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Regen. Eine Naturgeschichte. Kostenlos

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Haben wir nicht schon alle sehnlich auf Regen gewartet? Eine Natur- und Alltagsgeschichte, sie ergänzt unsere anderen Geschichten für Senioren

Regen

Walter hatte das erste Mal im diesem Jahr den Rasen gemäht. „Ruth, der Rasen sieht furchtbar aus. Komplett voller Moos. Ich muss ihn wohl vertikulieren und neu einsäen.“, sagte er zu seiner Frau als er zum Kaffeetrinken ins Haus kam. „Aber Walter, das macht doch furchtbar viel Arbeit. Willst du das wirklich tun? Das Moos stört mich nicht.“, Ruth war besorgt, dass ihr Mann sich zu sehr anstrengen würde. „Ach, das schaffe ich schon. Der Rasen war früher so schön; das Moos kann unmöglich bleiben.“ Walter arbeitete das Moos aus dem Rasen, der danach nur noch aus Löchern bestand. Dann fuhr er in den Baumarkt und kaufte Rasensamen. Abends schaute er sich die Wettervorhersage im Fernsehen an. Der Meteorologe versprach, dass es am Samstag regnen solle. Walter säte gleichmäßig den Samen am Freitag ein, trampelte ihn fest, damit der Wind ihn nicht davon trug, stellte eine Vogelscheuche auf, damit die Vögel nicht den Samen holten und hoffte, dass der Wetterfrosch Recht behielt.

„Möchtest du nicht endlich zum Frühstück kommen, Walter?“, Ruth sah ihren Mann besorgt an, der schon seit dem frühen Aufstehen am Fenster stand und auf den ersehnten Regen wartete. Es war keine Wolke am blauen Himmel zu sehen. Die Sonne schien hell und warm herab. „Es wird schon noch regnen, der Tag ist doch noch lang.“
Nach dem Mittagessen legte sich Walter nicht hin, sondern setzte sich in seinen Sessel am Fenster und starrte in den Himmel. Immer noch keine Wolke in Sicht. Die Nachbarskinder spielten im Garten, der junge Bursche von gegenüber putzte sein Auto und Herr Meyer fegte die Straße. „Wenn es nicht regnen sollte, muss ich den Gartenschlauch anschließen oder mit der Kanne den Rasen gießen. Das ist so umständlich,“ Walter seufzte. „Du wolltest doch das kleine Gewürzregal reparieren, Walter. Ich würde mich freuen, wenn du das heute Nachmittag machen könntest, dann kann ich die Gewürzdöschen wieder einräumen. Die stehen mir im Weg.“, Ruth schickte ihren Mann in den Keller.



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Später wollte Walter das Regal wieder aufhängen. „Ruth, mach doch mal bitte das Licht an, ich sehe ja gar nicht, wo die Löcher sind.“ Draußen war es ganz dunkel geworden. Schiefergraue Wolken jagten über den Himmel. Ein Blitz zuckte durch die Wolkendecke. Da fielen auch schon die ersten Tropfen. Und ganz plötzlich setzte starker Regen ein.
„Schau Walter, da hast du deinen Regen.“ „Ach, Ruth, das ist doch schon wieder zuviel, der schwemmt mir doch die Samen fort.“ „Dir kann man es aber auch nicht recht machen.“



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Monika

© by Monika Kaiser

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