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Der hellste Stern von allen. Eine Adventsgeschichte für Senioren zum Vorlesen

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Dies ist eine unserer Adventsgeschichten für Senioren. Die Geschichte kann ganz klassisch in gemütlicher Runde vorgelesen werden. Weiter eignet sie sich zum Beispiel als Abschluss für Gedächtnistrainings- oder Bewegungseinheiten.

Der hellste Stern von allen. Eine Adventsgeschichte für Senioren zum Vorlesen

Es war einmal ein kleiner Stern. Der kleine Stern stand ganz allein am großen, weiten Himmelszelt. Es war schrecklich dunkel um ihn herum. Die Nächte wurden von Tag zu Tag kälter und länger, und dem kleinen Stern war langweilig. Fast jede Nacht überlegte er, was er machen könne, um nicht die ganze Nacht einfach nur da zu stehen und Löcher in die Luft zu starren. Manchmal beobachtete er Füchse, die durch den Wald streiften, oder Eulen, die in den Baumwipfeln saßen. Viel mehr gabs aber nicht zu sehen. Alle Häuser lagen still in der Dunkelheit. Auch Autos fuhren kaum, sie standen ruhig in den Einfahrten der Häuser, zu denen sie gehörten.
Als der kleine Stern gar nicht mehr wusste, warum er als einziger am Himmel leuchten sollte, beschloss er, am nächsten Abend einfach weiter zu schlafen und ungesehen zu bleiben. Das sollte ihm aber nicht gelingen…
Denn er wurde am späten Nachmittag von etwas geweckt. Die Dämmerung hatte gerade erst eingesetzt und der kleine Stern wunderte sich, wovon er wohl aufgewacht war. Vorsichtig und noch ganz verschlafen schaute er sich um – und traute seinen Augen nicht: Unten auf der Erde waren die Häuser in warmes Licht gehüllt. Sogar in den Gärten leuchteten auf einmal die Tannen. Der kleine Stern war mit einem Mal hellwach. Ganz langsam glitt er ein Stück näher an die Häuser heran, um sich die festlichen Lichter genauer anzuschauen. Ihm wurde mit einem Mal ganz warm ums Herz. Und er fühlte sich nicht mehr so ganz allein. Natürlich waren die Sterne unten auf der Erde nicht mal halb so hell wie er, aber gerade das fand er sehr schön.
Er glitt noch ein wenig näher an die Häuser heran, gerade so dass er durch die Fenster in die Stuben hineinschauen konnte. Auch drinnen glitzerte, funkelte und leuchtete alles in den schönsten Gelb- und Goldtönen. Lange Zeit blieb der kleine Stern dort stehen und erfreute sich über den Lichterglanz. Dann fiel ihm plötzlich ein, dass er diese Nacht ja eigentlich durchschlafen wollte. Er stutzte kurz und murmelte dann ein „Na, wir verschieben das einfach auf morgen – aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“ vor sich hin. In dieser Nacht war ihm kein Stück langweilig. Im Gegenteil, am nächsten Morgen schlief er ganz schnell ein – hatte das viele Gucken ihn doch richtig müde gemacht.
In den daraufolgenden Nächten glitt er wieder und wieder in Richtung Erde, um sich an den schönen Lichtern zu erfreuen. Es wurden immer mehr. Und bald vergaß er all die Langeweile, die ihn noch vor wenigen Nächten so bedrückt hatte.
Eines Abends tippte ihn jemand von hinten an. Erschrocken drehte der kleine Stern sich um. Hinter ihm war eine ganze Schar kleiner Sterne, die in erwartungsvoll anschauten. „Dürfen wir mit gucken?“, fragte schließlich einer von ihnen. Der kleine Stern wusste gar nicht, wie ihm geschah. Es kam nur ein stotterndes „Ähm, ja natürlich“ aus ihm heraus. Sein kleines Herz sprang aufgeregt in seiner Brust auf und ab. An diesem Abend war er der glücklichste Stern am ganzen Himmelszelt. Fortan war er nie wieder allein. Und in der ganzen Sternen- und Lichterschar war der kleine Stern immernoch der hellste Stern von allen…



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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