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Sand unter den Füßen. Eine Wahrnehmungsgeschichte für Senioren

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Bringen Sie zum Vorlesen dieser Geschichte eine Schale oder ein Tablett mit Sand mit. Bieten Sie den Senioren vor oder nach dem Lesen an, den Sand anzufassen oder auch die Hände darin zu vergraben.

Sand unter den Füßen. Eine Wahrnehmungsgeschichte für Senioren

Greta setzt langsam einen Fuß vor den anderen. Wie gut sich der Sand unter ihren Füßen anfühlt. Warm und weich ist er. Bei jedem Schritt sinkt sie so weit in den Sand hinein, dass er auch ihre Zehen und einen Teil ihres Fußrückens bedeckt. Es fühlt sich an, als seien ihre Füße ganz sanft und warm von Sand umhüllt. Sie geht ein Stück den Strand entlang. Je näher sie dem Wasser kommt, desto fester wird der Sand. Er gibt nicht mehr so leicht nach, sie spürt jetzt einen festen Halt unter ihren Füßen. Greta drückt ihre Fußsohle einmal fest in den Sand, um eine Spur zu hinterlassen. Es gelingt ihr. Vier, fünf Schritte macht sie so, und dreht sich dann erwartungsvoll um. Ja, das sind ihre Spuren! Sie guckt sich die Spuren noch einen Moment lang an und dreht sich dann wider um weiter zu gehen.

Sie verlässt den Sand in der Nähe des Wassers und geht wieder ein Stück in Richtung der Dünen. Hier ist der Sand wieder angenehm weich. Beim Gehen verschwinden ihre Füße erneut im Sand. Auf ihrem Fußrücken bleiben ein paar Sandkörner liegen. Sie legen sich wie ein schützender Film auf ihre Haut. Greta spürt, dass der Sand dort ein wenig kühler ist als zu Beginn. Dieses Strandstück scheint länger im Schatten gelegen zu haben. Es fühlt sich angenehm frisch an, ist es doch sonst so warm heute.

Greta geht noch ein Stück weiter. So weit, bis der Sand wieder ein wenig wärmer wird. Dann sucht sie sich ein nettes Plätzchen aus und setzt sich. Sie spürt den weichen Sand unter ihren Beinen und schiebt sie ein wenig hin und her bis sie angenehm eingebettet sind. Zufrieden schaut sie aufs Meer hinaus und beobachtet die Wellen, die kräftig, aber gleichmäßig und ruhig am Strand ankommen.



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Greta lässt den Sand durch ihre Finger rieseln. Dafür nimmt sie eine Handvoll Sand und spreizt dann ganz langsam ihre Finger. Es kitzelt, wenn der feine Sand zwischen den Fingern hindurchrieselt. Doch sie mag das Gefühl. Wieder und wieder nimmt sie Sand in beide Hände und lässt ihn fein und langsam hindurchrieseln. Nach einer Weile legt sie ihre Hände ganz locker in ihren Schoß und schaut sich nochmal das Treiben der Wellen an. Sie spürt einen leichten Film aus Salz auf ihren Händen. Sie erinnert sich an die Sommerurlaube ihrer Kindheit. Auch damals war nach den spannenden Tagen am Strand, mit Burgen bauen und Toben im Wasser, immer ein dünner Film auf ihrer Haut zurückgeblieben, der nach Salz geschmeckt hat. Wie lange war das her…

Sie vergräbt ihre Hände bis zu den Handgelenken im Sand, bis sie nicht mehr zu sehen sind. Sie sind ganz weich im Sand eingebettet. Als sie ihre Finger weiter in den Sand bewegt, spürt sie, dass auch dort der Sand wieder etwas fester und kühler wird. Greta sucht sich eine bequeme Position und bleibt noch einige Zeit dort sitzen. Dann macht sie sich langsam auf den Rückweg, durch den weichen, warmen Sand….



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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