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Der größte Weihnachtswunsch. Eine kurze Weihnachtsgeschichte

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Geschichten zum Vorlesen haben in der Advents- und Weihnachtszeit eine lange Tradition. In dieser kurzen Weihnachtsgeschichte geht es um einen kleinen Jungen und seinen größten Weihnachtswunsch. Für Beschäftigungsangebote mit Senioren und Menschen mit Demenz oder auch als kurze Geschichte für Ihre Weihnachtsfeier.

Der größte Weihnachtswunsch. Eine kurze Weihnachtsgeschichte

Jonas hielt seinen Buntstift in der rechten Hand, mit der linken Hand hielt er das Blatt fest. Er wollte einen Wunschzettel für das Christkind malen. Tagelang hatte er darauf hin gefiebert endlich alles zu malen, was er sich zu Weihnachten wünschte. Und nun fiel ihm nichts mehr ein. Aber auch gar nichts!
Das Einzige, das er sich von Herzen wünschte, war eine Eisenbahn aus Holz – mit einer Dampflok. Und die konnte er nicht malen. Er versuchte es, einmal, zweimal, dreimal… aber es gelang ihm beim besten Willen nicht. Entweder wurden die Schienen ein schräges Ei, die Räder der Lok waren zu klein oder zu groß, oder der Lokführer hatte in der Lok nicht genug Platz für seine Arme und Beine.

Jonas war unglücklich. Als eine Mutter ihn sah und fragte, warum er immer wieder das Blatt zerknüllte, erzählte er ihr, dass er gar nicht richtig malen könne. Und dass das Christkind sowieso nicht erkennen könne, was auf dem Bild war. Und einfallen täte ihm auch nichts, nur eben die Eisenbahn. Seine Mutter versuchte ihn zu beruhigen und sagte, dass das Christkind bestimmt erkennen würde, was er gemalt hätte. „Das Christkind sieht sich doch jedes Jahr die Wunschzettel der Kinder an. Und das schon viele viele Jahre. Das Christkind kann die Weihnachtswünsche auf den Bildern der Kinder besser erkennen als Du und ich. Ganz bestimmt!“, sagte sie.

Jonas war nicht überzeugt. Seine Mutter spürte das und hatte eine andere Idee: „Jonas, weißt du was? Ich habe gehört, dass Weihnachtswünsche auch dann vom Christkind erfüllt werden, wenn man nur ganz fest daran denkt. Vielleicht versuchst du das einmal. Denk einfach ganz fest an deinen schönsten Weihnachtswunsch. Dann geht er bestimmt in Erfüllung!“
Er war zwar immer noch sehr skeptisch, was die Sache mit seinem Weihnachtswunsch und dem Christkind anging, aber er hatte keine andere Wahl. Er dachte, dass es vielleicht besser wäre, ganz fest an eine schöne Holzeisenbahn zu denken, als eine zu malen, die krumm und schief war. Darauf könnte ja keine Lok der Welt vernünftig fahren.

Jonas beschloss also, den Vorschlag seiner Mutter so anzunehmen. Trotzdem wollte er nicht „gar nichts“ für das Christkind malen. Das, was er gut malen konnte war ein Stern. Das hatte er im Kindergarten schon hundert Mal gemacht. Also malte er für das Christkind einen großen Stern auf das Blatt, schnitt ihn ganz sorgfältig mit einer Schere aus und legte ihn auf die Fensterbank in seinem Zimmer.



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In den Tagen und Wochen darauf dachte er ganz fest an seine Holzeisenbahn und wünschte sich nichts sehnlicher, als dass sein größter Wunsch in Erfüllung gehen würde. Am Tag vor Heilig Abend räumte Jonas sein Zimmer ganz besonders gründlich auf. Vielleicht brauchte er ja am nächsten Tag Platz für eine Holzeisenbahn.

Am Heiligen Abend klopfte Jonas‘ Herz ganz wild in seiner Brust. Er war so aufgeregt wie schon lange nicht mehr. Als das Glöckchen erklang und sich die Tür vom Weihnachtszimmer öffnete stand unter dem Baum eine Holzeisenbahn. Genau so eine, die sich Jonas so lange gewünscht hatte. Mit einer Dampflok und einem Lokführer mit zwei Armen, zwei Beinen und einer Mütze. Jonas war glücklich!

Und während er damit spielte, sagte er dem Christkind ganz still und heimlich „Danke!“. Natürlich in seinen Gedanken, die würde es ganz sicher hören…

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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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