Opferfest. Ein Brauchtumsartikel

Das Opferfest gehört zu den wichtigsten Feiertagen im islamischen Kalender. Erfahren Sie und die Senioren mehr zum Hintergrund und zu den Bräuchen dieses Festes in unserer Geschichte.

Opferfest

Das Opferfest ist eines der höchsten islamischen Feste und steht für die Hingabe an Gott und das Vertrauen auf seine Barmherzigkeit. Im Türkischen wird es „Kurban Bayrami“ genannt und auf Arabisch heißt es „Id al-adha“.
Es ist der Abschluss der Haddsch, der Pilgerfahrt nach Mekka, und der von allen Muslimen in der ganzen Welt gefeierte Höhepunkt des Jahres. Es ist also neben dem Ramadan – der Fastenzeit – und dem Zuckerfest die festlichste und wichtigste Zeit im Jahr. Diese Feste sind für die Muslime gleichbedeutend wichtig wie für die Christen Weihnachten und Ostern.

Das Opferfest wird am zehnten Tag des islamischen Monats Dhu l-Hiddscha gefeiert. Traditionell dauert es vier Tage, wobei der erste Tag der eigentliche Festtag ist. Der Termin des Opferfestes verschiebt sich jedes Jahr um elf Tage nach vorne, da der islamische Kalender ein Mondkalender ist. 2022 findet das Opferfest vom 9. bis 12. Juli statt.

Während des Opferfestes gedenken die Muslime der Geschichte des Propheten Ibrahim, der seinen Sohn opfern wollte, um Gott seine Hingabe zu beweisen. Viele Jahre blieb Ibrahim kinderlos und flehte Gott um einen Sohn an. Er versprach ihm sogar, diesen zu opfern, so sehr wünschte er sich ein Kind. Endlich gebar seine Frau Hagar einen Sohn, der Ismail genannt wurde. Ismail wuchs heran und Ibrahim vergaß sein Versprechen. Doch Gott vergaß das Versprechen nicht und eines Nachts befahl er Ibrahim, seinen Sohn zu opfern.
Ibrahim erzählte seinem Sohn voll Trauer davon. Ismail war sehr gläubig und sagte, den Befehlen Gottes müsse man Folge leisten. Er würde sich opfern. Aber als Gott dann sah, dass beide so gottesfürchtig waren und Ibrahim bereitet war, seinen geliebten Sohn für Gott zu töten, ließ er von diesem Verlangen ab. Statt seinen Sohn zu opfern, sollte Ibrahim stattdessen einen Widder töten.

Auch heute noch ist es für die muslimischen Familien Pflicht, ein Tieropfer zu bringen. Das Tier soll nicht geschlachtet, sondern geschächtet werden, da das Fleisch sonst nicht „halal“, also rein, ist. Das Schächten, betäubungsloses Ausbluten, ist allerdings in Deutschland verboten. Für das Opferfest bekommen aber muslimische Schlachter dafür eine Extraerlaubnis. Ibrahim verteilte das Fleisch seines Widders an die Armen und auch heute ist es Brauch, das Fleisch an Bedürftige zu verteilen.

An den Feiertagen werden die Moschee und der Friedhof besucht, es wird mit Familie und Freunden gefeiert und natürlich wird gut gegessen.
„Kurban Bayramin kutlu olsun“ – Ein gesegnetes Opferfest!

 

Quelle: Wikipedia.de

 


Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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