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Wenn ich ein Vöglein wär. Eine Liedergeschichte für Senioren

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Singen Sie an den angegebenen Stellen die entsprechende Strophe des Liedes „Wenn ich ein Vöglein wär“.

Wenn ich ein Vöglein wär

Ein waschechter Inseljunge, das war Nils immer gewesen. Auf der Insel geboren, auf der Insel aufgewachsen und auf der Insel geblieben. Das rauhe Wetter der Nordsee, der kühle Wind, die streife Brise, die Weite des Meeres, der Sand unter den Füßen, das alles brauchte er zum glücklich sein. Nur während der Schulzeit hatte Nils längere Zeiten auf dem Festland verbracht. Es gab keine weiterführende Schule auf der Insel und so musste diese auf einem Internat auf dem Festland besucht werden. Natürlich fehlte ihm seine Insel damals, er erinnert sich aber trotzdem gerne an die Zeit im Internat zurück. Das lag natürlich einerseits an den anderen Jungs, er hatte dort nämlich Freunde fürs Leben gefunden, es lag andererseits aber auch an den langen Nächten und den wilden Festen, die er gefeiert hatte.

Auf einer dieser Feste, hatte er seine Heike kennen gelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen. Quer durch den Raum, hatten sich ihre Blicke getroffen und Heike war sofort auf ihn zu gekommen. Nils, der sonst nie die rechten Worte fand, war es gar nicht schwer gefallen sofort in ein Gespräch abzutauchen. So hatten die beiden das Fest schnell vergessen und die ganze Nacht geredet. Ab diesem Zeitpunkt hatten Heike und Nils jede freie Minute des Tages miteinander verbracht. Das einzige Problem, das die beiden hatten, war, dass Heike auf dem Festland wohnte. Als die Zeit im Internat vorüber war, kehrte Nils zurück auf seine Insel. Sie schrieben sich zwar täglich, doch das konnte die Anwesenheit des anderen nicht ersetzen. Nils saß oft am Strand, starrte auf das Meer und wünschte sich, er könnte einfach seine Arme ausbreiten und zu Heike hinüber fliegen.

Wenn ich ein Vöglein wär
und auch zwei Flügel hätt,
flög ich zu dir.
Weils aber nicht kann,
bleib ich all hier.

Wenn er abends in seinem Bett lag, war die Sehnsucht besonders schlimm. Er konnte Heikes weiche Haare fast spüren, ihren süßen Duft riechen und sich von ihrem Lächeln verzaubern lassen. Aber eben nur fast. Das Problem war, dass sie nicht wirklich bei ihm war. Wenn er dann, irgendwann endlich die Augen schloss und in das Reich der Träume glitt, dann war sie bei ihm. Im Traum war seine Heike bei ihm. Diese Träume waren so schön, dass es Nils sehr schwer fiel am nächsten Morgen die Augen zu öffnen und Aufzustehen. Viel lieber, hätte er den ganzen Tag damit zugebracht von seiner Heike zu träumen.

Bin ich gleich weit von dir,
bin ich doch im Traum bei dir
und red mit dir;
wenn ich erwachen tu,
bin ich allein.



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Manchmal wachte er nachts aus einem dieser schönen Heike-Träume auf. Dann ging er zu seinem Schreibtisch und vertiefte sich in die Liebesbriefe, die Heike ihm geschrieben hatte. Sie träufelte auch immer ein bisschen Parfüm auf das Briefpapier. Vor dem Weiterschlafen, nahm er sich den Liebesbrief mit ins Bett, drückte ihn an sein Herz und schloss die Augen. In seinen Träumen war Heike wieder bei ihm.

Es vergeht kein‘ Stund in der Nacht,
da nicht mein Herz erwacht
und an dich denkt,
daß du mir viel tausendmal,
dein Herz geschenkt.

Wenn Nils heute Mal nachts wach wird, denkt er manchmal an diese Zeit zurück. Voll Dankbarkeit, breitet er dann seinen Arm aus und nimmt seine Heike in den Arm. Diese hatte auf dem Festland eine Lehre abgeschlossen und ist danach zu ihm auf die Insel gezogen. Mittlerweile haben sie eine kleine Familie und Nils ist schon ganz gespannt, wie seinen zwei Kindern die Zeit auf dem Festland gefallen wird. Ob sie dort auch ihre große Liebe treffen?

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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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