1. April – Dieser Brauchtumsartikel ist kein Aprilscherz

Seit dem 17. Jahrhundert gibt es schon den Brauch “jemanden in den April zu schicken”. In unserer Geschichte für Senioren erfahren Sie mehr über die Entstehung des Aprilscherzes – und das ist kein Aprilscherz!

1. April: Aprilscherz

Am 1. April ist es Brauch, seine Mitmenschen mit einem Aprilscherz in die Irre zu führen oder zum Narren zu halten. Dies geschieht meistens durch erfundene oder falsch erzählte Geschichten oder Informationen. Wird der Schwindel aufgelöst, dann ruft man laut „April, April“. Diese Tradition des Aprilscherzes gibt es nachweislich seit dem 17. Jahrhundert – wahrscheinlich sogar schon früher. Und nicht nur in Deutschland werden die Leute in den April geschickt, in fast allen europäischen Ländern und sogar in Nordamerika macht man sich einen Spaß daraus, andere zu veräppeln.

Besonders Kinder lieben die Aprilscherze, aber es macht auch den Erwachsenen diebische Freude, Kollegen und Freunde in den April zu schicken. Auch in den Medien gibt es immer wieder Aprilscherze: als Zeitungsente, merkwürdiger Radiobeitrag oder unglaubhafte Sendung im Fernsehen. Wer hier genau aufpasst, wird merken, dass der Wahrheitsgehalt sehr überspannt ist und lässt sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen.
1618 wurde offiziell der erste Mensch in Bayern in den April geschickt – er wurde zum „Aprilnarren“. Den „Aprilscherz“ gibt es seit 1854 im Grimmschen Wörterbuch der deutschen Sprache. Doch wieso werden gerade am 1. April die Menschen zum Narren gehalten?

Warum gerade der 1. April für diese Art der besonderen Scherze herhalten muss, ist unklar. Der Volksglauben kennt einige Unglückstage, so zum Beispiel Freitag, den 13ten. Der 1. April wird dazu gezählt. Es könnte aber auch andere Erklärungen geben:
1530 sollte beim Augsburger Reichstag das Münzwesen geregelt werden. Aus Zeitgründen musste dies aber auf den 1. April verschoben werden. Doch auch am 1. April fand dieser Münztag wieder nicht statt. Viele Spekulanten verloren dadurch ihr Geld und wurden ausgelacht.

 
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Oder vielleicht diese Erklärung:
Ein junges Mädchen bat den französischen König Heinrich IV. in einem Brief zu einem Rendevous in seinem Lustschloss. Der König, der sehr viel für junge Damen übrig hatte, folgte der Einladung zum Schäferstündchen. Doch als er im Lustschloss eintraf, wartete dort nicht das Mädchen. Seine Ehefrau und der gesamte Hofstaat begrüßten den König zum „Narrenball“.
Ein anderer französischer König, Karl IX., führte 1564 eine Kalenderreform durch. Der offizielle Jahresanfang wurde auf den 1. Januar verlegt. Doch es soll Bürger gegeben haben, die immer noch Ende März den Jahresanfang gefeiert haben. Sie sollen als „Aprilnarren“ verspottet worden sein.
Der 1. April gilt aber auch als Geburts- oder Todestag des Judas Ischariot, der Jesus verriet. Auch gilt der 1. April als Einzugstag Luzifers in die Hölle und ist daher ein besonderer Unglückstag. Vielleicht liegt es aber auch nur wieder am Wetter: „April, April, der macht was er will“.

Der berühmteste Aprilscherz der Neuzeit ist wohl die BBC-Dokumentation über den Spaghettibaum. 1957 berichtete die BBC im Fernsehen über die Spaghetti-Industrie in der italienischen Schweiz. Die Spaghetti-Bauern wären durch einen milden Winter mit einer guten Spaghettiernte gesegnet. Auch sei das Aussterben des Spaghettirüsselkäfers gut für den Ertrag. In dem Filmbeitrag kann man sehen, wie Frauen die langen Nudeln von den Bäumen schneiden und zum Trocknen in Körbe legen. Rund acht Millionen Zuschauer wurden von dem Sender mit dieser Dokumentation in den April geschickt. Manche englischen Zeitgenossen wollten sogar wissen, ob man die Spaghetti-Bäume auch in England anbauen kann…
…April, April

Quelle: Wikipedia.de

 


Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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