Grünes Gras unter blauem Himmel. Jahreszeitliche Kurzbegegnungen im Frühling

In unserer Reihe “Jahreszeitliche Kurzbegegnungen” haben wir für Ihre Begegnungen mit Senioren und Menschen mit Demenz im Frühling eine biografische Erzählung und dazu passende Gesprächsimpulse rund um eine Wiese vorbereitet.
Beginnen Sie die Kurzbegegnung mit dem Vorlesen der kurzen Geschichte und nutzen Sie die darunter stehenden biografischen Fragen gerne im Anschluss als Einstieg in Erzählrunden.

So war das damals…

Martin spürte den weichen Untergrund unter seinem Rücken. Es fühlte sich gut an. Seine Hände streichelten über die Spitzen der Grashalme. Er lag auf einer Wiese und schaute in den blauen Frühlingshimmel. Ein paar leichte Wolken zogen langsam über ihn hinweg. Die Sonne wärmte seine Haut. Es war ein schönes Gefühl. Als Kind hatte er ganz oft dort gelegen. Martin erinnerte sich an viele schöne Augenblicke, nicht nur bei gutem Wetter. An diesem Ort fühlte er sich wohl. Es duftete nach frischem Gras. Auf der Wiese fühlte er sich sicher getragen. Sie hielt ihn, was immer auch kommen würde. Darauf durfte er vertrauen.

Gesprächsimpulse

  • Was stellen Sie sich vor, wenn Sie an eine Wiese denken? Welche Momente erinnern Sie? An welche Orte auf Ihrem Lebensweg fühlen Sie sich zurückversetzt?
  • Haben Sie als Kind im Frühling oder Sommer auf einer Wiese gelegen? Wissen Sie noch, wie sich das angefühlt hat? An was haben Sie gedacht? Erinnern Sie sich an den Duft von frisch gemähtem Gras? An den Duft einer Wiese im Frühling? Wie fühlten sich die Spitzen der Grashalme unter Ihren Handflächen an? Welche Blumen haben Sie zwischen den Grashalmen entdecken und evtl. sogar pflücken können?
  • Hatten Sie einen Garten, dessen Wiese regelmäßig gemäht werden musste? Mit welchem Hilfsmittel haben Sie den Rasen geschnitten? Durften Sie als Kind Ihren Eltern bzw. Großeltern beim Rasenmähen helfen? Was wurde mit dem abgeschnittenen Gras gemacht? Wurde es auf den Kompost entsorgt oder evtl. als Tierfutter getrocknet? Haben Sie das Rasenmähen gerne erledigt oder war es lediglich eine Aufgabe, die regelmäßig getan werden musste?
  • An welche Augenblicke im Frühling erinnern Sie sich, die schön waren, obwohl kein gutes Wetter war? Haben Sie gute Erinnerungen an Tage mit Regen? Welche verregneten oder kalten Tage sind Ihnen in keiner guten Erinnerung geblieben? Gab es Frühlingstage, an denen es vielleicht sogar geschneit hat und die deswegen etwas besonderes waren?
  • Die Figur in der Geschichte fühlt sich auf der Wiese gut aufgehoben und getragen. Welche Menschen haben Ihnen auf Ihrem Lebensweg Halt gegeben? Wem haben Sie bedingungslos vertrauen dürfen? Bei wem haben Sie sich sicher gefühlt? Wo durften Sie so sein, wie Sie waren?

Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

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