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Marte Meo – Aus eigener Kraft


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Im Gespräch mit Dr. med. Ursula Becker

 

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Hallo Frau Dr. Becker, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Guten Tag! Ich bin Ärztin für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin und systemische Familientherapeutin. In meiner hausärztlichen Tätigkeit war ich auch viel im Pflegeheim tätig und habe dort mein Interesse an Menschen mit Demenz entdeckt. Durch meine systemische Ausbildung sind für mich nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Angehörigen ins Blickfeld geraten.

Vor einigen Jahren habe ich meine hausärztliche Tätigkeit beendet und berate als Familientherapeutin unter anderem Angehörige von Menschen mit Demenz und Paare, bei denen ein Partner an Demenz erkrankt ist. Daneben bin ich als Dozentin in der Altenpflege zu Themen der palliativen Versorgung alter, dementer Menschen und zur Frage, was Menschen mit Demenz von uns brauchen, tätig. Letzteres vermittle ich auf Basis des Marte Meo-Konzepts.

Das Konzept Marte Meo habe ich vor mehreren Jahren kennengelernt. Es hat mich in meinem hausärztlichen Handeln sehr unterstützt. Diese guten Erfahrungen haben mich dazu veranlasst, mich zur Marte Meo-Supervisorin zu qualifizieren.

 

 
Was sind die Grundlagen von ‘Marte Meo’ und wodurch zeichnet sich dieses Konzept aus?

Marte Meo („Aus eigener Kraft“) wurde in den siebziger Jahren von Maria Aarts, einer Holländerin, entwickelt. Ihr ging es darum, einen Beratungsansatz zu entwickeln, der es Eltern, Pflegenden usw. von Menschen „mit besonderen Bedürfnissen“ ermöglicht, diese bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Als „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ bezeichnet sie hierbei Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – bestimmte Entwicklungsschritte (noch) nicht vollzogen haben, nicht vollziehen können oder wieder verloren haben. Damit ist das Konzept in einem breiten Rahmen anwendbar.

Grundlage des Beratungsansatzes ist das sogenannte natürliche Entwicklungsunterstützungsmodell, wie wir es beim Umgang von Eltern mit ihrem Säugling finden. Videos machen deutlich, welche wesentlichen Elemente Säuglinge benötigen, um einerseits ausreichend Sicherheit in ihrer Lebenssituation zu erfahren und andererseits den Freiraum zu erleben, den sie benötigen, um sich zu entwickeln. Bei genauer Betrachtung sind dies auch die kleinen Momente des Alltags, die darüber entscheiden, ob wir uns respektvoll oder respektlos behandelt fühlen. Dieses Modell nutzen wir unser ganzes Leben lang in unterschiedlicher Ausprägung.

Menschen mit eingeschränkter Entwicklung profitieren davon, wenn sich der Umgang mit ihnen in einem hohen Maß an diesem natürlichen Modell orientiert und können unter diesen Bedingungen Entwicklungsschritte nachholen, wiederentdecken oder zumindest die ihnen zur Verfügung stehenden Fähigkeiten in einem größtmöglichen Maß nutzen. Grenzen, die z.B. durch die zugrunde liegende Krankheit oder Behinderung vorgegeben sind, können damit nicht überschritten werden. Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie viel gelingt, wenn der zur Verfügung stehende Entwicklungsraum genutzt wird.

 

Das Modell der Natur

Das Modell wird deutlich, wenn wir uns Videos anschauen, auf denen wir gut entwickelte Eltern in alltäglichen Situationen mit ihrem Säugling sehen. Hierbei fallen an den Eltern immer wieder drei Dinge als erstes auf:

 

– das freundliche Gesicht
– die warme, herzliche Stimme
– die körperliche Nähe

 

Die wesentliche Orientierung, die uns trägt, ist die Orientierung zur Person. Wer bin ich? Was zeichnet mich aus? Bin ich liebenswert? sind Fragen, die Menschen ein ganzes Leben begleiten. Sind diese Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet, können auch andere Herausforderungen nicht befriedigend bewältigt werden.

Ein freundliches Gesicht, eine warme, herzliche Stimme und körperliche Nähe geben Antwort auf diese Fragen. Gesicht und Stimme signalisieren dem Säugling, dass seine Eltern gerne bei ihm sind, er liebenswert ist. Die körperliche Nähe erleichtert es dem Säugling zu wissen, dass er gemeint und nicht alleine ist.

Auf diese Weise erhält ein Säugling immer wieder die Information, geliebt zu werden, wichtig zu sein, gut zu sein und kann darauf aufbauend ein Gefühl von Sicherheit und Selbstbewusstsein entwickeln. Dies ermöglicht es ihm, sich auch der Welt zuzuwenden und diese aktiv kennen zu lernen.

Bei der weiteren Beobachtung wird deutlich, wie Eltern in vorgegebenen Handlungssituationen, z.B. Waschen, Anziehen, Füttern, immer wieder eine klare Struktur vermitteln. Sie machen Anfang und Ende der Handlung deutlich mit Worten wie „Jetzt geht’s los! So! Achtung!“ zu Beginn und „Geschafft! Das war’s! Prima! Hervorragend gemacht!“ am Ende. Damit erhält das Kind eine klare Information, wann eine Herausforderung ansteht und wann es sich wieder entspannen kann und entwickelt eine Idee von Rhythmus. Während der Handlung benennen Eltern in kleinen Schritten, was sie jeweils tun. Auf diese Weise erfährt das Kind, wie sich eine Handlung zusammensetzt, was alles dazu gehört und ganz nebenbei lernt es Sprache und entwickelt Körperbewusstsein.

Nach und nach geben Eltern ihrem Kind in solchen Situationen auch die Möglichkeit mitzuarbeiten. Dies tun sie in Form so genannter positiver Leitung. Sie warten nicht, bis das Kind etwas falsch macht und korrigieren anschließend, sondern geben ihm frühzeitig die notwendige Information, die es benötigt, um den nächsten Schritt zu tun. Wir finden hier ein wichtiges Element des Respekts, indem dem Kind in Situationen, in denen es noch Anleitung braucht, diese rechtzeitig und in positiver, d.h. zielgerichteter Weise gegeben wird. Bestätigen die Eltern abschließend das Verhalten des Kindes, so geben sie ihm damit Kriterien an die Hand, die es ihm später ermöglichen werden, sich selber zu bestätigen.

 

Marte Meo und Demenz

Wie lässt sich dies nun auf den Umgang mit dementen Menschen übertragen?
Menschen mit Demenz haben viele Fähigkeiten verloren; das Wissen um alltägliche Handlungen und um Verhaltensmodelle ist oft nur noch bruchstückhaft vorhanden. Aber auch das Wissen um die eigene Person wird fragmentarisch. Fachlich wird dies mit dem Begriff der Desorientierung beschrieben.

Orientierung vermittelt Sicherheit und vermittelt eine Vorstellung der Möglichkeiten. Beides brauchen Menschen mit Demenz. Wohnraumgestaltung, Biographiearbeit u.a. stellen Möglichkeiten dar, die konkrete Heimat wieder lebendig werden zu lassen. Was Menschen mit Demenz genauso notwendig brauchen, ist das Gefühl von Orientierung in jedem einzelnen Moment. Und dieses Gefühl speist sich aus der Erfahrung, gesehen und verstanden zu werden (persönliche Ebene) und zu verstehen (Handlungen, Abläufe usw.). Auf beides gibt Marte Meo eine Antwort, indem die wesentlichen, oben skizzierten Elemente des natürlichen Entwicklungsunterstützungsmodells auf den Umgang mit Menschen mit Demenz übertragen werden.

Wenn ich beispielsweise dem Blick eines Menschen mit Demenz folge, dann sehe ich, woran er gerade interessiert ist. Dann kann ich diesem Interesse Worte geben, z.B. „Ja, Sie sehen das Herbstlaub da draußen!“. In diesem Moment erfährt dieser Mensch, dass er und das, was ihn interessiert, immer noch von Bedeutung ist und er erhält Worte für etwas, das ihm wichtig ist. Beides stärkt die Selbstwahrnehmung und das Selbstwertgefühl.
In sogenannten Handlungssituationen, z.B. beim Waschen oder Anziehen, ist es für Menschen mit Demenz ungemein hilfreich, wenn wir ihnen nicht nur die „Überschrift“ sagen, sondern Schritt für Schritt mitteilen, was sie jetzt als nächstes tun können bzw. was wir als nächstes tun. Auf diese Weise können sie viel länger selber aktiv sein bzw. verstehen, was mit ihnen geschieht. Und wenn diese Informationen in freundlicher, zugewandter Sprache gegeben werden, erfahren sie über den Tonfall, dass sie immer noch – trotz aller Einschränkungen – liebenswert sind.

 

Wie wirkt Marte Meo?

Die Basiselemente des Marte Meo-Konzepts stellen als solche nichts wirklich Neues dar, bieten aber eine Möglichkeit, die Komplexität des menschlichen Verhaltens auf das Wesentliche zu reduzieren und damit handhabbar und verstehbar zu machen. Sie liefern konkrete Informationen für alltägliche Situationen und versehen diese mit Bildern.

Das Video stellt das wichtigste Handwerkszeug von Marte Meo dar. Genutzt werden Szenen aus alltäglichen Situationen, z.B. Essenssituationen, Pflegemaßnahmen u.a. Die Marte Meo-Therapeutin (im Folgenden wird die weibliche Form genutzt, da dies überwiegend der Realität entspricht) analysiert ein solches Video und kann darin gut sowohl die vorhandenen als auch die fehlenden Fähigkeiten aller Beteiligten erkennen.

Der Beratungsprozess arbeitet konsequent mit gelungenen Bildern. Von der Marte Meo-Therapeutin werden Szenen ausgesucht, in denen klassische Marte Meo-Elemente, z.B. das „gute Gesicht“ zu Beginn und während einer Handlung, das „Benennen dessen, was ich (d.h. die Pflegekraft, Angehörige etc.) gerade tue“ bzw. „Benennen dessen, was der Menschen mit Demenz als nächstes tun kann“ deutlich werden und es dadurch den Angehörigen, Pflegenden gelingt, gut auf die Bedürfnisse des/der Erkrankten einzugehen und zu dessen sichtbaren Wohlbefinden führen. Diese „guten Momente“ werden gezeigt, als Standbild groß gemacht und den um Rat Fragenden wird in drei Schritten erläutert,

 

wann, d.h. in welcher Situation, sie
was genau tun und
wozu dies wichtig ist; d.h. welche Auswirkung es auf den Menschen mit Demenz hat.

 

Dieses dreistufige Vorgehen nennt Maria Aarts das „3W-Beratungsprinzip“. Es vermittelt konkrete Information über hilfreiches Verhalten, passende Situationen und die erforderliche Hintergrundinformation. Dadurch erhalten Angehörige/Pflegende als erstes eine Bestätigung ihres Handelns und nicht sofort „schlaue“ Tipps, was sie noch besser machen könnten. Dies tut ihnen gut, denn dadurch werden sie nicht nur in ihrem Bemühen gesehen, sondern auch in dem, was sie schon intuitiv Hilfreiches tun. In einem zweiten Schritt können sie dann auch neue Ideen entwickeln, in welchen Situationen dieses Verhalten noch hilfreich sein könnte und sich auf diese Weise weiterentwickeln. In Situationen herausfordernden Verhaltens gelingt es mit diesem Ansatz auch immer häufiger, die „Botschaft hinter dem Verhalten“ (z.B. „Ich habe noch nicht verstanden, worum es hier geht.“, „Ich fühle mich nicht mehr wahrgenommen“, „Ich brauche mehr Zeit“ usw.) zu entschlüsseln und viel frühzeitiger – und damit vor der Eskalation – auf das eigentliche Bedürfnis einzugehen.

 

 

Wie sieht Ihre Arbeit mit Menschen mit Demenz und deren Angehörigen oder pflegenden Personen aus und was möchten Sie erreichen?

Ich bin in erster Linie als Paar- und Familientherapeutin tätig. Zu mir kommen z.B. Paare, von denen ein Partner an Demenz erkrankt ist. Im frühen Stadium der Demenz biete ich Paargespräche an, in denen es darum geht, sich auf die neue, verändert Situation und die Zukunft mit dieser Erkrankung einzustellen. Das ist ein herausfordernder Prozess. Dabei geht es zum einen um Abschied von Zukunftsvorstellen, von früheren Bildern etc., auf der anderen Seite darum, wie die Partner jetzt miteinander umgehen. Gerade der erkrankte Partner möchte einerseits rücksichtsvoll behandelt werden, auf der anderen Seite nicht immer nur als „krank“ gesehen werden. Und der gesunde Partner muss lernen, seine Grenzen frühzeitig wahrzunehmen. Hierbei stellt Marte Meo eine große Hilfe dar.

Ist der erkrankte Partner nicht mehr in der Lage, an solchen Gesprächen teilzunehmen, dann begleite ich die Angehörigen in dieser Situation; nicht ohne den Erkrankten immer wieder „lebendig“ werden zu lassen.

Im Moment bin ich auch dabei, Früherkrankte direkt damit zu beraten. Aus der Arbeit mit geistig behinderten Menschen wissen wir, dass die Bilder, wie wir sie in der Marte Meo-Arbeit nutzen, auch dann verstanden werden können, wenn Verstehen im üblichen Sinn nicht mehr möglich ist. Damit gelingt es, auch Menschen mit Demenz ein besseres Bild von sich zu verschaffen, die eigenen Stärken bei allem Verlust noch wahrzunehmen und hilfreiche Strategien für schwierige Situationen zu entdecken.

 

Welche Menschen, in welchen Lebensumständen wenden sich an Sie?
Häufig kommen die Menschen in Krisensituationen zu mir. Gemeinsam schauen wir uns dann an, wie die Krise erst einmal entschärft werden kann. Anschließend begleite ich die Angehörigen oft über lange Zeit, mal häufiger, mal seltener. Dabei geht es oft um die Frage „Was darf ich als betroffener Angehöriger?“. Gerade wenn Angehörige die häusliche Pflege nicht mehr leisten können, haben sie oft ein schlechtes Gewissen, wenn eine Heimunterbringung des Erkrankten ansteht.
Am Lebensende geht es häufig um Fragen der Ernährung.

Mit den Marte Meo-Bildern kann ich Angehörigen zeigen, wie sie auch nach einer schweren Entscheidung (z.B. Heimunterbringung) mit dem Erkrankten gute Momente haben können. Und wenn ein Menschen mit Demenz nicht mehr essen mag, ist das Video sehr hilfreich um zu sehen, wie die Essenssituation besser gestaltet werden kann und wie es bis zuletzt möglich ist, „Nahrung für die Seele“ zu geben.

 

 

Können Sie vielleicht eine kleine Anekdote oder Geschichte erzählen, die verdeutlicht, was Sie mit Ihrer Arbeit erreichen können?

Ich habe die Beratung einer Tochter begleitet, deren Vater im Pflegeheim lebte. Sie besuchte ihn regelmäßig, hatte aber das Gefühl, ihn kaum noch zu erreichen. Wenn sie bei ihm war, saß sie oft mit ihm und anderen Bewohnern am Tisch und unterhielt sich vorwiegend mit den anderen, nicht ganz so schwer erkrankten Bewohnern. Ihre Idee war es, damit ihrem Vater noch Gemeinsamkeit zu ermöglichen. Der Vater beteiligte sich aber praktisch gar nicht an diesen Gesprächen.

Im ersten Video, das von einer solchen Situation gedreht wurde, fiel auf, dass sie mehrmals für kurze Zeit auf das reagiert, was ihr Vater tat. Er griff z.B. zu einer Zeitung, die auf dem Tisch lag und sie folgte mit ihren Augen und sagte: „Ja, die Zeitung von heute.“

Dies sind Momente, von denen Menschen mit Demenz unendlich profitieren. Denn wie weiter oben bereits beschrieben, erleben sie in diesen Momenten wieder, dass sie von Bedeutung sind und dass ihre Interessen – so klein diese sein mögen, auch für andere von Bedeutung sind. Sie fühlen sich ernst genommen, erleben sich als wirksam und erhalten Worte für ihre Interessen und Handlungen.

Die beschriebenen Bilder wurden der Tochter gezeigt und sie war tief berührt zu sehen, wie sie ja doch noch in Kontakt zu ihrem Vater war. In der Folge wurde sie deutlich gelassener, machte viel weniger „Programm“, sondern schaute auf das, was ihr Vater zeigte – und wenn es noch so kleine Initiativen waren. Das war für sie viel entspannter und der Vater, der jetzt erlebte, dass er von seiner Tochter immer noch gesehen wurde, zeigte nach und nach immer mehr Eigeninitiative.

Ein anderes Beispiel ergab sich im Rahmen einer Marte Meo-Begleitung in einer Tagespflege für Menschen mit Demenz. Dort gab es einen Zivilidienstleistenden, von dem alle sagten, er sei „klasse“. Aber keiner konnte genauer sagen, weshalb er eigentlich so gut war. Ich habe dann angeboten, ihn zu filmen. Daraus sind einige sehr schöne Videos entstanden und ich konnte ihm und seinen Kollegen ganz genau aufzeigen wie er in Kontakt zu Menschen mit Demenz geht und in Kontakt bleibt und wie er immer genau im Rhythmus des Erkrankten Anleitung gibt, d.h. den Gästen sagt, was sie als nächstes tun können. Diese Information hat ihm geholfen, sich nicht nur irgendwie „gut“ zu fühlen, sondern genauer zu wissen, was ihn auszeichnet. Das finde ich für Fachleute sehr wichtig. Damit waren seine Fähigkeiten auch nicht mehr einfach Glück, sondern andere konnten davon profitieren.

Ein letzter Satz: In einer Schulung von Angehörigen sagte eine Ehefrau nach einiger Zeit: Seit ich mit meinem Mann langsamer mache, geht’s schneller.

 

 

Sie bieten Kurse an, in denen man lernen kann, das Konzept ‚Marte Meo‘ selbst als Therapeut oder Fachberater anzuwenden. An wen richtet sich Ihr Angebot?

Ich biete spezielle Kurse für Altenpflege und Behindertenhilfe an. Diese werden von Einrichtungen in Anspruch genommen, die das Marte Meo-Konzept als Umgangskonzept für Menschen mit Demenz einführen möchten. In den sogenannten Praktikerkursen werden Mitarbeiter an sechs Kurstagen darin geschult, die wesentlichen Elemente respektvollen Umgangs bei sich zu entdecken und weiterzuentwickeln. Da wir nicht mit Theorie, sondern mit den ganz konkreten Bildern arbeiten, können daran alle mit großem Gewinn teilnehmen. Meist lassen die Einrichtungen dann einige Mitarbeiter zu Fachberatern schulen, so dass diese dann dauerhaft das Team beraten können. Die Marte Meo-Therapeuten beraten in erster Linie Angehörige.

Auch Hospizbegleiter sind sehr interessiert an Marte Meo und ich bin in den entsprechenden Ausbildungskursen tätig.

Als Palliativmedizinerin verbinde ich auch gerne palliative Themen mit Marte Meo. Das ergänzt sich sehr gut.

Daneben biete ich „offene“ Kurse an. Dort treffen sich dann Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsfeldern. Da sitzen dann die Erzieherin neben der Altenpflegerin und es ist immer wieder spannend zu sehen, wie viel sie voneinander profitieren können.

 

 

Was wünschen Sie sich von der Zukunft?

Ich wünsche mir von der Zukunft, dass sich das Wissen um das, was Menschen mit Demenz von uns brauchen, möglichst rasch verbreitet. Es ist im Grunde genommen so einfach und braucht nur Mut!



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Herzlichen Dank, Frau Dr. Becker!!!

 

 

Zur Internetseite: www.ursulabecker-bonn.de



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*

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  1. Der Beitrag von Fr. Dr. U.Becker hat mir sehr gut getan. Ich arbeite als qualifizierte Betreuungskraft und Deeskalationstrainerin seit einem Jahr in einem Pflegeheim für schwerst Demenz Erkrankte, davor vier Jahre mit psychisch Erkrankten. Ich hätte nie gedacht, das dieser Personenkreis so schwer zu erreichen ist. Aber je mehr ich sie in ihrem Tun widerspiegle, um so mehr spüre ich eine Verbundenheit, welches aber Zeit und Ruhe braucht für eine adäquate Interaktion. Dieses Handeln wird oft von den Pflegekräften missverstanden, mit der Aussage: “Die Betreuungskräfte tun ja nichts, sitzen nur rum” Der Artikel hat mich in meiner Arbeit bestätigt und ich werde dieses Konzept weiterhin verfolgen.
    Liebe Grüße Blümchen

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