Das kleine Wunder im Schnee. Jahreszeitliche Kurzbegegnungen im Winter

In unserer Reihe “Jahreszeitliche Kurzbegegnungen” haben wir für Ihre Begegnungen mit Senioren und Menschen mit Demenz im Winter eine biografische Erzählung und Gesprächsimpulse rund um eine Christrose vorbereitet.
Beginnen Sie die Begegnung mit dem Vorlesen der Erzählung und nutzen Sie die biografischen Fragen gerne als Einstieg in biografische Gespräche.

So war das damals …

In den Morgenstunden hatte es geschneit. Peter stapfte durch den Schnee von der Schule zurück nach Hause. Das hätte er auf dem Hinweg nie und nimmer gedacht, dass er auf dem Rückweg durch eine weiße Schneelandschaft waten würde. Die Schneedecke war nicht sehr dick, und doch bedeckten die in der Sonne glitzernden Kristalle den Boden so, dass man Straßen, Wege und Wiesen nicht mehr voneinander unterscheiden konnte. Umso mehr war er überrascht, als er mitten im Schnee eine weiß blühende Blume sah. Er kniete sich hin. Das war eine Christrose. Von der hatte seine Mutter ihm schon ganz oft erzählt. Er hatte aber noch nie eine in der Natur wachsen gesehen. Peter kniete sich hin und staunte über das blühende Leben inmitten des Schnees. Ein Gefühl der Hoffnung keimte in ihm auf. Ein Glücksgefühl. Er war überwältigt, dass er in so kurzer Zeit zwei so große Wunder erleben durfte.

Gesprächsimpulse

Mögen Sie Christrosen? Was verbinden Sie mit den Blumen? Welche Erinnerungen haben Sie an Christrosen oder an Menschen und Momente, die Sie damit verbinden?

Christrosen wurden früher als Heilpflanzen gegen die unterschiedlichsten Krankheiten und Beschwerden eingesetzt. Welche pflanzlichen Hausmittel kennen Sie und wie haben Sie diese eingesetzt? Wie haben Ihre Eltern früher Krankheiten bei Ihnen in Ihrer Kindheit behandelt? Sind Sie jemand, der auf die Wirkung von pflanzlichen Mitteln und Hausmitteln gegen Krankheiten vertraut? Mit welchen (pflanzlichen) Hausmitteln haben Sie gute Erfahrungen gemacht?

Der Junge in der Geschichte hat ein Auge für das Kleine, für das Besondere. Ihm fällt eine einzelne, kleine Christrose auf, während er sich über die schneebedeckte Landschaft freut. Haben Sie auch so ein Auge für die besonderen Kleinigkeiten? Für kleine Lichtblicke am Wegesrand? Oder kennen Sie jemanden, der einen solchen Blick hat?

Erinnern Sie sich an Ihren Schulweg? Sind Sie ihn gerne gegangen? Waren Sie allein unterwegs oder mit Schulkameraden? An was erinnern Sie sich auf diesem Weg? Welche besonderen Momente oder Orte haben Sie in den Jahren nie vergessen?

Der Schnee und die blühende Christrose sind für den Jungen in der Geschichte zwei Wunder, die ihn tief berühren und pures Glück fühlen lassen. Welche Wunder sind Ihnen in Ihrem Leben begegnet? Welche kleinen und großen Ereignisse haben Sie unerwartet und tief berührt? Gab es Augenblicke, in denen Sie das Gefühl hatten, ein Wunder erleben zu dürfen?

Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

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