten Apfelsaft und gibt das Glas mit einem dankbaren Nicken zurück. Die Spannung auf seinen eigenen Apfelsaft steigt. Als die ersten Flaschen auf dem Transportband ankommen macht sich in ihm wieder ein stolzes Gefühl breit. Und er freut sich schon darauf, gleich mit seiner Hilde den ersten Apfelsaft des Jahres aus den eigenen Äpfeln zu probieren. Schön kühl, fruchtig-süß und mit einer feinen Säure

Passend zu der Geschichte haben wir auch eine große Auswahl Herbstgedichte auf Mal-alt-werden.de



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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