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Frühjahrsputz mit Hindernissen – Eine Frühlingsgeschichte für Senioren

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In dieser Kurzgeschichte zum Vorlesen geht es heute um den Frühjahrsputz. Besser gesagt, um eine geplanten Frühjahrsputz. Aber lesen Sie selbst…
Die Geschichte eignet sich zum Vorlesen in der Seniorenarbeit und auch in Aktivierungsangeboten für Menschen mit Demenz.

Frühjahrsputz mit Hindernissen – Eine Frühlingsgeschichte für Senioren

Am vergangenen Freitag stand bei Marianne der alljährliche Frühjahrsputz ins Haus. Sie hatte schon den Staubsauger, Wischer, den großen Eimer, das Fensterleder, etliche Lappen und verschiedene Putzmittel vorbereitet. Als sie gerade dabei war, den Putzeimer mit Wasser und einem Spritzer Putzmittel zu füllen, klingelte es an der Wohnungstür.
Erika stand draußen – mit einem Teller in der Hand, auf dem zwei Stücke Streuselkuchen lagen. “Der ist gerade ganz frisch aus dem Ofen gekommen. Musst Du unbedingt probieren, Marianne! Das ist mein erster Streuselkuchen in diesem Jahr.”, sagte Erika ganz euphorisch und hielt Marianne einladend den frischen Streuselkuchen unter die Nase. Marianne zögerte. Sie drehte sich um und schaute auf den Staubsauger, den Wischer und die vielen Lappen. Alle Stühle waren schon hochgestellt, die Teppiche freigeräumt und auf dem Sofa lag der Ausklopfer bereit.
“Ach, das duftet herrlich!”, schwärmte Marianne und schielte auf den Streuselkuchen, “Aber ich habe gerade wirklich viel zu tun, meine Liebe! Schau dir das Chaos nur an…”. Dabei zeigte sie in Richtung Wohnzimmer. “Ich kann dir noch nicht einmal einen Stuhl anbieten.”
Doch während sie das sagte, war Erika schon an ihr vorbei gegangen und in die Küche marschiert.
“Ach Mariannchen, das kannst du doch auch noch morgen erledigen. Die Arbeit wartet doch bestimmt auf dich!”, entgegnete Erika mit einem Augenzwinkern, und war auch schon dabei, Kaffeepulver in die Maschine zu geben. Sie nahm die beiden Küchenstühle wieder vom Tisch herunter und stellte Teller auf den Tisch. Marianne war hin- und hergerissen. Der Kuchen duftete wirklich herrlich und Erika war eine sehr gute Bäckerin. Außerdem eine sehr liebe Freundin. Aber Marianne hatte ihren Frühjahrsputz schon lange geplant und Helmut extra in den Garten geschickt, damit sie in Ruhe putzen konnte. Und Marianne war zudem sehr gewissenhaft und erledigte alles immer pünktlich und ordentlich.
Erik sah das Dilemma in den Augen ihrer Freundin und hatte Mitleid mit ihr. Sie legte die Gabeln aus der Hand, die sie gerade aus der Küchenschublade genommen hatte, ging zu Marianne und legte ihr eine Hand auf die Schulter: “Ich wollte dich wirklich nicht überfallen, meine Gute, aber ich brauche wirklich deine Meinung zu meinem Streuselkuchen und außerdem kannst du dir eine kleine Pause auch mal erlauben, oder? Ich helfe dir auch gleich beim Putzen, du wirst sehen, das erledigen wir im Nu…”
“Na gut”, sagte Marianne, und ein kleines Lächeln legte sich auf ihr Gesicht, “aber dann bleibst du nachher noch zum Abendbrot bei uns?!”. “Gerne!”, entgegnete Erika und zwinkerte ihrer Freundin zu. Sie deckten den Tisch zuende, setzten sich und kosteten von dem Streuselkuchen. “Ja”, dachte Marianne “Erikas Streuselkuchen ist wirklich himmlisch…”.

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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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