Bild ohne Kontext: Ein kreatives Spiel für Senioren und Menschen mit Demenz

Bei diesem kreativen Spiel zeigen Sie den Teilnehmenden ein Bild, ohne vorher zu erklären, was darauf zu sehen ist oder worum es gehen soll. Genau dadurch entsteht der besondere Reiz. Alle dürfen erst einmal frei beschreiben, was sie wahrnehmen. Danach geht es darum, Erinnerungen, Vermutungen und kleine Geschichten zu entwickeln. So wird aus einem einfachen Bildimpuls eine lebendige Aktivierung für Senioren und Menschen mit Demenz.

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Besonders spannend ist dieses Spiel, weil Kreativität bewusst in das Gedächtnistraining integriert wird. Genau darum geht es auch in unserer Fortbildung „Flügel der Fantasie“. Dort lernen Sie viele Ideen kennen, mit denen Sprache, Erinnerungen und Fantasie ohne Leistungsdruck angeregt werden können.

So funktioniert das Spiel

Wählen Sie ein möglichst neutrales Bild aus. Es sollte nicht zu überladen sein und hilfreich ist ein klar erkennbarer Alltagsbezug. Legen Sie das Bild in die Mitte oder zeigen Sie es gut sichtbar hoch. Wichtig ist: Geben Sie zunächst keine Erklärung dazu.

Fragen Sie die Teilnehmenden zuerst ganz offen:

Was sehen Sie auf dem Bild?

Welche Farben fallen Ihnen auf?

Welche Gegenstände entdecken Sie?

Was könnte gerade passieren?

Erst danach wird der Blick weiter geöffnet. Nun können Erinnerungen, Deutungen und kleine Geschichten entstehen. Fragen Sie zum Beispiel:

Woran erinnert Sie dieses Bild?

Kennen Sie solche Situationen?

Was könnte vorher passiert sein?

Wie könnte es danach weitergehen?

Welche Stimmung passt zu diesem Bild?

Durch diese schrittweise Herangehensweise fühlen sich viele Seniorinnen und Senioren sicherer. Zuerst geht es nur um das genaue Hinsehen. Dann dürfen persönliche Gedanken dazukommen.

Warum neutrale Bilder so wertvoll sind

Neutrale Bilder lassen Raum. Sie legen keine eindeutige Antwort fest und drängen niemanden in eine bestimmte Richtung. Dadurch können ganz unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden. Eine Person erkennt vielleicht eine Alltagsszene. Eine andere erinnert sich an die eigene Kindheit. Wieder jemand anderes erfindet eine kleine Geschichte dazu.

Gerade bei Menschen mit Demenz können solche Bildimpulse überraschende biografische Bezüge wecken. Ein Wäschekorb erinnert vielleicht an den Waschtag. Ein Musikmotiv führt zu Tanzabenden, Lieblingsliedern oder Familienfeiern. Ein Bild rund ums Kochen kann Gespräche über Sonntagsessen, Lieblingsgerichte oder Küchenarbeit anregen.

Bildmaterial aus dem Exklusiv-Bereich nutzen

Sie können für dieses Spiel ganz unterschiedliche Bilder verwenden. Geeignet sind Fotos, Illustrationen, alte Kalenderblätter, Bildkarten, Postkarten oder ausgeschnittene Motive aus Zeitschriften. Wichtig ist nur, dass das Bild klar genug erkennbar ist und genügend Gesprächsanlässe bietet.

Auch unsere Biografiekarten aus dem Exklusiv-Bereich können als Bildimpulse eingesetzt werden. Möglich sind zum Beispiel die Karten Wäsche waschen, Musik hören, Ausgehen am Abend oder Feiern und Gäste bewirten.

Auch Alltagssituationen wie Kochen, Autowäsche, Baden in der Wanne, Filme ansehen oder Frische Säfte bieten viele Möglichkeiten für Gespräche. Wenn Sie familiäre Themen aufgreifen möchten, eignen sich auch die Karten Familie und Kinder oder Kinderwagen.

Das sind nur Beispiele. Sie können ebenso jedes andere Bild verwenden, das zu Ihrer Gruppe passt und einen Zugang zu Erinnerungen, Sprache oder Fantasie eröffnet.

Varianten für die Aktivierung

Das Spiel kann sehr ruhig und biografisch gestaltet werden. Dann stehen Erinnerungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erzählen, was sie selbst erlebt haben, welche Situationen sie kennen und welche Gefühle das Bild weckt.

Es kann aber auch fantasievoller werden. Dann erfinden die Teilnehmenden gemeinsam eine Geschichte. Eine Person beginnt mit einem Satz. Die nächste ergänzt. So entsteht nach und nach eine kleine Erzählung.

Eine weitere Möglichkeit ist der Perspektivwechsel. Fragen Sie:

Was denkt die Person auf dem Bild vielleicht?

Was würde sie gleich sagen?

Wer könnte noch im Raum sein?

Was hört man in dieser Situation?

Was riecht man vielleicht?

Solche Fragen regen nicht nur die Sprache an. Sie öffnen auch die Sinne und machen das Bild lebendiger.

Tipps für die Begleitung

Lassen Sie genug Zeit. Manche Gedanken entstehen erst nach einer kleinen Pause. Wiederholen Sie Beiträge wertschätzend und greifen Sie einzelne Aussagen auf. So merken die Teilnehmenden, dass ihre Worte gehört werden.

Bei Menschen mit Demenz ist es hilfreich, kurze Fragen zu stellen. Bleiben Sie nah am Bild. Vermeiden Sie Prüfungsfragen. Statt „Was ist das?“ können Sie fragen: „Was fällt Ihnen dazu ein?“ oder „Kennen Sie so etwas?“

Wenn Unsicherheit entsteht, helfen einfache Impulse. Beschreiben Sie selbst eine Kleinigkeit und geben Sie das Gespräch dann wieder in die Runde. Zum Beispiel: „Ich sehe hier etwas, das mich an einen Sommertag erinnert. Wie wirkt das Bild auf Sie?“

Ein einfaches Spiel mit viel Tiefe

„Bild ohne Kontext“ ist ein schönes Beispiel dafür, wie wenig Material es manchmal braucht, um Sprache, Erinnerungen und Fantasie anzuregen. Ein einzelnes Bild kann viele Türen öffnen. Es kann zum Erzählen einladen, zum Lachen führen, Erinnerungen wecken oder eine ganz neue Geschichte entstehen lassen.

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